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#207438 30/06/04 09:42 AM
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Besorgt sieht die Elfe zu Rashida. Diese bewegt sich sehr unruhig im Schlaf und murmelt unverständliche Wort vor sich hin. Big Claw kniet sich neben der Kriegerin nieder und legt ihre Hand auf deren Stirn. Rashida ist schweissgebadet.

"Rashida geht es nicht gut. Ich werde sehen, was ich für sie tun kann", sagt sie zu den anderen.

Dann holt sie ein Tuch aus ihrem Rucksack und wischt damit den Schweiss von Rashidas Stirn. In ihre leere Tasse legt sie ein paar von den Kräutern, die sie am Bach gefunden hat, schüttet etwas heißes Wasser darüber und lässt das Gebräu kurz ziehen. Sie taucht eine Ecke des Tuches in die Tasse, wischt wieder über Rashida´s Stirn und auch über das ganze Gesicht, den Hals, die Oberarme und alle Stellen, die nicht von Kleidung bedeckt sind. Zwischendurch taucht sie das Tuch immer wieder in das Gebräu.

"Hat noch jemand eine Decke oder irgendetwas, mit dem wir Rashida warmhalten können?"

Ohne eine Antwort abzuwarten, nimmt sie Rashida´s Hände und hält sie fest. Auf diese Weise kann sie einen kleinen Heilzauber, den sie schon ganz früh gelernt hatte, auf Rashida übertragen. Der Zauber war nicht in der Lage, Rashida vollkommen zu helfen, dazu ist er nicht stark genug, aber er würde das aufkommende Fieber wenigstens zurückhalten.






Genieße Dein Leben ständig, denn Du bist länger tot als lebendig.
#207440 30/06/04 10:41 AM
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Lu versteht nicht ganz, weshalb der Halbelf das leckere, klare Wasser mit dem leichten Schwefelaroma mit den eigenartigen Pflanzenresten verdorben hat. Um aber nicht weiter aufzufallen, die Kerbe im Topf scheint ihn ständig ermahnend anzustarren, nimmt auch er sich etwas von dem heißen Gebräu. In Ermanglung einer Tasse schüttet er dazu ein wenig Flüssigkeit in eine Pfote und schnüffelt noch einmal kritisch. Pfui, so roch es sonst nur auf der Krankenstube.
Da aber auch der kleine Drache durstig und ausgekühlt ist, würgt er die Flüssigkeit hinunter. Nein, ein, wie sagten die Ungeflügelten, Tee-Liebhaber würde er sicherlich nicht werden.

Seine Gefährten haben sich inzwischen Rashida zugewendet, die spricht, obwohl es eigentlich so aussieht, als schlafe sie. Ob sie gerade prophetisch redet? Lu rutscht vorsichtig etwas näher heran. Big Claw kümmert sich gerade um die Kriegerin und Lu spürt das sanfte Zupfen an den Kraftfäden. Da mischt er sich lieber nicht ein.

Seufzend blickt Lu in den Himmel, in dem mittlerweile kleine Schneeflocken tanzen. Rashida hatte doch die ganzen Kekse eingepackt. Ob sie wohl etwas dagegen hätte, wenn er ...
Er schnüffelt kurz an ihrem Rucksack und öffnet dann geschickt das Proviantfach auf der Suche nach einem weiteren Bissen des unglaublich leckeren Riesenkuchens.
Fündig geworden bricht er sich ein großes Stück Kuchen heraus und verschließt die Tasche dann wieder sorgfältig. Nachdem er seinen alten Liegeplatz noch einmal aufgeheizt und den Kuchen getrocknet hat, beginnt er letzteren genüßlich zu verspeisen.

Last edited by LuSer; 30/06/04 12:41 PM.
#207443 30/06/04 12:54 PM
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"Sobald der Sturm nachlässt müssen wir hier weg," wendet sich der erschöpfte Stone an die anderen.
"Der Reisende hat recht, noch so ein paar Stunden im Regen, und Rashida kann ernsthaft krank werden. Und ohne Sturm werden wir hier wieder nass. Selbst Lus Feuer kann uns dann keine hilfe mehr sein."
Der Krieger schaut Glance an, "sagt, was schätzt ihr wie hoch und weit wir sind, seht ihr eine Chance sich dem Tempel von hier oben zu nähern? Wir müssen Rashida ins trockene bringen. Wenn wir sie den ganzen Weg zurück tragen dauert es einfach zu lange. Und selbst wenn der Sturm nachlässt, so kann der Regen noch stunden dauern. Wir werden dann sowieso nicht mehr den gleichen Weg zurück schaffen"



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Aber wenn man das einzelne nicht mehr beachtet, hat das ganze keinen Sinn mehr (Stone)
#207444 30/06/04 01:41 PM
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Als wäre die gegenwärtige mißliche Lage der kleinen Gruppe nicht ohnehin schon schlimm genug, geht der Regen allmählich in Schnee über. Schnee, der durch den noch immer ungebremst tosenden Sturm scharf in die ungeschützte Haut beißt.
Fast scheint es, als wolle eine höhere Macht die Gefährten von ihrem Ziel mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln abhalten...

#207445 30/06/04 04:29 PM
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Glance erwägt Stones Frage. "Der Weg zurück kommt keinesfalls in Frage - die westliche Schlucht ist sicher überschwemmt, und die südliche wahrscheinlich auch. Wir könnten also nicht einmal mehr zurück zu unserem letzten Rastplatz".

Er denkt nach, versucht abzuschätzen wieviel Zeit sie wirklich gebraucht haben für diesen Aufstieg, der ihm wie eine Ewigkeit vorkam. Unter den Wolken des Sturms ist der Sonnenstand nicht zu erkennen, also kann er auch nicht abschätzen welche Zeit im Moment ist.

"Wie hoch?" Er schaut in das Schneetreiben "Zu hoch! - Wir sind von jeglichem normalen Weg abgekommen. Das heisst vor uns ist die reine Wildnis. Wir werden bestimmt Hindernisse umgehen müssen, aber unsere einzige Chance ist bergab, immer in Richtung bergab". Immer noch starrt er in das Schneetreiben - wenn der Wind sich nur legen würde, dann könnte er mit Magie für etwas Schutz sorgen, aber solange die Lüfte so in Aufruhr sind...

"Ich glaube schon, dass wir von hier einen Weg zum Tempel finden werden - aber nicht mehr heute, wahrscheinlich nicht mal vor morgen Abend, und bestimmt nicht, wenn wir jemanden tragen müssen".


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#207447 30/06/04 05:01 PM
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Behutsam legt der Reisende die Hand auf Rashidas Stirn. Fieber schien sie nicht zu haben. Vielleicht war sie nur zu Tode erschöpft. Er hatte ohnehin den Eindruck, das sie sich selbst etwas beweisen musste, sich den anderen gegenüber stärker gab, als sie eigentlich war.

Die Unruhe der Kriegerin schien sich zu verstärken. Sorge... nein, Furcht zeichnet sich in ihrem schlafenden Gesicht ab.

#207449 30/06/04 07:39 PM
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Fast bereut es Stone nicht doch die Stangen für die Trage mitgenommen zu haben, aber die hätte er ohnehin nicht durch diesen Sturm bringen können.
Müde und erschöpft seufzt er schwer, wenn ihm nur etwas einfallen würde.
Solange es so stürmt spielt es keine Rolle, aber sobald sie die möglichkeit dazu haben müssen sie Rashida an einen trockenen Ort bringen.
Und der Hagel hat mit seiner glätte dafür gesorgt das Sie niemanden tragen können.
"Und jetzt schneit es auch noch," denkt sich der Krieger.
Sein Kopf fällt schwer in seine Hände, er weiß sich keinen rat mehr.
Und eine Nacht im Schnee, er schaut sich um, nur der Reisende ist nicht so schwer von Erschöpfung gezeichnet wie die anderen.
Wenn es nicht aufhörte zu stürmen und die Wolken nicht aufrissen stand es schlecht.
Er teilt Glance seine befürchtungen mit, dabei fällt sein Blick auf die seltsame Hellebarde.
Die lange stabile Hellebarde.
"Glance," spricht er den Elfen an bevor dieser etwas zu seinen Gedanken sagen kann.
"Glance, meint ihr die Hellebarde ist stabil genug um daraus und aus meiner Rolle einen Sack, eine art Trage," Stone sucht nach worten, "einen provisorischen Tragesack für Rashida herzustellen? Wenn wir Rashida da reinlegen und sich immer zwei abwechselnd sie zu tragen?"


Last edited by Stone; 02/07/04 02:55 AM.

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#207451 30/06/04 08:12 PM
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Glance starrt den Krieger fassungslos an - was für eine abstruse Idee! Dieses wundervolle Artefakt, um das Generationen von Elfen, Zwergen, Menschen und wer weiß welche Rassen noch gestritten hatten, bis irgend ein weises Wesen es teilte und so dem unbefugten Zugriff verbarg! "Ihr wollt WAS...?" stammelt er, "Das Tilúvemaegsil zur Tragestange...?"

Aber dann holt ihn sein Verstand ein. So Unrecht hat der Krieger nicht. Als Waffe braucht er es im Moment sowieso nicht, und ausserdem hat er ja noch sein Kurzschwert. Und zu versuchen seine magische Kraft zu wecken wäre jetzt auch nicht der Moment. Ausserdem, wenn er seine Angst davor bedenkt...

"Ähem, ja...", meint er zögernd, "stabil genug wäre sie sicher. Selbst Ihr könntet sie nicht biegen - wenn sie das überhaupt zuliesse! Und Lu Ser könnte vielleicht einen Leichtigkeitszauber auf Rashida wirken; bei sich selbst kann er sowas - zeitweise zumindest", fügt er noch hinzu, in Erinnerung an ihre gemeinsame Erkundungstour. "Aber warten wir erstmal ab, vielleicht erholt Rashida sich ja, bis der Sturm nachlässt, und es wird gar nicht nötig".


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#207452 30/06/04 08:23 PM
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"Ja, im moment können wir nicht tun", Stone lehnt sich wieder zurück.
"Ich weiß nichts über diese Artefakt, aber es scheint euch eine menge zu bedeuten. Danke"
Stone nickt dem Elfen zu, und schließt dann die Augen. Zumindest Kräfte sammeln kann er.


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#207454 30/06/04 09:56 PM
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Rashida steht in vollkommener Schwärze. Kein Laut ist zu hören.
Dann sieht sie die Traum-Rashida. Sie steht inmitten eines Raumes, den Rashida noch nie gesehen hat.
"Ob ich dort einmal sein werde?", überlegt sich die Kriegerin. Doch bevor sie sich mehr Gedanken machen kann, bewegt sich die Traum-Rashida und die Streiterin verfolgt das Geschehen.

Die Traum-Kriegerin geht in dem Raum umher, anscheinend auf der Suche nach etwas oder jemand. Dann blickt sie erleichtert, als sich ihr eine Gestalt nähert, die in einen dunklen Umhang gehüllt ist. Der Reisende, zumindest seine Traum-Version.

Die Traum-Streiterin läuft auf ihn zu, anscheinend froh, ihn zu sehen.

Rashida geht näher heran, um alles zu sehen und zu hören.

Die beiden stehen sich gegenüber, die Traum-Rashida mit einem Lächeln auf den Lippen, der Reisende verschlossen wie immer.
Und doch bricht er das Schweigen: "Soso, hast Du es also doch bis hierher geschafft! Das grenzt ja fast an ein Wunder..."
Rashida will schon losmeckern, da unterbindet der Fremde jegliche Rede mit einer Handbewegung: "Schweig! Ich brauche Dein Artefakt und Du wirst es mir geben!"

Die heilige Kriegerin wendet sich gegen den Reisenden: "Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich mein Schwert niemals aus meinen Händen gebe! Niemals!"

Hass baut sich zwischen den Beiden auf. Ein Schweigen, dass nichts Gutes verheisst, füllt den Raum.
Ein leises, zynisches Lächeln umspielt den Mund des Fremden.
"Schade. Wirklich schade, denn Du wärst eigentlich gar nicht so ungeeignet für...", er beendet den Satz nicht, doch der Blick, mit dem er den Körper seines Gegenübers streift, spricht Bände. "Ich würde gutes Geld für Dich kriegen!"

Rashida schüttelt energisch den Kopf: "Glaub ja nicht, dass ich für irgendeines Deiner dunklen Rituale herhalten werde! Das kannst Du Dir aus dem Kopf schlagen."

Der Reisende legt wortlos seine rechte Hand an ihr Kinn und hebt ihren Kopf, sodass sie ihm in die Augen schauen muss. Als die Traum-Kriegerin durch den Blick seiner kalten, eisblauen Augen gefesselt ist, legt er die Fingerspitzen seiner linken Hand an die Stirn der Streiterin und schickt etwas Magie durch seine Hand in den Körper der Kriegerin.

Der Blick von Rashida erstarrt, die Augen werden leer. Langsam zieht der Reisende seine rechte Hand weg und der Körper der Streiterin fällt leblos zu Boden. Emotionslos nimmt der Fremde das Schwert, verbirgt es in seinem Umhang und verlässt den Raum.

Die echte heilige Kriegerin ist wie vom Donner gerührt. Sie steht da und blickt auf ihre Leiche. "Das kann doch nicht sein!", denkt sie verzweifelt. "Wird das wirklich passieren?" Sie will mit dem Reisenden sprechen und läuft in die Richtung, in der er verschwunden ist.

Auf der anderen Seite des Raumes bleibt sie stehen und beginnt zu schreien: da liegen die leblosen Körper der anderen Gefährten!

Rashida wird mit einem Schlag wach. Sie macht die Augen auf und will einen Schrei loslassen, als dieser ihr im Hals stecken bleibt.

Sie schaut direkt in die Augen des Reisenden, der seine Hand auf ihrer Stirn hat!

Last edited by Rashida; 02/07/04 04:43 AM.

Quem dei diligunt, adulescens moritur. Titus M. Plautus
#207456 01/07/04 12:01 AM
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Ohne den Blick von der Kriegerin zu nehmen, spricht der Reisende zu den anderen Gefährten:

"Sie ist wach."

#207457 02/07/04 04:49 AM
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Panik spiegelt sich in den Augen der Kriegerin.

Sie versucht, der Berührung des Reisenden zu entkommen, doch anstatt einfach die Hand wegzustossen, will sie näher an die Wand und vor allem näher an den Hüter heran.

Als sie merkt, dass sie schon direkt an der Wand liegt und sie mehr oder weniger über alle anderen krabbeln muss, um an Stone heranzukommen, lässt sie diesen Versuch bleiben.

Leise zischt sie in Richtung des Reisenden: "Niemals bekommt Ihr mein Schwert. Niemals."


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#207459 02/07/04 05:05 AM
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Überraschung zeigt sich in den Augen des Reisenden. Die Gefährten, verwundert über Rashidas harsche Reaktion, sind verstummt und beobachten die seltsame Szene. Eine Weile scheint die Zeit wie eingefroren, dann wird der Blick des Reisenden hart.

"Euer Schwert interessiert mich nicht im mindesten. Nur das, was es verbirgt..." sagt er leise und erhebt sich. Dann wendet er sich ab und starrt wieder in den Sturm.

#207461 02/07/04 05:39 AM
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„Was habt ihr getan,“ schreit Bloodwin das flackernde Bild Dralfens an.
„Schaut euch unser Lager an, euer unsägliches Unwetter hat uns um unsere gesamte Ausrüstung gebracht“
Bloodwin muss sich wiederholt umschauen, als wolle er den Blick des Zauberers auf das Chaos lenken.
Der einsetzende Regen hatte die Hüter die sich ohnehin ausruhen wollten in die Zelte getrieben.
Keiner hatte damit gerechnet das sich urplötzlich eine Schlamm und Geröllawine ihren Weg durch das Lager bahnen würde.
Nur die Aufmerksamkeit des jungen Pavel, der Wache hatte, hatte verhindert das Menschenleben zu beklagen waren.
Er hatte ein seltsames Geräusch gehört und dieses sofort Bloodwin gemeldet, dieser war zum Glück erfahren genug um das schnell lauter werdende Geräusch richtig einzuschätzen.
Ohne Zeit zu verlieren hatte er auf der stelle einen Alarm ausgerufen, der den Trupp aufrüttelte.
Die Ausrüstung zu retten war keine Zeit mehr, selbst die Tiere konnten nicht gerettet werden, die letzten zwei die noch am leben waren mussten von ihren Qualen erlöst werden.
Die Hüter hatten gerade noch verhindern können das einer ihrer Kameraden von der Masse mitgerissen wurde. Der Kamerad lag jetzt flach auf dem Boden. Es ging ihm soweit gut, aber sein Körper war von den Gesteinen die in der Schlammmasse waren, grün und blau geschlagen.
Und dann kam dieser Dralfens und brüstete sich damit das er für dieses Unwetter verantwortlich war.
Bloodwin hatte sich schon gewundert, das dieser milde Herbst so schnell in solche Gewitter umgeschlagen war.
Dralfens unterbricht ihn, „Schweigt, was wisst ihr den schon. Ihr solltet lieber eure Männer nehmen und diesen Stone verfolgen. Ich habe es gesehen, ja ich habe es gesehen. Er ist mit einer Gruppe unterwegs zu einem altem Tempel. Ihr müsst ihn jetzt stellen. Sicherlich kann die Gruppe jetzt nicht mehr weiterziehen. Und das habe ich geschafft, ich war es, ja, ich“
Jetzt kann Bloodwin nur noch fassungslos den Kopf schütteln, über diesen machttrunkenen Narren den er da sieht. Dralfens freut sich wie ein Kind dem jemand einen Zaubertrick verraten hatte.
„Ihnen folgen? Bei diesem Sturm, dieses Unwetter hat unsere Ausrüstung vernichtet und ihr wollt das ich bei anbrechender Dunkelheit da hoch gehe?“
Bloodwin schaut die Flanken des Gebirges empor, hier ist der Wind erträglich und die Temperaturen auch.
Dort oben dagegen tobt die Hölle, er fragt sich ob dieser Stone mit seiner Gruppe überhaupt noch am Leben ist.
„Nein, ich glaube nicht das ich da hoch gehe, bevor ihr diesem Sturm nicht einhalt gebietet. Außerdem werde ich dem hohen Rat bericht erstatten. Unser Befehl lautete Stone lebend gefangen zu nehmen. Lebend, hört ihr.“
Die letzten Worte schreit er heraus.
Jetzt ist es vorbei mit Dralfens Fröhlichkeit, „Anthrer selbst hat mir befohlen Stone aufzuhalten. Wollt ihr euch gegen unseren Herrn stellen?“
„Nein, aber Anthrer steht nicht über dem Rat, vergesst das nie.“
Bloodwin will sich aber auf diese Diskussion jetzt und hier nicht einlassen, „Gebietet diesem Sturm einhalt, dann will ich sehen ob ich noch etwas von unserer Ausrüstung retten kann. Und Morgen, Morgen wenn meine Männer wieder trocken sind und sich von eurer kleinen Überraschung erholt haben, werde ich sehen ob ich Stone weiter folgen kann, oder ob ich die Suche abbrechen werde“
Dralfens schweigt betroffen, ihm war nicht bewusst gewesen welche Auswirkungen sein Zauber haben würde, aber jetzt stand wegen ihm die vom hohen Rat berufene Strafexpedition auf der Kippe. Aber das Artefakt zu benutzen das Anthrer ihm gegeben hatte war zu verlockend gewesen.
„Ich werde es tun, aber ich kann die Natur nicht von einem Moment auf den anderen wieder beruhigen. Das Gewitter war von selbst da. Ich hatte es nur verstärken können. Und so kann ich es auch jetzt nur bremsen.
Das flackernde Bild verschwindet, als Dralfens sich auf etwas konzentriert das er ihn seinen Händen zu halten scheint.
Bloodwin verbannt den Narren aus seinen Gedanken, er dreht sich um.
Jetzt muß er seinen Männern helfen das beste aus der Lage zu machen.


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#207464 02/07/04 07:25 AM
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Auch der Priester und seine Männer hatten schliesslich doch noch die Ausläufer des Unwetters zu spüren bekommen. Es war der Erfahrung des Kundschafters zu verdanken, dass sie recht schnell einen geeigneten Schutz in einer grasbewachsenen, durch einen Felsüberhang gesicherten Mulde gefunden hatten. Mit traumhafter Sicherheit war der Kundschafter über die steilen, vom Wasser durchnäßten Hänge geschritten und hatte ohne langes Suchen die nicht einsehbare Raststätte gefunden.

"Die Mulde ist zwar praktisch nicht einsehbar und wird schon seit Äonen als Rastplatz genutzt, jedoch würde ich trotzdem darauf verzichten, ein Feuer zu entfachen." meint er nun zu seinen Gefährten. "Merkwürdige Wesen treiben sich hier herum, und obwohl die Chance, hier entdeckt zu werden, gering ist, so würde ich es doch lieber nicht darauf ankommen lassen."
Zustimmendes, wenn auch nicht sehr glückliches Gemurmel kommt von den Rittern. Sie sind alle nass geworden, und von den Bergen, wo das Unwetter noch immer, wenn auch mit verminderter Gewalt tobt, weht ein eiskalter, böiger Wind herab, der selbst in der geschützten Mulde noch zu spüren ist. Zweifellos sehnen sich die von den Strapazen der Reise ausgezehrten Männer nach etwas Wärme, vor allem da sie sich in ungewohntem Gelände bewegen müssen. Lediglich dem Kundschafter scheint die Situation nicht das geringste auszumachen.

"Wie kommt es eigentlich, dass Ihr nicht bei den Waldläufern geblieben seid? Eure Fähigkeiten in der Natur und vor allem hier in den Bergen scheinen... außergewöhnlich zu sein." fragt der Priester.
Der Kundschafter wendet verlegen den Blick ab. Man sieht, dass ihm eine Antwort schwerfällt. "Das ist eine verworrene und unangenehme Geschichte." weicht er vorsichtig aus. "Ich möchte lieber nicht... hör auf, so dämlich zu grinsen!" fährt er den neben ihm sitzenden Ritter an, dem offenbar mehr Einzelheiten über die Geschehnisse, die den ehemaligen Waldläufer in die Reihen der Paladine getrieben hatten, bekannt sind. Auch die anderen Ritter grinsen, während der uneingeweihte Priester angesichts der Heiterkeit der Ritter und des wütenden Gesichtsausdrucks des Kundschafters fragend die Augenbrauen hochzieht. Einer der Ritter beugt sich zu dem heiligen Mann hinüber und flüstert ihm in verschwörerischem Tonfall, aber laut genug, dass es alle in dem kleinen Kreise hören können, zu: "Es steckt ein Weiberrock dahinter..."

Das Grinsen der Ritter wird breiter, nur der Kundschafter lässt niedergeschlagen den Kopf hängen, und auch im Gesicht des Priesters ist lediglich höfliches Interesse, jedoch keine Belustigung zu erkennen.

"Also hat Euch nicht der Ruf in den Dienst der Kirche geführt?"
Das Grinsen der Ritter reicht inzwischen fast von einem Ohr zum anderen. "Er hat ganz sicher einen Ruf verspürt." kichert einer von ihnen. "Einen, dem sich ein Mann unmöglich widersetzen kann. Das Weibsvolk lässt sich von einer glänzenden Rüstung eben mehr beeindrucken als von einem Lederwams... wenn ihr versteht, was ich meine!"
"So war es nicht!" flüstert der Kundschafter. "Es war nicht der Rüstung wegen! Sie war eine Novizin Suleles, und die Waldläufer..." Der Mann schweigt und lässt den Kopf noch tiefer als zuvor hängen.

Der Priester runzelt voller Missfallen die Stirn und betrachtet den ehemligen Waldläufer streng. Doch dann glättet sich sein Gesicht und er seufzt leise. "Die Götter beschreiten mitunter merkwürdige Wege bei der Auswahl ihrer Diener. Sulele, Göttin der Liebe und der Fruchtbarkeit, steht in hohen Ehren. Es ist keine Schande, der Liebe einer Frau wegen in den Dienst des Tempels zu treten - auch wenn viele Priester eine andere Ansicht vertreten. Es ist nicht der Glaube an einen Gott, der zählt, sondern der Weg, den wir beschreiten. Eine Entscheidung der Liebe wegen zu treffen bedeutet, Sulele zu huldigen. Es ist nicht der Wille der Götter, uns an sie glauben zu lassen, denn Glaube nur des Glauben wegens ist ziellos und ohne Nutzen. Es ist der Weg, den wir beschreiten, der die Aufmerksamkeit der Götter weckt. Sie messen uns nicht daran, wie stark unser Glauben und unsere Ehrfurcht vor ihnen ist, sondern Sie messen uns an unseren Taten, egal, in wessen Namen wir sie ausführen. Unentschlossenheit - das ist der wahre Feind des göttlichen Gedanken..."

Das Grinsen der Männer ist verschwunden. Ernst und schweigsam sitzen sie und lauschen den ungewohnten Worten des Priesters hinterher.
Nachdenklich und überrascht von den eigenen Worten hebt der heilige Mann die Hand zu seiner Wange und berührt behutsam den noch immer silbrig schimmernden Abdruck der Frauenhand. Das merkwürdige Mal, dass die Ohrfeige der Streiterin Undars hinterlassen hatte, schmerzte oder brannte nicht, sondern verursachte ein sanftes, angenehmes und belebendes Prickeln. Standen die ungewohnten Gedanken und das Mal miteinander im Zusammenhang?

#207471 02/07/04 09:21 PM
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Glance trinkt Tee. Er hört den Reisenden sagen, dass Rashida wach ist, bemerkt irritiert Rashidas heftige Reaktion und wie der Reisende sich von ihr zurückzieht. Gedankenverloren sieht Glance auf die schweissgebadete Rashida, und fragt sich, was sie wohl geträumt hat - es waren offensichtlich unruhige Träume gewesen, Albträume vielleicht. Hatte der Reisende in ihnen eine Rolle gespielt? Oder war es nur Zufall, weil er bei ihrem erschreckten Aufwachen unmittelbar vor ihr war? Der Reisende konnte einen schon erschrecken - so ernst, wie er meistens blickt und mit seiner geisterhaft bleichen Haut, strahlt er schon etwas Bedrohliches aus.

Nachdenklich schaut Glance auf den Rücken des Reisenden, der unbeweglich in den Sturm starrt. Schwer zu ergründen, dieser Reisende - voller Geheimnisse und unbeantworteter Fragen, ein Getriebener - aber von was? Andererseits ein fähiger Kämpfer, mit einer anscheinend nicht unerheblichen Magiebegabung, aber auch nicht ohne Mitgefühl.

Auch Glance schaut in den Sturm, der langsam nachzulassen scheint. Jetzt, wo er zum ersten Mal Zeit hat darüber nachzudenken, kommt ihm dieser Sturm seltsam - unnatürlich - vor. Gut, er kennt weder die Berge, noch diese Gegend, besonders gut. Aber die Natur der Lüfte und Winde ist ihm vertraut. Und dieses Unwetter kam schnell, sehr schnell - und viel heftiger als zu erwarten gewesen wäre. Es hätte sie töten können. Auf jeden Fall hat es sie vom Weg abgebracht, und damit ihre Reise verzögert. Glance fragt sich, wer ein Interesse haben könnte zu verhindern, dass sie den Tempel erreichen - oder zu früh erreichen. Und wer von ihrem Ziel weiß, dass sie selbst erst vor Kurzem zufällig erfahren haben - ausser Stone, der von Anfang an diesem Ziel zustrebte.

Was, bei den Mächten der Finsternis, war in diesem Tempel?

Last edited by GlanceALot; 02/07/04 09:25 PM.

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#207476 03/07/04 08:56 PM
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Die Elfin hatte sich zurückgezogen, als der Reisende anfing, sich um Rashida zu kümmern.
Um so erstaunter ist sie, dass Rashida, nach ihrem Erwachen, so heftig auf den Reisenden reagiert.
*Ob die Träume der Kriegerin mit dem Reisenden in Zusammenhang stehen?*, denkt Big Claw. Sie ist sich nicht sicher, ob sie nochmal zu Rashida gehen soll. Vielleicht würde auch ihre Nähe Rashida erschrecken. Und so bleibt sie erst mal auf ihrem Platz. Auch Glance erscheint ihr sehr nachdenklich.

Sie merkt, dass das Unwetter nachlässt und hofft, das es bald ganz vorüber ist. Dann könnte die Gruppe endlich weiter zu dem Tempel ziehen. Was würde sie alle dort erwarten?


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#207480 04/07/04 09:24 AM
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Die heilige Kriegerin ist vor ihrer eigenen Heftigkeit erschrocken.

Sie schliesst kurz die Augen und beruhigt sich. Das Sammeln der Gedanken und das Sortieren der damit verbundenen Gefühle stellt wieder ihre normale Verfassung her.

Die Streiterin richtet sich auf und bewegt sich vorsichtig in die Nähe des Reisenden. Dann sagt sie leise, in der Hoffnung, nur von ihm gehört zu werden: "Entschuldigt bitte, ich hatte einen heftigen Traum und war beim Aufwachen noch darin gefangen. Ich weiss, dass wir alle hier nur ein Ziel haben: das Böse zu vernichten... oder zumindest es aufzuhalten."

Dann geht sie wieder auf ihren Platz und will sich an den Steinen wärmen, die allerdings bereits erkaltet sind.

Mit den Steinen in den Händen wendet sie sich an Lu Ser: "Entschuldige bitte, kannst Du die Steine nochmals etwas erwärmen?"

Last edited by Rashida; 05/07/04 01:07 PM.

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#207482 05/07/04 05:57 AM
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Lu ist erfreut, die Kriegerin wohlauf zu sehen. Unvermutete Wutanfälle? Rashida scheint wieder ganz die alte zu sein ...
Gerne kommt er ihrem Wunsch nach, die Steine erneut zu erwärmen. Diesmal achtet er auch darauf, sie nur auf eine den Ungeflügelten angenehme Temperatur zu bringen. Auch den Boden und die Felswand heizt er noch einmal auf.

#207485 05/07/04 07:35 PM
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Als ein warmer Strahl sein Gesicht berührt, schlägt Glance die Augen auf - nur um sie gleich wieder, vom Sonnenlicht geblendet, zu schliessen. Er blinzelt und erhebt sich mühsam, denn seine Glieder sind steif von der unbequemen Haltung und dem steinigen Untergrund auf dem er eingeschlafen war.

Während er sich dehnt, schaut er sich um. Die Sonne kommt gerade hinter einer Bergspitze hervor, und hängt noch unter den Wolken, die allerdings aufgelockert und friedlich dahinziehen. Der Reisende steht schon - oder noch? - und wendet sich Glance nur kurz zu, durch dessen Lockerungsübungen irritiert. Big Claw und Alrik sind ebenfalls wachgeworden und strecken sich. Stone, offensichtlich auch gerade wachgeworden, sitzt noch und schaut auf Rashida.

Rashida hat einen Arm um Lu Ser gelegt, der wiederum sein Haupt auf ihren Bauch gebettet hat und müde ein halbes Auge riskiert ob aufwachen sich schon lohnt. Sie schläft unerschütterlich - anscheinend hat sie bei Sonnenaufgang ihre beste Tiefschlafphase.

Glance tritt neben den Reisenden und schaut in das Tal in der Ferne, in dem noch die morgendlichen Nebel wabern, weswegen man dort nichts erkennen kann. Der Hang vor ihnen, soweit man in überblicken kann, ist zerklüftet und ziemlich steil. Auf direktem Weg wird der Abstieg nicht möglich sein, aber Glance kann den Anfang eines Saums ausmachen, der sich schräg zum Gefälle hinunterzieht, leider in die östliche Richtung, der aber einigermassen begehbar erscheint - zumindest für den Anfang.



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