Kalter Wind zog über die Hügelkette, es waren keine besonders großen Hügel und sie hatten noch nicht einmal einen Namen. Zumindest keinen der in der Welt bekannt gewesen wäre. Die Bauern der Umgebung nannten sie Goblinsquell.
Der Name brachte Stone zum Lachen, hier waren keinen Goblins und auch keine Quellen. Er fragte sich im inneren was Er hier eigentlich wollte und ob Er nicht dem dummen Geschwätz eines sterbenden alten narren aufgesessen sei. Und in der selben Sekunde schalt Er sich für seine lieblosen Gedanken an den Mann der sein Mentor in all den Jahren gewesen war.
Ferrwar, ein großer Magier, hatte Stone bei sich aufgenommen. Seine Eltern hatten sich an den Magier gewand um Stone zu verkaufen, das war ja auch Ihr recht, obwohl es in der Gesellschaft verpönt war mit dem eigenen Fleisch zu handeln.
Der Magier indes war ein gnädiger Mann und weise. Er wusste das Stone bei solchen Eltern nicht gut aufgehoben war und so lies Er sich auf den Handel ein. Hinzu kam das Ferrwar einen Nachfolger brauchte, einen Nachfolger der ihn würdig ersetzen konnte, wenn die zeit gekommen wäre. Und da die Magie immer sein ganzes leben in Anspruch genommen hatte gab es niemanden mit dem Er hätte ein Kind zeugen können.
Ferrwar hatte vor Stone zum Magier auszubilden, doch schon bald zeigte sich das Stone über keinerlei Talente in der Magie verfügte. Und doch lies Ferrwar seine Enttäuschung nicht an Stone aus, sondern erzog Ihn mit viel Liebe und lehrte Ihn wenigstens die theoretischen Seiten der Magie. Und Er schickte Stone zu den Wachen der Stadt damit Er dort die Kriegskunst erlernen könne.
Stone erinnerte sich an all das gute das Ferrwar Ihm gegeben hatte und wie dachte er jetzt über Ihn. Es war erst ein paar Wochen her das Ferrwar Ihn hatte zu sich bestellt, Stone mittlerweile ein Mann der seinen Dienst bei den Hütern der Gerechtigkeit aufgenommen hatte, zögerte keine Sekunde. Noch nie hatte Ferrwar Ihn rufen lassen, immer war Zeit bis Stone von alleine gekommen war, es musste also wirklich dringend sein.
Stone erreichte das Anwesen auf dem Er dank Ferrwar leben durfte und fand Ferrwar wie üblich in seinem Studierzimmer. Ein heller Raum, ordentlich aufgeräumt und nur wenige magische Artefakte zierten ihn. Stone wusste das Ferrwar noch mehr magische Gegenstände hatte aber die waren im Schloss des Prälaten, in einem Raum der nur von Ferrwar und dem Prälaten gemeinsam geöffnet werden konnte. Die mächtigen Artfakte so gesichert, ermöglichte es dem Prälaten Ferrwar zu vertrauen, aber Ferrwar hatte noch nie Interesse an der macht der Herrscher gezeigt.
Ferrwar sah auf und mit einem einzigen Blick riss Er Stone aus seinen Gedanken, alt war Er geworden. Stone sah Ihn an und empfand Schmerz in dem Wissen um das was unabwendbar war. Ferrwar sah diesen Schmerz und wie immer wenn Er seinen Ziehsohn ansah wurde alle reue weggewischt. Nein, Er hatte es richtig gemacht. Lieber einen Sohn der keine Talente in der Magie besaß und dafür offen und Ehrlich war, als.. aber diese Gedanken verbannte Ferrwar aus seinem Kopf. Keine Zeit für ein was wäre wenn. Und Er war stolz wenn er Stone so in seiner Rüstung sah. Nicht auf die Tatsache das sein Sohn ein Krieger geworden war, nein der umstand das Stone sein Leben in den Dienst der Allgemeinheit gestellt hatte machte Ihn glücklich.
Stone sah auf aber in den Hügeln drohte keine Gefahr, nur die Stimmen der Natur waren zu hören, und doch...
Stones Gedanken wanderten wieder zurück in die Vergangenheit
Ferrwar kam hinter seinem Schreibtisch hervor und nahm Stone am Arm.
"Stone" sagte er "Stone Du musst mir zuhören. Ich habe nicht mehr viel Zeit. Als ich dich damals aufnahm habe ich in erster Linie einen Nachfolger gesucht. Nun Du bist kein Magier aber Du musst nun trotzdem meine nachfolge antreten".
Stone sah Ihn irritiert an, "aber ich kann nicht zaubern..." setzte Er an. Aber Ferrwar hob nur die Hand und Stone schwieg. "Ich meine nicht meine Rolle hier in Groß Furtheim als Berater des Prälaten. Nein, höre mir zu. Ich habe vor vielen Jahren bei meinen Forschungen eine Spur gefunden. Eine Spur zu etwas unvorstellbar bösen. Ein altes Volk hat die Geschichte seines Unterganges aufgeschrieben. Ich habe diese Geschichte Studiert und wusste das ich mein Leben dem Kampf gegen das Böse widmen muss. Da die Geschichte aber nur noch in Teilstücken existiert habe ich den grossteil meiner Forschungen damit verbracht die Hintergründe aufzudecken".
"Hier, komm mit". Ferrwar zog Stone zum Schreibtisch, "nimm diese Karte, hier westlich von Groß Furtheim liegt eine Hügelkette, dahinter liegen wie Du weißt die Brecher. In diesem Gebirge existiert ein alter Tempel des alten Volkes. Dort, so die Überlieferung, wird der Weg zum Übel offenbart. Du musst dorthin reisen und die Spur aufnehmen oder die Welt wird vom Bösen überrannt".
Stone war völlig überrascht, "...aber mein Dienst, ich kann doch nicht einfach so weg" wandte er ein.
Aber Ferrwar war völlig unbeeindruckt, "ich habe schon mit dem Prälaten gesprochen Du bist offiziell mit dieser Aufgabe betraut. Packe Deine Ausrüstung und mache Dich auf den Weg. Sei vorsichtig das alte Volk hat die Aufzeichnungen weit verteilt. In der Hoffnung das sie gefunden werden. Es kann also sein das Du nicht alleine den Tempel suchst und Du weist nicht aus welchen Gründen andere ihn suchen könnten. Ich wünsche Dir viel Glück und alles gute. Ich weis nicht ob wir uns wiedersehen werden, ich bin alt und meine Zeit verrinnt. Und nun geh, und wisse das ich immer Stolz auf dich war und dich niemals als Endtäuschung gesehen habe. Sondern als Bereichehrung meines Lebens".
Und so stand Stone hier in den Hügeln und wusste nicht ob sein Mentor noch lebt oder nicht.
Vor Ihm taten sich die Berge auf, die Berge die Brecher genannt wurden.
Die Gedanken von sich weisend ging Stone weiter, er wusste er war nicht alleine. In den Nächten hatte Er den Schein von Lagerfeuern gesehen und war sicher das sein eigenes Feuer ebenso bemerkt wurde. Da aber keine Zeit war jeden Wanderer zu Überprüfen ging Stone zielstrebig auf die Berge zu. Noch dazu hatte Er hier draußen in der Wildnis keinerlei Befugnisse mehr. Er hatte nicht das recht andere anzuhalten und zu überprüfen.
Aber Er hielt sich bereit, sein Schwert war gelockert und die Armbrust war bereit. Beides Geschenke von Ferrwar. Und wieder musste er Ferrwar abbitte leisten.
Magische Waffen erhielt man nicht von alten Narren, sein Schwert war mit der Gabe des leichten Schlages versehen. Und auf seine Schneide waren Symbole die sich wie ein Kompass bewegten und, wenn das Schwert waagerecht gehalten wurde, immer nach Norden zeigten.
Stone hatte sich damals gewundert für was eine solche Fähigkeit wohl gut sei, aber jetzt wusste er natürlich das Ferrwar damals schon weiter gedacht hatte. Die Armbrust war etwas besonderes, Ferrwar wollte eigentlich keine Waffe verschenken die den Tod aus großer Entfernung bringen konnte. Aber da die Armbrust bei den Hütern vorgeschrieben war sollte es denn wenigstens eine gute sein. Ausgesuchte Hölzer, verzaubert das sie niemals an Spannkraft verlieren würden. Und die Sehne war ebenfalls so verzaubert das sie nie ausleiern konnte. Keine Verzauberung Ziele besser zu treffen oder mit größerer Wucht. Ferrwar war der Meinung das Stone sich auf die Armbrust verlassen können sollte. Wollte aber das töten nicht noch leichter machen. Das töten, dachte Stone, noch nie musste ich jemanden töten. Oder die Hüter überhaupt in den letzten zweihundert Jahren. Die Gesellschaft respektiert uns sogar die Verbrecher. Und trotzdem laufen wir immer schwer bewaffnet umher, und üben den Kampf als ob jede Sekunde ein Mörder uns anspringen könnte.
Wobei Stone lächeln musste, die Tatsache das Er seine Armbrust niemals entspannen musste machte das töten schon leichter. Bei den Übungen zumindest war Stone immer im Vorteil gewesen.
Langsam gingen die Hügel in die Berge über, Stone beschloss zu Rasten und den Aufstieg erst am frühen Morgen zu beginnen. Als sein Feuer brannte wurde Er sich der Tatsache bewusst das Er nicht alleine war. Aber Er wollte abwarten was sein heimlicher Gefährte untenehmen wollte.







Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile(Aristoteles)
Aber wenn man das einzelne nicht mehr beachtet, hat das ganze keinen Sinn mehr (Stone)