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Sorry, aber das ist Quatsch. Erstens war es schon immer Unsinn zu sagen "wir machen das (nicht), weil es die anderen auch (nicht) machen". Mit der Argumentation landen wir wieder bei "Auge um Auge, Zahn um Zahn". Das mag ein George W. Bush begrüßen, Menschen mit einem zumindest zweistelligen IQ aber wohl kaum.
Zweitens ist die Volksabstimmung ja in der Tat vor allem symbolisch zu verstehen bzw. wird symbolisch verstanden und macht damit mit Sicherheit sehr viel kaputt.

Und drittens sollte nunmal in einer Demokratie - ja, nennt mich ruhig naiv - absolute Gleichberechtigung herrschen. Hätte die Volksabstimmung gelautet "Nein zu Minaretten, Moscheen, Kathedralen, Kirchen und allen anderen Symbolen von Religionen, die den Menschen ihre veralteten Moralvorstellungen aufdrücken wollen" - ja, dann hätte ich mich sogar mit Freuden kurzfristig in der Schweiz einbürgern lassen, um die Initiatoren der Abstimmung zu unterstützen!

Aber so ist es nichts anderes als Ausdruck von Heuchelei und Intoleranz. Und da sehe ich, verdammt noch mal, rot!

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Ähm... Ralf? Ich glaube du verstehst da ein paar Dinge ein klein wenig falsch. *reicht mal ne Tasse Tee zur Beruhigung*

Gleichberechtigung funktioniert sowieso nicht. Hier ins Österreich darfst du nichts über (vorsicht Beispiel) negatives über Türken sagen, weil dann biste Rassist. Allerdings darf der Türke sehr wohl ohne Angst vor Konsequenzen haben zu müssen über Österreicher herziehen.

Und um das nochmal klar zu stellen: Ich hab weder etwas gegen Ausländer noch gegen irgendwelche Religionen (Außer dort werden Blutopfer und so was praktiziert, dann hab ich was dagegen.). Allerdings bin ich auch dafür, dass Menschen, welche aus anderen Ländern kommen sich zumindest versuchen in die bestehende Gesellschaft zu integrieren. Und meiner Meinung sind Minaretts kein Bestandteil der bestehenden Gesellschaft in Europäischen Ländern. Ob es und passt oder nicht, unsere Kultur ist christlich geprägt und wenn wir die Kultur zumindest ein wenig erhalten wollten, müssen manchmal härtere Mittel benutzt werden.
Entweder wir sehen zu, dass unsere Kultur erhalten bleibt, oder wir können uns gleich mit dem Gedanken anfreunden, fremde im eigenen Land zu sein.

Verschwörungstheorie:
Der Islam versucht unsere eigenen Gesetzte und Regeln dazu zu benutzen langsam aber sicher Europa zu konvertieren.

Ist jetzt nicht wirklich ernst zu nehmen die Theorie, aber man kann wohl kaum leugnen, dass irgendwie was wahres drann ist.



Rollenspiel hört nicht beim technisch möglichen auf, es hört auf wo deine Fantasie endet.

Lasst uns den hilflosen Drachen vor der bösen Prinzessin retten!
... Das klingt irgendwie falsch...
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Na, wartet noch jemand auf das Ergebnis seiner Steuererklärung?

http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C/Doc~EA4B31C78CF7B44AB8A430FE47CC1B773~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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Originally Posted by Trasza
Ähm... Ralf? Ich glaube du verstehst da ein paar Dinge ein klein wenig falsch. *reicht mal ne Tasse Tee zur Beruhigung*

Und um das nochmal klar zu stellen: Ich hab weder etwas gegen Ausländer noch gegen irgendwelche Religionen (Außer dort werden Blutopfer und so was praktiziert, dann hab ich was dagegen.). Allerdings bin ich auch dafür, dass Menschen, welche aus anderen Ländern kommen sich zumindest versuchen in die bestehende Gesellschaft zu integrieren. Und meiner Meinung sind Minaretts kein Bestandteil der bestehenden Gesellschaft in Europäischen Ländern. Ob es und passt oder nicht, unsere Kultur ist christlich geprägt und wenn wir die Kultur zumindest ein wenig erhalten wollten, müssen manchmal härtere Mittel benutzt werden.
Entweder wir sehen zu, dass unsere Kultur erhalten bleibt, oder wir können uns gleich mit dem Gedanken anfreunden, fremde im eigenen Land zu sein.

Verschwörungstheorie:
Der Islam versucht unsere eigenen Gesetzte und Regeln dazu zu benutzen langsam aber sicher Europa zu konvertieren.

Ist jetzt nicht wirklich ernst zu nehmen die Theorie, aber man kann wohl kaum leugnen, dass irgendwie was wahres drann ist.


Doch, kann man sehr wohl!

Natürlich ist es ein Problem in vielen europäischen Ländern, daß Teile der Einwanderer wenig Interesse an Integration zeigen (was aber natürlich auch an jahrzehntelangen Versäumnissen von staatlicher Seite liegt, wie in Deutschland ja mittlerweile selbst die Politiker zugeben).
Aber die "Konvertierungs-Theorie", ob nun ernst gemeint (von vielen sehr wohl!) oder nicht oder so halb, ist, pardon, Blödsinn! Zumal die Integrationsprobleme viele Hintergründe haben, von denen die Religionszugehörigkeit nur einer ist, dessen Bedeutung von Familie zu Familie stark variieren kann.
Außerdem, ganz wichtig: Integration und Aufrechterhaltung der kulturen und religiösen Traditionen ist KEIN zwangsläufiges Paradoxon!

Wenn Christen in andere Länder ziehen, bauen sie sich - sofern es nicht verboten ist (und dann machen sie es halt versteckt) - ebenfalls Kirchen oder Kapellen oder was auch immer. Ganz zu schweigen davon, daß es noch immer und mit voller Unterstützung des Vatikans zahlreiche Missionarstätigkeiten vor allem in Afrika und Lateinamerika gibt, die ich persönlich WEIT bedenklicher finde als alles, was legal von muslimischer Seite ausgeht (Terrorismus gehört da selbstredend nicht dazu ... aber es gibt bekanntlich auch christliche Terroristen, frag´ nach in Nordirland).

Wo ist es denn da bitteschön problematisch, wenn Muslime in jenen Ländern, in die sie ausgewandert sind, ebenfalls ganz normal ihrer Religion nachkommen wollen (ganz davon abgesehen, daß es auch immer mehr "Einheimische" gibt, die zum muslimischen Glauben konvertieren - laut Statistischem Bundesamt waren das in Deutschland 1998 etwa 100.000!)? Und dazu gehören AUCH Moscheen und ja, auch Minarette, wenn sie das wollen! Das ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit und der Gleichberechtigung, es ist sogar (zumindest in Deutschland) in der Verfassung verankert, nämlich in der Religionsfreiheit! Und es gibt nicht so etwas wie "ein bißchen Religionsfreiheit". Entweder ganz - solange sie nicht gegen die Gesetze des Landes verstößt - oder gar nicht.

Und noch mal zur Frage, ob Moscheen unsere achso tolle "christliche Kultur", die für jahrhundertelange Unterdrückung und Massenmorde steht, verdrängen: Ich bin mir sicher, daß diese "Gefahr" vernachlässigenswert ist, solange Zehntausende Kirchen vielleicht ein paar Hundert Moscheen gegenüberstehen ...
Laut Radio Vatikan gibt es übrigens in der Türkei 373 nicht-muslimische Gebetsstätten, zusätzlich etwa 900 der Aleviten, die in der Türkei offiziell als "Kulturhäuser" geführt werden.
In der Türkei gibt es nach Schätzungen 100.000 bis 150.000 Christen - und alleine in Istanbul mindestens 15 Kirchen ( Die Vielfalt der Kirchen in Istanbul ). Ob mit oder ohne Glockenturm (den man wohl als christliche Entsprechung zum Minarett betrachten kann), weiß ich leider nicht. Aber selbst wenn wir der Einfachheit halber davon ausgehen, daß das bereits alle christlichen Kirchen in der gesamten Türkei wären, kämen wir noch auf ein Verhältnis von immerhin einer Kirche je 6667 bis 10.000 Christen. Nach Angaben des Zentralinstituts Islam-Archiv in Soest gab es in ganz Deutschland im Jahr 2008 206 Moscheen. Die Anzahl der Muslime in Deutschland liegt bei geschätzten 3,5 Millionen. Das ergibt also eine Moschee für 17.000 Muslime! 120 weitere Moscheen sind im Bau oder in Planung - werden die alle fertiggestellt, dann sind wir bei einer Moschee für knapp 11.000 Muslime. Und damit immer noch über dem Verhältnis Kirchen zu Christen in der Türkei ...

Ich weiß ja nicht, wie das in Österreich oder der Schweiz ist, aber SO groß werden die Unterschiede wohl kaum sein.

Fakt ist: (Aus meiner Sicht: Erschreckend) Viele Menschen in Europa haben Angst vor dem Islam oder einer schleichenden Islamisierung der Gesellschaft. Objektiv betrachtet ist diese Angst jedoch kaum zu untermauern (und, wie gesagt: Für mich als Atheist sind Chrisentum und Islam eigentlich Jacke wie Hose - ich mag beide nicht!). Ich persönlich werde mit meiner ganzen Überzeugungskraft dagegen ankämpfen. Auch wenn das vermutlich wenig bringen wird ...

Originally Posted by Trasza
Gleichberechtigung funktioniert sowieso nicht. Hier ins Österreich darfst du nichts über (vorsicht Beispiel) negatives über Türken sagen, weil dann biste Rassist. Allerdings darf der Türke sehr wohl ohne Angst vor Konsequenzen haben zu müssen über Österreicher herziehen.


Achtung, leichte Polemik:
Angesichts der Wahlergebnisse für Haider und Co. fällt es mir schwer, das zu glauben ...

Europas Rechte bejubeln Minarett-Verbot

Last edited by Ralf; 30/11/09 01:10 PM.
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Ähmm.. ja Ralf...
Ich hab leider genug Beispiele (nicht speziell auf Islamisten) die genau beweisen, dass es in Österreich keine Gleichberechtigung von In und Ausländern gibt.
Und hast du dich mal schlau gemacht wie es den Christen in der Türkei so geht? (Nicht jetzt in Istanbul direkt) Die müssen sich teilweise in ihre "Gebetshäuser" schleichen.

Den kulturtechnischen "Schaden" scheinst du jedenfalls überhaupt zu ignorieren. Ja, ich weiss was das Christentum alles verbockt hat und noch verbockt. Allerdings hat das kaum etwas mit der Kultur zu tun. Oder findest du das super wenn sie neben dem Kölner Dom ein Minarett aufstellen die höher ist als der Dom?
Wie bereits gesagt, jeder soll anbeten wen und was er will. ABER das Bild der Landschaft muss man nicht durch solch unpassenden orientalische Bauten entstellen. Ja, ich wähle das Wort bewusst so. Das hat nichts, aber auch gar nichts mit Religion zu tun. Ein Minarett passt einfach nicht in Landschaftsbild. Gut, vielleicht sehen das andere anders. Wenn sie ein Minarett bauen wollen, dann sollen sie das verdammt nochmal so bauen, dass es nicht raus sticht wie ein schwarzes Schaf in einer weißen Herde.
Es ist nun mal so, dass diese runden, zierlichen Türmen nicht in die Landschaft passen. In Österreich auf keinen Fall. Und die christlichen Kirchen in der Türkei sehen bestimmt nicht aus wie die Kirchen hier, da kannst du Gift drauf nehmen.


Rollenspiel hört nicht beim technisch möglichen auf, es hört auf wo deine Fantasie endet.

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Originally Posted by Trasza
Und hast du dich mal schlau gemacht wie es den Christen in der Türkei so geht? (Nicht jetzt in Istanbul direkt) Die müssen sich teilweise in ihre "Gebetshäuser" schleichen.

Ralf hat es ja schon erwähnt, aber ich möchte es noch einmal betonen:
Das Argument "Wir machen etwas nicht, weil es da und dort nicht besser ist" ist ein kindisches und einer aufgeklärten, demokratischen Gesellschaft nicht würdig. Normalerweise würde ich Österreich und die Schweiz als solche bezeichnen.
Abgesehen davon sollte man nicht vergessen, daß eine Moschee nicht türkisch ist, sondern islamisch. D.h. die Beschreibung der Lage in der Türkei wird der Sache nicht gerecht.


Quote
Den kulturtechnischen "Schaden" scheinst du jedenfalls überhaupt zu ignorieren. Ja, ich weiss was das Christentum alles verbockt hat und noch verbockt. Allerdings hat das kaum etwas mit der Kultur zu tun. Oder findest du das super wenn sie neben dem Kölner Dom ein Minarett aufstellen die höher ist als der Dom?
Wie bereits gesagt, jeder soll anbeten wen und was er will. ABER das Bild der Landschaft muss man nicht durch solch unpassenden orientalische Bauten entstellen. Ja, ich wähle das Wort bewusst so. Das hat nichts, aber auch gar nichts mit Religion zu tun. Ein Minarett passt einfach nicht in Landschaftsbild. Gut, vielleicht sehen das andere anders. Wenn sie ein Minarett bauen wollen, dann sollen sie das verdammt nochmal so bauen, dass es nicht raus sticht wie ein schwarzes Schaf in einer weißen Herde.
Es ist nun mal so, dass diese runden, zierlichen Türmen nicht in die Landschaft passen. In Österreich auf keinen Fall. Und die christlichen Kirchen in der Türkei sehen bestimmt nicht aus wie die Kirchen hier, da kannst du Gift drauf nehmen.

Ich muß zugeben, daß ich selten so einen Blödsinn in diesem Forum gelesen habe. Du argumentierst allen Ernstes mit dem Landschaftsbild gegen den Bau einer vollwertigen Moschee? Dann gehörst du sicherlich zu jenen, die sich z.B. nachbarschaftlich gegen ein grünes Dach in einer Wohngegend aussprechen, sodaß der Besitzer gerichtlich dazu gezwungen wird, die Farbe zu ändern (so geschehen in Deutschland, Gewohnheitsrecht).
Ich finde z.B. daß die moderne neuapostolische Kirche in Karlsruhe total Scheiße aussieht und so gar nicht in die Stadt paßt. Ist das Grund genug, das Ding abreißen zu lassen? Ich denke nicht.

Nein, Ralf hat in jedem seiner einzelnen Punkte recht. Die Abstimmung ist eine Farce, die Gründe, warum die Leute dagegen stimmen, sind eine Farce und vor allem ist die Tatsache, daß sie den eigentlichen Grund nicht zugeben wollen, eine Farce - nämlich daß sie den Islam in ihrer Mitte nicht wollen. Und dann wundern sich die Leute, warum es kein friedliches Nebeneinander gibt... warum sich viele Ausländer nicht in diese tolle Gesellschaft integrieret... warum es kulturelle Abschottungen gibt.


Nigel Powers: "There are only two things I can't stand in this world. People who are intolerant of other people's cultures... and the Dutch!"
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Ich stimme Ralf da auch zu, eines muß ich aber doch bemängeln. Wenn du mal deinem eigenen Istanbul-Link folgt, steht da ganz klar, daß Instanbul im Mittelalter, als es noch Konstantinopel hieß, kirchliches Zentrum des byzantinischen Reiches war. Wahrscheinlich stammen die meisten Kirchen noch aus der Zeit, das verwässert das Argument leider ein wenig.


Wenn sie so überlegen sind, warum sind sie dann so tot?
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Nunja, finde ich eigentlich nicht. Das entscheidende ist IMHO, daß diese Kirchen eben immer noch existieren und "betrieben"/"geduldet" werden (ich weiß, daß es in der Türkei gelegentlich zu anti-christlichen Übergriffen kommt, aber das ist umgekehrt in Deutschland ja nicht anders). Möglicherweise sähe das ohne diese Vergangenheit anders aus, aber das bleibt letztlich Spekulation.

Davon abgesehen habe ich noch etwas Interessantes in einer dpa-Meldung gefunden, was meine "Angst-These" stützt. Ich zitiere:
"Auffällig war, dass nur in den französischsprachigen Kantonen Waadt, Neuenburg und Genf sowie in der Stadt Basel gegen das Verbot gestimmt wurde. Kommentatoren stellten verwundert fest, dass gerade dort, wie auch in der Minarett-Stadt Zürich, der Anteil der Nein-Sager am größten war, obwohl diese prozentual die meisten Muslime beherbergen. Die Zeitung 'Blick' schreibt bissig, der Kanton Appenzell-Innerrhoden in der Deutschschweiz, wo 'gerade mal' 500 Muslime lebten, habe das Bauverbot jedoch angenommen - mit fast 64 Prozent."

Was der Mensch nicht kennt, das fürchtet er ...

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Originally Posted by Trasza
Ich hab leider genug Beispiele (nicht speziell auf Islamisten) die genau beweisen, dass es in Österreich keine Gleichberechtigung von In und Ausländern gibt.


Welche Beispiele wären das denn?

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Originally Posted by Lurker
Welche Beispiele wären das denn?

Oh wir hatten da in der Vergangenheit ein paar nette Sachen mit Marokkanern. Und dann haben wir die eine komische die mit Selbstmord droht wenn sie Abgeschoben wird.
Wobei mein Absoluten Highlight ist das Verbot es durchnehmen der Türkenbelagerung in Wien um Unterricht. Und was hatten wir noch... ahja... da hat sich mal wer beschwert weil im Kindergarten "Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann" gespielt wurde. Das diese Spiel nur was mit der Pest zu tun hat und nichts mit der Hautfarbe scheint da wohl verloren gegangen zu sein.

17 jährige von Marokkanern missbraucht
Das Urteil steht im dem Artikel nicht drinn, aber das waren lächerliche Strafen von nicht mal 3 Jahren.


Jedenfalls kommen hier immer wieder solche netten Sachen durch.

Übrigens wurde inzwischen mehrmals darauf hingewiesen, dass ein Minarett nicht nötig für eine Moschee ist. Mann.. in Wien brüllt sogar einer von der Minarett hinab.


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Ehrlich gesagt "empört" mich die Empörung über die Schweizer Entscheidung schon ein wenig. Fakt scheint zu sein, dass eine schwache Mehrheit der Schweizer (58% sind mMn nicht - wie die Medien uns Glauben machen wollen - die überwiegende Mehrheit; das wäre eher was von >70%) noch nicht reif ist für die Errichtung von Minaretten in ihren Almdörfern. Das sich die Entscheidung der meisten Verneiner konkret gegen den Islam richtet ist eine Annahme, die zwar recht wahrscheinlich ist, aber durch keinerlei Fakten zu untermauern ist. Wieviele Schweizer mögen dabei sein, die sich sagen: "Ein Minarett neben meiner Alm? Das echoverstärkte Singen des Muezzin in den verträumten Tälern? Nein danke, eine Moschee reicht vollkommen!" Und wieviele mögen es sein, die den Islam aus ihren Ländern am liebsten gänzlich entfernt haben wollen? - Da es in der Abstimmung nun mal nur um die Minarette ging, grenzt alles andere an eine Unterstellung.

Schlimmer noch: Die Schweizer werden für ihre Entscheidung - die aus meinen Augen übrigens durchaus demokratisch ist - verdammt und müssen sich rechtfertigen. Warum wird nicht gefragt, *woher* diese Vorbehalte gegenüber dem Islam kommen? Warum wird (wieder mal) über die Wirkung gejammert anstatt an den Ursachen zu suchen?

ich befürchte durchaus, dass ein ähnliche Abstimmung in Deutschland ebenfalls ein ernüchterndes Ergebnis hervorrufen könnte. Wenn die Mehrzahl der Bürger also noch nicht reif für ein Miteinander ist, dann sollte vor allem daran gearbeitet werden, das Image des Islam zu verbessern - Aufklärung tut not. Immerhin bin ich angenehm überrascht, dass auch die (christlichen) Kirchen in die allgemeinen Entsetzensschreie über den Ausgang der Entscheidung mit einstimmen (auch wenn ich das Geschreie für falsch angesetzt halte).

Natrürlich finde ich auch, dass geprüft werden sollte, was sich überhaupt hinter "Religionsfreiheit" verbirgt. Ist ein fehlendes Minarett tatsächlich eine signifikante Einschränkung? Kann der islamische Glauben dadurch nicht praktiziert werden oder ist er erheblich befleckt? Kann ein Muslim ohne Minarett nicht zu Allah beten oder ein Christ ohne Glockenturm nicht zu Gott? Oder schränkt ein fehlender Baustein in der Architektur seines Gotteshauses etwa gar generell seinen Glauben ein oder verbietet ihm, ihn zu praktizieren? Wenn das so wäre, dann sollten die geistlichen Oberhäupter aber schnellstens was an ihren Dogmen ändern, denn wenn ein bestimmtes Bauwerk zwingend erforderlich für die Religion ist, dann kann es mit dem Glauben an sich ja nicht allzuweit her sein...

Übrigens sehe ich die Tendenz des Ungleichgewichtes in den Religionen auch hier in Deutschland: krtische Äußerungen zum Islam oder zum Judentum werden möglichst vermieden - im Falle gewisser Karikaturen sogar zu einer Art Selbstzensur führt - wohingegend über die Kirche und den Klerus nach Herzenslaune gelästert werden darf. Der Protest der Kirchen zu den verkaufsoffenen Sonntagen ist beispielsweise nicht mehr als eine Randnotiz, die die meisten wahrscheinlich nur als "Spinnerei des Klerus" wahrnehmen. Dabei ist das, folgt man deren Argumentation, ja genauso eine Einschränkung der Religionsfreiheit... Und wenn Kinder in den Schulräumen bei schweren Klassenarbeiten nicht mehr den Blick hilfesuchend auf den Gekreuzigten richten können, weil das symbolbehaftete Kreuz aus den Räumen entfernt wurde (was ich durchaus unterstütze!) - sind sie dann nicht ebenso in ihrer Relgionsfreiheit eingeschränkt? Komischerweise verläuft da die Diskussion etwas anderes als bei Minaretten in der Schweiz.

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Buad: Zustimmung. Wir sind hier in Deutschland gerne politisch überkorrekt und stets darum bemüht, auch ja nicht den Verdacht eines Fleckchens auf der persilgeweißten Weste zu haben. Daher ist unser Umgang mit allem "Fremden" auch nicht locker, sondern völlig verkrampft.

PS: Ich lasse mich hier in unserem malerischen Dörfchen auch lieber vom Gebimmel der Kirchglocke wecken, als vom Megafon des Muezzin. Sollte ich mal im nahen Osten Urlaub machen, hätte ich es allerdings gern umgekehrt, sonst könnte ich ja gleich zu Hause bleiben ...


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Also... in Wien brüllt bereits ein Muezzin von der Minarett... musst also gar nicht mehr so weit in die fernöstlichen Gegenden, Ddraigilein wink

Wenn ich das richtig im Kopf habe, schreien die Muezzin ja auch nicht nur einmal am Tag runter sondern sage und Schreibe 6 mal.


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buad, ich bin mir sogar hundertprozentig sicher, daß eine ähnliche Abstimmung in Deutschland zum gleichen Ergebnis kommen würde (naja, sagen wir neunzigprozentig). Genauso, wie ich mir sicher bin, daß die meisten populistischen Forderungen der rechten Parteien gute Chancen auf eine Mehrheit hätten. Nach diversen Umfragen hat ja selbst die Todesstrafe mitunter mehr Befürworter als Gegner in Deutschland (die Ergebnisse wechseln eigentlich ständig, insofern kann man wohl von einem relativen Gleichgewicht sprechen) ...

Das ist ja auch der Grund dafür, daß ich - ja, diese Meinung ist unpopulär, aber ich stehe dazu - GEGEN eine Ausweitung von Volksbegehren und ähnlichem bin. Meine Meinung vom "Mensch in der Masse" ist nämlich ausgesprochen niedrig. Und wird leider immer und immer wieder bestätigt, aber nur selten mal widerlegt.

Das aber nur am Rande. Was deinen Einwand zur Religionsfreiheit der Christen in Deutschland oder anderen europäischen Ländern betrifft, sehe ich da eigentlich keine größeren Probleme.
1. Das Kreuz in der Schule.
Fakt ist: Wir haben eine im Grundgesetz festgelegte Trennung von Staat und Kirche. Die meisten Schulen werden staatlich betrieben, also haben da Kreuze nichts zu suchen, wenn sie jemanden ausdrücklich stören (was vermutlich eher selten vorkommt, selbst ich als überzeugter Katholizismus-Gegner habe in der Schule nicht von dem Recht Gebrauch gemacht, das Kreuz abhängen zu lassen - weil es mich nicht wirklich gestört hat).
2. Kritik oder Spott an/über Religionen.
Zugegeben, es GIBT ein Ungleichgewicht, ein deutliches sogar. Ich sehe dabei aber keinen Zusammenhang mit der Religionsfreiheit. Über den Islam wird meines Erachtens sogar sehr viel kritischer berichtet als über das Christentum - nur die Komiker, Kabarettisten und Karikaturisten widmen sich lieber dem Christentum, weil das für sie derzeit nunmal am gefahrlosesten möglich ist (gibt halt keine Inquisitoren mehr, früher war das anders ...). Von Rechts wegen wird aber meines Wissens alles gleichbehandelt, und das ist für mich entscheidend.
3. Verkaufsoffener Sonntag.
Erstens hat die Kirche ja gerade heute vor Gericht Recht bekommen. Und zweitens hängt das natürlich von der konkreten Ausprägung ab. Ich weiß nicht, wie genau das gehandhabt wird, aber solange den Beschäftigten freigestellt wird, ob sie am Sonntag arbeiten müssen oder nicht (ist es so?), sehe ich da auch kein Problem. Warum sollte es eine Einschränkung der Religionsfreiheit eines Christen sein, wenn ANDERE LEUTE sonntags einkaufen gehen können?

Und was die Frage betrifft, inwiefern ein Minarett konkret mit dem Glauben zu tun hat: Sorry, die verstehe ich nicht. Das ist doch vollkommen schnurzpiepegal. Würdest du auf die Idee kommen, den christlichen Kirchen das Glockengeläut (das in der Tat SEHR nerven kann!) verbieten zu lassen - sie können ja schließlich auch ohne Glocken glauben? Mit dieser Argumentation kann man letztlich ALLE öffentlichen Glaubensstätten verbieten lassen.

Hmm ... was ja eigentlich meinen persönlichen Präferenzen entsprechen würde, weil ich die institutionalisierten Religionen für einen sehr essentiellen Baustein der Probleme in der Welt halte. Würde jeder nur noch für sich zuhause beten und niemand versuchen, den Menschen seine persönlichen Moralvorstellungen aufzuzwingen, dann wäre das meines Erachtens ein großer Fortschritt.
Insofern wären wir wieder bei dem, was ich zu Beginn dieser Debatte gesagt habe:
Minarett-Verbot: Gerne! Zusammen mit Moschee-Verbot, Kirchen-Verbot, Synagogen-Verbot, ...

Aber nicht allein.

P.S.: Ich find´ es leider nicht mehr, aber im Zuge dieser Abstimmung habe ich auch ein Interview mit irgendeinem katholischen Bischof gelesen, der sogar direkt sagte, daß die Religionsfreiheit natürlich auch beinhalte, daß jede Religion ihre Glaubensstätten SO BAUEN DÜRFE, WIE SIE WOLLE (natürlich mit der üblichen Einschränkung: innerhalb der geltenden Gesetze)!

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Originally Posted by buad
Und wenn Kinder in den Schulräumen bei schweren Klassenarbeiten nicht mehr den Blick hilfesuchend auf den Gekreuzigten richten können, weil das symbolbehaftete Kreuz aus den Räumen entfernt wurde (was ich durchaus unterstütze!) - sind sie dann nicht ebenso in ihrer Relgionsfreiheit eingeschränkt?

Es geht nicht um die allgemeine Einschränkung - schließlich dürfen auch keine Halbmonde oder Buddhastatuen aufgestellt werden - sondern um punktuelle Einschränkungen. Du kannst mir schlichtweg nicht einen einzigen vertretbaren Grund nennen, warum z.B. kein Minarett errichtet werden kann, aber ein Kirchturm. Und das ist Ungleichbehandlung.
Der Rest deines Beitrages geht ebenfalls am Thema vorbei... ich finde es sogar ungeheurlich, daß du forderst, "das Image des Islam zu verbessern" - ich hätte erwartet, daß wenigstens du diese Dinge differenzierter betrachtest, als die "Schuld" an der allgemein Islamangst beim Islam selbst zu suchen. Klar, wenn man sich die drei Schlagzeilen bei Spiegel und Bild über islamischen Themen in der Woche anschaut, kann man den Eindruck gewinnen, daß der Islam ein angsteinflößendes Monstrum ist. Da macht man es sich jedoch zu einfach.


Im Übrigen gibt es FÜNF Gebetszeiten am Tag. Mich stören übrigens sowohl zum Gebet rufenden Typen genauso wie alle halbe Stunde bimmelnden Glocken.


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Nunja... die bereits stehenden Minarett werden auch nicht abgerissen genau so wenig wie die bereits stehenden Kirchen. Aber wann wurde das letzte mal eine neue Kirche mit Glockenturm und allem drum und drann gebaut?

PS: gut, hab ich mich mit den Gebetszeiten vertan. Kann vorkommen.
Allerdings muss ich sagen, dass das Kirchenleuten für mich weitaus weniger stören ist, als jemand der lauthals in irgendeiner Sprache zum Gebet ruft.


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Originally Posted by Trasza
Allerdings muss ich sagen, dass das Kirchenleuten für mich weitaus weniger stören ist, als jemand der lauthals in irgendeiner Sprache zum Gebet ruft.

Du verstehst das Problem nicht: Es geht überhaupt nicht darum, was ich schlecht finde und was du nicht magst... es geht um Toleranz. Und Toleranz zeigt sich gerade in den Punkten, in denen man nicht so begeistert von etwas ist. Aber zumindest in diesem Punkt hast du deine Meinung ja durchaus klar gemacht.


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Originally Posted by elgi
ich finde es sogar ungeheurlich, daß du forderst, "das Image des Islam zu verbessern" - ich hätte erwartet, daß wenigstens du diese Dinge differenzierter betrachtest, als die "Schuld" an der allgemein Islamangst beim Islam selbst zu suchen.

Tut er doch gar nicht. Er schrieb direkt darauf: "Aufklärung tut Not". Also sucht er die Schuld wohl kaum beim Islam, sondern bei den hiesigen Klischees, den Vorurteilen und der Unkenntnis, die der Durchschnittsmichel vom Islam hat (BLÖD-Zeitung sei Dank).


Originally Posted by elgi
Mich stören übrigens sowohl zum Gebet rufenden Typen genauso wie alle halbe Stunde bimmelnden Glocken.

Das ist allerdings richtig. Aber unsere Kirchglocken klingen nun mal einfach heimeliger, als ein Gebetsrufer mit akustischer Bronchialthrombose. grin


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Toleranz ist aber auch etwas persönliches. Was mich persönlich nicht stört kann ich auch leichter tolerieren als etwas, dass mich stört.
Außerdem sollte Toleranz dann auch auf beiden Seiten vorhanden sein.
Angenommen es würden beide Seiten die Sicht der anderen tolerieren und noch wichtiger, verstehen und einsehen, gäb es das ganze Problem nicht. Die Christen würden nicht sagen wir wollen keine Minarett und die Islamisten würden keine bauen.
Problem gelöst, keine Probleme mit Toleranz.

Entweder Toleranz auf beiden Seiten oder es ist eigentlich überflüssig.


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