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Vor der Wahl = Nach der Wahl #387123
28/09/09 03:10 PM
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Hach ja, die große Wahl 2009.

Der interessanteste Aspekt war für mich wieder einmal das komplette Versagen der "Meinungsforschung" zur Wahlprognose. Was haben wir in den letzten Wochen nicht ständig von "deutlichen Verlusten bei der Union", einem "rasanten Aufholen der SPD" und von "Zitterpartie" und "Kopf an Kopf Rennen" lesen müssen.

Und was habe ich dafür gelacht, als das vorläufige Endergebnis feststand. Und das auch noch ohne die ganzen "islamistischen Terroranschläge", die uns für die Wahl versprochen wurden. Den Herrn Bin Laden würde ich feuern für soviel Unzuverlässigkeit. Aber wenigstens auf die Wähler war Verlass: Zuverlässig haben sie allen schwachsinnigen Prognosen getrotzt, sind in Schaaren zu den keineren Parteien geströmt und haben der SPD noch mal deutlich vor Augen geführt, wie sie sich in ihrer Konzeptionslosigkeit inzwischen selbst zugrunde gerichtet hat.

Bedauerlich nur, dass die Verluste bei der Union so gering waren. Aber auch auf die Unionswähler ist eben Verlass: Das treudeutsch-miefige Spiessbürgertum macht sein Kreuzchen eben schon vollautomatisch an der rechten - pardon - der richtigen Stelle, dann muss man nicht nachdenken, das gibt nur Kopfschmerzen. Und Denken wird bei der Union ohnehin nicht so gerne gesehen, dafür haben wir ja den Herrn Schäuble. Der denkt für uns, damit wir ruhig schlafen können.

Dennoch schön, dass überhaupt noch jemand wählen gegangen ist. Die Wahlbeteiligung war zwar die geringste, die es je gab - weil sich für das stümpernde Kasperletheater in Berlin niemand mehr interessiert - aber immerhin. Es hat zumindest gereicht, um immer noch den Anschein aufrecht zu erhalten, wir würden in einer Demokratie leben.

In diesem Sinne: Volksverblödung ist das beste Schlafmittel, also magst ruhig sein Deutschland und schlaf weiter. Bis zum bösen Erwachen.


Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #387129
28/09/09 03:53 PM
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Nunja, deine Auffassung ist ja bekannt und auch, wenn ich manche Kritik teile (v.a. Schäuble), halte ich diese Polemik für nicht des ausführlicher Kommentierens würdig.

Tja, Pech gehabt, Ddraiggy. Ich weiß schon, daß du dich hier endlich mal wieder richtig schön fetzen willst. Ich stehe als Kontrahent diesmal jedoch nicht bereit (keine Zeit und keine Lust - vielleicht im November wieder ...). Aber vielleicht will Elgi ja mal wieder? \:\)

Was mich betrifft: Ich nehme den Wahlausgang erstmal als gegeben hin (und als sicherlich nicht schlimmstmöglichen) und harre dessen, was nun kommt. In einigen Bereichen hoffe ich auf das Beste (denn die Große Koalition war ja mehr eine Stillstandskoalition - nun kann es wenigstens wieder richtige Änderungen geben, ob die nun funktionieren oder nicht), in anderen befürchte ich das Schlimmste (da wären wir wieder bei Schäuble, aber auch bei von der Leyen und der Energiepolitik). Aber insgesamt stehe ich der neuen Regierung erstmal ziemlich neutral gegenüber.

Achja, und ein Gutes hat das Wahlergebnis jedenfalls schon mal: Ulla Schmidt ist endlich weg!

Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ralf] #387133
28/09/09 04:08 PM
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 Originally Posted By: Ralf
Tja, Pech gehabt, Ddraiggy. Ich weiß schon, daß du dich hier endlich mal wieder richtig schön fetzen willst. Ich stehe als Kontrahent diesmal jedoch nicht bereit (keine Zeit und keine Lust - vielleicht im November wieder ...). Aber vielleicht will Elgi ja mal wieder? \:\)

Menno ....

Jetzt kann ich wirklich nur auf Elgi hoffen, wenn der nicht wieder fremdbashen geht.

Aber wie Du siehst, teilen wir ja durchaus einige Ansichten. Und auch ich atme erstmal tief durch, dass wir die Ulla endlich los sind. Obwohl man nicht zu laut jubeln sollte, bevor die Nachfolge nicht ans Werk gegangen ist ...

Aber ernsthaft: Auch wenn der Startpost so aussehen mag, bin ich diesmal eigentlich nicht auf Konfrontation aus. Dazu deprimiert mich die Politik inzwischen allgemein schon zu sehr, als dass ich mich noch groß darüber aufregen oder streiten möchte.

Ich fand nur den deutlichen Vorsprung der Union erschreckend, ebenso die gerade in dieser Krisenzeit extrem geringe Wahlbeteiligung. Offenbar hat eine ganze Nation resigniert und lässt sich nur noch treiben.

Last edited by Ddraigfyre; 28/09/09 04:17 PM.

Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ralf] #387135
28/09/09 04:16 PM
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Umfrage beim Kölner Stadt-Anzeiger (sehr vielsagend) :
http://www.ksta.de/poll/mdsUmfrageNeu.jsp?umfrageId=1253888538883&content=Results
(Ich hoffe, der Link funktioniert so ?)

Nun ja, als ich vom Ergebnis heute morgen las, dachte ich zum allerersten Mal in meinem Leben *ernsthaft* an Auswandern ...

edit: Darf ich ja gar nicht schreiben, ich bin ja zur Verschwiegenheit verpflichtet. Nur soviel: "Mein" Wahlbezirk entsprach nicht dem Endergebnis, sondern eher dritten von Ddraig genannten Prognose.

Wir haben übrigens gemerkt, daß die Organisation noch verbessert werden kann: Eine blinde Frau wollte wählen. Was nun ? Obwohl *eigentlich* verboten, ist es jkedoch bei Personen wie zum Beispiel bei Blinden erlaubt, eine Person zur Hilfe hinzuzuziehen.

Im Aufklärungsheft stand etwas von "Schablonen", die es wohl bei Blindenverbänden gäbe, aber davon wußte keiner etwas. wir kamen überein, daß es eigentlich Sache der Gemeinde sein müßte, so etwas blinden Mitbürgern zur Wahl zur Verfügung zu stellen.


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Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ralf] #387136
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 Originally Posted By: Ralf
...und als sicherlich nicht schlimmstmöglichen


falsch:

wir müssen von nun an westerwelle in regierungsverantwortung ertragen


Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: harganaxki] #387138
28/09/09 04:19 PM
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Ja, oh, toll, die Unternehmen werden nun noch stärker gefördert werden ... Steuersenkungen für Unternehmen und für mittlere Einkommen ... Nicht etwa für die kleinen ...

Das wird ganz toll werden. sozialer Kahlschlag, sag ich da nur, und das sage nicht nur ich : http://www.ksta.de/html/artikel/1253888539157.shtml


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Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: AlrikFassbauer] #387139
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 Quote:
Umfrage beim Kölner Stadt-Anzeiger (sehr vielsagend) :
http://www.ksta.de/poll/mdsUmfrageNeu.jsp?umfrageId=1253888538883&content=Results

46% für "Auswandern oder bewaffneter Widerstand", ja - schön wär's. \:-D


Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: AlrikFassbauer] #387146
28/09/09 04:54 PM
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 Originally Posted By: AlrikFassbauer

edit: Darf ich ja gar nicht schreiben, ich bin ja zur Verschwiegenheit verpflichtet. Nur soviel: "Mein" Wahlbezirk entsprach nicht dem Endergebnis, sondern eher dritten von Ddraig genannten Prognose.


Die Wahlergebnisse zu jedem Wahlkreis sind doch offen zugänglich.
http://www.bundeswahlleiter.de/de/bundestagswahlen/BTW_BUND_09/ergebnisse/wahlkreisergebnisse/

Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #387156
28/09/09 06:17 PM
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 Originally Posted By: Ddraigfyre
Ich fand nur den deutlichen Vorsprung der Union erschreckend, ebenso die gerade in dieser Krisenzeit extrem geringe Wahlbeteiligung. Offenbar hat eine ganze Nation resigniert und lässt sich nur noch treiben.

Ich würde nicht von resigniert sprechen, sondern von desinteressiert. Klar gibt es auch eine Menge Leute, die bewußt nicht zur Wahl gehen, weil sie sich einbilden, daß ihre Stimme ja sowieso nichts bringt. Aber ich vermute, daß die überwiegende Mehrheit der Leute einfach überhaupt gar kein Interesse an den Wahlen hat.

Deswegen sollte man ganz einfach die Wahlpflicht einführen - vor jeder Bundestagswahl gibt's eine Volkszählung und wer nicht bei der Wahl erscheint, bekommt ne deftige Strafe. Ob man dann wählt oder die Stimme ungültig macht, ist jedem selbst überlassen.
Man könnte sogar so weit gehen, daß man - so wie Ddraig oft gefordert hat - eine ausgewiesene Nichtwähler-Möglichkeit machen... und dann z.B. allen Parteien über der 5%-Hürde das Geld je nach Menge der Nichtwähler kürzen.

So etwas wird natürlich passieren... aber angesichts der Wahlpassivität werde ich hier in Deutschland (und auch wohl in anderen Ländern Europas) bei jeder Wahl fast wahnsinnig, daß die Menschen das kostbare Wahlrecht - mithin die einzige Möglichkeit für den Durchschnittsbürger, überhaupt etwas mitzuentscheiden im Bund - einfach nicht wahrnehmen. Anderenorts würden die Menschen vieles hergeben, wenn sie überhaupt die Möglichkeit hätte, über das Wahlrecht reden zu dürfen. Aber das ist wohl die Krux des Wohlstands. Man schätzt nicht mehr das, was man hat.

Zur Wahl selbst: Einerseits bin ich froh, daß die große Koalition endlich rum ist... und daß es keine Pattsituation gab und eigentlich sofort klar war, wer an die Macht kommt. Selbstverständlich bin ich erbost ob der 15%, die in Zeiten der Krise ausgerechnet die FDP wählen... aber wie gesagt: Lieber so, als wieder ne große Koalition oder monatelanges Streiten wer jetzt mit wem koalieren soll oder nicht. Nun sind die Fronten klar gesteckt, Schwarz-Gelb ist wieder in der Verantwortung, die Linke ist erstaunlich stark in der Opposition und die SPD - deren Stimmenverluste abzusehen waren, wenn man nicht ganz so naiv jeder neuen Meldung geglaubt hat - hat wieder mal die Chance bzw. die Pflicht, sich grundlegend zu überlegen, welchen Weg sie einschlagen will. Wenn sie nicht in der Beliebigkeit verenden und am Ende sogar von den Grünen überholt werden will, muß sie sich programmatisch komplett in Frage stellen - was dann am Ende dabei herauskommt, muß auf festen Füßen stehen und zukunftsgerichtet sein. Ob das Endergebnis den Vertretern dieses oder jenen Flügels gefallen mag, wird man dann sehen.
Ebenso dringend muß das Personal nahezu komplett ausgetauscht werden. Münte - den ich früher sehr schätzte - will ja den Weg frei machen, wie man so liest. Aber daß am Ender Mitversager, oder Oberlangweiler, der Schröder-Imitator, der blasseste aller SPD-Kanzlerkandidaten, an die ich mich errinern kann, also Steinmeier Fraktions- und Parteivorsitz übernimmt, wäre blanker Hohn. Früher war es üblich, daß die vordersten Verantwortlichen nach verheerenden Niederlagen zurückgetreten sind. Aber heute wird so getan, als ob alles normal ist, und einfach weitergemacht. Was würde denn Steinmeier anders machen als bisher, sodaß man auf eine Besserung hoffen könnte?

Daher: Programm überarbeiten, Dogmatik hinsichtlich der Linken ändern, Personen austauschen, Schwung für die nächsten Wahlen holen - denn ich bin mir sicher, daß das Volk relativ bald sehen wird, daß Schwarz-Gelb nicht so toll ist, wie es sich das vorgestellt hat.


Nigel Powers: "There are only two things I can't stand in this world. People who are intolerant of other people's cultures... and the Dutch!"
Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: elgi] #387173
28/09/09 07:46 PM
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 Originally Posted By: elgi
Ich würde nicht von resigniert sprechen, sondern von desinteressiert.

Natürlich Desinteresse - aber dieses Desinteresse resümiert meiner Ansicht nach aus Resignation: "Es ist egal wo ich mein Kreuzchen mache, da ist einer wie der andere, da wird sich sowieso nichts ändern, wenn ich die Kleinen wähle bekommen die ohnehin nicht genug Stimmen um je politisch wirklich mitzureden, es geht alles weiter bergab, die lügen uns alle nur die Hucke voll, etc., da kann ich auch gleich zu Hause bleiben."

Für mich ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass diese "Demokratie" so einfach nicht mehr angenommen wird, weil die politischen Unterschiede in den Volksparteien ziemlich nivelliert rüberkommen und niemandem mehr zugetraut wird, das Wohl des Volkes bzw. der Nation wirklich vertreten und etwas verbessern zu können.

Und die Leute merken ganz einfach auch, dass vor den Wahlen immer öfter und immer dreister gelogen wird und Versprechen gegeben werden, von denen inzwischen jedem klar ist, dass sie nicht gehalten werden können, sondern eher das Gegenteil wahrscheinlich ist. Das Vertrauen in die Politik ist gleich Null.

Die stärkste Kraft im Land ist inzwischen die Gruppe der Nichtwähler. Und Nichtwähler sein heißt, kein Interesse an der "Demokratie" zu haben. Von daher ist dieses Konzept in der existierenden Form gescheitert. Und wenn man die Leute tatsächlich zur Wahl ZWINGT, wie Du forderst, dann wäre das der deutlichste Beweis dafür, dass diese Demokratie gescheitert ist.

Wahlzwang bzw. Wahlpflicht hat nämlich mit Demokratie rein gar nichts mehr zu tun.

Das ist der völlig falsche Weg. Stattdessen muss die Politik mal etwas leisten und Zeichen setzen, damit der Bürger von sich aus wieder wahlwillig wird, weil er merkt, dass seine Stimme tatsächlich etwas bewirken kann. DAS ist derzeit einfach nicht der Fall.



Last edited by Ddraigfyre; 28/09/09 07:49 PM.

Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #387178
28/09/09 08:22 PM
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 Originally Posted By: Ddraigfyre
Die stärkste Kraft im Land ist inzwischen die Gruppe der Nichtwähler. Und Nichtwähler sein heißt, kein Interesse an der "Demokratie" zu haben. Von daher ist dieses Konzept in der existierenden Form gescheitert. Und wenn man die Leute tatsächlich zur Wahl ZWINGT, wie Du forderst, dann wäre das der deutlichste Beweis dafür, dass diese Demokratie gescheitert ist.

Wahlzwang bzw. Wahlpflicht hat nämlich mit Demokratie rein gar nichts mehr zu tun.

Abgesehen davon, daß die CDU bei den Erststimmen mehr Stimmen geholt als es Nichtwähler gab, ist natürlich die Aussage, daß die Nichtwähler die stärkste Kraft wären, eine allseits beliebte Milchmädchenrechnung - denn es ist sicherlich nicht anzunehmen, daß es sich bei den Nichtwählern um eine homogene Gruppe handelt, die alle aus denselben Gründen nicht gewählt haben. Klar, es handelt sich bei den CDU-Wählern auch nicht um eine homogene Gruppe, aber immerhin haben diese ihre Stimme abgegeben. Wie schon mal gesagt: Ich stelle mir die Zahl derjenigen Nichtwähler relativ hoch vor, die nicht wegen den Gründen, die du wieder mal nennst, nicht zur Wahl gehen, sondern weil sie ganz einfach überhaupt keine Lust haben... solche Leute gabs sicher auch zu den Zeiten, wo die Beteiligung bei über 80% oder 90% lag.
Aber ich gebe zu, daß ich hier spekuliere.

Wobei ich aber nicht spekuliere, ist die Sache mit der Wahlpflicht. Es ist natürlich Unsinn zu behaupten, daß diese mit Demokratie nichts mehr zu tun hätte, und zwar aus zwei Gründen:
1. Es gibt nicht "DIE" Demokratie, sondern immer eine wie auch immer geartete Umsetzung der Grundidee.
2. Es gibt nicht wenige Länder, in denen zumindest eine theoretische Wahlpflicht herrscht.

Abgesehen davon darfst du aber weiterhin behaupten, daß ich mit dieser - zugegebermaßen wenig ernstgemeinten - Idee wieder mal etwas total Undemokratisches von mir gegeben habe. Denn auch ich habe überhaupt keine Lust und leider auch keine Zeit, großartig wegen Politik zu streiten.


Nigel Powers: "There are only two things I can't stand in this world. People who are intolerant of other people's cultures... and the Dutch!"
Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: elgi] #387183
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 Originally Posted By: elgi
2. Es gibt nicht wenige Länder, in denen zumindest eine theoretische Wahlpflicht herrscht.

Richtig. Es gibt ja auch nicht wenige Länder, die sich selbst gern als "demokratisch" bezeichnen, wo aber nur eine narrenfreie Parteiendiktatur regiert und Volkes Wille letztlich am Arsch vorbei geht. Unseres beispielsweise.

Schön, dass Du die "Grundidee" der Demokratie angesprochen hast. Zu der gehört nämlich auch, dass man die Freiheit hat zu wählen, ob man jemanden wählen möchte. Eine Wahlpflicht, in der man die Bürger zu einer Wahl zwingen muss, ist die offizielle Bankrotterklärung der demokratischen Idee.

Was Du da fordert, ob ernst gemeint oder nicht, ist eine weitere Einschränkung der Freiheitsrechte und Bevormundung des Bürgers. Und es ist mal wieder der leichte Weg, genau so wie z.B. bei der Preiserhöhung für Alkopops.

Statt dass die Politik an ihren Fehlern arbeitet, drücken wir den Leuten einfach wieder einen neuen Zwang mit Bußgeld auf. So was nennt man sich bequem aus der Verantwortung stehlen. Und das ist symptomatisch für die generelle Politik hier im Land und auch das Komplettversagen der Sozialdemokratie unter Schröder und Nachfolge. Kein Wunder also, dass die SPD niemand mehr wählen will, wenn man bei der Union dasselbe mit mehr Wirtschaftskompetenz bekommt.


Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #387184
28/09/09 09:51 PM
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 Originally Posted By: Ddraigfyre
Schön, dass Du die "Grundidee" der Demokratie angesprochen hast. Zu der gehört nämlich auch, dass man die Freiheit hat zu wählen, ob man jemanden wählen möchte. Eine Wahlpflicht, in der man die Bürger zu einer Wahl zwingen muss, ist die offizielle Bankrotterklärung der demokratischen Idee.

Es freut mich, daß ich dir wieder etwas Material gebe, an dem du dich schön in Rage reden kannst. Dennoch würde ich es begrüßen, wenn du mich auch richtig liest. Ich habe geschrieben: "Ob man dann wählt oder die Stimme ungültig macht, ist jedem selbst überlassen." D.h. es wird niemandem vorgeschrieben, irgendjemanden zu wählen - lediglich der Gang zur Wahlurne ist Pflicht. Was du dann mit deinem Stimmzettel machst, ist deine Sache. Ich vermute, daß ein nicht geringer Teil der 30% Nichtwähler dann nämlich, wenn sie schon in der Wahlkabine stehen, auch einfach mal wählen. Bzw. sich im Vorfeld eher Gedanken darüber machen, weil sie wissen, daß sie zur Wahl gehen MÜSSEN.

Und die Standaragumente im Sinne von "Demokratie heißt dies und das" kannst du uns allen ersparen. Wir sind nicht in der Antike mit einer Handvoll Menschen, wo man diese ominöse Grundidee einfach umsetzen kann. Nicht zuletzt deswegen haben wir Gesetze, die vordergründig die Freiheit des Einzelnen einschränken, aber im Grunde genommen doch das Zusammenleben erleichtern. Und die Wahlfplicht bzw. die Pflicht, zur Wahlkabine zu gehen, wäre zwar durchaus eine Einschränkung der persönlichen Freiheit, aber eine meiner Meinung nach vertretbare. Vor allem aber keine, an der die Demokratie im Staat zugrunde geht... d.h. die Überdramatisierung ist wie so vieles fehl am Platze. Der Vergleich zu Alkopops hingegen ist überhaupt nicht ernstzunehmen.


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Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: elgi] #387189
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 Originally Posted By: elgi
Ich habe geschrieben: "Ob man dann wählt oder die Stimme ungültig macht, ist jedem selbst überlassen." D.h. es wird niemandem vorgeschrieben, irgendjemanden zu wählen - lediglich der Gang zur Wahlurne ist Pflicht.

Entschuldige, aber das ist doch nun wieder mal nur Deine übliche Haarspalterei. Es geht mir doch gar nicht darum, ob die Leute irgendwo ihr Kreuzchen machen, sondern dass sie überhaupt erst dazu gezwungen werden müssen, dort hinzugehen. Da ist es völlig egal, ob sie ein kleines Kreuz irgendwo ins Kästchen machen, oder ein großes über den ganzen Wahlzettel. Vom ZWANG zum Wahlgang an sich rede ich und das weißt Du auch ganz genau.

Und wie würde es Dir gefallen, wenn diese ganzen "Zwangswähler" über diese weitere Bußgeld-Gängelung des Staates so erboßt sind, dass sie dann aus hirnlosem "Protestverhalten" alle mal fein die NPD wählen würden ? Würde Dir das gefallen ? Du kannst doch nicht so naiv sein zu glauben, dass sich jemand nur deshalb intensive Gedanken über sein Wahlverhalten macht, nur weil er zu einem Wahlgang GEZWUNGEN wird.

Und was bitte ist an dem Alkopops-Vergleich denn nicht ernst zu nehmen ? Auch hier hat die Politik einfach mal wieder dem Bürger bequem in die Tasche gegriffen, weil man zu faul und zu unfähig war, ernsthaft über sinnvolle Maßnahmen nachzudenken. Als Resultat saufen die Kids heute mehr denn je, dafür dann das härtere Zeug, weil das inzwischen fast dasselbe kostet, oder mixen sich ihre Alkopops halt selber. Bravo !

Und genau dasselbe wäre ein Bußgeld für Wahlverweigerer. Hübsch bequem und bringt Geld in die Kassen, ohne dass die inkompetente Politik bei sich die Verantwortung suchen oder darüber nachdenken muss, WORAN es eigentlich liegt, dass die Wahlbeteiligung von Jahr zu Jahr abnimmt. Deine Erklärung "Die sind alle nur zu faul" ist nämlich ein genau so bequemes Abwiegeln und Wegsehen, wie die Politik das Deiner Meinung nach tun soll.


Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #387195
29/09/09 06:23 AM
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 Originally Posted By: Ddraigfyre
Entschuldige, aber das ist doch nun wieder mal nur Deine übliche Haarspalterei. Es geht mir doch gar nicht darum, ob die Leute irgendwo ihr Kreuzchen machen, sondern dass sie überhaupt erst dazu gezwungen werden müssen, dort hinzugehen. Da ist es völlig egal, ob sie ein kleines Kreuz irgendwo ins Kästchen machen, oder ein großes über den ganzen Wahlzettel. Vom ZWANG zum Wahlgang an sich rede ich und das weißt Du auch ganz genau.

Nenn es ruhig Haarspalterei... aber wenn du dich an einem Punkt hochziehst, werde ich hoffentlich noch anmerken dürfen, daß du ihn falsch verstanden hast. Denn es macht sehr wohl einen Unterschied, ob man sagt "Ihr geht zur Wahl und macht dort, was ihr wollt" oder ob man sagt "Ihr geht zur Wahl und wählt auf jeden Fall mit".
Wie gesagt, daß dies eine Einschränkung der Freiheit darstellt, bestreite ich nicht. Und wie ebenfalls gesagt halte ich diese Einschränkung für nicht so groß, daß daran die Demokratie im Land zugrunde gehen würde.


 Quote:
Und wie würde es Dir gefallen, wenn diese ganzen "Zwangswähler" über diese weitere Bußgeld-Gängelung des Staates so erboßt sind, dass sie dann aus hirnlosem "Protestverhalten" alle mal fein die NPD wählen würden ? Würde Dir das gefallen ? Du kannst doch nicht so naiv sein zu glauben, dass sich jemand nur deshalb intensive Gedanken über sein Wahlverhalten macht, nur weil er zu einem Wahlgang GEZWUNGEN wird.

Es würde mir natürlich nicht gefallen, wenn die Leute dann alle die NPD wählen würden... und ich halte diese Vorstellung auch für unwahrscheinlich. Und was die intensiven Gedanken angeht, über die du dir Sorgen machst, und daß du mir vorwirfst, daß ich sie den gezwungenen Wählern unterstelle: Auch hier betreibe ich Haarspalterei und verweise auf meine Worte:
"Ich vermute, daß ein nicht geringer Teil der 30% Nichtwähler dann nämlich, wenn sie schon in der Wahlkabine stehen, auch einfach mal wählen. Bzw. sich im Vorfeld eher Gedanken darüber machen, weil sie wissen, daß sie zur Wahl gehen MÜSSEN."
Da ist nicht die Rede von intensiven Gedanken... sondern von der Vermutung, daß ein gewisser Teil der Leute sich zumindest "eher Gedanken" machen würden, um dann nicht vollkommen unvorbereitet bei der Wahl zu stehen. Es versteht sich von selbst, daß das hochspekulativ ist und ich dir nicht sagen, wer sich wann wie viele Gedanken machen würde und wer dann warum wen wählen würde. Mir geht es einzig darum, daß die Leute ALLE zur Wahl gehen - und wenn sie gezwungen werden müssen, dann soll es so sein. MIR ist es Recht... denn ich habe Nichtwähler nie verstanden und werde sie auch nie verstehen. Im Gegensatz zu dir, denn du kennst ja alle Gründe, warum ein Mensch nicht wählen geht, und hast sogar Verständnis dafür.


 Quote:
Deine Erklärung "Die sind alle nur zu faul" ist nämlich ein genau so bequemes Abwiegeln und Wegsehen, wie die Politik das Deiner Meinung nach tun soll.

Auch hier legst du mir selbstverständlich etwas in den Mund, was ich nicht gesagt habe: "Die sind alle nur zu faul".
Wenn du diskutieren willst, dann bleib bitte sachlich und halte dich an das Gesagte. Wenn du infantilen und verbalen Schlagabtausch willst, wo wir uns gegenseitig Sachen vorwerfen, die so gar nicht gesagt wurden, dann laß es mich wissen, damit wir uns beide den Streß und die Mühe sparen können.


Nigel Powers: "There are only two things I can't stand in this world. People who are intolerant of other people's cultures... and the Dutch!"
Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: elgi] #387196
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Meiner eigenen Meinung nach, wäre eine Einführung einer Wahlgangpflicht ziemlicher Unsinn. Wenn wirklich etwas effektiv gegen die Nichtwähler unternommen werden soll, dann doch richtig und vernünftig. Dafür gibt es nur zwei wichtige Punkte:
1. Besser Aufklärung und Bearbeitung der Thematik in Schulen. Und damit meine ich nicht trocken irgendwelche Politiker kennen lernen oder sowas. Sonder sich wirklich mit der Demokratie richtig ausnandersetzen. Dazu gehört auch mal zu sagen, dass die Regierung Müll gebaut hat.

2. Die Lügerei in der Politik muss aufhören. Das mag utopisch sein, aber ist meiner Meinung nach ebenfalls mehr als wichtig. Solange die Politiker einem frech ins Gesicht Lügen und dabei auch noch grinsen ist es recht schwer so jemanden zu Wählen. Für mich ist es zumindest so. Eigentlich möchte ich Leute in der Politik haben denen ich Vertrauen kann. Aber Lügen schaffen keine wirkliche Vertrauensbasis.

Das ist aber nur meine bescheidenen Meinung zu dem Thema.


Rollenspiel hört nicht beim technisch möglichen auf, es hört auf wo deine Fantasie endet.

Lasst uns den hilflosen Drachen vor der bösen Prinzessin retten!
... Das klingt irgendwie falsch...
Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: harganaxki] #387204
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...und als sicherlich nicht schlimmstmöglichen


falsch:

wir müssen von nun an westerwelle in regierungsverantwortung ertragen


Ach komm, Westerwelle ist doch längst nicht mehr so schlimm wie vor zehn Jahren oder so. Es tun zwar alle immer so, aber auch der Mann ist erwachsen geworden. Als Außenminister finde ich ihn zwar trotzdem fehlbesetzt (wobei es schon lustig zu sehen sein wird, wie er in Ländern empfangen wird, in denen Homosexualität per se unter Strafe steht ) und hätte wesentlich lieber den kaltgestellten Gerhardt, aber die allgemeine "Dämonisierung" finde ich ziemlich lächerlich. Ebenso übrigens wie den "Wendehals"-Vorwurf. Klar, vor nicht allzu langer Zeit stimmte der noch, aber in den letzten Jahren hat sich die FDP vor allem dadurch ausgezeichnet, daß sie so ziemlich als einzige im Bundestag vertretene Partei zu ihren Koalitionsaussagen stand und deshalb sogar in etlichen Bundesländern auf eine mögliche Regierungsbeteiligung verzichtete. Ich möchte in diesem Zusammenhang daran erinnern, daß selbst die Grünen mittlerweile mit der Union koaliert haben ... ;\)

P.S.: Das schlimmstmögliche Ergebnis wäre für mich übrigens eine Fortsetzung der Großen Stillstands-Koalition gewesen. Und natürlich auch Rot-Rot-Grün, aber das war ja sowieso extrem unwahrscheinlich.
P.P.S.: Ach, und Alrik: Angesichts der desaströsen Lage des deutschen Staatshaushalts würde es bei JEDER neuen Regierung schmerzhafte Einschnitte geben müssen. Gut, bei den Linken vielleicht nicht, aber dafür hätten wir bei denen innerhalb weniger Jahre 10 Millionen Arbeitslose.
Im Grunde genommen sind Schwarz-Gelb (mittelfristig) ja eigentlich eh´ arme Schweine, weil sie für den unausweichlichen Sparkurs die Zeche werden bezahlen müssen. Die SPD kann sich daran reiben und wird wieder an Profil gewinnen und in vier Jahren wird Schwarz-Gelb GARANTIERT abgewählt. Völlig unabhängig davon, ob sie gut oder schlecht regiert haben. Wetten, daß?

Last edited by Ralf; 29/09/09 09:41 AM.
Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Trasza] #387227
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 Originally Posted By: Trasza
Meiner eigenen Meinung nach, wäre eine Einführung einer Wahlgangpflicht ziemlicher Unsinn.

Und meiner Meinung nach ist es ziemlicher Unsinn zu verlangen, daß Politiker aufhören zu lügen. Wenn wir schon dabei sind, hier mit derlei Nettigkeiten um uns zu werfen.


Nigel Powers: "There are only two things I can't stand in this world. People who are intolerant of other people's cultures... and the Dutch!"
Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: elgi] #387229
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Nicht persönlich nehmen, Elgi. Aber jemanden zu etwas zwingen zu wollen hat sich noch nie als wirklich gute Lösung herausgestellt.

Im Gegensatz dazu wäre eine lügenfreie Politik zu begrüßen. Auch wenn es momentan aussieht, als würde die Wahrheit unter Politikern keine sonderliche Priorität zu genießen.


Rollenspiel hört nicht beim technisch möglichen auf, es hört auf wo deine Fantasie endet.

Lasst uns den hilflosen Drachen vor der bösen Prinzessin retten!
... Das klingt irgendwie falsch...
Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Trasza] #387231
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Eben. Wir zwingen niemanden zu etwas. Ich gründe jetzt nur mal schnell eine "Nichtwähler"-Partei, und alle, die nicht wählen, wählen automatisch mich. Was meinst Du wie schnell die das Wählen anfangen \:D

Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Anthea] #387251
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 Originally Posted By: Trasza
Im Gegensatz dazu wäre eine lügenfreie Politik zu begrüßen. Auch wenn es momentan aussieht, als würde die Wahrheit unter Politikern keine sonderliche Priorität zu genießen.


Irgendwie glaub ich aber nicht, das die Wahrheit bei den Wählern sehr populär wäre obwohl so eine Partei hätte einen Sympatiebonus bei mir. \:-D

Aber ich geb zu, ich gehöre auch, trotz Wahlgang, zu den von Draig sehr treffend beschriebenen Wahlmüden, habe irgendwie schon lange das Gefühl zwischen Pest und Cholera entscheiden zu müssen und mein gemachtes Kreuzchen bei Typhus macht mich auch nicht wirklich glücklich.

Gut, ich verstehe nicht sonderlich viel von Politik, Volkswirtschaft und Co, sollte wohl deswegeh hier auch lieber den Mund halten (was ich ja sowieso nicht kann :-p) , aber vom Gefühl her bleibt: Etwas mal grundlegend ändern um einen Karren aus dem Dreck zu ziehen, da traut sich doch keiner ran und selbst wenn, wäre es überhaupt durchsetzbar oder würde sowieso abgeschmettert von den ganzen Instanzen die durchlaufen werden müssen? Außerdem, wer beißt schon die Hand, die einen Füttert, da klaut man doch lieber den kleineren Hunden die Knochen.

Würden wir überhaupt so jemanden wählen, der unbequeme Wege geht? Wohl eher nicht. Da glauben wir doch lieber, Arbeitsplätze wachsen auf den Bäumen, der Goldesel sponsert eine bessere Bildung und vom Wunschbrunnen bekommen wir alle lebenslange Gesundheit und gute Zähne. Und solange der Stom noch aus der Steckdose kommt und die Playstation funktioniert, ist die Welt doch in Ordnung. Gute Nacht allerseits. Träumen macht viel mehr Spaß als Politik, da hat Ddraig schon Recht.

Last edited by Namara; 29/09/09 04:30 PM.
Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: elgi] #387350
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 Originally Posted By: elgi
 Quote:
Deine Erklärung "Die sind alle nur zu faul" ist nämlich ein genau so bequemes Abwiegeln und Wegsehen, wie die Politik das Deiner Meinung nach tun soll.

Auch hier legst du mir selbstverständlich etwas in den Mund, was ich nicht gesagt habe: "Die sind alle nur zu faul".
Wenn du diskutieren willst, dann bleib bitte sachlich und halte dich an das Gesagte. Wenn du infantilen und verbalen Schlagabtausch willst, wo wir uns gegenseitig Sachen vorwerfen, die so gar nicht gesagt wurden, dann laß es mich wissen, damit wir uns beide den Streß und die Mühe sparen können.

Biddeschööööön:

 Originally Posted By: elgi
... die nicht wegen den Gründen, die du wieder mal nennst, nicht zur Wahl gehen, sondern weil sie ganz einfach überhaupt keine Lust haben...

Und jetzt darfst Du Dir wieder ein paar haarspaltende Argumente einfallen lassen, warum "zu faul sein" und "keine Lust haben" natürlich zwei VÖLLIG verschiedene Dinge sind und ich Dir deshalb SELBSTVERSTÄNDLICH wieder böse Dinge unterstelle, die Du ja so NIE gesagt hast. An Dir ist echt ein Spitzenpolitiker verloren gegangen, hast Du das in der SPD gelernt?

Nein Elgi, sorry. Aber mit Deiner Forderung nach einer Wahlpflicht gehörst Du für mich auch zu jenen, die den von Dir genannten Grundgedanken der Demokratie offenbar nicht verstanden haben und einfach wieder nur den Staat die Hand aufhalten lassen wollen.

Ich bin bisher fast immer wählen gegangen und in den letzten 3 Wahlen (diese eingeschlossen) habe ich sogar mein Kreuzchen gemacht, statt den Stimmzettel ungültig zu machen. Aber wenn tatsächlich ein Wahlzwang kommen sollte, werde ich absichtlich und bewußt zu Hause bleiben und das Bußgeld bezahlen, statt wählen zu gehen. Und ich werde mich nach einer Verfassungsklage erkundigen. Denn zwingen lasse ich mich dazu ganz sicher erst recht nicht.

Und mit ZWANG kann man tatsächlich wenig erreichen - am häufigsten erreicht man damit noch das Gegenteil. Und vielleicht geht das dann ja nicht nur mir so ...


Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Anthea] #389454
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 Originally Posted By: Anthea
Eben. Wir zwingen niemanden zu etwas. Ich gründe jetzt nur mal schnell eine "Nichtwähler"-Partei, und alle, die nicht wählen, wählen automatisch mich. Was meinst Du wie schnell die das Wählen anfangen \:D


Wenn dein Programm stimmt, dann gäbe es einen echten Grund nicht wählen zu gehen. Meine Stimme hättest du dann. ;\) Bis es aber soweit ist gehe ich wählen... und schenke meine Stimme einer Partei die im Bundestag so abgestimmt hat wie ich es mir vorstelle oder ggf. einer kleinen Partei die eigentlich keine Chance hat und die erst noch beweisen muss ob sie sich an ihre Wahlversprechen halten wird...

Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Tutamun] #390076
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Nachdem es ja seit heute endgültig perfekt ist, muß ich sagen: Vom neuen Kabinett hatte ich mehr erwartet.

Die Zensursula bleibt uns also leider erhalten (bleibt nur hoffen, daß die FDP sie etwas bremsen kann ...), Westerwelle ist also tatsächlich Außenminister (in einem anderen Ministeramt hätte ich nichts gegen ihn gehabt) und ob Guttenberg und Jung auf ihren neuen Ministerposten überzeugen können, wird sich auch erst herausstellen müssen. Ebenso bin ich bei Brüderle skeptisch.

Gespannt bin ich dafür, wie sich der junge FDPler Rösler als Gesundheitsminister machen wird.
Gut ist, daß Schäuble nicht mehr Innenminister ist. Als Finanzminister sollte er mehr taugen (hoffentlich).

Aber insgesamt muß ich für mich als Ergebnis der Koalitionsverhandlungen und der Postenverteilung konstatieren: Mein vorsichtiger Optimismus nach dem Wahlabend ist jetzt doch eher geschwunden. Zwar ist er nicht gleich in Pessimismus umgeschlagen, aber zumindest in eine weitgehende Neutralität. Mal sehen, was wird ...

Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ralf] #393779
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Dank Herrn Jung sind wir die Zensursula als Familienministerin ja doch noch losgeworden. Bleibt aber natürlich fraglich, ob ihre Nachfolgerin viel besser wird. Zu dumm, daß nicht von Anfang an ein FDPler dieses Ministeramt übernommen hat ...

Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #396831
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Dann zitiere ich mich mal selbst, ist ja auch mal ganz lustig:

 Originally Posted By: Ddraigfyre

Für mich ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass diese "Demokratie" so einfach nicht mehr angenommen wird, weil die politischen Unterschiede in den Volksparteien ziemlich nivelliert rüberkommen und niemandem mehr zugetraut wird, das Wohl des Volkes bzw. der Nation wirklich vertreten und etwas verbessern zu können.

Und die Leute merken ganz einfach auch, dass vor den Wahlen immer öfter und immer dreister gelogen wird und Versprechen gegeben werden, von denen inzwischen jedem klar ist, dass sie nicht gehalten werden können, sondern eher das Gegenteil wahrscheinlich ist. Das Vertrauen in die Politik ist gleich Null.

--------------------------------------------------------------

Deutsche verlieren Vertrauen in ihre Eliten

Nach dem Krisenjahr 2009 haben die Deutschen weniger Vertrauen in die Politik und Wirtschaft als je zuvor seit dem Zweiten Weltkrieg.

Rund 70 Prozent der Befragten einer Studie für die Bertelsmann Stiftung zählen weder auf die Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft noch auf die sozialen Sicherungssysteme , wie die Stiftung mitteilte. Rund die Hälfte der Bürger stellt sogar die repräsentative Demokratie in Frage. Der Vertrauensverlust setzt der Studie zufolge bereits früh ein: Während die Entscheidungsträger der 60er und 70er Jahre noch als kompetent und glaubwürdig gelten, werden die 90er Jahre wegen der Globalisierung bereits mit "sozialer Ungerechtigkeit", der "Förderung von Leistungseliten" und einer "vom Bürger entkoppelten Interessensvertretung" in Verbindung gebracht.

Mit der Gegenwart verbinden die Bürger "den profitgierigen Raubbau an Mensch und Umwelt und die Förderung von ungezügeltem Egoismus". Politikern werden "Machtgier" und "leere Versprechungen" vorgeworfen und Managern "Lobbyismus, Gier und Abkoppelung von der Wirklichkeit". "Selbst die soziale Marktwirtschaft wird längst nicht mehr so positiv gesehen wie früher", sagte der für die Studie mitverantwortliche Meinungsforscher, Peter Kruse, der "Bild am Sonntag".

Der Pessimismus reicht bei 20 Prozent der Befragten so tief, dass sie einen "Systemwechsel" in Bezug auf Marktwirtschaft und Demokratie fordern. 25 Prozent erklärten, dass sie ihr Vertrauen in das "System" grundsätzlich verloren hätten. Sie glauben nicht, dass es überhaupt eine Lösung für ihr Vertrauensproblem gibt. 24 Prozent sind mit dem bestehenden System grundsätzlich einverstanden, fordern aber einen tief greifenden Zielwechsel und eine Neudefinition in zahlreichen Bereichen.

Allerdings zeigt sich auch Hoffnung: "Hinter dem ganzen Frust wächst eine extreme Bereitschaft, sich zu beteiligen, aber nicht mehr auf den klassischen Wegen in den Parteien" , folgerte Kruse. Die Menschen suchten nach neuen Formen des Mitmachens. "Partizipation ist das große Thema der nächsten Jahre", sagte er voraus. Eine neue Bewegung formiere sich: "Die wird noch stärker als die Ökologiebewegung der 80er Jahre." Selbst die Politik zur Bewältigung der Finanzkrise findet bei den Bürgern kaum Zustimmung. Weder das Bankenrettungspaket noch die Abwrackprämie seien geeignete Mittel gewesen, um die Krise zu bewältigen, heißt es in der Studie. Auch das Steuersenkungspaket sei für die meisten keine vertrauensbildende Maßnahme.

© AFP


--------------------------------------------------------------

Und damit empfehle ich mich den Herren Ralf, Elgi & Co.


Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #396892
28/12/09 09:21 AM
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Bei uns vertrauen die Leute wenigstens noch in die Politiker vom rechten Spektrum. Sie glauben, alles wird besser, wenn wir Minarette verbieten und Ausländer besonders hart anpacken...

Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: fenwulf] #396905
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"Den Politikern" und "den Managern" etwas vorzuwerfen, halte ich für undifferenziert und verfehlt. Auch in der Zeit nach dem Krieg bis zu den 70ern gab es immer wieder Politiker, die inkompetent oder korrupt waren oder gezielt Eigen- bzw. Lobbyinteressen vertraten, die Öffentlichkeit belogen und/oder von Machtgier getrieben wurden. Genauso gab und gibt es aber auch integre Politiker (und Manager), die für das einstehen, was sie sagen, und die keine Bestechungsgelder annehmen. Wenn man pauschale Vorwürfe gegen "die Politiker" und "die Manager" erhebt, tut man einem Teil von ihnen Unrecht, was dazu führen kann, dass dieser Teil sich zurückzieht und den zu Recht Beschuldigten das Feld überlässt.

Es ist schon möglich, dass es heute mehr machtgierige, egoistische, inkompetente oder verlogene Politiker gibt als in den vergangenen Jahrzehnten, auch wenn ich das nicht für erwiesen halte. Trotzdem sollte man nicht alle Politiker über einen Kamm scheren.

Meiner Meinung nach war es früher einfacher, eine Partei zu finden (und zu wählen), die die eigenen Interessen vertrat, weil es ausgeprägte Rechts-Links-Gegensätze gab, welche die Orientierung erleichterten. Diese Gegensätze sind heute weniger stark ausgeprägt, deswegen wählen vielleicht auch mehr Leute eine Partei, die gar nicht ihre Interessen vertritt, und sind dann enttäuscht. Aber wer wählt, sollte sich eben auch umfassend über das informieren, was er wählt.

Die Einführung der Abgeltungsteuer (zu Beginn dieses Jahres) ist zum Beispiel eine Maßnahme, die reichen Großverdienern hilft und Kleinaktionären schadet (siehe diese Rechnung). Wer nicht möchte, dass die soziale Schere durch so etwas immer weiter auseinander klafft, hätte bei der letzten Bundestagswahl einfach andere als die an der Einführung beteiligten Parteien wählen können. Anscheinend ist die soziale Schere aber nicht genug Leuten wichtig oder es gab einfach zu viele Leute, die sich nicht gut genug informiert hatten.

Sich vor einer Wahl gut zu informieren, fällt allerdings in die Verantwortung jedes Einzelnen. Dass potenziell unpopuläre Maßnahmen von den beteiligten Parteien nicht groß hervorgehoben werden, war schon immer so.

Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Lurker] #396908
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Die Abgeltungssteuer interessiert in Deutschland deshalb fast niemanden, weil es dank jahrelanger Anti-Aktien-Propaganda von Politik und Medien in kaum einem anderen Industriestaat so wenig Kleinaktionäre gibt wie in Deutschland. Diejenigen, die es gibt (inklusive meiner Wenigkeit), haben versucht, sich zu wehren (u.a. mit den obligatorischen, aber fast immer nutzlosen Unterschriftenlisten), hatten aber natürlich keine Chance. Ich kann mich sogar noch "gut" an die arrogante Antwort jener Politikerin (vor Medien!) erinnern, die eine entsprechende Unterschriftenliste entgegennehmen mußte (Tenor: "Wir können nunmal nicht auf alle Sonderwünsche eingehen" - klar, es sei denn, sie kommen von Lobbyisten oder anderen großen Wahlkampfspendern ...).
Übrigens wäre die Abgeltungssteuer ja sogar noch viel härter ausgefallen - wenn nicht ausgerechnet Roland Koch das mit seiner Veto-Drohung verhindert hätte ...

Aber das nur am Rande. Das eigentliche Problem ist für mich wirklich, daß es seit jeher keine einzige Partei gibt, die nicht irgendetwas befürwortet, was ich strikt ablehne (oder umgekehrt). Vor allem begreife ich einfach nicht, warum es keiner deutschen Partei möglich zu sein scheint, Wirtschaftskompetenz mit Umweltkompetenz zu verbinden. Und so bleibt es halt dabei: Man wählt nicht aus Überzeugung, sondern das vermeintlich geringste Übel. Und DAS führt wohl fast zwangsläufig auf Dauer zu Politikverdruß.

Oettinger is talking english [Re: Ralf] #404331
27/01/10 01:07 PM
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Für alle die dachten, es könne nicht mehr schlimmer kommen:

Oettinger on YouTube

Supi, Herr Oettinger. Erst große Töne spucken und sich dann bis auf die Knochen blamieren. Hatten Sie nicht neulich noch getönt, dass sie ausgezeichnet Englisch sprechen? Ach ja, was lügt man sich als Politiker nicht alles zusammen, um ein lukratives Pöstchen zu bekommen ...


Re: Oettinger is talking english [Re: Ddraigfyre] #404333
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Holy crap...
it sounds like a car wreck ;\)


Rollenspiel hört nicht beim technisch möglichen auf, es hört auf wo deine Fantasie endet.

Lasst uns den hilflosen Drachen vor der bösen Prinzessin retten!
... Das klingt irgendwie falsch...
Re: Oettinger is talking english [Re: Trasza] #404685
30/01/10 02:29 PM
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Nach Hohn und Spott will Oettinger nun Englischkurs machen

Nach dem Wirbel um seine mäßigen Englisch-Kenntnisse will der designierte deutsche EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) nun einen Sprachkurs belegen.

"Sobald ich meine Aufgaben als Ministerpräsident im Land ordentlich erledigt und übergeben habe, werde ich in Brüssel einen Sprachkurs machen", sagte der scheidende Ministerpräsident Baden-Württembergs der Onlineseite Bild.de.

Im Internetportal YouTube wurde Oettingers Rede bei einer Berliner Konferenz im Dezember bislang mehr als eine Million Mal aufgerufen. In mehreren im Internet kursierenden Video-Versionen wurde Oettingers Vortrag mit Untertiteln unterlegt, um die Rede trotz seiner von einem starken Akzent geprägten Aussprache verständlich zu machen. /DDP/AFP


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Tja, hoffentlich bleibt es nicht beim "wollen". \:-D


Re: Oettinger is talking english [Re: Ddraigfyre] #406304
15/02/10 12:50 PM
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Guido Westerwelle - Little Miss Sunshine \:-D

VIDEO AUF YOUTUBE


Noch schöner: Schwarz-Gelbe Wirklichkeit

VIDEO AUF YOUTUBE


Schwere Verluste im Stellungskrieg dauern an [Re: Ddraigfyre] #407123
24/02/10 12:18 PM
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Die Deutsche Wochenschau berichtet:

Nachdem unsere Little Miss Sunshine ja alles nur Erdenkliche getan hat, um von der "Mövenpickpartei" abzulenken und gleichzeitig die Lohnsklaverei in Deutschland wieder einzuführen (während sie selbst bei liechtensteiner Schmiergeldbanken dick bezahlte Vorträge hält), kann die Operation "Unter den Teppich fegen" bisher nur als Teilerfolg gewertet werden.

Zwar ist es LMS erfolgreich gelungen, den Mövenpick-Skandal in einem blitzkriegartigen Tempo komplett in Vergessenheit geraten zu lassen, das Konzept "Erst die Juden, dann die Türken, jetzt die HartzIV-Empfänger" scheint jedoch noch nicht so recht aufgehen zu wollen, denn die FDP bleibt in einem Umfragetief von 8% der Wählergunst.

LMS hat durch ihr heroisches Opfer, sich selbst bei dem akribisch geplanten Ablenkungsmanöver zum dümmsten Arschloch der Nation zu machen, sogar erhebliche Verluste auf ganzer Front hinnehmen müssen:

----------------------------------------------------------------

[...] Die Schwäche der FDP spiegelt sich auch darin wider, dass Westerwelle in der Bevölkerung als Chef des Auswärtigen Amtes nicht ankommt. Die Frage, ob sie meinten, dass Westerwelle für das Amt des Außenministers geeignet sei, verneinten 60 Prozent der Bürger. Nur 25 Prozent bejahten die Frage. Für ungeeignet halten ihn mit Mehrheit die Anhänger aller Parteien. Auch 56 Prozent der Wähler, die bei der Wahl vor fünf Monaten der FDP ihre Stimme gaben, sehen das so. /dpa

----------------------------------------------------------------

Solche Umfragen sind doch immer wieder überraschend aufschlussreich.

Verrät uns diese aktuelle Umfrage doch nicht nur, dass offensichtlich jeder vierte Deutsche so dumm ist wie eine Scheibe Toast - nein sie belegt sogar, dass es tatsächlich noch Menschen gibt, die offen zugeben diese Partei vor 5 Monaten gewählt zu haben.

Mutig, mutig. Genau diese tapferen Kameraden sollten wir zur Verteidigung unseres Vaterlandes nach Afghanistan schicken. Vielleicht werden dort dann ja auch mal ein paar Terroristen gefangen, statt nur die Zivilbevölkerung zu dezimieren.


Re: Schwere Verluste im Stellungskrieg dauern an [Re: Ddraigfyre] #407127
24/02/10 12:38 PM
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Oh, übrigens: EINEN gibt es natürlich, der keine Schweinerei vergisst - allen Ablenkungsmanövern zum Trotz ...

VIDEO AUF YOUTUBE




Re: Schwere Verluste im Stellungskrieg dauern an [Re: Ddraigfyre] #407137
24/02/10 06:17 PM
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... aber Volker Pispers macht das natürlich mal wieder wesentlich eleganter, weniger mit der "Holzhammermethode des gespielten gerechten Zorns", eher hintersinniger und süffisanter:

Volker Pispers: "Sch..., ich habe ja gar kein Hotel!" ("Neues aus der Anstalt", 22.Februar 2010)

Bestes Zitat:
  • "... Dabei hat die FDP doch alles richtig gemacht. Elf Jahre lang haben die sich auf die Regierungsübernahme vorbereitet. Sie haben sich auf das eine Thema konzentriert, das alle Deutschen bewegt: Steuersenkungen!
    Da ist der Deutsche ja von besessen, von Steuersenkungen!
    Wir sind ja über das `mehr Netto vom Brutto´ längst hinaus - die meisten wollen ja jetzt `mehr Netto als Brutto´.
    Diesmal haben die Deutschen ernst gemacht: 15% haben bei der Bundestagswahl die Steuersenkungspartei FDP gewählt..."





Ragon, der 100%ige Magier (Netto!)
\:D

Re: Schwere Verluste im Stellungskrieg dauern an [Re: Ragon_der_Magier] #407148
24/02/10 08:59 PM
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Ja,ja...

Aber es muss ja nicht immer Kaviar sein. Manchmal hat man einfach Lust auf Currywurst mit Pommes. Und dann liebe ich "Gernot Hassknecht" und seine cholerischen Anfälle einfach. Schon allein in Kombination mit seinem optischen Erscheinungsbild.

\:-D


Demokratie ist toll [Re: Ddraigfyre] #413766
06/06/10 09:26 AM
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Das Übliche:

Berlin (dpa) - Überschattet von Streitereien über den künftigen Sparkurs kommt die Bundesregierung heute im Kanzleramt zu einer zweitägigen Klausur zusammen. Bei dem Treffen in Berlin sollen die Weichen für eine Konsolidierung des hoch verschuldeten Staatshaushalts gestellt werden.

Um die gesetzlich festgelegte Schuldenbremse einzuhalten, sind für die kommenden Jahre Einsparungen von jeweils zehn Milliarden Euro nötig. Die Opposition wirft der Regierung angesichts möglicher Einsparungen im Sozialbereich Wahlbetrug vor.

Über den Spar-Weg zeichnet sich massiver Streit ab. Anders als die Union lehnt die FDP Steuererhöhungen zur Einnahmeverbesserung strikt ab. Zunächst sollen aber Einsparungen Priorität haben. Dies dürfte vor allem den Etat des Arbeitsministeriums betreffen: Ins Auge gefasst sind dort Ausgabenkürzungen bei Hartz IV und bei "wenig effizienten" Fördermaßnahmen für Arbeitslose.

Möglich ist auch eine Reduzierung der Ausnahmen, für die der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent gilt. Durch diese Begünstigung bestimmter Produkte entgingen dem Staat 20 Milliarden Euro an Einnahmen, sagte der baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) in der "Bild am Sonntag". "Da können wir relativ einfach einige Milliarden zusätzlicher Einnahmen generieren."

Die Ergebnisse der Kabinettsklausur sollen am Montag in Berlin bekannt gegeben werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) deutete am Samstag an, den Schwerpunkt aufs Sparen legen zu wollen und den Rotstift vor allem beim größten Brocken im Bundeshaushalt, den Sozialausgaben, anzusetzen.

Die FDP pocht weiter auf steuerliche Entlastungen "noch in dieser Legislaturperiode" und fordert, das Elterngeld für Hartz-IV- Empfänger zu streichen. Auch solle die verlängerte Bezugsdauer für Ältere beim Arbeitslosengeld I wieder rückgängig gemacht werden.

...

Der Vorsitzende der Linken, Klaus Ernst, forderte von Merkel eine Regierungserklärung, in der sie angesichts drohender Sozialkürzungen eingestehen müsse, dass "sie die Wähler betrogen" habe. "Vor den Bundestagswahl hat Merkel mehrfach geleugnet, dass Schwarz-Gelb Sozialabbau plant. Dabei lagen die Giftlisten schon kurz nach der Bundestagswahl fertig auf den Tischen der Unterhändler des Koalitionsvertrags", sagte der Linke-Vorsitzende.



Passend dazu:

Bund der Steuerzahler: Kräftige Gehaltssteigerungen für Beamte

Die Bundesregierung plant nach einer Zusammenstellung des Bundes der Steuerzahler trotz der Finanzkrise für Beamte Einkommenssteigerungen in Höhe von fast fünf Prozent.

Der Bundestag werde am Donnerstag über einen Gesetzentwurf zur Erhöhung der Bezüge für Beamte und Pensionäre um 2,1 Prozent bis Mitte 2011 beraten, sagte der Geschäftsführer des Steuerzahler-Bundes, Reiner Holznagel, der "Bild am Sonntag". Zudem verdoppelten sich die Sonderzahlungen. Insgesamt mache dies für die mehr als 300.000 Bundesbeamten, Richter und Zeitsoldaten in anderthalb Jahren eine "unverantwortliche Gehaltssteigerung" von 4,6 Prozent aus. Den Steuerzahler werde dies bis Ende 2012 rund eine Milliarde Euro kosten.

Angesichts der sonstigen Haushaltsprobleme forderte Holznagel: "Der Bundestag muss das sofort stoppen." Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihre Minister profitieren laut Steuerzahler-Bund von der Gehaltssteigerung bei den Beamten, da ihre Gehälter an die Beamtenbezahlung gekoppelt seien. So steige das Monatsgehalt der Kanzlerin um 334 auf 16.160 Euro, das ihrer Ministerkollegen um 271 Euro auf rund 13.130 Euro.



Re: Demokratie ist toll [Re: Ddraigfyre] #413768
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Re: Demokratie ist toll [Re: elgi] #413770
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Da ich ja Ddraiggy nicht lesen kann (und will), beziehe ich mich nur auf Elgi:

1. Selbst der überzeugteste schwarze oder gelbe Wähler wird wohl kaum gewollt oder auch nur erahnt haben, daß diese Koalition sich untereinander stärker zankt als mit der Opposition (was übrigens primär die Schuld der mittlerweile schon seit Jahren vollkommen wirren CSU ist - wer hätte gedacht, daß man sich als halbwegs neutraler Beobachter allen Ernstes mal nach Stoiber zurücksehen würde ... - und nicht die der FDP, wie es die Opposition uns gerne weißmachen würde - weil sie natürlich weiß, daß es viel leichter ist, die FDP kleinzukriegen als die CSU) und deshalb kaum etwas vernünftiges zustandebringt.

2. Ich würde zwar Gauck bevorzugen (auch wenn er nicht mehr der Jüngste ist), bin aber sicher, daß auch Wulff ein (relativ) guter Bundespräsident werden wird. Jedenfalls ein besserer Präsident als Ministerpräsident (er war ja in der letzten Zeit schon fast so populistisch geworden wie ein Wowereit in Berlin oder ein Rüttgers in NRW). Und vor allem wird er - meiner Meinung nach - ein wesentlich besserer Bundespräsident als die anderen Favoriten, die diese Woche genannt wurden, allen voran von der Leyen oder Rüttgers ...

3. Nur mal so nebenbei: Auch wenn die Regierung es ihnen natürlich sehr leicht macht: Auch das Verhalten der Opposition finde ich im großen und ganzen ziemlich peinlich. Gut, bei den Linken ist man das nicht anders gewohnt, die sind immerhin konsequent. Und bei den Grünen wechseln sich wenigstens Hochs und Tiefs noch ab. Aber was die SPD veranstaltet, ist meines Erachtens nicht anders als das, was sie während der Schröder-Regierung immer (und zurecht) der damaligen schwarz-gelben Opposition vorgeworfen hat: Eine strikte, fundamentale Verweigerungshaltung weitgehend ohne Rücksicht auf tatsächliche Inhalte. Vor allem auf Gabriel und (wenig überraschend) Nahles trifft das zu, während sich wenigstens Steinmeier meistens noch recht vernünftig verhält. Trotzdem: Was ist nur aus dieser Partei geworden (die ich seit meinem 18. Geburtstag vermutlich immer noch am häufigsten gewählt habe)?

4. Womit wir wieder mal beim Fazit wären: Man kann heutzutage in Deutschland eigentlich niemanden mehr guten Gewissens wählen. Vielleicht läuft es ja doch irgendwann so:
"Spaßpartei gewinnt dank eines Eisbären in Island"

Re: Demokratie ist toll [Re: Ddraigfyre] #413773
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 Originally Posted By: Ddraigfyre
Der Bundestag werde am Donnerstag über einen Gesetzentwurf zur Erhöhung der Bezüge für Beamte und Pensionäre um 2,1 Prozent bis Mitte 2011 beraten, sagte der Geschäftsführer des Steuerzahler-Bundes, Reiner Holznagel, der "Bild am Sonntag". Zudem verdoppelten sich die Sonderzahlungen. Insgesamt mache dies für die mehr als 300.000 Bundesbeamten, Richter und Zeitsoldaten in anderthalb Jahren eine "unverantwortliche Gehaltssteigerung" von 4,6 Prozent aus. Den Steuerzahler werde dies bis Ende 2012 rund eine Milliarde Euro kosten.


Exakt genauso wie in Griechenland. Der Staat als Fette Beute für die Parteien.


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Re: Demokratie ist toll [Re: AlrikFassbauer] #413774
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Aus Ralles Link:

> "Das kann der Anfang vom Ende unseres bisherigen Parteiensystems sein", meinte die Regierungschefin. <

Ja - und das wäre gut so. Vielleicht zeigt sich im Testgelände Island ja demnächst ein Weg zur wahren Volksherrschaft auf, der die verlogene Parteiendiktatur ablösen könnte.


Re: Demokratie ist toll [Re: Ralf] #413776
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 Originally Posted By: Ralf
1. Selbst der überzeugteste schwarze oder gelbe Wähler wird wohl kaum gewollt oder auch nur erahnt haben, daß diese Koalition sich untereinander stärker zankt als mit der Opposition (was übrigens primär die Schuld der mittlerweile schon seit Jahren vollkommen wirren CSU ist - wer hätte gedacht, daß man sich als halbwegs neutraler Beobachter allen Ernstes mal nach Stoiber zurücksehen würde ... - und nicht die der FDP, wie es die Opposition uns gerne weißmachen würde - weil sie natürlich weiß, daß es viel leichter ist, die FDP kleinzukriegen als die CSU) und deshalb kaum etwas vernünftiges zustandebringt.

Deine wachsenede Sympathie für die FDP in allen Ehren, aber zu verkennen, welche Rolle diese sog. Partei in der chaotischen Regierungszeit spielt, ist dann doch etwas erstaunlich, wie ich finde.

Und ganz ehrlich: Wenn ich die FDP an die Macht wähle (zusammen mit der Union), dann muß ich mich nicht darüber wundern, daß eben eher bei den sozial schwachen die Schere angesetzt wird als bei den Wohlhabenderen. Das ist nun bewußt vereinfacht dargestellt, um die Lage in einem Satz zusammenzufassen. Es ist und war nicht alles gut, was die SPD gemacht hat, aber ich bin immer noch der Überzeugung, daß es grundlegende Unterschiede bei der Beurteilung der "sozialen Gerechtigkeit" zw. Rot bzw. Rot-Grün und Geld bzw. Schwarz-Gelb gibt. Daher: Es war abzusehen, es ist verdient.

Was Wulff angeht: Es werden noch spannende 3,5 Wochen bis zur Wahl - schon jetzt läuft die mediale Meinungsmache ja auf Hochtouren, und sie ist eindeutig (und zurecht) pro Gauck. Angesichts der Tatsache, daß bei der Vollversammlung nicht nur Politiker, sondern auch normale Menschen wählen, ist die Sache also noch nicht durch für Wulff. Ich halte Wulff, wenig überraschenderweise, für einen schlechten Kandidaten. Schlechter als Köhler kann er nicht sein, so viel ist sicher, aber das macht ja noch lange keinen guten Bundespräsidenten. Gauck hingegen würde ich zutrauen, den Politikern oft genug auf die Nerven zu gehen mit seinen Einwürfen und Vorstellungen. Und das wäre dem "Politariat" (hübsches Wort, wie ich finde) sehr zu wünschen.


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Re: Demokratie ist toll [Re: elgi] #413778
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Deutschland hat schwarz-gelb gewählt - das Volk verdient diese Regierung und das Volk verdient auch Wulff als Präsident.


Ich bin dafür, diesen Spruch wegen Blödsinns zu verbannen.

Re: Demokratie ist toll [Re: Rei] #413779
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Freut mich, daß du dich dafür so begeistern kannst. Vielleicht könntest du auch etwas weiter ausführen - man kann den Satz ja durchaus kritisieren (z.B. daß natürlich nicht die Mehrheit aller Deutschen schwarz-gelb gewählt hat), aber so blöd ist der Satz nicht, daß er so eine knappe, unfreundliche Aburteilung verdient hätte.


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Re: Demokratie ist toll [Re: elgi] #413782
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Ich denke mal, Rei hält den Spruch in erster Linie deshalb für blödsinnig, weil das Kürzen der Sozialleistungen beim gleichzeitigen Mästen der Staatsbüttel eben zunächst mal genau jene trifft, die Schwarz-Gelb mit größter Wahrscheinlichkeit NICHT gewählt haben.

Dass eine Menge derer, die Schwarz-gelb gewählt haben, sich dann auch bald in den Reihen der Bedürftigen wiederfinden werden, ist ein anderes Thema. Die haben es dann tatsächlich nicht anders verdient.


Re: Demokratie ist toll [Re: Ddraigfyre] #413783
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OK, dann schließe ich mal die Damen und Herren ausdrücklich mit ein in meine Verallgemeinerung, die NICHT gewählt haben.


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Re: Demokratie ist toll [Re: elgi] #413787
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Ich halte den Spruch für blödsinnig, weil er in sich blödsinnig ist.

Re: Demokratie ist toll [Re: Rei] #413788
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Also, ich spare auch nicht gerne mit deftigen Sprüchen, vor allem bei solchen Diskussionen und vor allem gegen Ddraig z.B. Aber ich bin dann wenigstens so fair, daß ich - zumal auf Nachfrage! - meine Meinung auch durchaus mal erläutere. Deine Schlagzeilen-Art ist hingegen nicht gerade befriedigend... aber jedem das Seine. Ich stehe weiterhin zu meiner (modifizierten) Verallgemeinerung, hoffe aber immer noch auf Gauck.


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Re: Demokratie ist toll [Re: elgi] #413824
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 Originally Posted By: elgi

Deine wachsenede Sympathie für die FDP in allen Ehren, aber zu verkennen, welche Rolle diese sog. Partei in der chaotischen Regierungszeit spielt, ist dann doch etwas erstaunlich, wie ich finde.


Oh, meine Sympathie für die FDP ist in der letzten Zeit keineswegs gewachsen. Tatsächlich ist sie sogar gesunken, unter anderem aufgrund der Personalentscheidungen bei der Besetzung der Ministerämter und natürlich auch aufgrund inhaltlicher Kritik (beispielsweise war erst am Wochenende vom hessischen Verkehrsminister der Vorschlag zu lesen, doch einfach beim Umweltschutz zu sparen ). Es mag nur so wirken, als ob meine Sympathien für diese Partei wachsen würden, weil ich nunmal den Hang habe, Menschen oder Gruppierungen zu verteidigen, auf die allzu pauschal und substanzlos eingedroschen wird - selbst dann, wenn ich eigentlich überhaupt keine Sympathien für die entsprechenden Menschen oder Gruppierungen empfinde. Und das Eindreschen auf die FDP seit der Wahl IST zu pauschal und undifferenziert. Erneut gilt: Natürlich hat die FDP mit ihrem bedenklichen öffentlichen Erscheiungsbild (und eben meiner Meinung nach grundfalschen Personalentscheidungen) und speziell Westerwelles, sagen wir mal, verbesserungswürdigen diplomatischen Fähigkeiten durchaus dazu eingeladen, aber das rechtfertigt noch lange nicht, ohne Konsequenzen den größten Blödsinn zu verzapfen.
Als Beispiel nenne ich nur Röslers Kopfpauschale im Gesundheitssystem, die in ihrer ursprünglich geplanten Form (das ist wichtig, denn die inzwischen diskutierte Version ist in der Tat wenig sinnvoll!) ein echter Gewinn gewesen wäre. Ich bin mir sicher, daß auch in diesem Forum so ziemlich jeder beim Begriff "Kopfpauschale" mindestens gedanklich aufjault und "sozial ungerecht!" schreit und auf den von Politikern und uninformierten Medien geprägten Satz vom Bankdirektor und der Putzfrau, die dann das gleiche zahlen müßten, kommt. Nur ist das eben absoluter Quatsch. Übrigens schon deshalb, weil der Bankdirektor in aller Regel privat versichert sein wird und deshalb in Sachen Gesundheit momentan ÜBERHAUPT NICHTS zur Solidargemeinschaft beiträgt, während er das nach Röslers ursprünglichen Plänen über eine höhere Einkommenssteuer tun müßte. Weitere Gründe kann jeder in der entsprechenden Fachliteratur nachlesen. Aber wie gesagt, die momentane Version der Gesundheitsreform erscheint mir ähnlich effektiv wie die letzte von Ulla Schmidt (und die war katastrophal) ...

 Originally Posted By: elgi

Und ganz ehrlich: Wenn ich die FDP an die Macht wähle (zusammen mit der Union), dann muß ich mich nicht darüber wundern, daß eben eher bei den sozial schwachen die Schere angesetzt wird als bei den Wohlhabenderen. Das ist nun bewußt vereinfacht dargestellt, um die Lage in einem Satz zusammenzufassen. Es ist und war nicht alles gut, was die SPD gemacht hat, aber ich bin immer noch der Überzeugung, daß es grundlegende Unterschiede bei der Beurteilung der "sozialen Gerechtigkeit" zw. Rot bzw. Rot-Grün und Geld bzw. Schwarz-Gelb gibt.


Daran gibt es natürlich überhaupt keine Zweifel. Allerdings finde ich auch in diesem Bereich die Häme speziell der Medien gegenüber der FDP ziemlich heuchlerisch, denn seien wir doch ehrlich: Die FDP ist genau wie die Grünen noch immer eine Klientelpartei! *Natürlich* konzentrieren sich diese Parteien auf bestimmte Segmente der Bevölkerung - ist doch logisch, sonst wären sie ja überflüssig und wir könnten ein Zwei-Parteien-System wie in den USA einführen! Diesen Klientelparteien dann aber vorzuwerfen, daß sie genau das sind (das mußten die Grünen von der anderen Seite ja auch lange erdulden, mittlerweile deutlich weniger), finde ich persönlich einfach albern. Zumal ja gerade der Witz der Sache ist, daß diese Klientelparteien zu klein sind, um ihre Programme je umsetzen zu können. Sie können immer maximal Teile davon mit einem dominanten Koalitionspartner verwirklichen.

Und, nur mal so am Rande: Ich finde es auch deshalb "witzig", daß alle auf die FDP eindreschen, weil die von den drei Regierungsparteien die einzige ist, die bisher wenigstens versucht hat, ihre Wahlversprechen durchzusetzen (und das als kleiner Koalitionspartner mit entsprechend begrenzter Macht). CDU und CSU haben sich im Grunde genommen bereits am Tag nach der Bundestagswahl einen Dreck um ihre Wahlversprechen gekümmert (naja, streng genommen haben sie auch kaum welche gemacht, da sie sich ja um jegliche konkrete Aussagen im Wahlkampf gedrückt haben ...) - aber anscheinend haben sich daran inzwischen alle gewöhnt, denn selbst von der Opposition gab es dafür nur erstaunlich zahme Kritik. Der FDP wurde dagegen vor allem von seiten der SPD vorgeworfen, mit ihrem Festhalten an den Wahlversprechen den Staat in den Ruin zu treiben - und als die FDP schließlich zähneknirschend eingestand, daß man sich in der momentanen Finanzlage vorerst keine Steuersenkungen leisten könne, kam in Sekundeschnelle (ich glaube, von Nahles - jedenfalls war´s eine Politikerin) die SPD-Häme "Da! Versprechen gebrochen!". Sorry, aber SOWAS ist für mich weder vernunftorientierte noch für die Wählerschaft vertrauenerweckende Politik.

 Originally Posted By: elgi
Ich halte Wulff, wenig überraschenderweise, für einen schlechten Kandidaten. Schlechter als Köhler kann er nicht sein, so viel ist sicher, aber das macht ja noch lange keinen guten Bundespräsidenten.


Wenn ich schon dabei bin, mache ich mich halt gleich weiter unbeliebt: Ich finde, daß Köhler ein guter Bundespräsident war! Er hat sichtlich Distanz zur Politik gewahrt, er hat sich dort sogar viele Feinde gemacht, indem er verfassungswidrige Gesetze eben NICHT einfach durchgewunken hat, er hat trotz seiner Wirtschaftsvergangenheit deutliche Kritik an den Verursachern der Finanzkrise geäußert, er hat sich stets glaubwürdig für Afrika eingesetzt. Auf der anderen Seite war er ein katastrophaler Redner und hatte (deshalb) bei öffentlichen Auftritten den Charme einer Straßenlaterne. Ich fand ihn trotzdem gut. Er war kein von Weizsäcker, aber er hat seinen Job in meinen Augen gut erledigt.

Re: Demokratie ist toll [Re: Ralf] #413840
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 Originally Posted By: Ralf
Als Beispiel nenne ich nur Röslers Kopfpauschale im Gesundheitssystem, die in ihrer ursprünglich geplanten Form (das ist wichtig, denn die inzwischen diskutierte Version ist in der Tat wenig sinnvoll!) ein echter Gewinn gewesen wäre. Ich bin mir sicher, daß auch in diesem Forum so ziemlich jeder beim Begriff "Kopfpauschale" mindestens gedanklich aufjault und "sozial ungerecht!" schreit und auf den von Politikern und uninformierten Medien geprägten Satz vom Bankdirektor und der Putzfrau, die dann das gleiche zahlen müßten, kommt. Nur ist das eben absoluter Quatsch. Übrigens schon deshalb, weil der Bankdirektor in aller Regel privat versichert sein wird und deshalb in Sachen Gesundheit momentan ÜBERHAUPT NICHTS zur Solidargemeinschaft beiträgt, während er das nach Röslers ursprünglichen Plänen über eine höhere Einkommenssteuer tun müßte. Weitere Gründe kann jeder in der entsprechenden Fachliteratur nachlesen. Aber wie gesagt, die momentane Version der Gesundheitsreform erscheint mir ähnlich effektiv wie die letzte von Ulla Schmidt (und die war katastrophal) ...

Ich jaule bei "Kopfpauschale" natürlich laut auf... weil es viel einfacher geht: (bezahlbare!) Bürgerversicherung für alle Bürger auf Einkommensbasis (und keine Fantasiesätze von 15%), Einführung der Versicherungspflicht in dieser Bürgerversicherung, optionale private Zusatzversicherung für Luxusdetails, Abschaffung bzw. Erhöhunh der Beitragsermessungsgrenze - fertig ist die sozial gerechte Krankenversicherung, die eine Mehrklassengesellschaft hinsichtlich des Gesundheitswesens verhindert.
Natürlich kann man eine Kopfpauschale einführen, die für sich genommen auf jeden Fall sozial ungerecht ist und manche Menschen sogar in die Armut stürzt. Diese Unwucht soll dann über Umwege an anderer Stell ausgeglichen werden (wie genau das auch immer gemacht wird, Sozialausgleich, andere Besteuerungen etc., ist mal egal) - aber was ändert das an der Situation? Das System bleibt genau gleich, mit dem Unterschied, daß einfach ein neuer Zusatzobolus geschaffen wird... und wenn in 10 Jahren die lieben Krankenversicherungen wieder über Probleme jammern, wird dann wohl eine weitere Idee geboren werden, wie die Versicherten einen weiteren Zusatzbetrag leisten müssen. Etc.

Daher finde ich die Idee der Bürgerversicherung, in der alle Menschen in Deutschland versichert sind, nicht nur finanziell gut. Auch ethisch fände ich das sehr empfehlenswert, denn es ist mittlerweile eine Schande, wie manche Ärzte mit gesetlich Versicherten umgehen und den Privaten auf der anderen Seite in den Arsch kriechen (und bevor das Neid-Argument kommt: Ich BIN privat versichert).

Mit dieser Umstellung auf die Bürgerversicherung müßte man sich natürlich auch eingehend mit der Pharma-Lobby beschäftigen. Ich kenne keine exakten Zahlen, aber das Einsparpotential in der Richtung dürfte auch nicht gering sein.


Dem anderen, was du sagst, mag ich nichts hinzufügen, denn du hast ja Recht. Auf der anderen Seite verdient die FDP jede Häme - meiner Meinung nach. Insb. Herr Westerwelle aber auch einige andere Figuren sorgen bewußt und unbewußt für ein öffentliches Bild ihrer Partei, das einfach nicht ernst genommen werden kann. Dann müssen sie sich aber auch nicht darüber beschweren, wenn jeder auf sie eindrischt. Und da sie mir bis auf wenige Ausnahmen gänzlich unsympathisch ist, macht es mir nicht das Geringste aus, wenn sie in der Öffentlichkeit entsprechend häufig einen auf den Deckel bekommt.


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Re: Demokratie ist toll [Re: elgi] #413844
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Ein weiteres amüsantes Detail der Bundespräsidentenwahl:

Polit-Profis sollen Super-Gauck verhindern

 Quote:
[...]

Berlin - Schwarz-Gelb will auf Nummer sicher gehen, wenn der eigene Präsidentschaftskandidat Christian Wulff am 30. Juni vor die Bundesversammlung tritt, die ihn zum Präsidenten machen soll. In den Reihen von CDU, CSU und FDP werden ihm dann fast ausschließlich Parteisoldaten entgegenblicken. Die von früheren Wahlen bekannten Stars und Sternchen, die Sportpromis - sie alle müssen diesmal wohl draußen bleiben.

Der Grund? Zeitnot. Heißt es zumindest offiziell.

Denn während die 622 Bundestagsabgeordneten automatisch Mitglieder der Bundesversammlung sind, müssen die 16 deutschen Landesparlamente erst noch ihre ebenfalls insgesamt 622 Vertreter benennen. "Prominente Nichtpolitiker nominieren wir dieses Mal allerdings wegen des knappen Zeitrahmens nicht", sagt Bayerns CSU-Fraktionschef Georg Schmid SPIEGEL ONLINE. Die möglicherweise einzigen Promis ohne Polit-Mandat seien die CSU-Ehrenvorsitzenden Edmund Stoiber und Theo Waigel. Schon in dieser Woche wolle der Landtag die komplette Bayern-Liste beschließen.

Genauso argumentieren Union und FDP auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE auch in vielen anderen Landeshauptstädten.

Doch ist die knappe Zeit der einzige Grund für den Promi-Verzicht? Längst ist den schwarz-gelben Strategen ja klar geworden, dass SPD und Grüne mit Joachim Gauck alles andere als einen Zählkandidaten präsentiert haben. Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler und Stasi-Jäger gilt im bürgerlichen Lager als Held. Schon fürchten Union und FDP um ihre eigentlich komfortable Mehrheit in der Bundesversammlung: Gemeinsam verfügen sie über 644 bis 646 Stimmen, liegen also mehr als 20 Stimmen über der absoluten Mehrheit. Die benötigt Wulff in einem ersten oder zweiten Wahlgang.

[...]


Natürlich ist es laut Verfassung das Recht der Parteien (bzw. der Regierenden in den Ländern), zur Bundesversammlung zu schicken, wen sie möchten... allerdings ist das Vorgehen der Regierungsparteien in diesem Zusammenhang dann doch mehr als auffällig. Das bestärkt den Eindruck, daß sie relativ unfähig sind - die SPD hätte das wohl ähnlich gemacht, aber besser getarnt. \:-D


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Re: Demokratie ist toll [Re: elgi] #413886
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Eine Bürgerversicherung wäre natürlich auch eine sinnvolle Möglichkeit, möglicherweise sogar die sinnvollste. Aber die Kopfpauschale in ihrer ursprünglichen Form wäre auf jeden Fall immer noch deutlich besser als das aktuelle System - unter anderem, weil die einzelnen Krankenkassen dann im gegenseitigen Wettbewerb stünden (denn sie dürften den konkreten Betrag ja souverän festsetzen) und deshalb natürlich auch viel stärkeren Druck auf die Pharma-Industrie ausüben würden als momentan. Im aktuellen System - daran bestehen ja eigentlich bei niemandem Zweifel, nicht mal bei der FDP - kann die Pharma-Industrie ja mehr oder weniger machen, was sie will (ja, ein paar kleine Einschränkungen gibt es, aber unterm Strich wirken die sich definitiv nicht stark genug aus) ...

 Originally Posted By: elgi

Dem anderen, was du sagst, mag ich nichts hinzufügen, denn du hast ja Recht. Auf der anderen Seite verdient die FDP jede Häme - meiner Meinung nach. Insb. Herr Westerwelle aber auch einige andere Figuren sorgen bewußt und unbewußt für ein öffentliches Bild ihrer Partei, das einfach nicht ernst genommen werden kann. Dann müssen sie sich aber auch nicht darüber beschweren, wenn jeder auf sie eindrischt. Und da sie mir bis auf wenige Ausnahmen gänzlich unsympathisch ist, macht es mir nicht das Geringste aus, wenn sie in der Öffentlichkeit entsprechend häufig einen auf den Deckel bekommt.


Wenn du oder jeder andere normale Wähler zur Häme greift (tue ich ja auch manchmal, speziell bei der Linkspartei), ist das ja auch okay, wenngleich natürlich nicht unbedingt vorbildlich. Aber Medien und Politik sollten eigentlich eine Vorbildfunktion haben (jetzt lacht nicht so irre! ;\) ) und sich dementsprechend halbwegs vernünftig und objektiv verhalten. Wenn ich mir nur das momentane Gezanke zwischen FDP und CSU anschaue (an dem wie gesagt meiner Meinung nach eindeutig die CSU die Schuld trägt), dann erreicht das ja kaum noch Kindergartenniveau (das von seiten der CDU unterstellt wird). Und das sind Koalitionspartner! Natürlich dürfen Politiker verschiedener Parteien gerne emotionaler und subjektiver mit politischen Gegnern umgehen als das die Berichterstatter tun sollten, aber auch hier gibt es natürliche Grenzen - und die sind in meinen Augen schon seit längerer Zeit weit überschritten worden. Mit der Folge immer größerer Politikverdrossenheit in der Bevölkerung. Die Politik sägt sich mit Genuß den Ast ab, auf dem sie sitzt ...

Passend dazu ein Interview mit dem Vorsitzenden der Linkspartei, Ernst, darüber, warum seine Partei Gauck nicht wählen könne:
"Gauck ist inhaltlich die falsche Wahl"

Der entscheidende Satz: "Zum jetzigen Zeitpunkt aber käme es auf einen profilierten Menschen an, der in anderen Politikfeldern eine bestimmte Erfahrung hat. Zum Beispiel in der Sozialpolitik oder auch in der Wirtschaftspolitik."
Na klar. Wer genau war noch mal der Kandidat der Linkspartei als Bundespräsident bei der letzten Wahl im Jahr 2010? Genau, der Schauspieler Peter Sodann. Als TV-Kommissar bekanntlich ein absoluter Experte in Sachen Sozial- und Wirtschaftspolitik ...

Re: Demokratie ist toll [Re: Ralf] #414162
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Merkel fordert Koalition zu Disziplin auf

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach den heftigen Streitereien in der Koalition Union und FDP dazu aufgefordert, verloren gegangenes Vertrauen bei den Bürgern durch Disziplin und Verlässlichkeit zurückzugewinnen.

"Was die Umgangsformen in der Koalition anbelangt, müssen wir abrüsten", sagte sie der "Bild am Sonntag". "Wir müssen den Menschen in einer schwierigen Zeit Verlässlichkeit bieten. Nur so können wir wieder Vertrauen gewinnen."

Vor dem Hintergrund von gegenseitigen Beschimpfungen wie "Wildsau", "Rumpelstilzchen" oder "Gurkentruppe" sagte die Kanzlerin: "Ich gehe davon aus, dass die Beteiligten erkannt haben, dass das kein akzeptabler Stil ist. Das darf und wird nicht Schule machen." Merkel bestritt, dass ihre Autorität als Kanzlerin gelitten hat. ...


Kann mich spontan eigentlich nicht erinnern, dass es mal eine peinlichere Regierungskoalition gegeben hätte, als diese. Vorschläge, irgendjemand?


Re: Demokratie ist toll [Re: Ddraigfyre] #414259
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Sehr lesenswert (vor allem, weil es im Grunde genommen genau meine Meinung formuliert \:-D ) und wegen des politischen Aufhängers poste ich es mal in diesem Topic:

"Wir Meinungsspekulanten"

Re: Demokratie ist toll [Re: Ralf] #414267
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Ja, und DANN wundert sich die Presse, daß die Bürger angeblich doch sooo einer ganz anderen Meinung sein können, als sie !

DAS nenne ich "Realitätsverlust" ! Und das ist dann mindestens genauso schlimm, wie der der Politiker und der Wirtschaftsfachleute !


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Re: Demokratie ist toll [Re: AlrikFassbauer] #421445
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Nachdem nun nach und nach die Details des tollen Atom-"Kompromisses" der Bundesregierung ans Licht kommen, dürft ihr mich endgültig als kuriert ansehen: Nach Union, SPD und Linken ist nun auch die FDP für mich endgültig nicht mehr wählbar.

Hm, irgendwie gehen mir langsam die Wahlalternativen aus. Mal sehen, was sich die Grünen noch einfallen lassen, um mich zu vergraulen ... ;\)

Re: Demokratie ist toll [Re: Ralf] #421448
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Das ist das Ergebnis ungehemmten Lobbyismusses.

In den USA ist sowas ja fast schon wieder normal. Da sind die Leute vermutlich einfach daran gewöhnt, daß die Wirtschaft über "Einfluß" die Politik mitgestaltet.

Klar, das war ja alles vorauszusehen. Nicht umsonst gibt es "die Megakonzerne" schon länger im Sci-Fi-Genre.


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Re: Demokratie ist toll [Re: AlrikFassbauer] #421450
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Lobby hin, Wirtschaft her: Es war vor der Wahl klar, daß die Herrschaften von CDU und FDP sich an dem Thema zu schaffen machen würden - insofern kommt dsa Ganze überhaupt nicht überraschend. Daher bitte nicht beschweren, Ralle. Und wenn du tatsächlich gehofft hattest, daß etwas POSITIVES dabei herauskommt, dann erst recht nicht beschweren - weil die wegen Naivität das freie Meinungsrecht entzogen würde. ;\)


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Re: Demokratie ist toll [Re: elgi] #421452
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Es war klar, daß das Atomthema unter dieser Regierung nicht zu meiner Zufriedenheit behandelt werden würde - auf eine *etwas* sinnvollere Entscheidung (also nichts "Positives", aber wenigstens etwas weniger "Negatives" ;\) ) hatte ich trotzdem gehofft und vor allem auf eine, die nicht ganz so offensichtlich auf die Energiekonzerne zurechtgeschnitten ist. Das im Zusammenhang mit der vermasselten Gesundheitsreform (bei der man anders als bei der Atomenergie durchaus reelle Hoffnungen auf eine halbwegs vernünftige Lösung hegen durfte) und der generellen Außenwirkung der Regierung seit der Wahl ist schlicht und ergreifend riesengroße Scheiße. Ich benutze das Wort nicht gerne, aber wo es angebracht ist, ist es angebracht.

Wobei ich echt nicht verstehe, WARUM die Regierung das macht. Leben die wirklich - wie zuletzt ja in den Medien gerne spekuliert - in einem solchen gedanklichen Paralleluniversum, daß sie glauben, die Wähler würden diesen Beschiß nicht bemerken? Oder wären so vergeßlich, daß sie es bis zur nächsten Wahl schon wieder vergessen haben (was zugegebenermaßen in der Vergangenheit tatsächlich vorkam)? Oder vertrauen sie einfach darauf, daß die Opposition weiterhin genauso vor sich hin dilettiert und für viele grundsätzlich eher konservative Wähler deshalb unwählbar bleiben?
Ich versteh´s einfach nicht. Es geht komplett über meinen Horizont hinaus.

Re: Demokratie ist toll [Re: Ralf] #421474
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Na prima. Keiner hat also irgendeine Ahnung, was für ein Gerümpel da tatsächlich rumliegt und wo es sich eigentlich genau befindet. Man "nahm an" und "ging davon aus" und "vermutet". Supi. Ansonsten muss in Deutschland für jedes Radiergummi im Amt eine 3fache Inventarliste geführt werden, aber den ganzen Atommüll hat man angeblich einfach mal irgendwo da reingekippt, ohne dass jemand darüber Buch geführt hätte. Und unter diesen Voraussetzungen werden also die AKW-Laufzeiten noch verlängert.

So funktioniert Energiepolitik in Deutschland.

Asse strahlt 10x stärker als "gedacht".








Re: Demokratie ist toll [Re: Ddraigfyre] #421523
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Und immer, wenn man denkt, "schlechter als unsere Politiker geht´s nun wirklich nicht mehr!", dann kommt ein alter (gelifteter) Freund zur Rettung daher:

Berlusconi sorgt mit Hitler-Witz für Wirbel

Re: Demokratie ist toll [Re: Ddraigfyre] #421537
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 Originally Posted By: Ddraigfyre
Und unter diesen Voraussetzungen werden also die AKW-Laufzeiten noch verlängert.

Ist doch alles nicht so schlimm.
Welt Online: Atommüll wird in 20 Jahren nicht mehr strahlen

Re: Demokratie ist toll [Re: Steffen] #421538
15/09/10 03:45 PM
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Ach, na dann ist ja gut. Da könnte ich ja glatt meinen Keller vermieten, da ist auch noch Platz für ein paar Fäßchen.


Re: Demokratie ist toll [Re: Ddraigfyre] #421761
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Da bin ich ja mal gespannt, was bei der nächsten "Wahl" davon noch übrig ist...

---------------------------------------------------------------

Umfrage: Grüne holen SPD ein

Hamburg (dpa) - Erstmals seit ihrer Gründung haben die Grünen die SPD in einer Umfrage eingeholt. Wenn jetzt gewählt würde, könnten beide Parteien zusammen sogar auf eine absolute Mehrheit im Bundestag hoffen. Die CDU/CSU fiele dagegen unter 30 Prozent. Das ergab der vom Institut Forsa ermittelte stern-RTL-Wahltrend.

Grüne und SPD liegen der Umfrage zufolge mit je 24 Prozent Kopf an Kopf. Während die SPD stagniert, legen die Grünen im Vergleich zur Vorwoche um zwei Prozentpunkte zu. Die Union fällt um einen Punkt auf 29 Prozent. Gemeinsam mit ihrem Koalitionspartner FDP käme sie nur noch auf 34 Prozent und hätte keine Chance, ihre Regierungsmehrheit zu verteidigen.

Noch dramatischer ist der Rückstand der Regierung, wenn man die dritte Oppositionspartei Die Linke einbezieht: Rot-Rot-Grün liegt danach mit 58 Prozent um 24 Prozentpunkte vor dem Regierungslager.

Die Grünen bekommen in der Umfrage mehr als doppelt so viel Zustimmung wie bei der Bundestagswahl vor einem Jahr (10,7 Prozent). Die SPD kann sich kaum von ihrem niedrigen Wahlniveau von 23 Prozent lösen. Für die Linke bedeuten ihre 10 Prozent in der Umfrage sogar einen Verlust von rund zwei Prozentpunkten gegenüber 2009 (11,9 Prozent).

Die Regierungsparteien haben das Vertrauen vieler ihrer Wähler verspielt. Die Union liegt fast 5 Punkte unter ihrem mageren Resultat von 33,8 Prozent vor einem Jahr. Die FDP hat sogar rund zwei Drittel ihrer Wähler von 2009 verloren, als sie ihr Rekordergebnis von 14,6 Prozent erreichte. Sie kommt die dritte Woche in Folge auf nur noch fünf Prozent. Immerhin jeder zwölfte Wähler würde heute für eine Partei stimmen, die gar nicht im Bundestag vertreten ist.

...


--------------------------------------------------------------


Re: Demokratie ist toll [Re: Ddraigfyre] #421819
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Ich will ja unsere lieben Parteien nicht allzu sehr verteidigen, aber manchmal macht es ihnen der Wähler an sich auch nicht ganz einfach.

Beispiel: Im aktuellen ZDF-"Politbarometer" wurde gefragt, inwiefern sich die Union verändern solle. Die Antwort: 31% der Befragten plädieren für eine konservativere Ausrichtung, 30% für eine weniger konservative Ausrichtung und weitere 30% wollen, daß alles so bleibt wie bisher. Na, das ich doch mal ´ne klare Handlungsempfehlung, was? \:-D

Re: Demokratie ist toll [Re: Ralf] #421828
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Re: Demokratie ist toll [Re: AlrikFassbauer] #430738
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Wenn das hier klappt, trete ich bei "Die Partei" ein! Das gelobe ich. \:-D

 Quote:
"Die Partei" vor dem Verfassungsgericht - Ein Satiriker geht nach Karlsruhe

Sie wollen die Mauer zurück - das fand der Wahlleiter nicht "ernsthaft" genug und schloss "Die Partei" von der Bundestagswahl 2009 aus. Dagegen klagen die Satiriker um Martin Sonneborn nun vor dem Verfassungsgericht. Ihr Ziel: Neuwahlen.

Jemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen. Es ist die Partei "Die Partei". Sie fordert eine Sonderbewirtschaftungszone (SBZ) im Osten Deutschlands, "baulich abgetrennt" vom Rest der Republik. Eine neue DDR, 20 Jahre nach der Wiedervereinigung.

Das ist Satire, man kann das lustig finden. Roderich Egeler aber sah darin einen Grund, der Partei abzusprechen, eine Partei zu sein. Die "Ernsthaftigkeit der Zielsetzung" sei ungenügend, urteilte der Bundeswahlleiter im August 2009. Das bedeutete den Ausschluss der Partei von der Bundestagswahl 2009.

[...]

Diese Unsicherheit könnte die Karlsruher Richter dazu bewegen, im Sinne der Partei zu urteilen. Neuwahlen hält der Leipziger Staatsrechtler Degenhart hält dennoch für unwahrscheinlich: "Das Bundesverfassungsgericht stellt in solchen Fällen fest, dass die Regelungen nicht dem Grundgesetz entsprechen und fordert den Gesetzgeber auf, eine Neuregelung zu treffen", sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Sonneborn rechnet hingegen damit, dass die Bundestagswahl wiederholt werden muss. Hoffnungen auf den Einzug ins Parlament macht sich der Vorsitzende der Partei zwar nicht. Dennoch könnte seine Wahlprüfungsbeschwerde die politische Landschaft in Deutschland nachhaltig ändern: Angesichts aktueller Wahlumfragen könnte dann auch eine etablierte Partei an der Fünfprozenthürde scheitern, so Sonneborns Kalkül.

Auf der Internetseite der Partei ist bereits der passende Wahlkampfslogan zu sehen: "Auf Wiedersehen, FDP."



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Re: Demokratie ist toll [Re: elgi] #440981
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Tja, ich will nie wieder etwas Negatives über's Ländle hören!

 Quote:
Grün-Rot triumphiert in Baden-Württemberg

Die Zitterpartie ist vorüber: Grüne und SPD in Baden-Württemberg feiern einen triumphalen Wahlsieg und beenden die jahrzehntelange Vorherrschaft der CDU im Ländle. Union und FDP müssen eine herbe Schlappe einstecken, Ministerpräsident Mappus räumte seine Niederlage schon ein.

Stuttgart - Schwarz-Gelb muss bei den Landtagswahlen im konservativen Stammland Baden-Württemberg eine herbe Niederlage einstecken. Laut dem am Sonntagabend veröffentlichten vorläufigen Ergebnis erhielt die Partei von Ministerpräsident Stefan Mappus 39,0 Prozent der Stimmen - 5,2 Prozentpunkte weniger als bei der Landtagswahl 2006 (44,2 Prozent).

Zweitstärkste Partei wurden mit 24,2 Prozent die Grünen, die sich gegenüber 2006 um 12,5 Prozentpunkte verbesserten. Die SPD kam auf 23,1 Prozent der Stimmen (minus 2,0 Prozentpunkte). Die FDP schaffte mit 5,3 Prozent nur knapp den Einzug in den Landtag und verlor 5,4 Punkte. Die Wahlbeteiligung lag bei 66,2 Prozent.

Grüne und SPD haben einen historischen Sieg errungen: Gemeinsam kommen sie dem vorläufigen Ergebnis zufolge auf 71 Sitze (36 für die Grünen, 35 für die SPD). Die bisherige schwarz-gelbe Koalition verfügt nur über 67 Sitze. Stärkste Fraktion bleibt die CDU mit 60 Sitzen, die FDP bekommt 7.

[...]


Daß die SPD feiert, sollte man an diesem Tag nicht allzu ernst nehmen... sie haben eigentlich viel verloren, aber ich vermute, daß auch einige, die eigentlich SPD gewählt hätten, diesmal bewußt die Grünen gewählt haben.
Ich freue mich, daß wir endlich mal einen Grünen als Ministerpräsident bekommen... daß es dann auch noch ein Realo wie Kretschmann wird, freut mich umso mehr.


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Re: Demokratie ist toll [Re: elgi] #441032
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Mich hat das auch gefreut, ich befürchte bloß, daß den Grünen jetzt auch eine ziemlich Entzauberung drohen wird. BaWü mit den momentanen zahlreichen Problemfeldern zu regieren - das würde ich ja kaum meinem ärgsten Feind wünschen ...

Re: Demokratie ist toll [Re: Ralf] #441260
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Momentan wird ja mehr über die FDP diskutiert als über die Grünen... und was da abgeht, finde ich.. zumindest mal erstaunlich. Da wird unverhohlen über Personalrochaden nicht nur in der Partei, sondern auch im Kabinett gesprochen, als ob das alles ein Privatvergnügen der mittlerweile - hauptsächlich aus eigener Schuld - marginalisierten FDP wäre. Weil man meint, die schlechte Lage der Partei an Westerwelle festzumachen (was natürlich rechtens wäre), soll er jetzt als Außenminister zurücktreten... Vizekanzler will er ja freiwillig nicht mehr sein. Und Brüderle - den ich nicht mag, der aber mindestens einmal in seinem Leben die Wahrheit gesagt hat ;\) - soll als Wirtschaftsminister abtreten, damit der designierte FDP-Chef Rösler das Amt annehmen kann. Gut, er ist momentan Gesundheitsminister, aber - so lautet das Argument - der FDP-Chef und Vizekanzler darf nich ein Amt bekleiden, das ihm so wenig Entfaltungspotenzial bietet.

Hallo? Geht's eigentlich noch? Selbst die Grünen haben sich nach 1998 nicht derart schnell selbst zerstört, wie die FDP es nach der Regierungsübernahme getan hat, aber die neuesten Spielereien sind nachgerade absurd.

Wer nach DIESER Farce noch ernsthaft der Meinung ist, daß die FDP auch nur im entferntesten in der Lage wäre, irgendwie positiv an welcher Regierung auch immer mitzuwirken, muß entweder blind oder blöd sein.


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Re: Demokratie ist toll [Re: elgi] #441309
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Und was bin ich dann? Blind oder blöd? Du mußt dich schon entscheiden ...

Ernsthaft: Daß Westerwelle als Parteivorsitzender zurücktritt und sich auf sein Außenministeramt konzentriert, ist sicher nicht die schlechteste Idee. Ich bin zwar immer noch der Meinung, daß es von Anfang an ein Fehler von ihm war, dieses Amt zu übernehmen anstelle z.B. des Wirtschafts- oder Finanzministerium, aber nun gut - seine Entscheidung.
Rösler als neuer Parteivorsitzender? Mal abwarten. Bei der Gesundheitsreform hat er sich ja leider von der CSU komplett unterbuttern lassen und dabei auch viel an Sympathien und Glaubwürdigkeit verloren. Insofern wäre es für ihn sicher sinnvoll, ein dankbareres Amt zu übernehmen (und so ziemlich jedes Ministerium ist in der Öffentlichkeitswirksamkeit dankbar als das Gesundheitsministerium ...) - wozu es aber nach derzeitigem Stand ja sowieso nicht zu kommen scheint.
Weshalb ich da übrigens auch keinerlei "Farce" erkennen kann. Wo ist es denn bitteschön eine "Farce", wenn eine Partei nach drei katastrophalen Wahlergebnissen hintereinander, die man sich in der Tat größtenteils selbst eingebrockt hat, behutsame personelle Konsequenzen daraus zieht?
Da ist die Fahnenflucht von CDU- und CSU-Politikern in den letzten zwei Jahren (Koch, Oettinger, Müller) doch wohl wesentlich peinlicher - wenngleich ich zumindest bei zwei der drei genannten durchaus froh bin, daß sie weg sind. Und wäre es nicht überhaupt viel eher eine Farce, würde die FDP einfach stur so weitermachen wie bisher?

Daß Brüderle Wirtschaftsminister bleibt, ist auch in Ordnung. Seine Außenwirkung ist zwar ähnlich katastrophal wie die von Westerwelle, aber dafür hat er fachlich wirklich was drauf. Das mögen diejenigen, die blind gegen die FDP wüten, nicht einsehen, aber es ist so (wie nicht nur die Wirtschafts-Statistiken belegen). Und Leutheusser-Schnarrenberger macht als Justizministerin sowieso einen guten Job (vor allem mit ihrem ebenso erbitterten wie bitter benötigten Widerstand gegen die fortgesetzten Unionsversuche, einen besseren Polizeistaat aufzubauen!).

Unterm Strich sehe ich die FDP nach dieser Neuaufstellung jedenfalls zumindest als etwas hoffnungsvoller an als vorher. Der 180°-Schwenk in der Atomfrage wird die Glaubwürdigkeit der Partei natürlich kurz- bis mittelfristig stark beschädigen - allerdings ist das relativ egal, da die Partei bei der nächsten Bundestagswahl sowieso keine Chance haben wird, deutlich über 5% zu kommen. Wenn sie die Zeit nutzt, sich wieder auf ihre Stärken zu besinnen und den totalen Wirtschaftslobbyismus aufzugeben, dann kann die FDP in ein paar Jahren auch wieder zu einer ernstzunehmenden Kraft werden. Und bis zur nächsten Bundestagswahl bin ich froh, daß die FDP die Union zumindest vom allergrößten Mist abhalten wird (und umgekehrt natürlich genauso). Ob sie positiv an der Regierung mitwirken wird, weiß ich nicht. Die Möglichkeit ist aber zumindest vorhanden. Vor allem, wenn man aus den gemachten Fehlern tatsächlich lernt ...

Re: Demokratie ist toll [Re: Ralf] #441310
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Ich glaube, du hast nicht ganz verstanden, was mich an der Sache aufgeregt hat: Mir ist es relativ egal, was in der FDP abgeht. Die Unruhe ist verständlich und nachvollziehbar. Geschenkt.

Was mich aufregt, ist, daß die Herrschaften auch mit Bundeministerien hantieren, als ob es dabei nur um persönliche Hobbys oder sowas handeln würde. Wie soll man bitte sehr einem unabhängigen Beobachter klarmachen, daß Rösler früher als Gesundheitsminister in Frage kam... und jetzt, wo er Parteichef wird, nun plötzlich ein anderes Amt besser für ihn wäre - und zwar explizit mit dem Grund, daß das Gesundheitsministerium nicht genug Profilierungspotenzial für einen Parteichef bietet. Also machen wir ihn zum Wirtschaftsminister... schassen den Brüderle (der ja wie du auch schon schreibst nicht der schlechteste mögliche Wi-Mi ist)... lassen irgendeinen anderen FDP-Typen, den niemand kennt, Gesundheitsminister werden. Ach, wenn wir schon dabei sind, können wir vllt. auch tatsächlich Westerwelle runternehmen und auch das Außenministeramt rein nach parteitaktischen Argumenten besetzen.

DAS regt mich auf. Nicht daß die FDP sich neu aufstellt, sondern daß sie mit einer erstaunlichen Arroganz und Selbstverständlichkeit die Bundesministerien in ihre Parteineuaufstellung miteinbezieht. (Das kann man ja machen, aber doch nicht in dieser blasierten Offenheit!)

Was deine Frage angeht: Dir zuliebe nehme ich mal an, daß du dann wohl blind bist.


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Re: Demokratie ist toll [Re: Ralf] #441330
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 Originally Posted By: Ralf

Rösler als neuer Parteivorsitzender? Mal abwarten. Bei der Gesundheitsreform hat er sich ja leider von der CSU komplett unterbuttern lassen und dabei auch viel an Sympathien und Glaubwürdigkeit verloren. Insofern wäre es für ihn sicher sinnvoll, ein dankbareres Amt zu übernehmen (und so ziemlich jedes Ministerium ist in der Öffentlichkeitswirksamkeit dankbar als das Gesundheitsministerium ...) - wozu es aber nach derzeitigem Stand ja sowieso nicht zu kommen scheint.


Wenn es jemand wirklich drauf anlegt, dann kann man gerade im Gesundheitsministerium sich profilieren. Rösler und überhaupt die gesamte FDP ist für dieses Amt falsch, da sie sich von der Pharmaindustrie leiten lassen und wohl am liebsten die gleichen Verhältnisse wie in den USA hätten, zumindestens was die Ausgabeseite anbelangt.

Re: Demokratie ist toll [Re: Rei] #441346
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Rösler habe ich bis dato eigentlich nie sonderlich wahrgenommen. Und ehrlich gesagt, fällt es mir durch sein pausbäckiges Auftreten auch schwer, ihn überhaupt für voll zu nehmen. Das hat ja schon bei Schwesterwelle nicht funktioniert.

Nachdem ich mich nun aber mal etwas intensiver über den Burschen informiert habe, scheint er trotz allem ein "echter" Politiker zu sein, der getreu der Devise "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern" agiert.

Dass man ihn nun als Parteivortznden und gar Vizekanzler sehen will, halte ich schon für eine regelrechte Verzweiflungstat der FDP. Ein letzter Rettungsanker, um mit dem "Guttenberg-Effekt" die Wähler zu akquirieren, die bevorzugt auf die Erscheinung achten und nicht auf die Inhalte. Ob das reichen wird, die FDP aus der absoluten politischen Bedeutungslosigkeit zu bringen, bezweifle ich.

Und was den öffentlichen Ringelpiez um Ministerposten angeht, so kann ich Elgi nur vollends zustimmen. Besser hätte man dem Bürger überhaupt nicht vermitteln können, wie "ernst" ein politisches Amt bei unserer politischen "Elite" überhaupt genommen wird. Für die ist das offenbar so was ähnliches, wie der Streit darüber, wer nach dem Essen den Abwasch machen soll und wer den Müll runterträgt.

Diese Partei richtet sich derzeit schon neu aus, ohne dass ihr das bewusst zu sein scheint - nämlich als reine Spaßpartei. Erst der Brüderle als Standup-Comedian mit seiner "Ist doch alles nur Wahlkampf"-Beichte zur AKW-Problematik und nun macht sich der ganze Spitzenkader gleich mit zum Affen.

Die FDP ist weiter davon entfernt wählbar zu sein denn je.


EHEC - Angriff der Killergurken ! [Re: Ddraigfyre] #445374
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Deutsche AKWs sind sicher - aaaaaaber man kann ja trotzdem noch mal kontrollieren.

Das Krisenmanagement bei EHEC ist tadellos - aaaaaaber man kann ja trotzdem noch mal drüber reden.

Hach, wer braucht denn noch platte amerikanische Comedysendungen mit Lachern vom Band, wenn er nur die deutschen Nachrichten einzuschalten braucht und selber herzhaft lachen kann?

EHEC also. Der bösartige Todeskeim, der gerade pandemieartig die Deutschen auszurotten droht (zumindest nach Meinung der meisten Nachrichtensender). Der Schuldige ist schnell gefunden: Spanische Salatgurken wurden als Biowaffe auf den deutschen Markt geschmuggelt. Nein, doch nicht - die heiße Spur führt zu einer Schlipsträgerkantine in Frankfurt. Wieder nix. Da! Ein Bauer aus Uelzen züchtet tödliche Sprossen (die aber vermutlich schon als verseuchtes Saatgut aus dem Ausland kamen, deutsche Bauern sind schließlich sauber). Nein, warte - jetzt haben wir's: Die heiße Spur führt zu einem Restaurant in Lübeck. Oder auch nicht.

Heute aber nun die bisherige Krönung des Ganzen: Eine dreiminütige Berichterstattung in der Tagesschau darüber, dass der Todeskeim auf einer verschimmelten Salatgurke (bestimmt eine spanische) in einer Magdeburger Biotonne entdeckt wurde. Es sind also doch die Gurken schuld, wir haben es ja gleich gewusst!

Ich weiß, ich weiß - mit EHEC ist nicht zu spaßen. Ich weiß das sogar besonders gut, weil ich mich selber mit der abgeschwächten Form davon herumschlagen durfte.

Aber als ich heute in der Tagesschau diesen Beitrag sah, hat es mich vor Lachen wirklich vom Stuhl gerissen. Das Beste daran war noch der dramatische Kamerazoom in eine Biotonne ( Hier als Video zu bewundern ). Hoffentlich bezahlt der Kameramann diesen Leichtsinn nicht mit seinem Leben.

Ich danke der deutschen Politik und den deutschen Medien für diese ausgezeichnete Unterhaltung zur besten Sendezeit. Da könnte man glatt mal darüber nachdenken, wieder GEZ-Gebühren zu zahlen.


Re: EHEC - Angriff der Killergurken ! [Re: Ddraigfyre] #445657
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EHEC-Erreger in Bach gefunden - Trinkwasser nicht gefährdet

Frankfurt/Main (dpa) - In einem Bach in Frankfurt ist eine aggressive Form des EHEC-Erregers nachgewiesen worden.

Der gefährliche EHEC-Erreger wurde in einem Bach nachgewiesen. Der Erlenbach liege wenige hundert Meter von dem Hof entfernt, bei dem der EHEC-Erreger auf Salatproben entdeckt worden sei, sagte ein Sprecher des hessischen Umweltministeriums. Eine Verbindung des Baches zur Trinkwasserversorgung bestehe nicht. Wie die Bakterien in den Bach gekommen sind, ist laut Ministerium noch unklar.


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Tja, solange zwischen dem Hof und dem Bach keine öffentliche Nahverkehrsverbindung besteht, würde ich mal vermuten, dass sie sich entweder ein Taxi genommen haben oder zu Fuß gegangen sind.

Mal ehrlich: Ist eine solche Pressearbeit an Dämlichkeit eigentlich noch zu überbieten?


Re: EHEC - Angriff der Killergurken ! [Re: Ddraigfyre] #450420
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Ich frage mich, was eigentlich passieren muß, damit die Berliner Wowereit abwählen. Zugegebenermaßen ist die Liste der halbwegs ernstzunehmenden Alternativen derzeit - vorsichtig formuliert - nicht gerade groß (deshalb auch der Erfolg der Piratenpartei), aber daß ein Politiker nur aufgrund seines Charmes und seiner Partytauglichkeit in Verbindung mit ein paar populistischen Sprüchen ständig wiedergewählt wird, das gibt es wohl wirklich nur in Italien und Berlin ...

Re: EHEC - Angriff der Killergurken ! [Re: Ralf] #450457
19/09/11 04:19 AM
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Und die FDP (Fast Drei Prozent) wird umbenannt in FZP (Fast Zwei Prozent).
Freuen wir uns schon mal auf die wohlverdiente nächste Umbennung in FEP.
Hrrrrrr....


Re: EHEC - Angriff der Killergurken ! [Re: Ralf] #450458
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 Originally Posted By: Ralf
Ich frage mich, was eigentlich passieren muß, damit die Berliner Wowereit abwählen.


Das hast Du doch schon selbst beantwortet: Es muss erstmal eine ernstzunehmende Alternative geben! Und die gibt es nun mal nicht!

Renatchen hat sich da mit ihren "Wir fahren alle 30!" und "Berlin braucht keinen internationalen Flughafen!"-Äußerungen ja sehr geschickt ins Abseits manövriert. Und CDU-Henkel kann einfach nicht überzeugend versichern, dass mit ihm alles besser werden würde.

Re: EHEC - Angriff der Killergurken ! [Re: buad] #450618
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 Originally Posted By: buad
Und CDU-Henkel kann einfach nicht überzeugend versichern, dass mit ihm alles besser werden würde.


Wobei es viel schlechter ja eigentlich nicht geht - zumindest in wirtschaftlicher Hinsicht. Wowereit hat einfach das Glück, daß Berlin aufgrund diverser Sonderregelungen ja im Grunde genommen gar nicht Pleite gehen KANN, sondern immer von den anderen gerettet werden muß. Trotzdem ein Witz, wenn man bedenkt, wie sehr gerade die SPD die Bundesregierung immer wieder für ihren (vermeintlich) mangelnden Sparwillen kritisiert ...

Re: EHEC - Angriff der Killergurken ! [Re: Ralf] #451641
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Zur aktuellen Mindestlohn-Debatte:

Entsprechend dem Motto der FDP, "Wer arbeitet soll mehr bekommen als jemand, der nicht arbeitet", sollte der Mindestlohn über dem Einkommen von Frau Koch-Mehrin liegen.

Re: EHEC - Angriff der Killergurken ! [Re: Anthea] #451648
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Das würde die Niedriglohnempfänger sicher sehr freuen.


Genieße Dein Leben ständig, denn Du bist länger tot als lebendig.
Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: bigclaw6] #474053
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Mit Retro-Rösler zurück in die Vergangenheit:

http://www.youtube.com/watch?v=Zx5PYCGYw5A

Und nicht vergessen: Keine Zweitstimmenkampagne für die FDP, hat Rösler selbst gesagt!
Aber okay, das war letztes Jahr, also auch schon in fernster Vergangenheit...


Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Ddraigfyre] #474054
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Die Wahl ist eh für die Katz, geht es doch lediglich um Pest (schwarz-gelb) oder Cholera (große Koalition), da sich die SPD nicht nachvollziehbarer Weise weigert, die linke Mehrheit - die es geben könnte - auch koalitionstechnisch umzusetzen und rot-rot-grün zu machen.

Meine einzige Hoffnung besteht in der folgenden Konstellation:

AfD und FDP kommen nicht rein bzw. CDU und FDP (und u.U. AfD) haben keine Mehrheit.
Es werden genug Stimmen in der SPD laut, die Rot-Rot-Grün fordern - Gabriel stellt sich quer, es gibt einen internen Putsch, es kommt irgendein anderer an die Macht, der die Koalition mit den Linken durchsetzt. Alleine aus dem Grund gönne ich den Linken jede Stimme, damit es der SPD möglichst schwer fällt, in die große Koalition zu gehen.

Allerdings ist das äußerst unwahrscheinlich. Dementsprechend lustlos bin ich, was den Sonntag angeht.


Nigel Powers: "There are only two things I can't stand in this world. People who are intolerant of other people's cultures... and the Dutch!"
Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: elgi] #474057
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Du willst allen Ernstes eine rot-rot-grüne Koalition? Was willst du denn bitteschön mit den Linken in der Regierung anfangen, die mit ihren Maximalforderungen (von denen sie auch nicht abweichen werden) gegen alles und jeden sind? Mein Gott, dann doch lieber eine Große Koalition ...

Der Wahlomat hat bei mir übrigens die Piraten ergeben. smile

Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Ralf] #474058
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Originally Posted By: Ralf
Du willst allen Ernstes eine rot-rot-grüne Koalition? Was willst du denn bitteschön mit den Linken in der Regierung anfangen, die mit ihren Maximalforderungen (von denen sie auch nicht abweichen werden) gegen alles und jeden sind? Mein Gott, dann doch lieber eine Große Koalition ...

Ja, ich will eine rot-rot-grüne Koalition und damit die Linken in der Regierung.

Und viele diese Maximalforderungen unterstütze ich.

http://www.die-linke.de/nc/dielinke/nach...mit-der-linken/

Ich stimme mit allen Punkten, die da genannt werden, überein. Vor allem was die Anhebung des Hartz4-Satzes und der Renten angeht.
Ich bin es leid, daß schon immer mit dem Argument der Nichtfinanzierbarkeit Schritte nicht unternommen werden, die die soziale Gerechtigkeit im Land stärken würden - und dennoch steigen die Staatsschulden, die Kassen vor allem in den Kommunen sind klamm und den Leuten gehts nicht wirklich besser. Ich kenne Menschen, die mit dem aktuellen Hartz4-Satz zu überleben versuchen. Auch kenne ich Menschen, die jahrelang gearbeitet haben und nun mit einer Rente auskommen müssen, die ich persönlich an einem guten Abend alleine für meine Alkoholrechnung hinlege!

Bei der Unterstützung der Linken geht es mir dennoch nicht darum, daß exakt die Vorstellungen umgesetzt werden, die sie haben - es ist naiv zu glauben, daß die Linken bei Aussicht auf Regierungsbeteiligung nicht vernünftig mit sich reden lassen würden (u.a. Gysi hat oft genug darauf hingewiesen, daß man über vieles reden kann).

Worum es mir geht, ist die Signalkraft einer solchen Koalition. Genauso wie manch einer sich über die FDP in der Regierung freut, weil sie ein gewisses Korrektiv für die CDU darstellt, wären die Linken Ähnliches für Rot-Grün. Es wäre ein Signal an die Gesellschaft, daß man zumindest versuchen will, wieder verstärkt die soziale Gerechtigkeit voranzubringen - ob man das letztendlich schafft, kann ich nicht sagen, aber es wäre das richtige Zeichen für mich in dieser Zeit.

Nur: Die SPD weigert sich ja vehement und geht lieber in die große Koalition. Angesichts der vermutlich 25-28%, die sie bei dieser Wahl bekommen werden, ist das dann Selbstmord, weil sie dann bei der nächsten Wahl vielleicht nicht mal über 20% kommen werden, weil sie sich unter Merkel wie auch nach 2005 schon auflösen werden...


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Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: elgi] #474060
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Ich pflichte Elgi in sofern bei, als dass Die Linke nicht das Schreckgespenst darstellt, als welches es speziell uns Westlern gern eingeredet wird. Zudem schätze ich sie ebenfalls als kompromissbereiter ein, als ihr Gepolter vermuten lässt.

Die Piraten empfinde ich nach den hoffnungsvollen Anfängen inzwischen nur noch als politisch angehauchtes Cabaret-Programm. Wer so konsequent jede auf dem Silbertablett angebotene Chance zur Profilierung vergeigt, ist nicht reif für "große" Politk.

Ich glaube, ich werde mal wieder ein bisschen SPD wählen. Schon allein, um den Steinbrück zu ärgern. Genosse Pannen-Peer hat ja nun mit solcher Inbrunst daran gearbeitet, sich jede Chance zur Kanzlerschaft zu versauen, dass es ihn bestimmt mächtig ärgert, wenn er am Ende auf wundersame Weise doch Kanzler wird.

Die Wahrscheinlichkeit ist natürlich extrem gering. Ich fürchte ebenfalls, dass es auf eine große Koalition hinauslaufen wird und Mutti uns noch weitere vier Jahre ins Koma lullt, damit wir vergessen, wie man uns ausblutet. Vor dem Stillstand ist nach dem Stillstand.


Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Ddraigfyre] #474069
20/09/13 09:09 PM
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Rot-Rot-Grün hätte was, dafür würde ich sogar den Steinbrück als Kanzler nehmen, ansonsten ist der mir einfach nur als Mensch unsympathisch. Seine Lächelversuche wirken immer so genervt. "schon wieder ne Kamera, jawohl ich Lächle, ihr sollt mich ja nett finden und wählen."
Alternativkanzler hab ich leider auch nicht.

Vielleicht sollte man Obama die dt. Staatsbürgerschaft geben, wenn er in Amerika arbeitslos wird nach der 2. Amtsperiode. Fußballer und Ärzte kauft man doch auch ein, warum nicht mal einen Kanzler?


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Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Alix] #474071
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Genau. Obama würde nicht nur wie Mutti den gesamten nahen Osten mit Waffen und Giftgas beliefern, sondern dazu auch gleich noch die Bundeswehr hinschicken, um alles kaputt zu hauen, damit deutsche Firmen anschließend per Exklusivvertrag alles wieder aufbauen können. Das stärkt nicht nur die Wirtschaft, sondern sorgt endlich mal für Vollbeschäftigung in Deutschland. Und obendrein kann man die ganzen lästigen HartzIVler da prima als Kanonenfutter entsorgen.


Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Ddraigfyre] #474081
21/09/13 03:01 PM
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think zumindest sieht er aber besser aus als Steinbrück und hätte schon deshalb mehr Prozente. Zumindest bei den weiblichen Wählern! wink

Ich weiß nicht, ob Obama in Amerika wirklich so viel von dem machen kann was er will.... ich glaube sowieso, keine Regierung kann gegen den Willen der Wirtschaft ernsthaft was machen und in Amerika gibt's, denke ich, einen noch viel stärkeren Einfluss der Wirtschaft auf die Politik.

Solange der Staat nicht Teile der Wirtschaft besitzt und dadurch eigenes Einkommen hat, ist er immer von Steuern abhängig und kann die großen Steuerzahler nicht zu sehr ärgern.

Leider ist die Produktivität in staatseigenen Betrieben nicht sehr hoch, die Arbeit im öffentlichen Dienst ist zu wenig "entlassungsgefährdet" bei Unfähigkeit. Insofern ist es egal ob CDU oder SPD regiert.

Last edited by Alix; 21/09/13 03:05 PM.

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Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Alix] #474086
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Ich fand 2008 den Hype um Obama schon absurd. Hat noch nichts vorzuweisen und wird gefeiert wie ein Messias. Etwas mehr Realismus bei der Einschätzung, was er tatsächlich schaffen kann, wäre besser gewesen. Und dann der Nobelpreis, na ja, der Friedensnobelpreis ist letztlich schon seit Jahrzehnten kaum noch ernst zu nehmen.
Natürlich um Klassen besser als sein Kontrahenten, aber trotzdem ein amerikanischer Politiker. Wenn mein Land von ihm regiert werden würde, wäre das eher ein Grund zum Auswandern. Abgesehen davon, wer für eine Ausweitung der Todesstrafe eintritt, ist sowieso nicht diskutabel.

Laut Wahlomat habe ich eine Übereinstimmung von über 90 % mit den Linken, die SPD kommt nach den gleichplatzierten Grünen und Piratten erst auf Platz 4. Wobei die Grünen momentan für mich auch nicht wählbar sind, vielleicht nach Austausch der Chefetage wieder.
Was zum Thema SPD passt. Da habe ich auch nicht verstanden, wie die Partei Steinkrück zum Spitzenkandidat machen konnte. Beide komplett verbrannten Steine hätten von Gabriel schnellstens entsorgt werden sollen, der nach dem Aufräumen dann auch zu verschwinden hatte. Statt Steinbröckel ein SOZIALdemokrat an der Spitze wäre schon nett gewesen und seit langer Zeit mal wieder eine Abwechslung.

Die Abneigung der SPD gegen die Linke wird mehrere Gründe haben. Da ist sicher noch einiger Hass auf die WASG vorhanden. Außerdem dürften die geringen Prozente der SPD schließlich zu einem großen Teil auf das Konto der Linken gehen, deren Wähler ja vermutlich ohne diese Alternative mehrheitlich die SPD ankreuzen würden. Und schließlich einfach Angst, weil es noch genügend im Kalten Krieg sozialisierte Wähler gibt, die annehmen bei etwas Macht für die Linke würde gleich Stalin die Herrschaft übernehmen.
Mehrheitlich wohl in Bayern zu finden, die lieber einen neuen Idi Alpin auf ihren Thron haben wollen. Dieses Wahlergebnis lässt sich sicher am Einfachsten mit einem Zitat von Otto erklären (in etwa): 'In der Bundesrepublik werden 3 neue Irrenanstalten gebaut, eine in Hamburg, eine in Frankfurt und Bayern wird überdacht.'
Dabei ist dieses Ergebnis auch sehr gefährlich. Die FDP hat es nicht geschafft. Eventuell geht dann deren Zweitstimmenkampagne tatsächlich auf. Man kann ja nicht davon ausgehen, dass bei genügend der Denkaussetzer von 2009 inzwischen ausreichend Hirn in den Kopf getröpfelt ist.

Ach ja, noch ein wenig Motivation für Morgen.

Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Steffen] #474088
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Originally Posted By: Steffen
Die Abneigung der SPD gegen die Linke wird mehrere Gründe haben. Da ist sicher noch einiger Hass auf die WASG vorhanden. Außerdem dürften die geringen Prozente der SPD schließlich zu einem großen Teil auf das Konto der Linken gehen, deren Wähler ja vermutlich ohne diese Alternative mehrheitlich die SPD ankreuzen würden. Und schließlich einfach Angst, weil es noch genügend im Kalten Krieg sozialisierte Wähler gibt, die annehmen bei etwas Macht für die Linke würde gleich Stalin die Herrschaft übernehmen.

Das stimmt schon. Aber der SPD sollte klar sein, daß sie mit einer weiteren großen Koalition - unter Merkel! - mit größter Wahrscheinlichkeit nicht weiter an Stimmen gewinnen wird, siehe letzte große Koalition. Zumal sie so den Linken noch mehr Möglichkeiten geben werden, sich in der Opposition im Bereich der SPD zu profilieren.
Von daher wäre parteipolitisch eine große Koalition völlig unvernünftig. Am ehesten würde sich aus dieser Warte heraus anbieten, keine große Koalition einzugehen (natürlich schön inszeniert mit Verhandlungen, die sie dann platzen lassen) und aber auch keine Koalition mit den Linken, wenn sie sie denn so sehr fürchten.

Sollte die SPD stattdessen mit dem Argument "Das Beste für das Land tun und der Stimme der Volkes folgen" kommen, würde sich ebenfalls eine rot-rot-grüne Koalition anbieten (also voraussichtlich natürlich, sicher ist es ja noch nicht). Denn wenn es eine Mehrheit links der CDU gibt, dann ist das ebenfalls Volkes Stimme. Dann könnten sie auch nicht sagen, daß sie nicht mit den Linken koalieren werden.

So oder so: Die Linke ist in der Tat die größte Gefahr für die SPD, wenn wir uns nur das Abstimmverhalten anschauen. Aber politisch gesehen sind die programmatischen Überschneidungen immens. Insofern wäre durchaus im Sinne der Sozialdemokratie, möglichst schnell eine Annäherung einzuleiten - und diese Wahl würde eine große Chance dafür darstellen. (Aber wie gesagt nur mit neuen Leuten an der Spitze... denn die aktuellen SPD-Granden haben ja eine Zusammenarbeit ausgeschlossen.)


Nigel Powers: "There are only two things I can't stand in this world. People who are intolerant of other people's cultures... and the Dutch!"
Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: elgi] #474090
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Neben dem Wahl-o-Mat ist http://www.wen-waehlen.de/ auch noch ziemlich praktisch.

Ich werde den Piraten meine Stimmen geben. Obwohl sie relativ konsequent belaechelt bzw. ignoriert werden, sind sie doch die einzige Partei, die fuer mich wichtige Punkte im Programm haben. Klar scheinen sie etwas verwirrt zu sein und muessen noch viel lernen, aber wie man so oft hoert -- waren das die Gruenen anfangs nicht auch?

Bei den ganzen Wahl-o-Maten war ich erschreckt, wie wenig Ansichten ich offenbar mit der CDU/CSU teile. Ansonsten halte ich von keinen der etablierten Parteien besonders viel.

Wovon ich ebenfalls nichts halte, ist uebrigens taktisches Waehlen. Da waehlt man dann eine Partei, mit der man eigentlich nicht viel anfangen kann, nur um zu einem Endergebnis zu kommen, dass vielleicht marginal besser ist als ein anderes, das man sonst haette. Wenn das alle machen, kann doch nur jedes mal nur wieder was verzerrtes dabei zustande kommen. Ist zwar nicht ganz so schlimm wie in den USA (Demokraten oder Republikaner), aber angenommen niemand wuerde aus Ueberzeugung waehlen -- wie soll denn dann jemals was neues aus dem Einheitsbrei rauskommen?


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Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Arhu] #474091
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Oder - etwas weniger komplex - hier für den Direktkandidaten-Check: http://kandidatencheck.abgeordnetenwatch.de/


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Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Alix] #474092
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Originally Posted By: Alix
think zumindest sieht er aber besser aus als Steinbrück und hätte schon deshalb mehr Prozente. Zumindest bei den weiblichen Wählern! wink

Tja, es ist traurig aber wahr, dass ein nicht unerheblicher Teil der weiblichen Wählerschaft nicht nach politischen Programmen wählen geht, sondern nach Sympathie zum visuellen Aushängeschild...


Originally Posted By: Arhu
Obwohl sie relativ konsequent belaechelt bzw. ignoriert werden, ...

Wie soll man denn auch jemanden wahrnehmen, der sich in der heißen Phase nicht mal bei seiner "Kernkompetenz" (siehe NSA) wenigstens durch ein leises Piepsen bemerkbar macht, sondern sich stattdessen mit internem Kasperletheater blamiert?


Originally Posted By: Arhu
Ist zwar nicht ganz so schlimm wie in den USA (Demokraten oder Republikaner) ...

Doch, ist es. Schwarz-Gelb und Rot-Grün, da hast Du Deine Republikaner und Demokraten. Beide Lager haben sich bereits lange vor der Wahl immer wieder verbal auf ihre Koalitionspartner festgelegt und jegliche Alternative ausgeschlossen. Damit allein haben sie doch deutlich gezeigt, wie sehr ihnen letzlich "Volkes Wille" am Arsch vorbeigeht. Die Arroganz, mit der die politische Klasse das Wahlvieh auf die Weide treiben will, steht amerikanischen Verhältnissen längst nicht mehr nach.


Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Ddraigfyre] #474093
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Originally Posted By: Ddraigfyre
Die Arroganz, mit der die politische Klasse das Wahlvieh auf die Weide treiben will, steht amerikanischen Verhältnissen längst nicht mehr nach.

Ich verstehe den Zusammenhang zwischen der Arroganz und dem getriebenen Wahlvieh nicht. Wenn das Wahlvieh aus mündigen Bürgern bestünde, würde es gerade wegen der genannten Arroganz bewußter mit der Wahl auseinandersetzen und Alternativen wählen bzw. seine Stimmen anders verteilen (also keine 40% der CDU und keine 30% der SPD z.B.).

Jetzt gibt es natürlich immer die schöne Ausrede, daß auch am Desinteresse der Leute die Politik schuld sei. Klar, immer schön die Schuld bei anderen suchen, ist natürlich auch was ganz Nettes. Aber doch recht kurzsichtig und banal, wie ich finde.


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Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: elgi] #474097
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Originally Posted By: elgi
Wenn das Wahlvieh aus mündigen Bürgern bestünde, würde es gerade wegen der genannten Arroganz bewußter mit der Wahl auseinandersetzen und Alternativen wählen bzw. seine Stimmen anders verteilen (also keine 40% der CDU und keine 30% der SPD z.B.).

Na, dann hast Du doch alles richtig verstanden. Die Mehrheit der Bürger verhält sich genau so, wie die Politik es erwartet. Nur verhält sich die Politik nicht so, wie die Mehrheit der Bürger es von ihr erwartet...

PS: Um es mal deutlicher zu machen:

Wenn schon Monate vor der Wahl erkennbar ist, dass es ein Kopf-an-Kopf-Rennen wird, dann zeigen solche wiederholten Weigerungen, mit jemand anderem zu koalieren als dem eigenen Wunschpartner, doch der jeweils anderen Hälfte des Volkes den Stinkefinger.

Wobei Merkels Äußerung "zur Not auch mit nur einer Stimme Mehrheit" mit Schwarz-Gelb an der Macht bleiben zu wollen, eine Arroganz gegenüber dem politischen Willen der Hälfte der Bevölkerung darstellt, die wirklich ihresgleichen sucht. Und selbst bei dieser einen Stimme Mehrheit wird dann wieder der hirnverbrannte Schwachsinn von einem "eindeutigen Wählerauftrag" gefaselt werden. Wären wir hier nicht alle so gut dressiert, würde das wie anderswo in einen Bürgerkrieg münden.

Last edited by Ddraigfyre; 22/09/13 08:53 AM.

Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Ddraigfyre] #474103
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Tja, es ist traurig aber wahr, dass ein nicht unerheblicher Teil der weiblichen Wählerschaft nicht nach politischen Programmen wählen geht, sondern nach Sympathie zum visuellen Aushängeschild...

Sagen wir mal so, es gibt ja kaum weibliche Kanditaten, die Männer optisch ansprechen, sonst würden wohl auch einige Männer mit den Augen wählen.

Meine Tochter z.B. sie würde gern SPD wählen, aber der Kanzlerkanditat geht gar nicht. Ich glaube Frauen erkennen ein falsches Lächeln besser!

Sie hat sich sehr mit den Programmen und Kanditaten befasst, auch das Duell angeschaut, es ist ihre erste Bundestagswahl.
Sie ist grün/links eingestellt denke ich, aber Steinbrück ist ihr einfach nur unsympatisch. Ich weiß nicht, wen sie nun wirklich gewählt hat.

Ich hab nur den Wahlomat bemüht und der sagt mir ich hab die meiste Übereinstimmung mit links. Aber irgendwie ist es egal ob
Schwarz-Gelb oder Rot-Grün, da stimme ich Ddraig zu. Die machen doch sowieso was sie wollen.

Da ich gelesen habe ( http://www.wahlrecht.de/lexikon/wahlkampfkostenerstattung.html ) dass jede Partei, für eine für sie abgegebene Stimme Geld bekommt geh ich immer wählen. Sonst schenke ich ja eine prozentualen Anteil auch an die Parteien, die ich gar nicht leiden kann.

Last edited by Alix; 22/09/13 02:01 PM.

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Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Alix] #474104
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Aber irgendwie ist es egal ob
Schwarz-Gelb oder Rot-Grün, da stimme ich Ddraig zu. Die machen doch sowieso was sie wollen.

Aber die programmatischen Unterschiede zwischen den beiden Lagern sind doch auffällig, da kann man doch nicht sagen, daß es egal ist, wer von beiden das Sagen hat.

Ich komme mit meinem Lieblingsbeispiel: Bürgerversicherung. Die einen wollen sie einführen, die anderen nicht. Das IST ein Unterschied. Ähnliches gilt beim Mindestlohn. Oder bei Steuerfragen. Oder beim Betreungsgeld. Usw. usf.

Das einzige Problem ist, daß es nicht für rot-grün reichen wird. (also aus meiner Sicht... andere mögen sich ja sogar schwarz-gelb wünschen, da sie bei den angesprochenen Punkte eher auf deren Seite sind)


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Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Alix] #474105
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Meine Tochter z.B. sie würde gern SPD wählen, aber der Kanzlerkanditat geht gar nicht.

Da haben wir das nächste Problem, dass viele Menschen offenbar nicht begreifen, dass nicht der Kanzler in diesem Land Politik macht, sondern seine Partei. Sonst bräuchten wir die Parteien nämlich nicht, sondern könnten zur Monarchie zurückkehren. Der Kanzler ist kein Alleinherrscher und letztlich kann es mir scheißegal sein, ob der mir sypathisch ist oder nicht, solange seine Partei die Politik macht, die meine Ziele vertritt. Selbst beim vermeintlich "mächtigsten Mann der Welt" - dem Präsi der USA, sehen wir doch immer wieder, wie machtlos der oft ist, wenn der Kongress nicht so will wie er.


Originally Posted By: Alix
Aber irgendwie ist es egal ob Schwarz-Gelb oder Rot-Grün, da stimme ich Ddraig zu. Die machen doch sowieso was sie wollen.

Schön, dass Du mir schon bei Dingen zustimmst, die ich weder gesagt noch gemeint habe - aber zumindest beim "Die machen doch sowieso, was sie wollen" liegst Du leider richtig. Das liegt daran, dass die "Demokratie" in diesem Land sich aufs Kreuzchen machen beschränkt und der Bürger die nächsten 4 Jahre dann nicht mehr gefragt wird und nichts mehr zu melden hat.


Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Ddraigfyre] #474120
23/09/13 08:28 AM
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Tja, da haben wir nun wieder den Salat für die nächsten vier Jahre. Wirklich überrascht hat nix, dennoch durfte gezittert werden, denn den totalen sozialpolitischen SuperGAU - eine absolute Mehrheit der Union - hatte wohl niemand wirklich auf dem Plan. Aber daran sind wir ja Gott sei Dank noch haarscharf vorbeigeschrammt. Man sollte halt niemals die ignorante Borniertheit der geBILDeten Massen unterschätzen.

Der größte Gewinner neben der Union ist sicher die AfD. Von Null auf fast fünf Prozent ist zwar deutlich weniger, als sie sich selbst versprochen hatten, die Enttäuschung dürfte sich dennoch in Grenzen halten. Ich glaube, die wissen, dass sie ihr zweistelliges Ergebnis bei der nächsten Wahl bekommen werden, wenn die Eurokrise einen neuen Höhepunkt erreicht hat und Deutschland dank seiner überaus spendablen Europapolitik dafür das letzte Hemd ausgezogen wird. Dann dürfen wir vielleicht auch schon die ersten Wellblechslums um deutsche Städte wachsen sehen - soziale Unruhen inklusive.

Als einziger Trost diesmal bleibt der Umstand, dass die FDP endlich in der politischen Bedeutungslosigkeit verschwunden ist, in die sie gehört. Das infantile Gestammel von Milchbubi Rösler nicht mehr ertragen zu müssen, wird sehr erholsam sein.

Beunruhigend ist die immer noch hohe Popularität der NPD in den neuen Bundesländern. Während sie sich im Westen in Nullkommairgendwas-Bereichen bewegt, taucht sie im Osten in fast jedem Wahlkreis mehrprozentig auf, oftmals sogar noch vor den Grünen. Na ja, bei Kohl blühen die Landschaften eben anders...

Für Elgis erhofftes Rot-Rot-Grün sollte es mit 3 Sitzen Mehrheit ganz knapp reichen, aber eine große Koalition scheint mir so gut wie sicher. Es sei denn, die Grünen lassen sich von Miss Mörkl auf ein Schäferstündchen einladen. Auch nicht sehr wahrscheinlich. Ich bin jedenfalls ganz froh, dass ich in Siggis roter Enklave lebe - eine der wenigen, die noch geblieben sind. Ansonsten sieht die Wahlkreiskarte für Deutschland ja ziemlich finster aus...


Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Ddraigfyre] #474124
23/09/13 12:54 PM
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Originally Posted By: Ddraigfyre
Da haben wir das nächste Problem, dass viele Menschen offenbar nicht begreifen, dass nicht der Kanzler in diesem Land Politik macht, sondern seine Partei.

Stimmt schon, doch man will auch einen "schönen/netten" König!
Ich denke die SPD und auch die Grünen hätten deutlich mehr Prozente bekommen, wenn ein anderer Kanzlerkandidat dagewesen wäre. Die Gefahr, dass Peer Kanzler wird ist einfach zu groß gewesen. "Der kann uns doch im Ausland nicht repräsentieren" war eine der noch milden Äußerungen über ihn, die ich bei Gesprächen gehört habe. "Dann lieber Merkel." Eine Physiotherapeutin hat mir erzählt, das sie immer SPD gewählt hat die letzten Jahre, aber dieses Jahr CDU. "Merkel ist um längen Auslandstauglicher als Steinbrück. Der hat einfach kein Benehmen und sein Lächeln wirkt immer gezwungen."

Mag sein, dass Männer andere Maßstäbe haben, als Frauen (Ich lese gerade das Buch "Warum Frauen nicht einparken können und Männer nicht zuhören"). Männer achten sicher nicht so darauf, wie ein Mensch rüberkommt, sondern mehr auf das was er sagt.
Aber um mit RPG Worten zu reden. Peer's Charismawert ist bei -9, der von Merkel wahrscheinlich bei +3 und der von Obama bei +7, auf einer Skala von (-10,10)

Originally Posted By: Ddraigfyre
Schön, dass Du mir schon bei Dingen zustimmst, die ich weder gesagt noch gemeint habe - aber zumindest beim "Die machen doch sowieso, was sie wollen" liegst Du leider richtig. Das liegt daran, dass die "Demokratie" in diesem Land sich aufs Kreuzchen machen beschränkt und der Bürger die nächsten 4 Jahre dann nicht mehr gefragt wird und nichts mehr zu melden hat.

Ich bezog meine Zustimmung auch auf "die machen was sie wollen".

Gerade wegen der "Parteirichtlinienpolitik" und weil der Kanzler nicht wirklich Macht hat in Deutschland wäre es sinnvoll, wenn die SPD einen mit mehr Charisma ausgesucht hätte und die Grünen nicht mit dem "Veggiday" die Fleichfutterer verschreckt hätten.

Ich finde es aber gut, dass die CDU keine absolute Mehrheit hat.
"Schwarz/Grün" wäre doch mal was oder "Schwarz/Links" aber die werden wohl die große Koalition wählen, mal sehen, wo sie Peer hinstopfen. Als Finanzminister könnte ich mir den gut vorstellen oder als Verteidigungsminister, aber nicht als Staatsrepräsentant.

think Was passiert eigentlich, wenn die CDU keinen Koalitionspartner findet? Neuwahlen? Wäre natürlich eine Option für die SPD.

Obwohl ROT/ROT/GRÜN ist ja auch eine Option. Dann kann Peer sogar Kanzler werden.
Bin mal gespannt.


Originally Posted By: Ddraigfyre
bei Kohl blühen die Landschaften eben anders..

Solange der Lohn hier bei uns deutlich unter Westniveau liegt und es an Ärzten und Arbeitsplätzen mangelt wird sich da nicht viel ändern, vor allem, wenn die Jugend weiterhin abwandert.
Die Ergebnisse der Jugendwahl sind deutlich weiter links.
Aber mit Sprüchen wie "was interessiert mich die Jugendwahl" kann man nicht wirklich punkten. Soweit mich meine Kinder informierten, ist die FDP bei Jugendlichen in ihrem Freundeskreis durchgefallen.

Last edited by Alix; 23/09/13 01:06 PM.

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Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Alix] #474125
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Originally Posted By: Alix
Stimmt schon, doch man will auch einen "schönen/netten" König!

Für mich muss er weder schön noch nett sein, sondern eine vernünftige Politik vertreten. Aber wenn nur Menschen mit politischer Intelligenz wählen gehen würden, dann würde die Wahlbeteiligung wohl unter 10% liegen. Die meisten Leute verwechseln Wahlen doch mit Lotto spielen: Mal irgendwo ein Kreuzchen machen und hoffen, dass man dabei gewinnt.


Originally Posted By: Alix
"Der kann uns doch im Ausland nicht repräsentieren" war eine der noch milden Äußerungen über ihn, die ich bei Gesprächen gehört habe. "Dann lieber Merkel." Eine Physiotherapeutin hat mir erzählt, das sie immer SPD gewählt hat die letzten Jahre, aber dieses Jahr CDU. "Merkel ist um längen Auslandstauglicher als Steinbrück. Der hat einfach kein Benehmen und sein Lächeln wirkt immer gezwungen."

Tja, und genau das ist dann so ziemlich das Gegenbeispiel von politischer Intelligenz. Wem politische Ziele egal sind, weil er sich lediglich Gedanken darüber macht, wie Kanzler/in im Ausland ankommt, der ist mit Verlaub gesagt zu dumm zum Wählen und verdient die ganze Scheiße, die ihm von der Politik vorgesetzt wird. Was hier in Deutschland passiert, DAS ist für uns wichtig - und nicht, ob das Ausland unseren Kanzler schick findet. Aber Demokratie bedeutet leider immer, dass eine intelligente Minderheit dem Willen einer ungebildeten Masse unterworfen wird, darum halt ich davon im Grunde auch nix.


Originally Posted By: Alix
Was passiert eigentlich, wenn die CDU keinen Koalitionspartner findet?

Dann tritt der soziale SuperGAU doch noch ein, mit einer schwarzen Minderheitsregierung. Für den Fall sollte man dann wirklich übers Auswandern nachdenken.


Originally Posted By: Alix
Obwohl ROT/ROT/GRÜN ist ja auch eine Option. Dann kann Peer sogar Kanzler werden.

Dahingehend würde ich mir wenig Hoffnung machen. Dafür ist die SPD unter der unsäglichen Schröder-Bande viel zu weit nach rechts gedriftet. Die müssen erst langsam wieder lernen, was Sozialdemokratie bedeutet, bis sie merken, dass sie mit der Linken mehr gemeinsame Ziele haben, als mit der Union.


Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Ddraigfyre] #474128
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Originally Posted By: Ddraigfyre
Für mich muss er weder schön noch nett sein, sondern eine vernünftige Politik vertreten.

Nun, da die Politik sowieso von den Parteien gemacht wird, darf er auch nett sein! (Es gibt im Ausland auch Frauen, die ein falsches Lächeln erkennen!) Ich weiß nicht, ob ein mürrischer Kanzler Deutschland global eher schaden würde.

Originally Posted By: Ddraigfyre

Dafür ist die SPD unter der unsäglichen Schröder-Bande viel zu weit nach rechts gedriftet. Die müssen erst langsam wieder lernen, was Sozialdemokratie bedeutet, bis sie merken, dass sie mit der Linken mehr gemeinsame Ziele haben, als mit der Union.

Vielleicht sollten die SPD mal den wahlomat bemühen! Ich glaube aber auch, dass der SPD einige weggelaufen sind, weil sie das sozial in ihrem Namen vergessen haben.

(Die SPD sollte sich vlt. an die Zeit vor der Machtübernahme der Nazis erinnern. Wenn mein Geschichtslehrer nicht gelogen hat und ich mich richtig erinnere, sind die Nazis ja demokratisch gewählt worden und legal an die Macht gekommen, weil damals KPD und SPD verfeindet waren.)


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Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Alix] #474129
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Originally Posted By: Alix
Ich weiß nicht, ob ein mürrischer Kanzler Deutschland global eher schaden würde.

Och, "global" gesehen tut Merkel Deutschland sicher gut. Nur dem deutschen Bürger tut sie mit ihrer Globalisierungspolitik nicht gut. Aber wenn Du Dich damit abfinden kannst, dass die EU und die Weltwirtschaft bestimmt, was in Deutschland Sache ist und nicht mehr Du als Bürger, dann ist Merkel für Dich perfekt. Merkel stellt europäische und wirtschaftliche Interessen über nationale Interessen und verstößt damit permanent gegen die Verfassung. Aber die interessiert hier ja keinen mehr, solange man sich wenigstens noch einmal im Jahr den Flug zum Ballermann leisten kann.


Originally Posted By: Alix
Wenn mein Geschichtslehrer nicht gelogen hat und ich mich richtig erinnere, sind die Nazis ja demokratisch gewählt worden und legal an die Macht gekommen, weil damals KPD und SPD verfeindet waren.

Die KPD war genauso republikfeindlich wie die NSDAP. Die waren demokratisch beide untragbar. Ansonsten guck mal rüber zu den Muslimbrüdern in Ägypten. Die haben den Aufstieg der NSDAP prima nachgespielt. In der jungen Demokratie allen Honig ums Maul schmieren und sich demokratisch wählen lassen, um anschließend die Demokratie zu demontieren und ein totalitäres Regime zu bilden. Leider gab's bei uns damals niemanden, der das im Keim erstickt hat, da haben die Ägypter mehr Glück.


Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Ddraigfyre] #474131
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Mit einer Globalisierung kann ich leben, selbst wenn das bedeutet, dass ein T-Shirt dann das doppelte kostet. Andere Völker wollen auch leben und wenn man dafür sorgt, dass es ihnen in ihren Heimatländer gut geht, dass ist auch alles o.k.

Ich denke schon, dass Europapolitik insgesamt eine gute Idee ist. Die Industrie ist global, eigentlich müsste die Politik auch global sein, wenn sie gegen Steueroasen etwas unternehmen will.

Ich will ansonsten nicht behaupten ich sei Merkel Fan. Ich betrachte sie nur als nicht so abgehoben wie Steinbrück. Gabriel z.B. würde mir auch zusagen. Selbst Rösler finde ich als "Mensch" in Ordnung. Brüderle, Westerwelle und Seehofer dagegen unmöglich.

Welche Anschauung ein Mensch hat ist mit egal, aber wie er sich gibt nicht.
Bei den Politikern hat man nur leider den Nachteil, dass deren Anschauungen so große Auswirkungen haben.

Was die KPD betrifft. Ich weiß es nicht. Unsere DDR Geschichtsschreibung war ja KPD freundlich. Aber es kann durchaus sein, dass sie eher linksradikal Richtung RAF waren. Ich hab aber auch keine Lust ein neueres Geschichtsbuch zu lesen. Ändern kann man die Vergangenheit sowieso nicht.


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Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Alix] #474133
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Originally Posted By: Alix
Mit einer Globalisierung kann ich leben, selbst wenn das bedeutet, dass ein T-Shirt dann das doppelte kostet. Andere Völker wollen auch leben und wenn man dafür sorgt, dass es ihnen in ihren Heimatländer gut geht, dass ist auch alles o.k.

Nein, liebe Alix. Globalisierung bedeutet, dass ein T-Shirt dann nur noch die Hälfte kostet, weil es in Indien von Kindern für Hungerlöhne unter katastropahlen humanitären Bedingungen für uns hergestellt wird, während es unsere heimischen Beschäftigten der Textilbranche zu HartzIV-Empfängern macht.


Originally Posted By: Alix
Ich denke schon, dass Europapolitik insgesamt eine gute Idee ist.

Eine Superidee. Vor allem wenn die EU uns z.B. vorschreibt, dass wir alle gefährlichen Triebtäter aus der Sicherungsverwahrung zu entlassen haben, die dann prompt die nächsten Kinder vergewaltigen und strangulieren. Oder wenn sie uns in Haftung nimmt, das Bruttosozialprodukt für die nächsten 30 Jahre den Griechen in den Hintern zu schieben, während Senioren in deutschen Altenheimen unbemerkt verhungern, weil das Pflegepersonal dank leerer Kassen und mangelhafter Ausbildung unterbezahlt, unterbesetzt und völlig überfordert ist.


Originally Posted By: Alix
Ich will ansonsten nicht behaupten ich sei Merkel Fan. Ich betrachte sie nur als nicht so abgehoben wie Steinbrück.

Also abgehobener und realtitätsfremder als Merkel kann man nun wohl kaum noch sein. Die internationale Presse bezeichnet sie inzwischen als "deutsche Margaret Thatcher". Finde ich sehr passend, denn Thatcher steht bis heute für Lobbypolitik, brutalen Sozialabbau und Verelendung der Arbeiterklasse. Die hat auch in ihrer Traumwelt des British Empire gelebt und die Realitäten im Land schöngeredet. Aber vielleicht kannst Du ja erklären, wo Steinbrück abgehoben sein soll. Im Gegensatz zu Merkel sieht der noch ganz gut, was in diesem Land los ist.


Originally Posted By: Alix
Welche Anschauung ein Mensch hat ist mit egal, aber wie er sich gibt nicht.

Tja, bei mir ist es genau umgekehrt. Ich lege mehr Wert auf die Persönlichkeit als auf eine falsche Fassade.


Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Ddraigfyre] #474143
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@Ddraig ouch Kannst Du eigentlich mal irgendetwas positiv sehen? rolleyes

Ich geb ja zu ich bin ein "positivseher" und glaube an das Gute im Menschen. Ich befasse mich sicher viel zu wenig mit der Politik im großen, weil mir die vielen Alltagsproblemchen wichtiger sind. Ich helfe lieber einer sozial schwachen Familie in Nachbarhaus, als für eine caritative Organisation zu spenden.

An der großen Politik kann ich sowieso nichts ändern, aber daran wie ich mit Leuten umgehe.

Mag sein, dass ich deshalb bei globalen Fragen falsch liege. Trotzdem denke ich das eine globalere Politik, also ein Versuch Gesetze weltweit durchzusetzen schon ein guter Ansatz ist, wenn auch sehr schwer umzusetzen. Und es nervt mich schon, wenn die EU sich um den Biegegrad der Gurken kümmert statt um Altenpflege und Bildung. Es gibt bestimmte Dinge da braucht man keine europäischen Gesetze, höchstens Empfehlungen. (z.b. Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen.)

Quote:
Ich lege mehr Wert auf die Persönlichkeit als auf eine falsche Fassade.

Ich sehe schon, ich muss an meinem Ausdruck arbeiten. Ich hasse eine falsche Fassade und die sehe ich besonders bei Leuten wie Steinbrück. Sicher auch bei Frau Merkel, aber gerade Frauen in der Politik müssen sehr viel Fassade benutzen, um in dieser Männerdominierten Welt eine Chance zu haben. Du brauchst nur mal alte Bilder von "Angie" anzuschauen. Männern läßt man viel mehr durchgehen, z.B. einen Stinkefinger. Immerhin war der zumindest echt und sehr passend. Mehr als das falsche Lächeln


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Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Alix] #474146
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Originally Posted By: Alix
@Ddraig ouch Kannst Du eigentlich mal irgendetwas positiv sehen? rolleyes

Kann ich. Nur gucken meiner Ansicht nach schon viel zu viele Leute durch die rosarote Brille, sonst hätten keine 42% CDU gewählt. Der Spruch vom roten Siggi über "das Merkelland, wo Milch und Honig fliessen", hat mich gestern vor Lachen vom Stuhl gehauen. Den hätte er mal VOR der Wahl bringen sollen.


Originally Posted By: Alix
Sicher auch bei Frau Merkel, aber gerade Frauen in der Politik müssen sehr viel Fassade benutzen, um in dieser Männerdominierten Welt eine Chance zu haben.

Dass Merkel 'ne Frau ist, glaube ich erst, wenn ich sie nackt sehe. Und das wiederum ist so ziemlich das Letzte, was ich will...


Originally Posted By: Alix
Männern läßt man viel mehr durchgehen, z.B. einen Stinkefinger. Immerhin war der zumindest echt und sehr passend.

Und für mich letztlich der entscheidende Faktor, tatsächlich mal wieder SPD zu wählen. badsmile


Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Ddraigfyre] #474152
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Der Stinkefinger als Grund SPD zu wählen? Nee! So was geht bei einem Fußballtrainer, aber nicht bei einem Menschen der Kanzler werden will. Ich denke das war ein Grund, dass er bei einigen endgültig durchgefallen ist.

Frau Merkel ist schon ein Frau! smile Aber ich denke, sie hat in ihrer Zeit als Physiker gelernt, wie man als Frau mit Männern umgehen muss, damit man akzeptiert wird. In naturwissenschaftlichen Fakultäten sind Frauen sehr rar. Sie ist nur leider in der CDU und die würde ich nie wählen.

Aber ich hoffe der Wahlausgang bewirkt bei der SPD auch einen Führungswechsel, denen fehlt mal eine Frau an der Spitze, um zu lernen wie man sich benimmt.

Im Moment interessiert mich die Koalition! Gibt es eine Minderheitsregierung? Oder Neuwahlen? Oder doch große Koalition, um die SPD an der Macht zu halten. Rot/Rot/Grün wäre eine echte Chance für sozialere Politik, aber wird am rechten Kern der SPD scheitern. Ich bin mal gespannt.


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Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Alix] #474154
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Huch, 25 Posts seit meinem letzten Besuch! Leider habe ich momentan wirklich nicht die Zeit, alle zu lesen, aber ich möchte doch zumindest anmerken, daß ich die mögliche Koalition Schwarz-Grün durchaus reizvoll fände. Auch wenn es dazu mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit (noch) nicht kommen wird, schon wegen der Situation im Bundesrat. Am Ende wird es ja doch die Große Koalition, die SPD pokert nur um einen möglichst großen Stück vom Kuchen. Bloß schade, daß Steinbrück da nicht mitmachen will, denn fachlich halte ich nach wie vor ziemlich viel von ihm (und den Stinkefinger fand ich auch nicht schlimm).

Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Alix] #474157
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Originally Posted By: Alix
Der Stinkefinger als Grund SPD zu wählen? Nee! So was geht bei einem Fußballtrainer, aber nicht bei einem Menschen der Kanzler werden will.

Tja, weißt Du - ich hab lieber jemanden, der mal im passenden Kontext den Stinkefinger zeigt, dafür aber ehrlich sagt was auf uns zu kommt, statt einer Betrügerin, die uns aus reiner Machtgeilheit vor der Wahl von vorn bis hinten die Hucke vollügt, nur um wiedergewählt zu werden.

Steuererhöhungen, wie von der SPD notwendigerweise geplant, hat sie ja kategorisch ausgeschlossen. Heute druckst der Schäuble rum, dass es ohne wohl nicht gehen wird. Und Du kannst ja mal raten, wer die wieder bezahlen darf. Sicher nicht die Bonzenvorstände der Großindustrie, wie das bei der SPD der Fall gewesen wäre, sondern wieder die, die ohnehin schon nix mehr haben.

Da jedes Volk die Regierung bekommt, die es verdient hat, wird es wohl so oder so eine Regierung unter CDU-Führung werden. Und da ist es letztlich egal, wer Juniorpartner wird. Der wird nur wieder die ganze Arbeit machen, für die Merkel sich dann auf die Schulter klopfen lässt.

Wirklich was ändern könnte tatsächlich nur eine Rot-Rot-Grün-Regierung, aber dafür muss die gesamte verknöcherte Spitze der SPD erst mal in Rente.


Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Ddraigfyre] #474162
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Originally Posted By: Ddraigfyre

Sicher nicht die Bonzenvorstände der Großindustrie, wie das bei der SPD der Fall gewesen wäre, sondern wieder die, die ohnehin schon nix mehr haben.


Da Rot-Grün in ihrer Amtszeit eben die Großindustrie entlastet hat, wäre ich mir da nicht so sicher, dass die SPD es diesmal wirklich dies umgesetzt hätte.

Last edited by Rei; 26/09/13 08:55 AM.
Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Rei] #474163
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Du solltest berücksichtigen, dass das die Regierung unter Schröder war, und die war fast weiter rechts als die Union. Kein SPDler hat dem Ansehen der Sozialdemokratie jemals mehr geschadet, als er. Und nach seinem Kurs haben Zehntausende ihr Parteibuch in den Müll geworfen. Der nachfolgende Absturz in der Wählergunst war für die SPD eine schmerzhafte Lektion, die werden sie nicht vergessen haben.

Es ging in diesem Wahlkampf ja auch speziell darum, die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren. Würden sie das nicht tun, wäre bei der nächsten Wahl Die Linke die neue SPD...


Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Ddraigfyre] #474182
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SPD/CDU Hätte eine komfortable Mehrheit und würde immerhin einen Großteil des Wählerwillens entsprechen. Rot/Rot/Grün wäre die einzige Alternative die einen Politikwechsel ermöglichen würde. Aber dafür ist die SPD zu weit rechts.

Und ich bleibe dabei, ein Kanzler sollte auch gewisse Umgangsformen haben. Nichts gegen Ehrlichkeit und Intelligenz, aber ein Kanzler ist ein Repräsentant für den Staat und da darf er sich nicht wie im Bierzelt benehmen!
Ich bin mal gespannt ob er doch noch einen Posten übernimmt, wenn SPD/CDU kommt. Wenn er sich dafür zu schade ist und lieber als Industrieberater Geld verdienen will, dann zeigt das nochmal mehr das er ungeeignet als Kanzler ist.

Last edited by Alix; 26/09/13 07:22 PM.

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Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Alix] #474189
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Originally Posted By: Alix
Und ich bleibe dabei, ein Kanzler sollte auch gewisse Umgangsformen haben. Nichts gegen Ehrlichkeit und Intelligenz, aber ein Kanzler ist ein Repräsentant für den Staat und da darf er sich nicht wie im Bierzelt benehmen!

Und ich bleibe dabei: Wer deswegen trotz Übereinstimmung mit SPD-Programmpunkten die SPD nicht gewählt hat, der hat nicht begriffen, wie Demokratie funktioniert.

Für mich ist geistig in keinster Weise nachvollziehbar, wie man sich an solch völlig lächerlichen Banalitäten hochziehen kann, wenn dieses Land zur Zeit weiß Gott mehr Probleme als Einwohner hat. Ich setze meine Prioritäten auf das Wesentliche und nicht auf blödsinnige Grinsebacken-Fassade, daher müssen wir darüber nicht länger diskutieren.

Frau Merkel zeigt dem Volk jeden Tag den Stinkefinger, nur nicht öffentlich...


Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Ddraigfyre] #474195
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Originally Posted By: Ddraigfyre

Sicher nicht die Bonzenvorstände der Großindustrie, wie das bei der SPD der Fall gewesen wäre, sondern wieder die, die ohnehin schon nix mehr haben.


Die, "die nix haben", zahlen sowieso keine direkten Steuern (und die indirekten werden, abgesehen von der Tabaksteuer, sehr wahrscheinlich nicht erhöht werden). Und daß man Schäuble jetzt selbst eine minimalst angedeutete Kompromißbereitschaft gegenüber Rot oder Grün negativ anlastet, finde ich schon witzig.

Achja, und unter Schröder hat die SPD selbstverständlich eine viel größere Wählerschaft erreicht (und das wohlgemerkt auch noch unter dem Post-Agenda 2010-Schröder) als unter Steinmaier oder Steinbrück. Schröder hat zwar die SPD-Linke bereits früh massiv verärgert (daher die Parteiaustritte), aber der Absturz in der Wählergunst fand erst als Konsequenz der Großen Koalition und der Wirtschaftskrise statt ...

Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Ralf] #474208
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Schäuble muss man zugute halten, dass er zu den wenigen in der Union gehört, die wenigstens einigermaßen mit der Wahrheit rausrücken, wenn alle anderen noch am Rumdrucksen sind. Daher hat (zumindest für mich persönlich) ein diesbezüglicher Kommentar von Schäuble mehr Gewicht, als wenn das vom restlichen merkelschen Fußvolk kommt.

Und es sollte klar sein, wie mein Kommentar gemeint war: Die "Keine Steuererhöhungen"-Nummer der Union finanziert sich mittel- und langfristig wieder wie üblich über Kürzungen beim Normalbürger, statt über Erhöhungen bei Spitzenverdienern.


Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Ddraigfyre] #474228
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Ja ja, sie werden sich schon zusammenraufen. Vermutlich wird tatsächlich ein Mindestlohn eingeführt, etwa bei 5 €, natürlich nicht für Leiharbeit, Werkverträge usw. Im Gegenzug wird die Mehrwertsteuer auf 22 % erhöht, die 2 Billionen Schulden müssen schließlich irgendwie weg und dies ist doch ein bereits erprobtes Mittel, die, die schon Nichts haben noch weiter Richtung Nichtexistenz zu treiben. Seehofer bekommt dann auch seine Maut, bis die EU sagt, "So geht das nicht" und die Bundesregierung mit größtem Widerwillen die Maut auf jeden ausdehnt.

Äußerst erfreulich ist aber natürlich das Verschwinden der FDP, dann darf sich der Herr Rösler jetzt also eine ordentliche Anschlussverwertung suchen. Die er sich aber wohl schon in der Regierung genügend erarbeitet hat. Vielleicht hat ja die Mövenpick AG ein nettes Pöstchen, wo er als gelernter Arzt genauso kompetent agieren kann, wie als Wirtschaftsminister. Allerdings muss sich ja auch noch die Pharmaindustrie für den Rauswurf von Sawicki bedanken.

Originally Posted By: Ddraigfyre
Beunruhigend ist die immer noch hohe Popularität der NPD in den neuen Bundesländern. Während sie sich im Westen in Nullkommairgendwas-Bereichen bewegt, taucht sie im Osten in fast jedem Wahlkreis mehrprozentig auf, oftmals sogar noch vor den Grünen. Na ja, bei Kohl blühen die Landschaften eben anders...
So katastrophal ist das nun eigentlich nicht, 2-3 Prozent hatte die NPD auch mal woanders. Die werden schon noch verschwinden, immerhin geht es gut bergab. Dafür hatten in 3 von 5 Ländern Linke und SPD (in der Reihenfolge) zusammen mehr Stimmen als die Union. In den anderen war kein großer Unterschied. Der Osten ist Rot, nicht braun. Also richtig rot, nicht dieses unsichtbare Infrarot der SPD-Chefetage.

Originally Posted By: Ralf
Und daß man Schäuble jetzt selbst eine minimalst angedeutete Kompromißbereitschaft gegenüber Rot oder Grün negativ anlastet, finde ich schon witzig.
Ein eventuell gebrochenes Wahlversprechen der SPD auf Grund einer möglichen Zusammenarbeit mit der Linken wird aber nicht als so witzig angesehen. Ist es parteiabhängig, was man darf?
Die Auswirkungen der Agenda 2010 haben sich ja letztlich erst mit der Zeit gezeigt, die wird durchaus für den Absturz mit verantwortlich gemacht.

Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Steffen] #474229
27/09/13 07:37 PM
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Originally Posted By: Steffen
Der Osten ist Rot, nicht braun. Also richtig rot, nicht dieses unsichtbare Infrarot der SPD-Chefetage.

Ich dachte immer, der Osten ist tot, aber da hab ich vermutlich einfach nicht richtig hingehört.
Deshalb vielen Dank, dass Du mein Gehör mit dieser erquickenden Volksarmeemusik wieder ein wenig freigeblasen hast.


Originally Posted By: Steffen
Ein eventuell gebrochenes Wahlversprechen der SPD auf Grund einer möglichen Zusammenarbeit mit der Linken wird aber nicht als so witzig angesehen. Ist es parteiabhängig, was man darf?

Definitv ja. Bei der Union sind die Leute das Lügen gewohnt, die Sozis sind so blöd, die unbequeme Wahrheit immer schon vorher an jede Glocke zu hängen. Also erwartet man von denen auch, dass nach der Wahl noch vor der Wahl ist. Blöd, die Sache mit dem Image und so.

Meine Prognose für die nächste Wahl:

Union 39%
SPD 22%
Die Linke 12%
AfD 11%
Grüne 9%
FDP 3%
Rest 4% (inkl. Piraten mit 1%)

Spätestens dann wird man bei der SPD über eine Rot-Rot-Grüne Koaliton nachdenken müssen, wenn man nicht komplett versacken will.


Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Ddraigfyre] #474316
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Wird ziemlich interessant werden, wer wieviel von seinen ursprünglichen Wahlversprechern nachgibt (OK, natürlich sind es 99% von der SPD).
Die AfD würde ich persönlich aber eher als eine der üblichen Eintagsfliegen sehen, mal sehen, wer in 4 Jahren den Namen überhaupt noch kennt.

Originally Posted By: Ddraigfyre
Deshalb vielen Dank, dass Du mein Gehör mit dieser erquickenden Volksarmeemusik wieder ein wenig freigeblasen hast.
Naja, irgendwie musste ich das mal unterbringen, hier hat es immerhin ganz gut gepasst.

Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Steffen] #474319
02/10/13 07:50 PM
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Originally Posted By: Steffen
Die AfD würde ich persönlich aber eher als eine der üblichen Eintagsfliegen sehen, mal sehen, wer in 4 Jahren den Namen überhaupt noch kennt.

Halte ich für unwahrscheinlich. Die Euro- und Europapolitikverdrossenheit nimmt zu, nicht ab. Nicht umsonst haben viele Politexperten denen gute Chancen eingeräumt, zumal sie auch weitaus professioneller aufgestellt sind als die Piraten, die man inzwischen leider wohl klar zu den Eintagsfliegen zählen darf.


Originally Posted By: Steffen
Naja, irgendwie musste ich das mal unterbringen

Du musstest? Ah, verstehe, Peking bezahlt dich dafür...


Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Ddraigfyre] #474327
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Na, was hast du denn geglaubt? Die Bezahlung ist zwar nicht besonders gut, aber, das sind nun mal einfach Leute, deren Aufträge man besser prompt erfüllt.

Der nächste Mai wird bei der AfD interessant, da müssen sie nur 3% erreichen. Laut meiner Einschätzung dürften sie das dann allerdings schon nicht mehr schaffen. Parteien, die nur wegen eines Punktes sichtbar sind, gehen normalerweise schnell wieder nach unten. Persönlich kann ich aber auch mit dem Rest deren Programms nicht viel anfangen. Also, vielleicht stecken da auch ein wenig eigene Erwartungen drin.

Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Steffen] #474406
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Irgendwer meinte neulich (ich glaube, es war ein Kommentator im Radio), SPD & CDU würden sich momentan aufeinander zubewegen, wie Igel beim Liebesakt.

Daß die FDP draußen ist, hat mich richtig gefreut : Endlich ist diese Parasitenpartei weg ! Immer nur auf Kosten andere herumparasitieren ... Und, daß eine 5%-Partei 80% von Deutschlands Wirtschaftspolitik bestimmen darf, das hat mich auch gewundert. Ich als Wähler fand mich jedenfalls in der Wirtschaftspolitik nicht durch diese 5%-Parteil namens FDP repräsentiert.

Schade nur, daß sie erstmals ALLES im Bundestag räumen mußten ... so 1-3 Parlamentarier hätte ich mir dann schon rein aus Oppositionsgründen gewünscht ...


When you find a big kettle of crazy, it's best not to stir it.
--Dilbert cartoon

"Interplay�.some zombiefied unlife thing going on there" - skavenhorde at RPGWatch
Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Steffen] #474413
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Originally Posted By: Steffen
Parteien, die nur wegen eines Punktes sichtbar sind, gehen normalerweise schnell wieder nach unten.

Na, das hätte damals mal einer der NSDAP erzählen sollen...


Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Ddraigfyre] #475978
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Da waren es durchaus mehrere Punkte. Und mit ihr ging es Ende 32 tatsächlich auch wieder bergab. Hat von Papen leider nicht mitbekommen.



So so, GroKo ist jetzt also das Wort des Jahres. Ich sehe dafür auch weiter gute Karrierechancen, z.B. Unwort des Jahres für die nächsten vier Jahre in Folge. Mal schauen, wann die ersten GroKodilstränen kommen (die Maut schreit doch direkt danach).

Eigentlich schade, wenn auch nicht anders zu erwarten, dass die Abstimmung in der SPD so ausging. Es hätte mich interessiert, wie die Parteioberen argumentiert hätten, um die Koalition trotzdem noch durchzuziehen.

Irgendwie ein etwas merkelwürdiges neues Kabinett. Kann es sein, dass unsere Kandisbunzlerin die SPD tatsächlich sympathischer findet als ihre Bajuwarenkasper? Die sind ja fast kalt gestellt worden. Das wäre zumindest gut nachvollziehbar.

Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Steffen] #475979
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Da die CSU dafür ja leider im Koalitionsvertrag so gut wie alle ihre (dämlichen) Sonderwünsche durchgebracht hat, war der Verlust des Innenministeriums wohl die "Bezahlung" dafür. Aber ganz ehrlich, viele Lichtblicke sehe ich im neuen Kabinett nicht, ganz unabhängig von der Partei (am ehesten noch Steinmeier als Außenminister und Schäuble weiterhin als Finanzminister) ...

Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Ralf] #483570
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Wer mir inzwischen richtig auf den Sack geht, ist der Herr Seehofer.

Wir haben eine Regierungskoalition aus drei Parteien: CDU, SPD und CSU. Da kommt zunächst mal die CDU mit 34.1% der Wählerstimmen. Dann die SPD mit 25.7%. Dann kommt eine ganze Weile gar nichts. Und dann sitzt irgendwo der Herr Seehofer mit seinen 7.4% und seinem Musikantenstadl ganz hinten im Bus, aber krakeelt ständig rum, als wenn er der Schattenkanzler von Deutschland wäre.

Warum hat bei der SPD eigentlich niemand den Arsch in der Hose, ihm zu sagen, dass er einfach mal die Schnauze halten soll, wenn Erwachsene sich unterhalten? Sein Monarchengehabe kann er in Bayern ausleben, da hat der Großteil der Bevölkerung sowieso bis heute nicht begriffen, was Demokratie bedeutet. Nur die Bundesebene soll er damit doch bitte verschonen.

Ich persönlich hoffe schwer, dass diese unselige GroKo möglichst bald den Bach runtergeht und sich doch noch eine RRG-Koalition zum Weiterregieren findet. Was sich da seit der Wahl abspielt, ist ja noch 10x schlimmer als die Elendsperiode 2005-2009.


Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Ddraigfyre] #483581
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Ich habe doch schon bei der letzten Koalition immer gesagt, daß die CSU viel mehr Mist baut (und vor allem: Mist labert) als die FDP. Wollte mir ja keiner glauben, weil die FDP halt eine wirklich miese Außendarstellung hatte. Jetzt im Kontrast zur SPD fällt es wenigstens mal so richtig auf. Und wenn dich DAS schon nervt, Ddraiggy, dann stell´ dir mal vor, wie sich die (immer noch) Mehrheit der Nicht-CSU-Wähler hier in Bayern fühlt! Wenn ich mal an einem Herzinfarkt sterben sollte, dann wird höchstwahrscheinlich "König Horst" dafür verantwortlich sein ...

Den Rest kommentiere ich mal lieber nicht, ich habe keine Lust auf Streit. smile

Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Ralf] #483586
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Die Rechnung fand ich während der Koalitionsverhandlungen schon witzig, als der Häuptling von Bajuvaristan Forderungen der SPD immer ausgerechnet mit Verweis auf das Wahlergebnis ablehnte, dafür aber das Regierungsprogramm zu einem CSU-Programm machen wollte. Und kein einziger Journalist kommt auf die Idee, ihn darauf hinzuweisen, dass natürlich gerade er Zwerg Nase ist. Gut und erschreckend domestiziert.

Allerdings, mit RR könnte ich zwar leben, mit G momentan nicht, erst, wenn sich dort wieder ein paar vernunftbegabte Leute hochgearbeitet haben.

Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Ddraigfyre] #483591
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Originally Posted By: Ddraigfyre
Warum hat bei der SPD eigentlich niemand den Arsch in der Hose, ihm zu sagen, dass er einfach mal die Schnauze halten soll, wenn Erwachsene sich unterhalten?

Auch wenn das eher eine rhetorische Frage ist und wir alle die Antwort kennen, möchte ich sie aussprechen:

Weil in der SPD eine Ansammlung von machtgeilen, rückgratlosen und ängstlichen Opportunisten das Sagen hat, die um jeden Preis regieren will - ohne jedoch die Linken zu sehr zu stärken. Das ganze Gerede darüber, daß die Linken nicht koalitionsfähig sein, ist meiner höchstbescheidenen Meinung nach nur ein vorgeschobener Vorwand, um in der lange anhaltenden Schwächephase der SPD keine "Konkurrenz" heranzuzüchten. Denn so viele inhaltliche Überschneidungen wie zwischen der SPD und den Linken gibt es ja nicht mal zwischen den linken und rechten Parteiflügeln der SPD! Von daher wollen sie wohl abwarten, wie es bei der nächsten Wahl ausgeht... ob sie die Schwäche der Union diesmal ausnutzen und ihre Stimmen vermehren können... um dann unter Umständen sogar ohne die Grünen und mit einer etwas schwächeren Linken dann die Koalition einzugehen.

Die Alternative, daß die aktuelle Regierung irgendwann stürzt und es noch in dieser Legislaturperiode zu RRG kommt, halte ich persönlich für Wunschdenken - das ich gerne teile, aber nicht für realistisch halte.

Solange die führenden Köpfe in der SPD nicht durch Menschen mit Kante und sozialdemokratischer oder gar sozialistischer Meinung ersetzt werden, wird sich an der Misere der SPD nichts ändern. Selbst wenn es Menschen nur mit Kante und ohne sozialdemokratische oder gar sozialistische Meinung wären, könnte es war werden. Aber mit der aktuellen Riege? Not in this lifetime!


Nigel Powers: "There are only two things I can't stand in this world. People who are intolerant of other people's cultures... and the Dutch!"
Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Ralf] #483597
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Originally Posted By: Ralf
dann stell´ dir mal vor, wie sich die (immer noch) Mehrheit der Nicht-CSU-Wähler hier in Bayern fühlt!

Ich werde mal eine Online-Petition starten, Bayern vom "Freistaat" zum richtigen Staat zu machen. Sie müssen nur versprechen, alle Nichtjodler vorher rauszulassen. Ihr bekommt dann die deutsche Staatsbürgerschaft. Oder wir verschenken Bayern an die Ösis, aber die wollen's bestimmt auch nicht haben...


Originally Posted By: elgi
ist meiner höchstbescheidenen Meinung nach nur ein vorgeschobener Vorwand, um in der lange anhaltenden Schwächephase der SPD keine "Konkurrenz" heranzuzüchten.

Definitiv. Die ahnen schon, dass die Linke sich langsam zur neuen SPD mausert, weil sie das sozialdemokratischere Programm haben...


Originally Posted By: elgi
Aber mit der aktuellen Riege? Not in this lifetime!

Exakt. Solange der ganze alte Schröder-Klüngel da noch die Fäden in der Hand hält, gibt's da keine Chance. Und solange werde ich sie auch nicht mehr wählen.


Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Ddraigfyre] #483601
01/03/14 10:57 PM
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Originally Posted By: Ddraigfyre
Exakt. Solange der ganze alte Schröder-Klüngel da noch die Fäden in der Hand hält, gibt's da keine Chance. Und solange werde ich sie auch nicht mehr wählen.

Gut, du mußt sie natürlich nicht wählen... und Schröder kann man vieles vorwerfen. Aber genau solche Leute braucht eine Partei, wenn sie tatsächlich mal aktiv regieren will. Damit meine ich nicht Schröders Politik - sondern seine resolute Art. Natürlich auch machtgeil, aber eben machtgeil bis zum Ende und nicht so halbkoscher wie Gabriel. Dazu noch Münte, der ähnlich skrupellos sein konnte, wenn es um die Sache ging. Und Fischer als kongenialer Partner auf der Grünen-Seite.
Nochmal, bevor du hyperventilierst: Über die tatsächliche Politik kann man streiten. Aber man kann ihnen nicht vorwerfen, was man Merkel z.B. mit Recht vorwerfen MUSS: Zögerlichkeit. Oder was man Gabriel vorwerfen sollte: Konturlosigkeit und Austauschbarkeit.


Nigel Powers: "There are only two things I can't stand in this world. People who are intolerant of other people's cultures... and the Dutch!"
Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: elgi] #483610
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Schröders Machtgeilheit hat sich bekanntermaßen doch wohl eher auf sein Ego und sein Bankkonto ventiliert und weniger auf seine politische Aktivität. Müntefering, Steinbrück, Clement und Co. - was hatte denn deren Politik noch mit Sozialdemokratie zu tun? Die haben mit ihrer Desozialisierung doch selbst der Union den Angstschweiß auf die Stirn getrieben. Was nutzen die "besten" Charakterzüge, wenn sie in die falsche Richtung gehen und Schaden statt Nutzen produzieren?

Vom dicken Siggi hätte man sich schon etwas mehr erwartet. Und Mutti ist nun mal bei Kohl in die Lehre gegangen, also macht sie's wie er: Auf dem breiten Arsch alles aussitzen. Der deutsche Gutbürger mag nun mal keine Politiker mit Kante, sonst hätte Kohl keine 16 Jahre regieren können und Merkel stünde auch nicht in ihrer dritten Amtszeit.


Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Ddraigfyre] #483697
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Na, wenn DAS kein Grund ist, die CSU zu wählen:

Im August 2012 präsentierte Wilfried Scharnagl, großer alter Mann der CSU und einst Intimus des legendären bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden Franz Josef Strauß, sein Buch mit dem Titel "Bayern kann es auch alleine". Darin beklagt er, Bayern sei das Opfer einer doppelten Transferunion - einmal lande viel Geld im Länderfinanzausgleich und dann gehe noch viel Geld nach Europa. Und dann fällt der Hammer: "Undenkbares darf oder muss gedacht werden" - damit meint der ehemalige CSU-Vordenker einen Austritt Bayerns aus Deutschland und vielleicht sogar aus der Europäischen Union.

Hat in Bayern angeblich 30% Zustimmung gefunden. Es besteht also durchaus Hoffnung.


Re: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. [Re: Ddraigfyre] #483819
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Auch für die Bundesliga. evil


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Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #554396
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Nach den jüngsten Landtagswahlen wird es mal wieder Zeit für mich, ein bisschen Spott und Bosheit abzulassen:

"Keine Sau braucht die FDP" hat die FDP auf ihre eigenen Wahlplakate in Brandenburg geschrieben. Ich finde es gut, dass sie das zum Ende nun auch selbst eingesehen hat. Wenn man eine reine Lobbyistenpartei für den Mittelstand ist, diesen Mittelstand aber über Jahre hinweg als Steigbügelhalter der Union selbst beseitigt hat, wer soll einen denn dann noch wählen? So viele Hoteliers gibt es in Deutschland nun mal nicht.

Keine Überraschung auch das Abschneiden der AfD. Wenn Frau Merkel Politiker von der Linken vom Verfassungsschutz überwachen lässt während sie den Islam zum "Teil Deutschlands" erklärt und Salafisten ungestört in den Fußgängerzonen Terroristen-Nachwuchs anwerben können oder als Sharia-Polizei auf Streife gehen - oder wenn sie im Kampf gegen den IS-Terror mal wieder den Pelz gewaschen haben will, ohne sich nassmachen zu lassen, während Waffenlieferungen an Kriegsverbrecher Israel nicht mal ansatzweise in Frage gestellt werden - oder wenn sie das Bruttosozialprodukt der nächsten drei Jahre den korrupten Regierungen der Griechen, Spanier und Italiener in den Arsch buttert, während die Armut in Deutschland kontinuierlich wächst und selbst zwei Jobs gleichzeitig für viele kaum noch zum Leben reichen, dann hat sie die AfD anscheinend schon zur neuen konservativen Führungselite auserkoren.

Bleibt als einzige Überraschung, dass die SPD in Brandenburg nicht ebenso kräftig Stimmen verloren hat, wie in Thüringen, obwohl sie das Konzept der Sozialdemokratie immer noch nicht wiedergefunden hat und lediglich zum neuen Dauersteigbügelhalter der Union avanciert. Ich sehe sie nach wie vor denselben Weg einschlagen, wie die FDP.


Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #554399
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Ich sehe das so, wozu braucht es noch die NPD, wenn es die AfD gibt. Die AfD verpackt ihren braunen Muell nur sehr viel besser.

Last edited by bigclaw6; 14/09/14 09:39 PM.

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Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #554401
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Das halte ich nun für Unsinn. Die AfD steht zwar am rechten Rand der Union, aber die NPD steht noch einen Kilometer weiter rechts. Mit einzelnen Punkten der AfD kann ich mich durchaus identifizieren, aber das trifft auf andere Parteien wie Linke und Grüne auch zu. Wählbar sind sie letztlich alle nicht oder nicht mehr.

Es gab verständlicherweise ein starkes Bemühen der etablierten Parteien, den Emporkömmling AfD in die NPD-Ecke zu drücken, welches aber nicht aufgegangen ist.


Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #554413
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Finde nicht, dass das Unsinn ist. Jetzt koenen alle, die zu feige waren, die NPD zu waehlen, halt die AfD waehlen - sie kommen sich dann nicht ganz so schaebig vor, haben aber trotzdem dieser miesen Politikerkaste mal voll die Meinung gegeigt. Und wenn es gegen den Euro und so geht, umso besser. Jawohlja.

Last edited by elgi; 15/09/14 03:07 AM.

Nigel Powers: "There are only two things I can't stand in this world. People who are intolerant of other people's cultures... and the Dutch!"
Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #554491
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Teilen der Union scheint die AfD ja gar nicht mal so unsympathisch zu sein. Und die Ergebnisse für die AfD bei den letzten Wahlen waren hoffentlich ein Weckruf für die deutsche Politik als Ganzes. Ob die AfD über kurz oder lang "salonfähig" wird, wird man sehen müssen. Auch die Piraten hatten ja bei ihrer Gründung unter allerlei Extremisten zu leiden, die gehofft hatten, eine junge Partei nach ihren Vorstellungen zurechtbiegen zu können. Wenn die AfD die dunkelbraunsten ihrer Mitglieder aussortiert, könnte ich mir schon vorstellen, dass sie sich im öffentlichen Meinungsbild als akzeptabel verankern kann. Sorgen macht mir eher der allgemeine Rechtsdrill in Europa, speziell in Frankreich.


Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #561323
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Bayern auf dem Weg zum Gottesstaat...:

CSU will härtere Strafen für Gotteslästerung

rolleyes


Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #561366
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Die Bayern sollten zu erst einmal zu Hause Hochdeutsch reden. stupid


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Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #561451
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Ach, es ist doch nun wirklich nichts Neues, dass die CSU verzweifelt versucht, die Stimmen von AfD- und Pegida-Anhaengern abzuschoepfen (schliesslich liegt sie in der letzten Umfrage wieder mal deutlich unter 50%!). Dafuer schrecken sie bekanntlich vor nichts zurueck, ernst nimmt das aber auch keiner ...

Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #561512
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Ich finde die Gemeinsamkeiten erstaunlich, die sich zwischen Bayern und der Türkei abzeichnen. Beide werden von einem größenwahnsinnigen Autokraten regiert und beide sind mehrheitlich von einer ungebildeten und frömmelnden Landbevölkerung bewohnt, die immer dieselbe Partei wählt...

badsmile


Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #597914
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Überraschendes Umfrageergebnis: Merkel bei CSUlern beliebter als Seehofer

Vor der Klausurtagung sorgt eine Umfrage unter CSU-Anhängern für Aufsehen. In der Beliebtheitsskala hängt Bundeskanzlerin Merkel den CSU-Vorsitzenden Seehofer ab. Dafür steht der bayerische Ministerpräsident bei einer anderen Partei hoch im Kurs.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist nach einer Umfrage bei den CSU-Anhängern beliebter als der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer. Nach einer Erhebung von Forsa für den "Stern" liegt CDU-Chefin Merkel in der Beliebtheitsskala mit 72 Punkten vor Seehofer mit 69 Punkten.

Der CSU-Chef, der seit Monaten die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin kritisiert und die Einführung von Obergrenzen fordert, ist in der AfD, die den Migranten-Zuzug entschieden ablehnt, fast so beliebt wie deren Parteichefin Frauke Petry. Seehofer kommt unter AfD-Anhängern auf 59 Punkte, Petry auf 61.

Wenn jetzt Bundestagswahl wäre, wäre der Umfrage zufolge nach wie vor nur eine Variante eines Zweier-Bündnisses denkbar: Nur Union und SPD kommen demnach zusammen auf eine Regierungsmehrheit. CDU und CSU büßen im Vergleich zur Vorwoche einen Punkt ein und kommen auf 37 Prozent. Die SPD kann einen Punkt auf 21 Prozent zulegen. Die AfD bleibt mit zwölf Prozent drittstärkste Kraft. Grüne und Linke verharren bei zehn beziehungsweise neun Prozent. Die FDP kann sich um einen Punkt auf sechs Prozent verbessern.

*Hüstel* Die CSU mag Merkel, die AfD mag Seehofer und die Wagenknecht mag alle beide. Ist doch kein Wunder, dass bald keiner mehr weiß, was er noch wählen soll. Aber wenn die Deutschen die "GroKo" so toll finden, dass sie sich gar nicht mehr davon trennen wollen, warum besinnt man sich dann nicht auf gute alte DDR-Traditionen?

Union und SPD werden zur Einheitspartei "EWP" verschmolzen (Einzig Wahre Volkspartei), die anderen Parteien werden verboten, weil sie ohnehin keiner mehr braucht, und Merkel wird Staatsratsvorsitz... äh, Bundeskanzlerin auf Lebenszeit mit Rentenanspruch in Chile.

Hätte auch den Vorteil, dass uns diese nervige Wählerei alle paar Jahre erspart bleibt, wo ja sowieso immer dasselbe bei rauskommt. Und Steuern spart es auch.


Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #598143
10/01/17 11:02 AM
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Maaßen will im Netz zurückschlagen.

Hö hö, wie will er das denn machen, wo das für uns doch alles noch Neuland ist. Aber Spaß beiseite, wenn russische Hacker verhindern können, dass Merkel zum vierten Mal Kanzlerine wird, dann sollten sie ein Spendenkonto einrichten - ich würde dafür zahlen.

Zumal es wohl tatsächlich danach aussieht, als würde die SPD tatsächlich den Mann zum Kanzlerkandidaten machen, der nicht nur beim Großteil der Bevölkerung, sondern auch in der eigenen Parteibasis so beliebt ist wie Fußpilz.


Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #598843
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DAS WORT ZUM MITTWOCH

Immerhin hat der dicke Siggi nun letztlich selbst gemerkt, dass ihn als Kanzler keiner haben will, das muss man ihm ja anrechnen. Stattdessen soll Schulz es machen. Gut, ob jemand mit dem Charisma eines Versicherungsvertreters nun so viel beser ist, darüber kann man streiten. Aber was besseres hat die SPD erstens sowieso nicht und zweitens wird die deutsche BILD-Leser-Elite ohnehin nur Merkel wählen, solange die noch mit dem Rollator ins Kanzleramt humpeln kann. Von daher also ziemlich egal.

Aber ach – nach der Erleichterung folgt dann gleich wieder ein Schock. Nachdem Gabriel als Wirtschaftsminister tatkräftig dabei geholfen hat, die soziale Ungleichheit in Deutschland zu maximieren und möglichst viele Waffen für Terrorstaaten zu verschiffen, will er nun Außenminister werden. Ausgerechnet. Er, der mit seinen diplomatischen Fähigkeiten jeden Gesprächspartner schon bei der Begrüßung verärgert. Na Prost Mahlzeit.

Warum macht er nicht was, bei dem man ihm die Kompetenz sofort abnehmen würde? Mit seiner Statur wäre er zum Beispiel der geborene Ernährungsminister. Ebenfalls glaubwürdig wäre vielleicht auch noch Landwirtschaftsminister, wenn man dafür einen echten Hornochsen braucht, der gerne knietief im Mist steht. Aber Außenminister? Ach, Siggi...


Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #598891
26/01/17 08:59 AM
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Die SPD freut sich über einen guten Umfrage-Start ihres designierten Kanzlerkandidaten Martin Schulz. Nach dem ARD-Deutschlandtrend geben ihm viele Bürger ähnlich gute Bewertungen wie Kanzlerin Angela Merkel (CDU). [...]

Zwar wissen 65 Prozent der Befragten nach eigenen Angaben bisher nicht, für welche Politik Schulz eigentlich steht. Dennoch gaben sie ihm gute Bewertungen.


Hach schön, oder? "Wer is dat, wat willer? Ejal, Hauptsache is nit Merkel." hahaha



Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #598898
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Er hat gegen Merkel auf jeden Fall mehr Chancen als Gabriel.

Dass Gabriel als Kanzlerkandidat nicht antritt, war mir klar, als Schulz seinen Rückzug aus dem EU-Parlament bekannt gab. Von daher wundert mich der sogenannte "Überraschungseffekt". Jeder normal denkende Bürger hätte das auf der Liste haben müssen. Gut, die Art und Weise von Gabriels Bekanntmachung ist etwas ......... Nun ja. Warten wir die Wahlen ab.

Und, ich mag Schulz und seine Art.


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Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #599801
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Ist es nicht immer wieder erstaunlich, wie plötzlich alle anfangen im tiefsten Dreck zu graben, wenn jemand sich um ein wichtiges Amt bewirbt? Davor scheint es immer keine Sau zu interessieren, ob jemand klumpenweise Dreck am Stecken hat.

Da kommt nun der Schäuble und vergleicht Schulz mit Trump, während sein Parteikumpel Seehofer dem richtigen Trump gerne seine Aufwartung machen möchte. Und plötzlich fällt auch den korruptesten Heuchlern im Parlament - den Unionspolitikern - ein, dass der Schulz als Europa-Präsi auch kein Wasser in Wein verwandelt hat, sondern fleißig auf Kosten der Steuerzahler durch die Gegend gejettet ist und seinen Freunden Pöstchen zugeschoben hat. Na, welche Überraschung.

Es ist Wahljahr und die etablierten Volksverarscher machen sich fit, um sich wieder händeweise gegenseitig mit Kot zu bewerfen. Und wenn man sich das so ansieht, dann wundert es einen plötzlich auch überhaupt nicht mehr, dass die Leute losgehen und ihr Kreuzchen bei der AfD machen...


Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #599804
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Und wenn man sich das so ansieht, dann wundert es einen plötzlich auch überhaupt nicht mehr, dass die Leute losgehen und ihr Kreuzchen bei der AfD machen...


Aber das Kreuzchenmachen bei der AfD liegt nicht an irgendwelchen politischen Gründen, sondern daß die entsprechenden Wähler dumme Vollidioten sind, die nur einen Vorwand brauchen, um ihr Gift der Unzufriedenheit zu verspritzen. Nur kommen sie sich halt geil dabei vor, wenn sie dann irgendwas von "Tja, aber die da oben verdienen ja mal ne Abreibung!" herumblöken.

Mein Vorschlag zur Güte: AfD verbieten und AfD-Wähler nach Holland deportieren.


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Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #599808
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Ich weiß nicht, ob Du es Dir damit nicht ein bisschen zu einfach machst - wie viele Politiker übrigens auch, die einfach alle AfD-Wähler als rechte Deppen kategorisieren und damit die eigenen Unzulänglichkeiten kaschieren.

Früher konnte man als Protestwähler nichts erreichen. Es wurden von jedem irgendwelche anderen Nischenparteien gewählt, was sich im Ergebnis aber unter "Sonstige" verteilte und damit unbeachtet blieb. Und viele, welche die Schnauze von der etablierten Politik voll hatten, sind erst gar nicht wählen gegangen.

Dann feierte die AfD ein paar kleine Erfolge und das Establishment in Berlin fing an, denen übermäßig viel Aufmerksamkeit zu schenken und - größter Fehler - öffentlich nervös zu werden. Und dadurch wurde plötzlich jedem klar, dass er mit der AfD die Damen und Herren im Bundestag tatsächlich mal richtig ärgern konnte. Das verpuffte nicht mehr irgendwo, sondern das traf. Die etablierten Parteien waren und sind immer noch die besten Wahlkampfhelfer für die AfD.


Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #599819
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Da muss ich Ddraigfyre wirklich mal Recht geben.


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Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #599823
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Originally Posted By: Ddraigfyre

Ich weiß nicht, ob Du es Dir damit nicht ein bisschen zu einfach machst - wie viele Politiker übrigens auch, die einfach alle AfD-Wähler als rechte Deppen kategorisieren und damit die eigenen Unzulänglichkeiten kaschieren.

Ich zitiere da einfach mal eine überzeugende Lebensweisheit:

"If it looks like a duck, swims like a duck, and quacks like a duck, then it probably is a duck."

Wer eine stramm rechte Partei wählt, ist in meinen Augen ein rechter Depp. Was für Gründe er dafür als Vorwand nimmt, sind in DER Frage zweitrangig.

Wer tatsächlich kein rechter Depp ist, aber trotzdem die AfD wählt, nur weil er irgendjemandem eine Lektion erteilen will, ist für mich sogar noch weniger Wert als ein rechter Depp.

Aber sowas versteht man in Deutschland natürlich nicht... weil ja das Wahlrecht sowas von selbstverständlich ist. Erst wenn man die AfD an die Macht protestgewählt hat und feststellt, daß es eben nicht so ist, wird man sich wünschen, daß man es sich zwei Mal überlegt hätte, bevor man irgendeinen Blödsinn mit seiner Stimme macht.


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Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #599846
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Das ist wohl nicht nur in Deutschland so, sondern allgemein, wie uns die Ereignisse der letzten Zeit deutlich gezeigt haben sollten. Polen, Ungarn, England, USA... Und in Frankreich und Holland hängen vielleicht auch bald die braunen Hosen auf der Wäscheleine. Deutschland gehört da eher zu denjenigen, wo die Bevölkerung mehrheitlich gegen den Rechtsruck steht. Noch, zumindest.

Wie groß das Potential der Protestwähler ist, hat man doch jetzt gut am sogenannten “Phänomen Schulz” sehen können. Mit dessen Erscheinen hat die AfD sofort ein paar Prozentpunkte verloren, die bei der SPD hinzugekommen sind. Da sind sie, die Leute, die keine Alternative zu Muttis fadem Eintopf mehr gesehen haben außer der AfD. Mit Schulz ist da vielleicht ein Hoffnungsschimmer aufgekeimt, doch mal wieder eine bürgernähere Politik in Deutschland zu bekommen als mit Merkel und ihrem Schoßhündchen Gabriel. Diese Leute sind nicht rechts, aber auch nicht links, sondern weitgehend unpolitisch. Denen ist egal, welche Farbe das Wahlplakat hat, solange sie von der Politik nicht überfahren und abgehängt werden.

Die hiesige Politik hat viel falsch gemacht mit der AfD. Vor allem hat sie diese Partei erst zu dem gemacht, was sie jetzt ist und ihr die Leute scharenweise zugetrieben. Am Anfang war die AfD ja nicht mal so weit rechts, sondern unter Lucke einfach nur konservativ und traditionell-bürgerlich. Sie ist dann so lange nach rechts geredet worden, bis sie immer mehr rechten Zulauf bekam und die Rechten da tatsächlich das Ruder übernommen haben. Das Problem haben sich die Herrschaften in Berlin in ihrer Blödheit selbst produziert.



Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #599853
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Originally Posted By: Ddraigfyre
Das Problem haben sich die Herrschaften in Berlin in ihrer Blödheit selbst produziert.


Und genau das ist für mich kein Grund. Wer letztlich bei der Wahl in diesem Jahr bei der AfD sein Kreuzchen macht, weiß ganz genau, bei welcher Partei er sein Kreuzchen macht. Und nur darum geht es mir. Deine ganzen Erklärungsversuche klingen ja schön und gut... aber am Ende machen nicht die Herrschaten in Berlin das Kreuzchen für uns, sondern wir selbst. Und wer zu dumm zum Scheißen ist und die AfD wählt, wird dann halt dementsprechend als rechter Depp bezeichnet. Und wer zu dumm ist, zu dumm zum Scheißen zu sein, und die AfD einfach nur aus Protest wählt: Der soll Ausschlag im Schritt bekommen.


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Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: elgi] #599854
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Originally Posted By: elgi
Wer letztlich bei der Wahl in diesem Jahr bei der AfD sein Kreuzchen macht, weiß ganz genau, bei welcher Partei er sein Kreuzchen macht.

Na, ich weiß nicht, ob Du den Leuten da nicht mehr Intelligenz zutraust als tatsächlich vorhanden ist...


Originally Posted By: elgi
Und wer zu dumm ist, zu dumm zum Scheißen zu sein, und die AfD einfach nur aus Protest wählt: Der soll Ausschlag im Schritt bekommen.

Zumindest können wir wohl doch ganz froh sein, dass der Gabriel unser neuer Chefdiplomat geworden ist und nicht Du. biggrin


Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #602982
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Oh Gott, ist das peinlich:

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Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ralf] #603085
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Was ist an König Horst und seinen Mannen nicht peinlich??? think


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Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #603864
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Ein Bißchen gruselig : http://www.ksta.de/nrw/landtagswahl2...rueck-26929390

Demnach haben CDU und FDP dazugewonnen, weil die Leute aus der Ober- und der Mittelschicht "mobilisiert" worden sind, und die Leute aus prekären sozialen Schichten der Wahl einfach fernblieben, so nach dem Motto : "Für uns wird sich ja sowieso nichts ändern".

Interessanterweise habe ich vor einiger Zeit etwas ähnliches sogar als Prognose irgendwo gelesen ... Ich weiß aber nur nicht mehr, wo ...

Im Grunde wird also nun wieder Politik für Ober- und Mittelschicht gemacht, nicht für die, für die es notwendig wäre.
Und daß damit soziale Unruhe entsteht, wird billigend in Kauf genommen, wil : Kapital läßt sich ja schnell irgendwohin transferieren ...


When you find a big kettle of crazy, it's best not to stir it.
--Dilbert cartoon

"Interplay�.some zombiefied unlife thing going on there" - skavenhorde at RPGWatch
Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #620594
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Allzu viel Grund zum Jubeln gibt das heutige Wahlergebnis ja nicht, aber über eines darf man sich schon freuen: Die CSU verliert in Bayern mehr als 10%! Tja, König Horst, das kommt davon, wenn man meint, in der Rhetorik unbedingt die AfD übertrumpfen zu müssen (die leider fast alles gewonnen hat, was die CSU verloren hat; offenbar haben die AfD-Wähler Seehofer und Konsorten also noch nicht mal geglaubt) ...

Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ralf] #620622
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Ich habe vorhin den Kommentar von Merkel gehört und da meinte sie: "Gegen uns kann keine Regierung gebildet werden" (Ausschnitt aus ihrer Rede).

Dann habe ich mir mal eine eigene Rechnung (von den Prognosen) gemacht. Was wäre wenn sich SPD, Linke, Grüne und FDP zusammen tun? Dann (ist natürlich unwahrscheinlich sad) wäre die CDU in der Opposition.


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Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #620666
24/09/17 06:56 PM
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Das wären dann ja fast schon italienische oder israelische Verhältnisse mit Multi-Zweckbündnissen, bei denen jeder weiß, daß sie sowieso keine vier Jahre halten werden (oder, falls doch, trotzdem keine Fortschritte bringen).

Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ralf] #620680
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Why not???


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Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #621095
25/09/17 11:08 AM
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Weil so viele große Egos und unterschiedliche Positionen kaum auf Dauer unter einen Hut zu bringen wären. Solange es gut läuft, okay - aber sobald es eine erste Krise gibt, droht die Auflösung. Dafür gibt es ja weltweit massig Beispiele und bei uns dürfte es kaum anders laufen. Mal davon abgesehen, daß die Linke sowieso kein echtes Interesse an Regierungsverantwortung auf Bundesebene hat (sonst würden sie nicht den NATO-Austritt zur unverhandelbaren Bedingung machen) ...

Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ralf] #622077
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Nun ja, so wie die CSU (mit Horstl) sich jetzt gibt und dass auch die ganzen Ansprüche der GRÜNEN und der FDP unter einen Hut zu bringen sind, zweifele ich, ob das eine stabile Regierung ergeben kann. Ob jede dieser Parteien bereit ist, so viele Kompromisse zu machen, dass es eine Jamaika-Regierung wirklich gibt, die alle Probleme zur Zufriedenheit Aller lösen kann. Das kann ich mir nicht vorstellen. Denn dann wären diese Parteien für mich nicht mehr glaubwürdig. Was sie vor der Wahl auch nicht waren.


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Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #622689
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Jamaika ist schon eine gute Idee, selbst wenn vier Parteien dabei sind, die ich nicht wählen würde, auch wenn ich es bei einer von denen schon gemacht habe. Die zerfleischen sich gegenseitig und in vier Jahren (eventuell natürlich auch früher hahaha) wird neu ausgewürfelt.

Interessant ist aber das, was Petry jetzt abzieht. Im ersten Moment hatte ich noch gedacht, das ist das übliche, mehrgleisige Fahren der afd, also eine Alternative für die zu schaffen, denen Höcke und Co. dann doch zu eklig sind.
Aber wie es zz. aussieht, könnte es tatsächlich schon länger geplant sein.
Da stellt sich natürlich sofort die Frage, wie viele Schläfer hat sie wohl in der Fraktion? Wäre ja eine ziemlich günstige Methode, sie steigt aus der Partei aus, gründet eine eigene und im passenden Moment wechseln die restlichen in die neue. Geht schnell, spart den Wahlkampf sowie sonstige demokratische Gepflogenheiten ein.
Hätte natürlich den Vorteil, dass man nicht warten muss, bis auch der letzte Idiot merkt, dass diese Partei ihn nicht vertritt und die afd schneller ihren verdienten Platz neben den Schwesterparteien npd, dvu, reps usw. unter ferner liefen einnehmen kann.

Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ddraigfyre] #623457
29/09/17 09:28 AM
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@Bigclaw: Ohne CSU könnten die sich mit Sicherheit sogar ziemlich leicht zusammenraufen, auch, weil die Grünen wohl unbedingt wieder mal in Regierungsverantwortung kommen wollen - schon um dafür zu sorgen, daß der Umweltschutz nicht komplett in Vergessenheit gerät. Mit der wild um sich schlagenden CSU fällt es aktuell aber in der Tat schwer, sich das als funktionierende Regierung vorzustellen - zumal bei der CSU ja wieder einmal jegliche Selbstkritik (außer der sinngemäßen "wir hätten noch mehr wie die AfD poltern müssen"-Pseudo-Selbstkritik) fehlt und Merkel an allem Schuld sein soll ...

Trotzdem hoffe ich, daß es klappt; schon deshalb, weil noch mal vier Jahre GroKo einfach eine Katastrophe wären. Auch das kennt man ja aus vielen anderen Nationen (z.B. Österreich): Langfristige GroKos fördern die extremen Rand-Parteien. Und eine noch stärkere AfD in vier Jahren (oder selbst bei einer früheren Neuwahl) können wir uns wahrlich nicht leisten.

Re: Vor der Wahl = Nach der Wahl [Re: Ralf] #623627
29/09/17 04:10 PM
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Ich bin ja auch froh, dass die GroKo vorbei ist. Was die AfD betrifft, hoffe ich, dass die sich in den nächsten 4 Jahren selbst auflösen.


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