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Originally Posted by Anjy
@ Ailil

Verzeih mir, aber ich kann - bis auf deinen einleitenden Satz - keinen Zusammenhang erkennen.

Das mit den Entwicklungskosten ist alles richtig, aber doch nicht Gegenstand meiner bewusst provokanten, zur Diskussion stehenden These, die sich im Übrigen auf einen der vorangegangenen Beiträge bezog.

Ich gebe dir auch recht, dass Spiele wie etwa BG in einem erfreulich fertigem Zustand ausgeliefert wurden, was auf heutige Verhältnisse bezogen sicher die Ausnahme wäre.

Bitte erklär' mir, was eigentlich dein Punkt ist.

Jetzt schon danke smile


Der Punkt ist, das dein Kritikpunkt war, das Spiele mit zuvielen Fehlern auf den Markt kommen und ich habe das mit fehlenden Mitteln oder Druck der Firmen begründet. Wer mehr Geld hat oder für eine größere Firma arbeitet, hat einfach mehr Mittel ein eher fehlerfreies Spiel rauszubringen, während einige Firmen entweder Druck vom Publisher bekommen oder es wegen finanzieller Engpässe früh rausbringen müssen.

Last edited by Ailil; 05/08/09 06:43 PM.
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Originally Posted by Ailil


Der Punkt ist, das dein Kritikpunkt war, das Spiele mit zuvielen Fehlern auf den Markt kommen und ich habe das mit fehlenden Mitteln oder Druck der Firmen begründet. Wer mehr Geld hat oder für eine größere Firma arbeitet, hat einfach mehr Mittel ein eher fehlerfreies Spiel rauszubringen, während einige Firmen entweder Druck vom Publisher bekommen oder es wegen finanzieller Engpässe früh rausbringen müssen.


Zweifellos richtig. Wie auch Goldmarie kurz vorher schrieb, scheint das eine teuflische Spirale zu sein, die sich schon viel zu lange dreht.

Die Frage ist doch, warum die (Publisher oder wer auch immer) dies wider besseren Wissens tun.
Ich kann mir das nur so erklären: Weil sie es können!
Weil sie genau wissen, dass es wieder genügend "early adopters" gibt, die
a) zumindest einen Teil der Kosten herein bringen
b) sich zum Teil noch glücklich schätzen ("Fanboys"), als zahlende Betatester die Arbeit zu verrichten, für die tatsächlich andere Leute schon längst zuständig gewesen wären und immer noch sind.

Ich weiß, dass jetzt wieder viele aufschreien werden, weil derartige Vergleiche sehr unbeliebt sind:
In jeder anderen Branche wäre so ein Verhalten des Herstellers / Publishers gegnüber seinen Kunden VÖLLIG undenkbar.

So lange der Computerspieler keine kompetente Lobby hat, wird sich daran aber nichts ändern.

Ich will aber hier auch einmal eine Lanze für Larian /dtp brechen:
Vielleicht gehöre ich nur zu den Glücklichen, bei denen das Spiel einwandfrei läuft. Vielleicht wurde es ja auf einem Aldi-PC entwickelt und funktioniert deshalb bei mir so gut smile
Auf jeden Fall weiß ich aus leidvoller Erfahrung eines: Wenn ein Spiel wirklich kaputt ist, dann läuft es bei niemandem.
Das ist bei DIV II sicher nicht der Fall, weshalb all' die Kritik, die ich und andere hier äußern, nicht in jeder Hinsicht etwas mit Larian / dtp zu tun hat.

Last edited by Anjy; 05/08/09 07:22 PM.
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Ich habe gestern oder vorgestern mit dem Inhaber eines recht neuen Computerspieleladens gesprochen.

Er macht auch an & verkauf.

Allerdings nur für Konsolen. Nix PC.
Gamestop übrigens auch.

In der kurzen Diskussion fiel uns beiden der große und unglaublich schnelle Werteverfall von Computerspielen für den PC auf.

Nicht so jedoch für Konsolen.


In einem anderen Laden sah ich jemanden ein Konsolenspiel spielen, bei dem man sich zuerst mit Elektrizität aufladen muß, um andere damit auf Entfernung "brzzeln" zu können.

Ich habe so etwas noch nie gesehen, und fand es kreativ.

Ähnliches gilt auch für die "Pilz-Menschen", von denen ich in einer Zeitschrift Bilder gesehen habe (anderes Spiel).


Ich frage mich oft, warum so viele kreative Spiele NICHT für den PC erscheinen, sondern nur auf Konsolen ?

Klar, der Revenue-Effekt ist bei Konsolen größer. Zumindest sagt das jeder so.

Daraus würde dann folgen, daß jeder deswegen für Konsolen Entwickelt, weil dort Gewinne eher in größerem Umfang und mit letztendlich geringerem Werteverfall möglich sind, als bei Konsolen.

Aber was bedeutet das für die PC-Plattform ? Daß wirklich *kreative* Umsetzungen nicht dort erscheinen, sondern auf Konsolen ? Daß auch "familienfreundliche" Umsetzungen nicht für den PC erscheinen, sondern auf Konsolen ?

Ich befürchte, das heißt, ich betrachte/nenne dieses Phänomen die "Austrocknung der Kreativität zur PC Plattform". Oder so ähnlich.

Das ist für mich so ähnlich, wie damals führende Wissenschaftler vor den Nazis fliehen mußten. Zum Beispiel in die USA.

Einstein, zum Beispiel. Diese spezielle Art der Physik wurde dann hauptsächlich in den USA weiter fortgeschrieben.

Ähnliches galt damals für Künstler. Flucht woandershin.

Das bedeutete noch lange nicht, daß Wissenschaft und Kunst unter den Nazis ausgestorben wären - sie haben sich nur in eine völlig andere Richtung entwickelt. Kreativität wurde durch ... - ich habe kein wort dafür - ... ersetzt.

Dort kann man also auch von einer Art von "Austrocknung der Kreativität" reden.


Die Vielfalt kreativer Konzepte wurde dort durch eine Monokultur ersetzt.

Eine ähnliche Entwicklung nehme ich auch für die PC-Plattform (im Computerspielbereich) wahr. Die kreativen Konzepte wandern aus. Zur Wii. Zur PS3. Zur xbox. Zum Nintendo DS. Oder was weiß ich.

Ich brauche lediglich durch sagen wir 3 PC-Spielemagazine zu blättern, um zu sehen, was für eine Monokultur an Spielkonzepten dort herrscht.

(Indies ausgenommen, aber die produzieren ja auch nicht für den Massenmarkt.)

Was war zuerst ? Die Henne oder das Ei ? Der "Massengeschmack" oder das, was die Publisher tun ?

Und : Ist nicht auch manches nicht eine "sich selbst erfüllende Prophezeihung" ?

Wenn Gamer und Zeitschriftenredakteure Spiele mit kreativen, neuen Konzepten lieber "abstrafen" und/oder raubkopieren, und sich dann über den 10.000sten D2-Klon wundern ? Sich bemüßigt sehen, Glossen darüber zu schreiben, ach wie schwer es Kreartivitzät heutzutage habe ? Und dann im gleichen Atemzug fordern, Spiele müßten zuallerst graphisch total toll aussehen - womit eines der traditionellsten "Konzepte" der Spielkritik überhaupt bedient wird ?

Ich wundere mich immer wieder.


Ich frage mich oft, ob, wenn ich dem angeblich unumstößlich vorhandenen Massengeschmack nachgebe - ob ich dann damit nicht womöglich überhaupt erst den Massengeschmack initiiere ? Sich selbst erfüllende Prophezeihung ?

Ich träume davon, die Standards *insgesamt* anheben zu können. Wenn ich der Masse gar keine andere Wahl lasse, als "high standard" Werke zu konsumieren - kann ich damit nicht auch den Standard / die Standards *insgesamt* erhöhen ?

Auf Bildung bezogen: Ich kann ein Volk bei der Grundschule herumdümpeln lassen.

Ich kann es aber auch durch den Bau von Universitäten dazu befähigen, weitere Entwickluungen vorzunehmen.

Die Taliban zerstör(t)en ganz gezielt Schulen. Um die Bevölkerung dumm zu halten, und sie damit - durch gezieltes Ausschalten irgendwelcher Alternativen - an ihre Koranschulen zu binden.

Wer ein Volk dumm halten will, der5 halte es in einem andauernden Kriegszustand gefangen (Warlords zum Beispiel in Afrika, mit Kindersoldaten, die nie etwas anderes gelernt haben, als Soldaten zu sein, und daher auch nie Schulen oder gar Universitäten besucht haben, da ihre "Herren", die Warlords, es nicht so wollten), und und entziehe ihm jegliche Bildungsmöglichkeit.

Voilá: 1984 !


When you find a big kettle of crazy, it's best not to stir it.
--Dilbert cartoon

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Ich frage mich oft, warum so viele kreative Spiele NICHT für den PC erscheinen, sondern nur auf Konsolen ?


Weil, außerhalb Deutschlands, man mit Konsolenspiele weitaus mehr Gewinn machen kann, als mit PC.

Um das zu verdeutlichen eine kleine Anekdote die mir von einem Mitglied der schreibenden Zunft erzählt wurde:
Es war eine Pressekonferenz des französischen Publishers mit dem blauen Kringel als Logo, in der er sein neustes Werk vorstellt und wie toll es auf den Konsolen zu spielen sei. Ein Journalist meldete sich und stellte die unscheinbare Frage, wie's denn um die PC-Version stehe. Antwort des Publishers: "Ah... sie kommen aus Deutschland, nicht wahr?"

Der Grund hierfür ist einfach: Wieso sich die Mühe einer PC-Portierung machen, wenn diese dann doch nur wenige kaufen, bzw dann auch noch raubkopiert werden? Die PC-Versionen sind der sprichwörtliche Klotz am Bein, denn man muss diesen verdammten Support bieten, weil das Spiel überraschenderweise nicht auf Hardware x mit Zusatz y läuft.

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Originally Posted by Alamar
Es war eine Pressekonferenz des französischen Publishers mit dem blauen Kringel als Logo, in der er sein neustes Werk vorstellt und wie toll es auf den Konsolen zu spielen sei. Ein Journalist meldete sich und stellte die unscheinbare Frage, wie's denn um die PC-Version stehe. Antwort des Publishers: "Ah... sie kommen aus Deutschland, nicht wahr?"

Der Grund hierfür ist einfach: Wieso sich die Mühe einer PC-Portierung machen, wenn diese dann doch nur wenige kaufen, bzw dann auch noch raubkopiert werden? Die PC-Versionen sind der sprichwörtliche Klotz am Bein, denn man muss diesen verdammten Support bieten, weil das Spiel überraschenderweise nicht auf Hardware x mit Zusatz y läuft.


Naja wenn sich diese Ansicht aber großflächig vereitet wird aber eng für die Hardwarebranche, oder kann mir mal einer sagen welche Software für den Massenmarkt, ausser Spielen, braucht ein Grafikkartenmonster aller Nvidi 295 braucht ? Das würde dann natürlich auch für CPU's und andere PC-Komponenten ausarten, sinkende absatzzahlen weil wozu aufrüsten, etwa für Word oder Exel ?

BTW : Wenns irgendwann mal ne Konsole mit vernünftiger Tastertur und Maus-Unterstützung gibt, würde ich mir vieleicht auch eine zulegen, aber ich hasse das Gefuchtel mit nem Gamepad.

Gruß T.


Zum Theme Rechtschreibung : Ich bin französischer/deutscher Abstammung und bin und in Dänemark aufgewachsen, daher übe man bitte nachsicht.

Ich beleidigung niemanden sondern beurteile nur wie sich die situation für mich als aussenstehender darstellt.
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Ja, die Hardwarehersteller kämpfen ja für eine Stärkung des PCs als Spielesektor. Ich bin mir sicher, da fließen im Hintergrund jede Menge Gelder, damit ein Spiel doch noch für PC erscheint. Microsoft will sich ja auch wieder mehr dem PC zuwenden - andererseits weigern sie sich weiterhin beispielsweise Fable 2 zu portieren.

Tastatur und Maus werden im übrigen von Xbox und PS3 sehr wohl erkannt. Diverse PS3-Spiele lassen sich sogar mit Maus und Tastatur spielen. Bei der Xbox hat jedoch kein Spiel dieses Feature, die Tastatur kann da nur zum Chatten und zur Texteingabe benutzt werden. Zitat Microsoft: "Das ist eine Konsole, wer mit Tastatur und Maus spielen will, soll PC spielen."

Im übrigen ist ein gutes Gamepad nicht schlecht. Konnte Fallout 3 damit durchspielen smile

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Was Alrik F. da düster an die Wand mahlt, ist - zumindest in Ansätzen - bereits Realität.

Dennoch bin ich der Meinung, dass der PC auch in Zukunft die Haptplattform sein wird und die Konsole das eventuelle Zweitgerät - zumindest für den erwachsenen Spieler, der im Berufsleben steht.

Warum? Ganz einfach: Einen PC braucht fast jeder, egal, ob für Mails, Texte oder sonstige herkömmliche Anwendungen. Somit steht das Gerät bereits da und bietet einen zusätzlichen Nutzen: Man kann auch damit spielen.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Hersteller und Publisher diesen riesigen Markt einfach liegen lassen und sich nur noch auf Konsolen konzentrieren.

Wenn die Geldschneiderei bei den Konsoken nicht so unverschämt offensichtlich wäre, würde ich mir vielleicht auch (wieder) eine zulegen. Aber derzeit sieht es doch so aus, dass das Gerät, welches ich mir heute kaufe, morgen bereits Elektronikmüll sein wird, weil die Version Y die bisherige Version X ablöst.
Hier ist der PC mit seiner Upgradefreundlichkeit derzeit noch konkurrenzlos.

Wenn es die Hersteller nun auch noch auf die Reihe bekommen, ein cleveres, für den Endbenutzer akzeptables DRM herzustellen, ist auch das Argument mit den Raubkopien gegessen.

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Dennoch bin ich der Meinung, dass der PC auch in Zukunft die Haptplattform sein wird und die Konsole das eventuelle Zweitgerät - zumindest für den erwachsenen Spieler, der im Berufsleben steht.


Kann deine Meinung gerne sein, die Realität hat das natürlich schon lang widerlegt. Gerade erwachsene Spieler im Berufsleben mit Interesse an Videospielen ziehen Konsolen mit abstand vor . Deutschland is bisher die einzige Nation, bei der PCs überhaupt noch ein großer Faktor sind.

Man muss sie weniger updaten(das ist nämlich ein Nachteil des PCs, kein Vorteil, die Notwndigkeit der Updates macht PCs soviel teurer als vergleichbare Konsolen, wenn man den PC als Spieleplattform auch nur halb so lang benutzen will wie eine Konsole), es kostet weniger Zeit, sich um Hardwarekonfigurationen zu kümmern - es läuft sofort alles.


Fakt ist, diese PC-Gefühlsduselei ist halt typisch deutsch, genauso wie die Selbstbelügerei, dass PCs ja immernochn "Platz1" haben und Konsolen ja nur "Nebengerät" seien.
Der PC ist international nurnoch Zweitverwertplattform oder Casual-Gamer Revier. Letztere sind die einzigen, die wirklich noch den PC bevorzugen(oder den DS), einfach weil sie eh kaum verschiedene Spiele spielen. Und die, die gespielt werden, gehen auch mit Onboard-Grafikkarte und Uraltpc.

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Originally Posted by Goldmarie

Wie gesagt, ich kenne die Interna bei Larian nicht und sage auch nicht, dass es hier ähnlich gelaufen ist, ich möchte nur darauf hinweisen, unter welchem Druck manche Entwicklerstudios teilweise arbeiten müssen.


Dieser Druck ist aber in vielen Branchen da. Man trifft die Entscheidung, ein Spiel zu entwickeln, stellt vermutlich ein Konzept vor, kreiert einen möglichst realistischen Zeitplan (der sinnvollerweise auch noch etwas Luft lässt) sowie ein Konzept zur Erfolgskontrolle und setzt Meilensteine, die zu bestimmten Terminen vorzulegen und unbedingt einzuhalten sind. Das "Projekt" wird abgesegnet - womit der Zeitplan bindend wird - und vorfinanziert.

Natürlich stehen die Entwickler dann unter dem Druck, den Zeitplan einzuhalten. Wenn er absolut unrealistisch war, haben es die Entwickler verbockt, die ihre eigenen Fähigkeiten offenbar maßlos überschätzten und etwas in 2 Jahren schaffen wollen, wozu eigentlich mindestens drei Jahre nötig wären. War der Zeitplan realistisch und man ist zum Projektende trotzdem noch in einem halbgaren Zustand - haben es (möglicherweise) die Entwickler verbockt, weil sie sich irgendwo verzettelt haben und sich unter Umständen im Detail verrannt haben und dabei das Große Ganze aus den Augen verloren haben.

Solche Art von Projekten und termingerecht abzuliefernden "Produkten" sind überall anzutreffen, wo gearbeitet wird. Bestes Beispiel: Die Bauindustrie. Wird der Termin der Fertigstellung eines Bauwerkes nicht gehalten, drohen empfindliche Strafen. Und oft genug werden die Gebäude in einem unfertigen Zustand übergeben und müssen im Anschluss nervenaufreibend "gepatcht" werden.

Es mag gute Gründe geben, warum ein Zeitplan außer Kontrolle gerät - aber man sollte nicht immer nur die Publisher in die Pflicht nehmen. Ein nahc hinten verschobener Veröffentlichungstermin ist eigentlich schon ein großes Zugeständnis, das ein Publisher sicher nicht aus Menschenfreundlichkeit macht, sondern um den größten Schaden zu vermeiden oder aus Verantwortungsbewusstsein den Kunden gegenüber. Und wenn's nach der Verschiebung dann immer noch nicht hinhaut, und nach der nächsten wieder nicht (was zeigt, wie schief der Entwickler möglicherweise mit seinem Plan gelegen hat!), dann ist irgendwann das Budget wirklich leergeschöpft. Die Alternative dann heißt entweder ein unfertiges Produkt und erstmal wieder die Kasse füllen und nachpatchen, oder die Entwickler arbeiten die nächste Verschiebung umsonst. Und da ist auch wieder die Analogie zum Bau: Irgendwann muss das Gebäude übergeben werden, fertig oder nicht. Nur dass hier der Bauherr bei einer unfertigen Übergabe gleich den ursprünglichen Preis drücken kann und den Ausführenden mit saftiogen Strafen in die Pflicht nehmen kann. Wir Spieler kaufen ja immer ein Vollpreisprodukt und können nur hoffen, dass es möglichst fertig ist...

Darum scheint es mir auch so wichtig zu sein, dass auf Seiten der Publisher Leute sitzen, die was vom Entwickeln verstehen und einschätzen können, wie realistisch die Zeitpläne sind.

Dass möglicherweise die zeitpläne so "heruntergehandelt" werden, dass sie praktisch nicht zu schaffen sind, steht auf einem anderen Blatt. Korrekterweise sollte ein Entwickler, dessen ursprünglicher Zeitplan vom Publisher massiv zusammengstrichen wurde, keinen Vertrag eingehen. Aber ich kann mir natürlich vorstellen, dass die simple Theorie in der Praxis viel komplizierter - und vor allem komplexer - ist. Und außerdem sind das natürlich nur meine naiven Vorstellungen, und ich kann nicht behaupten, dass ich Einblick in die Materie habe. Vielleicht ist alles auch ganz anders.

Nun, immerhin arbeite ich selbst an Projekten, und die müssen zu einem bestimmten Zeitpunkt abgeschlossen sein. Und da ist es noch etwas schärfer, denn das Budget steht von vornherein fest. Änderungen mag es für vieles geben - das Budget wird höchstens gekürzt, aber niemals aufgestockt!

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Originally Posted by Anjy
Warum? Ganz einfach: Einen PC braucht fast jeder, egal, ob für Mails, Texte oder sonstige herkömmliche Anwendungen. Somit steht das Gerät bereits da und bietet einen zusätzlichen Nutzen: Man kann auch damit spielen.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Hersteller und Publisher diesen riesigen Markt einfach liegen lassen und sich nur noch auf Konsolen konzentrieren.

Einen PC braucht vllt. jeder, aber was für einen PC? Die alltäglichen Arbeiten wie Surfen, Mails, Office etc. kann man auch mit einem 300-Euro-Netbook erledigen... zum Spielen (zumindest aktueller Titel) braucht es schon deutlich mehr Power. D.h. immer mehr steht man vor der Wahl: Möchte ich einen spielefähigen PC, der viel kostet und auch viel Strom verbraucht (pauschal gesprochen)? Oder reicht mir zuhause ein "normaler" Office-Internet-PC für wenig Geld, der auch noch verschwindend wenig Strom verbraucht, und dazu noch eine Konsole, mit der ich bei Bedarf spielen und auch deutlich mehr machen kann (z.B. Mediacenter-Möglichkeit)?

Wenn ich nicht an meinem Heim-PC arbeiten müßte, würde mir ein Netbook/Nettop in ca. 95% der Fälle reichen. Dazu noch die PS3, die ich ursprünglich eher zum Blu-ray-Abspielen gekauft habe, und fertig ist die Freizeitbeschäftigung. Kein Ärger mehr mit PC-Kopierschutz, Patches, verschiedenen Versionen, langweiligen Spielen etc.

Aber das ist alles sehr vereinfacht und aus meiner Warte gesehen... zumal da die typischen PC-Spiele wie komplexe Strategie-, Wirtschafts- und auch Rollenspiele aus dem Raster fallen würden.

Ich weiß nicht, wie die Lage in 10 Jahren aussehen wird... aber ich kann mir nicht vorstellen, daß der PC als Spieleplattform ausstirbt. Ich denke eher, daß der Markt mehr oder weniger fair durch Multiplattform-Spiele aufgeteilt wird... und so sehr auch gejammert wird, SO unglaublich schwer ist das Portieren eines Spiels z.B. von Xbox auf PC auch wieder nicht, daß sich diese Mühe nicht in Form von mehr Einnahmen lohnen würde.

Was die Innovationskraft auf den verschiedenen Plattformen angeht: Ich würde sagen, größtenteils ist auch das nachfrage- und klientelabhängig. Eine Konsole hat jemand meistens nur dann, wenn er auch Spieler ist. Einen PC haben - wie bereits angemerkt - deutlich mehr Leute, die nicht als typische Spieler durchgehen. Die Vermutung liegt nahe, daß der Ottonormalverbraucher, der tagsüber arbeitet und am Abend vllt. eine oder zwei Stunden am PC verbringt, nicht gerade megakomplexe oder total abgefahrene Sachen spielen will - ganz einfach, weil er weder Zeit noch Lust hat. Und so entwickelt sich dieser ominöse Massengeschmack.
Es ist ja nicht so, daß früher die Masse der Computerspieler so viel besser war - es gab nur zu wenig davon und die, die gespielt haben, würde man heute eher Hardcore-Zocker nennen. Dadurch daß jeder einen PC hat, wächst auch die Masse der PC-Spieler extrem an, und dies führt dazu, daß diese sog. Hardcore-Zocker nicht mehr repräsentativ in der Masse vorhanden sind - weil, zum wiederholten Male, jeder einen PC hat und damit tendenziell spielt.

Daß dies auf der Konsole nicht der Fall ist, bedeutet aber nicht, daß das auch so bleiben wird. Nicht umonst ist es z.B. Nintendos Bestreben, durch Wii und NDS auch andere Menschen als den typischen Zocker zu erreichen... also jene, die nicht unbedingt eine Konsole zu hause stehen haben wollen, weil sie mit den ganzen "Killerspielen" nix anfangen können. Also erfinden wir die Wii-Fernbedienung und lassen eine Myriade von kurzweiligen Spielchen auf die Masse los, die dank der Steuerung im ersten Ansatz recht pfiffig sind, denen aber im Allgemeinen die Spieltiefe fehlt. Was aber wiederum gut ist, denn der bereits beschriebene Ottonormalverbraucher achtet nicht penibelst darauf, daß ein Rollenspiel unbedingt 100 Stunden dauern muß... auch ein Spiel, das "nur" 10 Stunden dauert, kann großen Spaß machen.

Aber wie wird das alles aussehen, wenn das Ziel der Hersteller erreicht ist und es auch bei den Konsolen so aussieht, daß so gut wie jeder eine zuhause hat? Tja... dann dürfte sich auf dem Konsolenmarkt dasselbe abspielen, wie seit mehreren Jahren auf dem PC-Markt. Stagnation auf recht hohem Niveau.

Insofern halte ich es für einen falschen Ansatz, die "Schuld" bei den Entwicklern und Publishern zu suchen. Daß die Geld verdienen wollen, kann man ihnen sicher nicht vorwerfen. Stattdessen liegt die "Verantwortung" meiner Meinung nach (und wie mittlerweile mehrfach gesagt) bei den Konsumenten. Um in Alriks Vergleich zur Universität zu bleiben, die gebaut werden könnte, um das Volk besser zu bilden: Stell dir vor, es ist Uni, und keiner geht hin. wink


Nigel Powers: "There are only two things I can't stand in this world. People who are intolerant of other people's cultures... and the Dutch!"
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Im Moment sehen die Hardwareanforderungen an aktuelle Spieledoch moderat aus wegen oder dank der Konsolen, wie man es sehen möchte. Ein neuer PC um 500-600 Euro ist in der Lage, alle Spiele vernünftig spielen zu können. Das hardwarefressendste (und schönste) Spiel momentan ist Crysis und auch schon 3 Jahre alt.

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Originally Posted by Rei
Im Moment sehen die Hardwareanforderungen an aktuelle Spieledoch moderat aus wegen oder dank der Konsolen, wie man es sehen möchte. Ein neuer PC um 500-600 Euro ist in der Lage, alle Spiele vernünftig spielen zu können. Das hardwarefressendste (und schönste) Spiel momentan ist Crysis und auch schon 3 Jahre alt.

Nur mal so als Beispiel: Ghostbusters auf meinem PC, der eher auf Energieeffizienz ausgerichtet ist, aber auch nicht billig war, ruckelt wie blöd... auf der PS3 ist alles bestens.

Letzten Endes ist es eine Frage der persönlichen Präferenz: Wenn du die neuesten Spiele bei entsprechenden Details spielen willst, brauchst du einen PC, der mehr als eine der gängigen Konsolen kostet. Und in einem Jahr dann ne neue Grafikkarte... und in einem weiteren Jahr vllt. ne neue CPU... etc. Und dabei ist der Energieverbrauch, der ja mittlerweile in aller Munde ist, gar nicht berücksichtigt. Klar kann man mit Quad-CPU und zwei Grafikkarten tolle Grafik herbeizaubern... aber das Ganze verbraucht nicht gerade wenig Strom.

Wie gesagt, die Alternative ist so blöd nicht: Schwacher Office-PC, der leise, günstig energieffizient ist für den PC-Alltag... und für das Spielen (und für die Medien, das kann ich nicht oft genug erwähnen) dann eine Konsole. Langfristig fährt man damit am günstigsten und kann im Notfall auch auf dem PC einige ältere Spiele zocken. Oder vllt. einen besonders coolen Indie-Titel, der erfahrungsgemäß eher weniger PC-Leistung benötigt.


Nigel Powers: "There are only two things I can't stand in this world. People who are intolerant of other people's cultures... and the Dutch!"
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Ghostbusters ist ein Beispiel für eine schlechte Konvertierung. Cyrostasis ist ein weiteres Beispiel für eine schlechte Hardwareausnutzung, trotz schlechter Grafik verlangt das Spiel einiges.
Diese Spiele sind aber Ausnahmen, der Rest läut auf Rechner, die 2-3 Jahre alt sind. Grafikkartenaustausch ist, wenn man eine GT8800 hat, auch nicht nötig, wenn man mit Konsolengrafik leben kann.

Meinst du mit Medien DVD/BluRay Player? Da sind dann wieder eigene Geräte vorteilhafter, da sie a) leider und b) stromsparender sind. Günstiger sind sie in der Regel auch.

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@ Elgi

Was du da schreibst, ist aus meiner Sicht richtig. Nur in einem kann ich dir nicht beipflichten:

Um gängige PC-Spiele auch in ordentlicher Performance genießen zu können, braucht man doch keines dieser Highend-Monster für 3000 € !
Mit meinem PC vom Discounter, den ich letztes Jahr für 699,-- erstanden habe, läuft jedes Spiel bei mir mit max Einstellungen. Ich habe nichts hinzu gefügt, er ist immer noch in der Originalkonfiguration.

Ok, ich spiele keine FPS und auch nicht die typischen "Killerspiele", aber Bioshock z.B. schon, weil es mich an ein altes Spiel erinnert, auf dessen Namen ich jetzt nicht komme.

Jetzt warte ich noch ein Jahr, dann gibt's die derzeit noch zu teuren nVidias zum Budget-Preis, womit ich wieder gerüstet wäre für die neuen Anforderungen, so es denn welche gibt.

Aber in einem Punkt hast du absolut recht. Das habe ich bei meinem obigen Beispiel "jeder hat einen PC" nicht berücksichtig:
Klar haben die meisten Leute einen PC, aber halt was für einen. Die nach unten offene Veralterungsskala dürfte beim 486er DX 50 noch lange nicht am Ende sein.
Dass sich jemand mit so einem Brotkasten, mit dem er jedoch seine Korrepondenz, seine Mail und vielleicht sein Excel-Haushaltsbuch einwandfrei erledigen kann, eine Konsole zulegt, bevor er sich einen neuen PC kauft, ist sicher nicht von der Hand zu weisen.

Last edited by Anjy; 06/08/09 09:43 AM.
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Ghostbusters ist ein Beispiel für eine schlechte Konvertierung.


Aber ein doppeltes, die PS3-Version wurde doch auch mies portiert laugh

Wer im übrigen innovative Zappelspiele interessant findet, sollte eventuell auf dieses Project Natal von Microsoft warten, welches ja auch für PC erscheinen soll. Vielleicht hilft's was ... aber wahrscheinlich werden wir, wenn überhaupt, wieder Unmengen an Casual Games wie auf der Wii erhalten und der Hardcorespieler schüttelt nur den Kopf.

Quote
zumal da die typischen PC-Spiele wie komplexe Strategie-, Wirtschafts- und auch Rollenspiele aus dem Raster fallen würden.


Fragt man sich noch wie lange. Biowares Dragon Age findet seinen Weg auf alle Konsolen, EAs C&C Alarmstufe Rot 3 konnte man dort auch finden und kalypso lässt Tropico 3 für die Xbox entwickeln.

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Originally Posted by Rei
Ghostbusters ist ein Beispiel für eine schlechte Konvertierung. Cyrostasis ist ein weiteres Beispiel für eine schlechte Hardwareausnutzung, trotz schlechter Grafik verlangt das Spiel einiges.
Diese Spiele sind aber Ausnahmen, der Rest läut auf Rechner, die 2-3 Jahre alt sind. Grafikkartenaustausch ist, wenn man eine GT8800 hat, auch nicht nötig, wenn man mit Konsolengrafik leben kann.

Div2 bei allen Details und höchster Auflösung nicht füssig... Protoype - obwohl nicht gerade beste Grafik - nicht flüssig... Trine, was mir jetzt wieder einfällt, nicht flüssig... selbst World Snooker 2009 läuft nicht flüssig...

Wohlgemerkt, ich rede von den maximal möglichen Einstellungen. Natürlich kann man das alles runterschrauben, bis alles auf allen Rechnern läuft. Aber dann sieht es auch nicht gerade blendend aus. Fakt ist, daß ich mit meinem Rechner (Intel E7200, ATI HD4650) oft bei Spielen die Einstellungen nicht so hoch einstellen kann, wie ich gerne möchte. Das Problem habe ich auf der PS3 nicht.


Quote
Meinst du mit Medien DVD/BluRay Player? Da sind dann wieder eigene Geräte vorteilhafter, da sie a) leider und b) stromsparender sind. Günstiger sind sie in der Regel auch.

Ich meine DVD, Blu-ray, Bilder, MP3, Videos auf dem Computer/im Netzwerk/auf USB-HDDs usw. Eine PS3 ist ein ausgewachsenes Mediacenter, mit dem du nahezu alle Medien wiedergeben kannst - Vorteil: Sie steht im Wohnzimmer, während der PC im Arbeitszimmer oder zumindest mal in einer dunklen Ecke des Wohmzimmers steht... und du hast von der Couch aus Zugriff auf alles.

Natürlich gibt es hier auch Standalone-Geräte... praktischerweise sogar solche, die einen Großteil dessen bewerkstelligen, was die PS3 in puncto Medienwiedergabe zustandebringt. Aber zum einen stellt sich da die Preisfrage und zum anderen: Wenn ich gerne spielen würde, nützt mir ein Blu-ray-Player nichts.

Und da wir uns um die Frage "PC oder Konsole" kümmern, können wir meiner Meinung nach die Standalone-Geräte außer Acht lassen. Zumal selbst mit Standalone-Geräten die Situation dieselbe ist: Du kannst die PS3 und den Billig-PC ja immer noch haben... man muß ja auch der PS3 nicht zwangsläufig auch die Blu-rays abspielen.

Zumal ich ja nicht behaupte, daß man unbedingt diesen skizzierten Weg gehen muß. Nur finde ich das Argument "jeder braucht/hat einen PC - daher spielen viele auf dem PC" eben nicht befriedigend genug. Und zwar - kurz zusammengefaßt - weil man die PC-Power zum Spielen normalerweise auch nur zum Spielen braucht. Alles andere geht mit deutlich weniger Power und daher ist es so abwegig nicht, daß man eben nicht auf dem PC spielt, obwohl man einen hat.


Nigel Powers: "There are only two things I can't stand in this world. People who are intolerant of other people's cultures... and the Dutch!"
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Originally Posted by buad
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Dass möglicherweise die zeitpläne so "heruntergehandelt" werden, dass sie praktisch nicht zu schaffen sind, steht auf einem anderen Blatt. Korrekterweise sollte ein Entwickler, dessen ursprünglicher Zeitplan vom Publisher massiv zusammengstrichen wurde, keinen Vertrag eingehen.


Das Risiko, dass unvorhergesehene Probleme auftauchen, ist bei der Softwareentwicklung für PC aufgrund vieler Faktoren deutlich höher als in manch anderer Branche - die schier unendliche Zahl an Hardwarekombinationen und OS-Konfigurationen beim Endkunden sind nur zwei davon. Oft vergehen im Zuge einer Spieleentwicklung mehrere Jahre, in denen es gilt, sich ständig auf die rasante Weiterentwicklung in diesem Bereich ein- und umzustellen, damit das Produkt am Ende technisch immer noch up to date ist. Da muss ein ursprünglich aufgestellter Zeitplan gar nicht vom Publisher zusammengestrichen werden - der usprünglich aufgestellte Zeitplan ist angesichts dieser Umstände ohnehin so gut wie nie zu halten.

Der Publisher ist ja auch nur ein Faktor in der Rechnung. Banken und Investoren (bei börsennotierten Unternehmen auch die Aktionäre) machen ebenfalls Druck und drehen dem Studio ggf. den Geldhahn zu, wenn sich ein Release immer wieder nach hinten verschiebt. "It's done when it's done", das können sich heutzutage leider nur Entwickler mit gaaaanz langem finanziellen Atem leisten. Wer sich aber mal die Entwicklungskosten in dieser Branche anschaut, wird schnell feststellen, dass es gar nicht mehr ohne diese Geldgeber geht.

Der langen Rede kurzer Sinn: Arbeitest du mit all den o.g. Parteien zusammen, gibts du damit dein Projekt praktisch aus der Hand. Das betrifft dann nicht zuletzt auch die Frage, zu welchem Zeitpunkt und in welchem Zustand es auf den Markt kommt.

Das Traurige daran ist: Die meisten Investoren interessiert dabei der Imageschaden (und im Nachgang auch der finanzielle), den ein Entwicklerstudio durch den Release von wiederholt unfertigen Produkten erleidet, kaum. Die investieren ja selten langfristig, sind zumeist schon durch den Boxverkauf zufriedengestellt und suchen sich alsbald die nächste Firma, in die sie für eine bestimmte Zeit ihr Kapital pumpen (und mit Gewinn wieder herausziehen) können. Ich weiß nicht, ob man hier das Rad nochmal zurückdrehen kann; ich wage es zu bezweifeln.


Wir bestreiten unseren Lebensunterhalt mit dem, was wir bekommen, und wir leben von dem, was wir geben.
(Winston Churchill)
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Originally Posted by Anjy
Um gängige PC-Spiele auch in ordentlicher Performance genießen zu können, braucht man doch keines dieser Highend-Monster für 3000 € !
Mit meinem PC vom Discounter, den ich letztes Jahr für 699,-- erstanden habe, läuft jedes Spiel bei mir mit max Einstellungen. Ich habe nichts hinzu gefügt, er ist immer noch in der Originalkonfiguration.

700 Euro sind schon mal ne ganze Menge. smile

Beispielrechnung: 300 Euro für ein Netbook + 350 Euro für eine PS3 (und wenn demnächst die Slim-Version kommt, werden sich die Preise nochmal ändern)

Oder sogar noch weniger, wenn es die Xbox360 sein soll.

Und diese Kombination wirst du auf absehbare Zeit (also sagen wir mal 4-5 Jahre) nicht mehr updaten brauchen.

Ich wiederhole mich: Für viele hier in diesem Forum z.B. ist das natürlich unvorstellbar. Man ist schon seit Jahren PC-Freak und würde seinen Hauptrechner niemals gegen so eine Atom-Gurke eintauschen. Aber wir reden ja vom Massenmarkt bzw. sogar von künftigen Entwicklungen. So gesehen ist es nicht selbstverständlich, daß PC-Spiele per se ein nennenswerter Zweig bleiben, weil die meisten ja sowieso einen PC haben. smile

Aber ich denke trotzdem, daß es auch in Zukunft PC-Spiele geben wird. Wie gesagt, Multiplattformspiele etwa... oder Independent-Titel, die sich sicher leichter für den PC entwickeln lassen, als mal geschwind für die Konsole. Hinzu kommt noch die Massenannäherung der Konsolen, die ich ja kurz hypothetischerweise angeschnitten habe.


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Originally Posted by Goldmarie
Das Traurige daran ist: Die meisten Investoren interessiert dabei der Imageschaden (und im Nachgang auch der finanzielle), den ein Entwicklerstudio durch den Release von wiederholt unfertigen Produkten erleidet, kaum. Die investieren ja selten langfristig, sind zumeist schon durch den Boxverkauf zufriedengestellt und suchen sich alsbald die nächste Firma, in die sie für eine bestimmte Zeit ihr Kapital pumpen (und mit Gewinn wieder herausziehen) können. Ich weiß nicht, ob man hier das Rad nochmal zurückdrehen kann; ich wage es zu bezweifeln.


Das sehe ich genauso. Ich nenne es provozierend einmal "Heuschreckendenken".

Quote
Korrekterweise sollte ein Entwickler, dessen ursprünglicher Zeitplan vom Publisher massiv zusammengstrichen wurde, keinen Vertrag eingehen.


Ich halte das für äußerst blauäugig und naiv, das so zu sehen. Denn derzeit sieht die Spieleindustrie ja so aus, daß sich ein reines Abhängigkeitsverhältnis ergibt :

Publischer = Geld
Entwickler = Idee, aber kein Geld

Das Problem liegt darin begründet, daß Entwickler den Publishern auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind - je nach Vertrag, natürlich.

Und ganz ohne Geld kann keine Firma etwas machen, daran erkennt man ja schon die Macht der Banken, die theoretisch sich selbst über Banken-eigene Aufsichtsräte das Geschäft einer Firma beeinflussen können.

Ein anderes Beispiel ist die Vorfinanzierung: Bis das Element abbezahlt ist, gehört es der Bank.
Ich könnte mir vorstellen, daß Publisher ähnlich agieren.

Worin die Macht von Geldgebern mündet, läßt sich ja oft genug sehen, zum Beispiel mit Divinity 1, sofern das Gerücht stimmt, CDV habe schlichtweg den Geldhahn zugedreht, woraufhin Larian nichts anderes übrig blieb, als das Spiel zu veröffentlichen - oder schlichtweg aufzuhören, zu existieren.

Und je nachdem, wieviel "Herzblut" einer Mannschaft da mit drinhängt ... könnte man sie schön damit erpressen.

Daraus folgt:

Quote
Korrekterweise sollte ein Entwickler, dessen ursprünglicher Zeitplan vom Publisher massiv zusammengstrichen wurde, keinen Vertrag eingehen.


Nein, können sie nicht, denn es gilt: "Nimm unseren Vertrag an, oder verschwinde !" Und wenn dann *alle* Publisher auf mehr oder weniger standardisierte Vertragswerke pochen (mit einem "das ist so branchenüblich"), dann hat der Entwickler ganz eindeutig die Arschkarte gezogen, und kann sich nur noch zwischen Pest und Cholera entscheiden.

Bei CDV führte die "Vertragsmacht" sogar so weit, daß sie den Titel geändert haben - aus mir unklaren Gründen, aber offenbar nicht sehend, daß sich ein Spiel mit *solch* einem Titel *nicht* gut international verkaufen lassen würde ...



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Originally Posted by Alamar
Der Grund hierfür ist einfach: Wieso sich die Mühe einer PC-Portierung machen, wenn diese dann doch nur wenige kaufen, bzw dann auch noch raubkopiert werden? Die PC-Versionen sind der sprichwörtliche Klotz am Bein, denn man muss diesen verdammten Support bieten, weil das Spiel überraschenderweise nicht auf Hardware x mit Zusatz y läuft.


Das geht an der eigentlichen Frage, warum Kreativität auf der PC-Plattform so behandelt wird, vorbei.

Es geht hier - in meinem Beitrag - *nicht* um die Frage der PC-Plattform aus Hardwaresicht,

sondern um Kreativität.

Warum wird Kreativität selbst von Raubkopiierern nicht gewürdigt ?


Originally Posted by elgi
Was die Innovationskraft auf den verschiedenen Plattformen angeht: Ich würde sagen, größtenteils ist auch das nachfrage- und klientelabhängig.



Hier stellt sich mir auch die Frage, wie die Klintel der PC-Plattform beschaffen ist.

Ich bin der Auffassuung, daß sich Angebot und Nachfrage immer gegenseitig beeinflussen.

Derzeit sehe ich die PC-Plattform auf ein paar wenige Genres beschränkt - eine Art Monokultur also.

Das ist natürlich für Fans dieser Genres toll.

Wenn ich aber was anderes sehen will, muß ich - wegen dieser Limitierung - gleich die Plattform wechseln.


Last edited by AlrikFassbauer; 06/08/09 10:17 AM.

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