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... Aber ich denke, häufig ist einer für die Umsetzung der Ideen des anderen zuständig.


Was hier hinzukommt ist das "Vier Augen sehen mehr als Zwei"-Prinzip. Ein Co-Autor, der die Arbeit des anderen gegenliest und auf dem selben Niveau schreibt, entdeckt mögliche Fehler und Schwachstellen im Manuskript des anderen. Eine wechselseitige Inspiration und Kontrolle.


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... Ich habe alle 4 Bände hier zu stehen, kann mich aber einfach nicht überwinden, die restlichen beiden zu lesen, weil mich das auf die Dauer einfach nur frustriert.


Dann überwinde den Schweinehund - denn es lohnt sich. Schon allein deshalb, weil Aditu no'e Sa'onserei wieder auftaucht, Jirikis Schwester. Für mich die faszinierendste Figur der Saga....

Sinya'a du-n'sha é-d'treyesa inro ! <img src="/ubbthreads/images/graemlins/winkwink.gif" alt="" />


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Was ich mich auch immer wieder frage, ist . Wie (und woher) bekomme ich so gute Ideen, daß sie den Leser für eine ganze Buchlänge fesseln können ? Oder ist mein Anspruch einfach zu hoch ? ... Insofern hat es mich *sehr* gewundert, daß Menschen solch ein Buch mit einem vergleichsweise einfachen Thema gut finden könnten.


Dein Anspruch sollte so hoch sein, wie der Anspruch Deines Zielpublikums. Wie Du siehst, gibt es auch Leute mit relativ niedrigen Ansprüchen, sonst würden sich Groschenromane nicht so gut verkaufen und auch Herr Grieser wäre mit dem verlegen der eigenen Bücher schon Pleite gegangen. Das Zeug wird offenbar tatsächlich nicht wenig gelesen!

Für ein Buch mit hohem Anspruch sind viele Faktoren wichtig. Ausser einer guten und möglichst neuen Idee für eine Story vor allem eben auch ein fesselnder, gehobener Schreibstil mit lyrischen Formulierungen und flüssiger Schilderung der Geschehnisse. Die Fähigkeit, die Stimmung und das Gefühl eines Ortes oder eines Geschehens herüberzubringen. Emotionen zu wecken oder Spannung. Und es ist unerlässlich gut über Dinge zu recherchieren, die in dem Buch auftauchen sollen:

Ich las gerade kürzlich "Der Medicus". Ein Roman über einen quacksalbernden Bader im mitterlalterlichen England, der nach Persien reist, um das gehobene medizinische Wissen des Orients zu erlernen und als gelehrter Medicus dieses Wissen ins finstere England zu bringen. Und das gestaltet sich schon allein durch den Glaubenskrieg und den Hexenwahn jener Zeit als überaus schwierig und gefährlich.

Der Autor hat nicht nur über die historischen Gegebenheiten ausgezeichnet recherchiert, sondern auch über die prominenten Persönlichkeiten jener Zeit, das Fachwissen der Medizin, Haltung und Verhalten von Pferden, Kamelen und Kriegselefanten bis hin zu den Geheimnissen indischer Falttechnik-Schmiedekunst. Er schildert ausführlich den Alltag in christlicher, jüdischer und islamischer Kultur inklusive einer sehr detaillierten Beschreibung religiöser Gebote und Verbote. Er lässt den Christen eine zeitlang bei Juden leben und bei Muslimen, da ist das natürlich unerlässlich.

Dieses Buch habe ich verschlungen. Jede einzelne Seite ist faszinierend und gewährt tiefe Einblicke in das Leben jener Zeit, von Armut und Elend im Hafenviertel Londons bis hin zum ausschweifenden Leben im Palast des Schahs von Isfahan. Das alles kombiniert mit einer fantastischen Geschichte. Ein solches Buch zu schreiben erfordert Jahre der Vorbereitung vermutlich schon allein für die Recherche.