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#208147 26/08/04 06:52 AM
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Lu nickt Stone langsam zu.

"Das scheint mir gut zu sein. Wir verlieren, zeigen aber dennoch, dass wir - naja du - das Spiel verstanden haben."

Lu greift nach dem schwebenden Ring. Als seine Pfote nur noch eine Eischalendicke von ihm entfernt ist, zuckt der kleine Drache zurück.

"Wir haben noch ein Dreieck vergessen! Das unterste Dreieck fehlt!", ruft er. "Oh, ich leichtsinniger Eizerdrücker, beinahe hätte ich alles zerstört!"

Lu stampft vor Ärger über sich auf, dass der Staub nur so davon stiebt. Schnell beruhigt er sich jedoch wieder. Sinnierend umfasst er seinen Anhänger. Nein, Selbstmitleid brachte sie hier nicht weiter, nur Konzentration und Überlegung.

"»Der Ring wird durch den Geist zum Schlüssel.« Wir müssen das Spiel beenden, vermutlich, indem wir absichtlich verlieren. Nun müssen wir auch noch mit Magie spielen ... Könnte es sein, dass es so einfach ist ... Müssen wir den Ring vielleicht einfach nur durch Magie bewegen?"

#208149 26/08/04 06:55 AM
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Stone stimmt dem Drachen zu, "ja, ich denke auch das nur ein begabter, also ein Priester oder ein Magier den Schlüssel bekommen sollte. Das sind meistens keine gewöhnlichen Diebe. EIn weiterer Schutz"
Stone schaut den Drachen aufmunternd an


Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile(Aristoteles)
Aber wenn man das einzelne nicht mehr beachtet, hat das ganze keinen Sinn mehr (Stone)
#208151 26/08/04 07:08 AM
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"Ok!", sagt Lu.
Dann konzentriert er sich auf die Kraftfäden rund um das Spiel. Mit verblüffender Leichtigkeit gelingt es ihm, den Ring zu bewegen. Langsam gleitet er über das Spielfeld und senkt sich dann zwischen zwei schwarze Spielsteine. Mit einem leichten »Klick« setzt er auf. Lu bemerkt erst jetzt, dass er die ganze Zeit über die Luft angehalten hat. Schwer atmet er aus.

Einen bangen Augenblick geschieht nichts, dann springen die Spielfiguren wie von Geisteshand bewegt wieder in die Schachtel, das Spielbrett klappt zu. Nur der Ring hat sich dem geisterhaften Ruf entzogen und ist wieder in die Höhe über das Spielfeld geschwebt. Mit dem Knall des zuklappenden Spielbretts verwandelt er sich in einen kleinen silbernen Schlüssel und fällt klingend auf das Spielbrett.

Lu schaut Stone einen Moment mit großen Augen schweigend an. Dann umarmt er soviel er vom Krieger fassen kann und jubelt los.

#208153 26/08/04 07:20 AM
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Stone, der sich auch freut das alles gutgegangen ist, erwiedert die Umarmung.
Wegen der unterschiedlichen Größen der beiden wird es aber mehr ein auf den Rücken klopfen, "Gut gemacht".
Während Stone auf Lus Rücken schaut, fällt ihm noch eine veränderung auf.
Das Schloss der Kiste, welches vorher unscheinbar war, funkelt jetzt Silbrig.
"Lu, ich denke ich weiss auch für was der Schlüssel gedacht ist."
Stone deutet auf die Kiste, "Mach Du auf, dass hast Du dir verdient. ich denke das wir die Prüfung bestanden haben und jetzt keine Fallen mehr auf uns warten..


Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile(Aristoteles)
Aber wenn man das einzelne nicht mehr beachtet, hat das ganze keinen Sinn mehr (Stone)
#208156 26/08/04 07:34 AM
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Eifrig greift Lu nach dem Schlüssel. Bei dem Versuch, ihn in das Schloss der Truhe zu stecken, muss er drei Anläufe nehmen, weil seine Pfoten vor Aufregung so zittern. Endlich gelingt es ihm, den Schlüssel zu drehen. Ein leises Klicken ertönt.
Lu, der ein wenig mit einem spektakulären Ereignis gerechnet hat, schaut etwas enttäuscht in die immer noch offene Kiste. Ein Spalt!
In dem Holzbrett, das Lu bisher für den durchgehenden Kistenboden gehalten hat, ist ein fingerbreiter Spalt entstanden. Nach einigem Herumschieben und -drücken gelingt es dem kleinen Drachen den Doppelboden zu lösen und aus der Kiste zu heben.

Zwei silberne Armbänder, die leicht rötlich leuchten, und ein eng beschriftetes Pergament kommen zum Vorschein.

"Vielleicht solltest du besser erst lesen, was auf dem Pergament steht, bevor wir die Armreifen anfassen", sagt Lu mit gerunzelter Stirn. "Wären dies einfach nur silberne Armreifen, wäre es nicht notwendig gewesen, sie so raffiniert zu verbergen."

Last edited by LuSer; 27/08/04 06:25 AM.
#208158 26/08/04 11:17 AM
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Langsam zieht Rashida die Tür hinter sich zu.

"Schon erstaunlich, was hier alles zu finden und zu sehen ist!" Ihre Gedanken schwirren wild im Kopf herum, soviele Eindrücke haben sich gesammelt.

Die Kriegerin rückt ihr Schwert zu recht und schaut sich um.

"Lasst uns mal den Gang noch weiter gehen! Vielleicht entdecken wir noch etwas!"

Die beiden Frauen gehen den Gang entlang. Es ist nichts besonderes zu entdecken.

"Big Claw, seht, da ist ja noch eine Tür! Was sich wohl dahinter verbergen mag?"

Fachmännisch betrachtet die heilige Streiterin die Tür. Man kann keinen Griff oder ähnliches entdecken. Die Tür selbst fügt sich nahtlos in das Mauerwerk ein.

"Und, habt Ihr eine Idee, wie wir die Tür öffnen können?" wendet sie sich an die Elfe.


Quem dei diligunt, adulescens moritur. Titus M. Plautus
#208160 26/08/04 12:48 PM
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Stone nimmt sich die Pergamentrolle und öffnet sie vorsichtig.
Nachdem er sie kurz überflogen hat, liest er laut vor.

Ihr habt das Rätsel gelöst und euch als würdig erwiesen.
Wisset deshalb das ihr die Armbänder der Erlösung gefunden habt.
Diesen Namen haben wir den Armbändern gegeben weil wir mit ihnen die Welt von dem Dämon erlösen konnten.
Unserem obersten Priester wurde eine Vision geschenkt, eine geheiligte Vision, die von den Göttern gesandt wurde.
In dieser Vision wurde ihm gezeigt wo man die Armbänder finden würde und wie man sie benutzt.
Denn wisset auch das man diese Armbänder nicht selbst anlegen darf.
Diese Armbänder zwingen den Geist aus dem Körper eines jeden Wesens.
Und so gelang es uns den Dämon endgültig zu vernichten.
Denn sicherlich ist sein Geist direkt zurück in die Hölle gefahren. Unsere Priester konnten ihn zumindest nicht mehr entdecken, nachdem wir seinen Körper verbrannt hatten.
Ich weiss es noch, als wäre es gerade Gestern gewesen.
Die Sonne ging gerade erst auf als wir unere Armee in Stellung hatten.
Gerade rechtzeitig, denn schon kamen unsere Gegner herangestürmt.
Als würden sie aus Quellen geströmt kommen.
Goblins, zehntausende, überfluteten das Hügelland, durchmischt mit Orks und Ogern. Auch Riesen waren darunter.
Ich war jung und konnte den Kampf gar nicht erwarten.
Als die Goblins uns dann erreichten, verlor ich mich im Kampfesrausch.
Ich erinnere mich an schreie, Blut und unsägliche Szenen.
Nachdem wir der ersten Angrffswelle standgehalten hatten rückten wir vor.
Über Leichen, abgehackte Gliedmaßen,wateten wir durch ströme von Blut.
Immer auf den Feind einschlagend, ohne Gnade, weder uns selbst noch diesen elenden Kreaturen gegenüber.
Wir wußten nur zu gut das es um alles ging.
Irgendwann, die Sonne war schon untergegangen, war da kein Feind mehr den es zu besiegen galt.
Ich blickte mich um, und erschrak.
Ich sah Menschen die schon tot waren und nur aus sturheit, das Ende sehen zu wollen, nicht umfielen.
Keiner ohne Verletzungen, viele würden den Tag nicht mehr sehen.
Immer noch schallten die schreie der Verletzten über die Hügel.
Auch ich war verwundet, aber ich war einer derwenigen die nur leicht verletzt waren.
Wir halfen uns gegenseitig, manchmal nur beim sterben.
Aber es sollte der letzte große Kampf sein.
Die Berge waren leicht zu nehmen, hätte der Feind uns nicht so leichtsinnig und überheblich in den freien Hügeln angegriien, würden wir wohl Heute noch kämpfen.
Aber so hatte er seine Armee verschwendet. Dass Glück war mit uns, nein die Götter waren mit uns.
Der Tempel selbst wurde drei Tage lang belagert, dann hatten wir den Eingang erobert.
Einen Gang nach dem anderen säuberten wir, und unsere Priester fingen sofort damit an Bannsprüche zu weben.
Der Kampf gegen den Dämon selbst war seltsam leicht, seine Wachen waren stärkere Gegner als ihr Herr. Aber dennoch ließen viele ihr Leben.
Als unsere Männer ihn endlich nieder gerungen hatten, verloren seine letzen Diener den Kampfeswillen.
Wir metzelten sie alle nieder.
Dann kam, Bannsprüche reziierend, unser oberster Priester.
Wie sich der Dämon wand, und um Gnade winselte.
Aber er entging der gerechtigkeit nicht.
Die Armbänder überstanden dass anschliessende Feuer ohne Schaden zu nehmen.
Dann war es vorbei, wir bestatteten unsere Toten in großen Löchern.
Danach schwor ich mir, nie wieder zur Waffe zu greifen. Wir erfuhren dass unsere andere Armee auch erfolgreich gewesen war.
Die Tempel waren in unserer Hand.
Die Priester beschlossen das wir die Tempel bewohnen müßten um zu verhindern das, dass Böse jemals wieder auf diese Welt gelangen dürfte.
Ich nahm meinen Eid an, und legte das Schwert nieder.
Ich war noch jung, und die Gelehrten nahmen sich meiner an.
Dann als nach ein paar jahren alles einen geregelten lauf hatte, beschloss man das dieser Tempel eine Bibliothek bräuchte.
Und da ich jung war, aber in den Kriegen meine Hingabe schon hinlänglich bewiesen hatte, trug man mir die Aufgabe an diese Bibliothek zu erschaffen.
Eine Aufgabe der ich mein Leben widmete, etwas dass ich nie bereute.
Da es die Aufgabe der Gelehrten war die Armbänder zu untersuchen, ob sie noch andere nützlichere Fähigkeiten hätten, kamen sie in meine Obhut.
Als feststand dass man sie nur einsetzen könne um anderen den Geist zu nehmen fragten sich die Priester ob man solche Gegenstände nicht lieber vernichten sollte.
Aber letztendlich sah man ein das es wieder eine solche Notlage geben könnte, und man beschloss die Armbänder sicher zu verwahren.
So erschufen die Magier dieses Rätsel, und die Kiste wurde uns den Gelehrten zur Obhut gegeben.
Da wir sie nicht hätten öffnen können.
Siehe also, welch verderbtes Werkzeug Du nun besitzt und nutze es weise.
Denn auch einen solchen Gegenstand kann man zum Guten einsetzen.



Stone schaut Lu an, „Wir sollten diese Armbänder mitnehmen, aber sehr vorsichtig. Ich werde einem dieser Lappen nehmen und sie in meinem Rucksack verstauen. Ich mag sie nicht anfassen.“
Ohne zu zögern setzt Stone um was er sagte, danach nimmt er die Lupe, „Die nehmen wir auch mit. Wenn wir das alles überstehen und die Sonne scheint zeige ich dir was man noch mit einer Lupe machen kann.“
Bei diesen Worten schaut er Lu grinsend an.



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Aber wenn man das einzelne nicht mehr beachtet, hat das ganze keinen Sinn mehr (Stone)
#208162 26/08/04 01:43 PM
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Lu befürchtet, dass ein total verblüffter Gesichtsausdruck langsam zu seiner Standardmimik wird. WAS hatten sie dort gefunden? Das Mittel, mit dem ursprünglich der Dämon, von dem AneAshin erzählt hatte, vertrieben worden war? Gut, dass Stone die Armreifen schon eingepackt hat. Ihr Anblick lässt ihn frösteln.

"Hoffentlich ist der Dämon immer noch so schwach, wie der Schreiber ihn beschrieben hat, Stone. Wir sollten noch einen kurzen Blick in den Wagen-Gang werfen und dann schleunigst die anderen suchen und ihnen von allem erzählen."

Lu ist noch immer fassungslos. Das Türrätsel, die Bibliothek, der Tote, die Armbänder ... das ist alles etwas zu viel für sein kleines Drachengehirn. Er kann sich gar nicht entscheiden, ob er sich nun freuen soll oder Angst haben oder stolz sein. Ein unglaubliches Gefühlswirrwarr beherrscht sein Denken.

#208163 26/08/04 01:58 PM
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Stone nickt, "ja hier gibt es nichts mehr für uns zu tun. Fast nichts."
Stone nimmt eine der alten Decken und verlässt den Raum, draussen angekommen nimmt er noch eines der Bücher aus einem der Regale.
Dann geht er zu dem Toten und legt das Buch in dessen zusammengefallenen Schoss.
"Ich weis nicht ob das ein gutes Buch für dich ist, aber etwas anderes habe ich nicht für dich."
Dann breitet er die Decke vorsichtig über dem Toten aus, "verzeih das wir deine Ruhe störten."
Danach, zu Lu gewandt, "komm wir wollen gehen. Jetzt gibt es hier für uns nichts mehr zu tun."
Stone kehrt zurück in die große Bibliothek und warte auf Lu.


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#208165 26/08/04 02:25 PM
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Big Claw kann auch keinen Knauf oder ähnliches an der Tür feststellen, auch keine Spur von Magie. Sie drückt gegen die Tür und zu ihrem großen Erstaunen öffnet sie sich.
"Na, das war jetzt aber mal einfach."
Sie betritt einen mittelgroßen Raum. Die Wände, der Boden und die Decke sind vollkommen schmucklos. Und in der Mitte des Raumes befindet sich ein Brunnen. Er wird von einem seltsamen Lich angestrahlt.
"Rashida, seht euch das an. Woher kommt dieses Licht?"


Genieße Dein Leben ständig, denn Du bist länger tot als lebendig.
#208169 26/08/04 09:19 PM
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Bloodwin schliesst Pavel die Augen.
Pavel war der letzte der Grupppe die mit ihm in das Gebirge gezogen ist, und Blooodwin hat keine Ahnung was aus den anderen unter Rosso geworden ist.
Er weiss nur das rings um ihn herum seltsame Kreaturen sind, schnell und zäh.
Wer von ihnen Verwundet wird spürt tief ihm Geist einen schrecklichen Schmerz, der umso schlimmer ist als dass er hoffnungslosigkeit und verzweiflung mitbringt.
So war es mit Pavel geschehen, sie waren schon nur noch zu zweit, die andauernden kämpfe hatten ihren Tribut gefordert, in dem letzen Kampf.
Einer dieser Bestien war es gelungen seine Klaue in Pavels Arm zu schlagen, und sich darin zu verkrallen.
Bloodwin war zu spät mit seinem Gegner fertig geworden: Als er Pavel von seinem Peiniger befreien konnte, dessen Kopf weit den Berg hinunter geflogen war, hatte sich in seinem Geist schon soviel angst und verzweiflung angesammelt das er einfach aufgab.
Wie ein gefangener Spatz in der Hand, so hörte Pavel einfach auf zu atmen.
Dabei war die verletzung gar nicht so schlimm gewesen.
Auch Bloodwin ist verwundet, und auch er hat diesen geistigen Schmerz gespürt.
Aber Stur und auf das Überleben trainiert konnte Bloodwin den Schmerz bis jetzt jedesmal überwinden. Der Gedanke an seine Untergebenen half ihm dabei, sie mußten sich auf ihn verlassen können.
Aber jetzt ist da keiner mehr, Bloodwin wird von einer anderen, tiefer sitzenden Hoffnungslosigkeit gepackt.
"Dann kommt doch ..." schreit er heraus, obwohl er bis jetzt darauf bedacht war sich verborgen zu halten.

Aber es passiert nichts, Bloodwin sieht darin eine bestätigung dessen was ihm früher aufgefallen ist.
Die Bestien kamen immer von hinten, egal welchen Weg er mit seinen Männern auch einschlug um den Spuren zu folgen.
Und sie liessen sich auch nie lange auf einen Kampf ein, eilten immer weiter wenn sie ein Opfer hatten.
Bloodwin fragt sich ob er mit seinen Männern von einer Welle überrollt worden war.
Einer mörderischen, lebenden Welle.
Ein Gedanke kommt ihm, der Verräter.
Was ist an diesem jungen Mann nur so wichtig das eine ganze Kampfgruppe ihn verfolgen soll.
Ob dieser Stone der Grund für das auftauchen dieser Wesen ist.
Bloodwin kann es sich nicht vorstellen, nach allem was er von dessem Vater, Ferrwar, weiss, kann dieser Stone doch nicht so abgrundtief böse sein.
Oder doch?
Bloodwin beschließt das er diesen Stone finden wird, egal was auch passiert.
Und dann wird er antworten von ihm verlangen.
Warum seine Männer sterben mußten.
Und dann, Bloodwin weiss es nicht, er weiss nur dass diesen Stone nicht töten wird.
Er wird auch nicht mehr nach Groß Furtheim gehen, sollen sie ihn doch für tod halten.
Er will den jungen Hüter finden, und antworten bekommen, der rest kommt später.
Entschlossen antworten zu finden macht sich Bloodwin wieder auf den Weg.


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#208173 27/08/04 06:34 AM
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Lu hat Stone mit großen Augen beobachtet, wie dieser dem Toten eine Decke überlegt, nachdem er ihm ein Buch gegeben hat. Konnten menschliche Tote noch frieren und lesen? Und das im Dunkeln? Er setzt diese Fragen mit auf die Liste. Sehnlichst wünscht er sich einen ruhigen Abend herbei, an dem er all seine Fragen einmal stellen kann. Hätte er doch früher in der Wesenkunde nur besser zugehört!

Lu folgt Stone in die Bibliothek.


#208176 27/08/04 07:16 AM
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Die Kriegerin geht hinter der Elfe in den Raum.

Die Wände bestehen aus grob behauenen Fels, anscheinend sehr hastig dem Berg abgerungen. Die Erbauer haben auf Glätten und Verzieren völlig verzichtet, was ein starker Gegensatz zu den bisherigen Räumen ist.

Rashida wendet ihr Augenmerk dem Brunnen zu. Auch er ist aus grauen Fels, anscheinend aus einem Stück.

"Seht euch das an, Big Claw. Wurde der Brunnen aus dem Fels geschlagen oder magisch mit dem Boden verbunden? Ich kann keine Naht sehen!" wendet sie sich verblüfft an die Heilerin.

Dann erinnert sie sich an die Frage: "Das Licht? Ich weiss es nicht. Es gibt keine Lampen oder Fackeln hier." Prüfend blickt die Streiterin nach oben. "Nein, ich kann es auch nicht sehen, wo das Licht herkommt."



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#208178 27/08/04 07:32 AM
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Stone geht mit Lu zu dem Gang der noch nicht erkundet ist, beim durchschreiten der Schwingtür sagt Stone nur, "Pah".
Und versetzt der Tür noch einen Tritt.
Dann gehen die beiden den Gang lang.
Der Boden zeigt starke abnutzungserscheinungen an den Stellen wo die Wägen langefahren sind. Die Wägen müssen fast wie auf Schienen gerollt sein.
Als Stone bei der ersten Nische ankommt mag es sich nicht vorstellen wie mühsam es gewesen sein muß so einen Wagen aus den Spurrillen in die Niche zu lenken.
Die erste Nische ist leer, und so gehen die beiden weiter.
Nach fünf minuten ungefähr kommen sie zur Zweiten Nische, diese ist besetzt.
Einer der Wagen steht noch darin, eine einfache Konstrucktion mit zwei Böden und einem Handlauf an einer der Stirnseiten, an der anderen ist ein Holzbalken angebracht der mit Stuff umwickelt war. Die Böden sind mit vier einfachen Holzstangen verbunden.
Der Wagen ist leer und eines der Räder ist abgebrochen.
Stone schaut sich den Wagen an, und zuckt mit den Schultern, "komm Lu hier finden wir nichts, lass uns weitergehen."
Der Drache indes scheint den anblick eines einfachen Wagens sehr interessant zu finden.


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#208181 27/08/04 07:59 AM
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Als sich Stone schmunzelnd von dem fasziniert den Wagen betrachtenden Drachen abwendet und einen Schritt zurück Richtung der noch immer schwach pendelnden Schwingtür geht, ändert sich die Umgebung um ihn herum schlagartig und ohne jede Vorankündigung.
Die Mauern des alten Tempels weichen mit solcher Geschwindigkeit zurück, dass es den Krieger schwindelt. Um ihn herum flackert es, doch es sind keine Flammen. Zeichen irrlichten über substanzlose Wände, Buchstaben, Runen. Sie brennen, leuchten flammend auf den Krieger herab, entschwinden jedoch dem suchenden Auge, wenn es sie fassen und lesen will. Ständig ändert sich das Muster, dass sie bilden, scheinbar sinnlos, voller Chaos.

Dann wird der Abstand zwischen den brennenden Lettern und Stone größer. Aus dem Durcheinander aus Zeichen tritt eine Gestalt. Eine kaum noch zu erkennende, vermoderte Rüstung hängt in Fetzen an ihr herunter. Sie tritt näher an den Krieger heran. Es ist ein Skelett, ein untoter Krieger, und es schaut Stone mit leeren Augenhöhlen an, aus deren Tiefen ein bläuliches Glühen hervorleuchtet. Die Knochenhände halten ein großes, zweihändiges Schwert, und der untote Krieger hebt es Stone entgegen – als wollte er ihn grüßen, oder als wollte er einen Angriff signalisieren.

Die Wand der brennenden Zeichen zieht sich weiter in den Hintergrund zurück, und fast scheint es, als wäre das Flackern nun weniger stark und das Durcheinander aus herumwirbelnden Buchstaben weniger chaotisch.
Der Skelettkrieger setzt sich wieder in Bewegung, kommt rasch auf Stone zu, das Schwert wie zum Schlage hoch erhoben, den grinsenden Totenschädel halb unter einem uralten Helm verborgen.

#208183 27/08/04 08:15 AM
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Lu hat sich noch rasch das Buch, das er für Big Claw mitnehmen will, gegriffen und ist dann Stone in den Gang mit dem toten Ork geforgt. In der zweiten Nische angekommen mustert er den »Wagen« äußerst interessiert und muss dann laut lachen.

"Das ist ein Wagen!? Ich hatte gedacht, Wagen wären eine Art große Transporttiere für Bücher. Und nachdem du gesagt hattest, dass sie die Nischen gebaut haben, damit sie aneinander vorbei gehen können, hatte ich schon befürchtet, sie wären extrem bissig und aggressiv", prustet Lu hervor.

Dann folgt er Stone den Gang entlang weiter, wobei er munter von einer Seite einer Rille auf die andere springt, sich jedoch bemüht, seinen Schwanz die gesamte Zeit über in der Rille mitrutschen zu lassen.

Last edited by LuSer; 27/08/04 10:16 AM.
#208185 27/08/04 08:23 AM
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Noch während sich LuSer immer wieder kichernd nach dem Wagen umschaut und ihn begeistert betrachtet, scheint sich das uralte Gefährt unvermittelt völlig geräuschlos in Bewegung zu setzten und auf den kleinen Drachen loszurasen. Lu will erschrocken aufschreien, den Krieger rufen, ausweichen – doch er kann keine Bewegung ausführen, er fühlt sich gelähmt, wie in den Zwingen eines übergroßen Schraubstocks. Ohnmächtig sieht er den Wagen auf sich zukommen, und jetzt erscheint ihm das klobige Gerät gar nicht mehr so interressant, sondern es wirkt überaus bedrohlich – und ist das dort an der Stirnseite nicht sogar ein Maul voller scharfer Zähne, zu einem Grinsen verzogen?! Der Wagen wird ihn verschlingen, ihn zerschmettern! Und dann ist das Ungetüm heran. 'Es tut überhaupt nicht weh!' stellt der junge Drache erstaunt fest, als das Gefährt mitten durch seinen Körper zu jagen scheint, als wäre sowohl der Drache als auch der Wagen substanzlos.
Dann beginnen sich die Mauern um Luser zu drehen, dass ihm fast schwindelig wird.
Es wird dunkel um ihn... Er weiß nicht, wie lange er in der Dunkelheit ausharrte. Es scheint ihm ewig vorzukommen – und doch nur einen winzigen Moment gedauert zu haben. Er ist nicht mehr im Tempel, und er ist allein. Um ihn herum leuchtet eine Barriere aus Kraftfäden. Zahlose Kraftfäden, die ihn vollständig einschliessen. LuSer weiß nicht, was sich hinter den Fäden befindet, doch soviel ist sicher: Er muss aus diesem Netz aus Kraftfäden hinauskommen. Allerdings sind sie viel zu dicht, um auch nur eine Pranke hindurchstecken zu können, ohne dass die Fäden erschüttert werden würden. Und dann sieht Luser die Gefährten jenseits der Fäden. Unerreichbar für ihn und taub für seine Rufe. Wie sehr er auch versucht, ihre Aufmerksamkeit zu erwecken – sie können ihn nicht sehen und nicht hören. Sie stehen einfach nur in der Substanzlosigkeit herum, regungslos. Doch Lu weiß, dass sie gesund und im Vollbesitz ihrer Kräfte und ihrer Sinne sind, dass ihnen keine Gefahr droht und dass sie nur in der Zeit erstarrt sind – auch wenn ihm die Herkunft dieses Wissens unklar ist. Es ist einfach in ihm, und es gibt keinen Grund, daran zu zweifeln. Doch dann fährt ein Schreck durch den kleinen Drachen, als er sieht, dass seine Freunde irgendwie mit den Fäden verbunden sind, und schlagartig begreift Luser, dass ein fehlerhaftes Zupfen an auch nur einem der Fäden ihnen Schaden zufügen, ja sie vielleicht sogar töten könnte! Doch wie soll er nur durch diese Fäden hindurchkommen, ohne sie zu manipulieren? Und wie soll er sie manipulieren, ohne dass die Gefährten Schaden nehmen?

#208187 27/08/04 08:30 AM
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Bigclaw kommt nicht mehr dazu, auf die letzte Äußerung der Streiterin Undars einzugehen. In dem mysteriösen Licht beginnt der Raum vor den Augen der Elfin zu verschwimmen, die Stimme Rashidas verklingt, als würde sie in weiter Ferne verschwinden. Wo eben noch klar erkenntliche Konturen waren, ist nun alles verwaschen und unscharf. wie durch eine Wand aus herabfallendem Wasser betrachtet. Schliesslich sind gar keine Einzelheiten mehr zu erkennen, Bigclaw steht inmitten einer blauen Einöde, die sich durch nichts, aber auch gar nichts auszeichnet und doch ein Gefühl der Erhabenheit und Schönheit vermittelt. Sie ist allein, von Rashida oder den Mauern des Tempels ist nichts zu entdecken.
Doch plötzlich nimmt die Elfe eine Bewegung war. Eine Gestalt kommt auf sie zu. Sie ist gekleidet wie ein Ritter, ein knielanges Kettenhemd klirrt leise, in der Hand hält sie ein martialisches Breitschwert. Über das Kettenhemd ist ein weißer Waffenrock gezogen. Auf der Brust zeichnet sich ein Symbol ab, jedoch scheint es keine scharfen Konturen zu besitzen. Je schärfer Bigclaw den Blick auf das Zeichen fokussiert, desto mehr scheint es zu verschwimmen – als wollte es nicht erkannt werden. Die Gestalt ist barhäuptig, jedoch scheint sie gesichtslos zu sein – wie auch bei dem Symbol auf dem Waffenrock sind keine Einzelheiten des Gesichtes zu erkennen. Jedoch scheint das Gesicht blutverschmiert zu sein. Die Gestalt taumelt, kann sich kaum auf den Beinen halten, und jetzt kann die Elfe auch andere Anzeichen ausmachen, die auf schwere Verletzungen der Gestalt hinweisen.

Übergangslos ragt die Gestalt plötzlich unmittelbar vor der Elfe auf, ohne dass Bigclaw hätte erkennen können, wie sie die immerhin noch beträchtliche Entfernung zu ihr überwunden hat. Die Gestalt schwingt stöhnend und ächzend ihr Schwert, in der offensichtlichen Absicht, Bigclaw anzugreifen, doch der Hieb geht daneben. Vom eigenen Schwung herumgerissen, hat der Angreifer Mühe, sich auf den Beinen zu halten. Ein Schmerzenslaut entfährt ihm, doch dann hat er den Sturz aufgefangen und wendet sich wieder der Elfe zu, seine Waffe zum Schlag erhebend und sie erneut angreifend.

#208189 27/08/04 08:40 AM
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Noch während Rashida nach der Quelle des Lichtes sucht, wird dieses immer intensiver. Der Raum und die neben ihr stehende Elfin versinken in dem Licht, veschwinden einfach, als würden sie nicht existieren. Es ist ein helles, reines Licht, dass die Augen der Streiterin jedoch nicht schmerzt. Es kommt von überall, und es erstreckt sich endlos. Ein solches Licht lässt keinen Schatten zu. Hier scheint es weder Anfang noch Ende zu geben, und obwohl Rashida deutlich den Boden unter den Füßen spürt, so bleibt er doch vor ihr verborgen, ebenso wie die Decke. Es wird alles von dem allgegenwärtigen, angenehm warmen und die Augen nicht blendenden Licht verdeckt. Demnach könnte der Raum winzig klein – oder aber endlos sein.

In einiger Entfernung sieht sie die Gefährten inmitten des Lichts stehen, ohne von ihr Notiz zu nehmen. Sie sind offensichtlich in eine Diskussion vertieft, die gestenreich geführt wird. Zweifellos unterhalten sie sich auch, doch kein Laut dringt an Rashidas Ohr. Ohne es erklären zu können weiß die heilige Streiterin, dass die Gefährten eine wichtige Entscheidung treffen. Eine Entscheidung, die für alle – auch für sie selbst – von fundamentaler Bedeutung ist. Eine Entscheidung, die die Zukunft der ganzen Welt bestimmen wird.

Sie will ihren Gefährten etwas zurufen, sie auf sie aufmerksam machen – doch sie muss feststellen, dass ihr Mund zwar die Worte formt und ausstößt, sie aber nicht das Ohr erreichen. Es ist, als würde die Luft die Geräusche nicht weiterleiten, und so verhallt ihr lautloser Ruf ungehört.

Dann werden die Gefährten vom Licht eingehüllt und entschwinden ihren Blicken. Durch das Licht hindurch kann sie eine andere Szenerie sehen, eine, die, wie sie sofort weiß, sich erst ereigenen wird, die die Zukunft der Entscheidung darstellt, die die Gefährten soeben noch zu treffen versuchten.
Jubelnde Menschenmassen erstrecken sich, soweit das Auge reicht, und durch eine schmale Gasse zwischen den begeisterten Mengen schreiten die Gefährten, deren Namen von den Menschen choralähnlich immer und immer wieder rezitiert werden. Jene Menschen, die ihnen nahestehen, klopfen ihnen auf die Schultern, schütteln ihnen die Hände und beglückwünschen sie. Der Ruhm der Gefährten scheint unermesslich, als Rashida unter den Menschen auch Elfen und sogar Zwerge ausmacht, die ihrerseits die Gefährten hochleben lassen. Sich selbst jedoch kann sie nicht bei den Umjubelten sehen, und auch ihren Namen vermag sie in den Jubelrufen der Menschen, Elfen und Zwerge nicht zu vernehmen. Sie fühlt sich am Rande der Menge stehen, unbeachtet, unbedeutend, nicht teilhabend am Ruhm der Gefährten... Sie hat keine Macht über den Körper, kann sich weder bewegen noch sprechen, nur beobachten... Dann verschwindet erneut alles im weißen Licht und macht einer weiteren Szene Platz.

Sie kennt diesen Ort. Zu lange hat sie ihn besucht, um ihn nicht sofort wiederzuerkennen, obwohl er teilweise durch das Licht verborgen bleibt. Die Andachtshalle im Undartempel... Einer der Priester hält eine Rede, er redet über die Gefährten und ihre Heldentaten, erwähnt jeden Einzelnen und lobt ihren unvergleichlichen Mut, ihre Tapferkeit und Entschlossenheit. Er beschwört Undars Segen auf die Gefährten herab und lässt keinen Zweifel daran, dass er die Gefährten als Heilige ansieht, die die größte Aufmerksamkeit Undars verdienen. Doch auch hier wird ihr Name nicht erwähnt, nicht ein einziges Mal, und Ruhm und Segen gleichermaßen bleiben ihr vorenthalten.

Das Licht ändert erneut seine Beschaffenheit, und Rashida befindet sich wieder in der ersten Szene. Sie hat wieder volle Kontrolle über ihren Körper, ist jedoch weiterhin stumm. Noch immer debattieren die Gefährten und versuchen, eine Entscheidung zu fällen, eine Entscheidung die, wie Rashida nun weiß, für die Gefährten eine Zukunft bereithält, in der sie Helden sein werden, in der sie allerhöchste Anerkennung und das Wohlwollen der Götter genießen werden. Noch ist die Entscheidung nicht getroffen, noch kann sich Rashida zu den Gefährten gesellen und ihren Teil zum Gelingen beitragen...

Doch zwischen den Gefährten und ihr schält sich eine Gestalt aus der Luft, als würde sie einfach aus dem Hintergrund hervortreten. Es ist ein Skelett, gekleidet in ein langes, rostiges Kettenhemd über das ein zerschlissener Waffenrock gezogen ist. In den Händen hält es ein langes, ebenfalls rostiges Schwert. Die leeren Augenhöhlen, in denen unheimlich ein blaues Leuchten glimmt, sind der Kriegerin zugewandt, und obwohl der untote Krieger keinerlei Anstalten macht, sie anzugreifen, so ist es doch offenkundig an seiner Haltung zu erkennen, das er nicht gewillt ist, die Streiterin Undars freiwillig vorbei zu ihren Gefährten zu lassen. Wie sich die Kriegerin in dem endlosen Raum auch müht, einen Weg seitlich vorbei zu finden – in einem Raum, in dem es keine Seiten, kein rechts und links sondern nur vor und zurück gibt, ist er immer zwischen ihr und der Gruppe.

#208191 27/08/04 08:46 AM
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Bodasen, noch immer grübelnd, merkt erst gar nicht, dass sich die Wände um ihn herum zu bewegen scheinen. Ein undurchsichtiger Grauschleier legt sich für einen kurzen Moment vor seine Augen. Als er ebenso schnell wieder vergeht, wie er aufgetaucht war, findet sich der Magier allein an einem anderen Ort wieder. Unter einem blutroten Himmel breitet sich ein völlig zerklüftetes Gelände aus, felsig und sandig, durchsetzt mit zahlreichen dunklen Spalten und übersäät mit Felstrümmern aller Größen. Es gibt nicht die Spur einer Vegetation, keinen noch so kümmerlichen Halm, ja nicht einmal die Spur einer Flechte ist auszumachen. Der Ort kann trostloser nicht sein. Es ist ein Ort, kalt und ohne jedes Leben, völlig leergebrannt, ein Ort, wo jede Hoffnung begraben wird.
Vielleicht ist die entmutigende Einöde der Grund dafür, dass sich Bodasen, inmitten des unübersichtlichen Geländes stehend, an diesem Ort so lebendig wie schon seid Jahren nicht mehr fühlt. Seine Gedanken sind klar, und mit elementarer Gewalt wird er sich seiner selbst bewusst. Das Gefühl zu existieren, lebendig zu sein und nicht nur einen Instinkt, sondern ein individuelles Bewusstsein zu besitzen durchströmt seinen Körper, verursacht ein angenehmes Prickeln und wärmt den eigenen Geist an diesem Ort der Kälte und Feindschaft. Er horcht in sich hinein, forscht in seinem Inneren nach der Stimme, die ihn in der letzten, aufregenden Zeit begleitet hat, doch sie schweigt. Entweder weiß sie nichts zu sagen, oder sie hat ihn verlassen.
Der Magier will sich den ungewohnten, angenehmen Empfindungen hingeben, seine Individualität geniessen, doch eine Bewegung vor sich erregt seine Aufmerksamkeit. Eine halbtransparente Gestalt schält sich aus dem Sand und den Steinen hervor, dann noch eine und noch eine, bis es immer mehr werden und ihre Zahl nicht mehr überschaubar ist. Bodasen hat solche Gestalten noch nie gesehen, doch er hat bereits auf der Akademie von ihnen gehört. Phantome, die aus der Magie selbst geboren werden, sogenannte „entartete Magie“ – Wesen, die ihre Umgebung nur anhand der magischen Strömung erkennen können. Der Theorie nach nimmt ein solches Wesen jede Magie in sich auf und vereinnahmt sie vollends. Jede Form von Zaubern stärkt sie nur, und gegen physische Attacken sind sie immun, da sie selbst keinerlei Körperlichkeit besitzen – ebensogut könnte man mit einem Schwert in der Luft herumfuchteln und sich der Löcher freuen, die man ihr schlägt. Ein Magier ist aufgrund seiner magischen Aura ein Leuchtturm für sie. Bodasen kann sich aber auch an Vorlesungen erinnern, in denen schlüssig bewiesen wurde, dass ein solches Wesen nicht existieren konnte! Doch hier, an diesem merkwürdigen Ort...
Bodasen spürt die augenlosen Sinne der unzähligen Gestalten. Sie haben ihn entdeckt! Er spürt, wie sie sich auf ihn fixieren, wie ihre gierigen Blicke an seiner Magie kleben. Er kann förmlich *fühlen*, wie sie sich lustvoll die nichtvorhandenen Lippen lecken angesichts seiner magischen Macht. Seinen Körper mochte er in dem unübersichtlichen, von zahlreichen Versteckmöglichkeiten duchsetzten Gelände vor gewöhnlichen Augen verbergen können. Doch diese Wesen sahen nicht mit gewöhnlichen Augen, und sein Körper war für sie ohne Bedeutung. Sie würden ihn hier überall aufspüren, denn sie sahen seine Aura durch jeden Felsen hindurch! Vor ihnen würde es kein Versteck geben - und wenn sie seine Magie erreichen würden, würde auch sein Körper aufhören zu existieren!
Ein kollektives Seufzen geht durch die Reihen der Wesen, als sie sich langsam in Bewegung setzen, mit ihm als Ziel.

Mit einem Anflug von Panik dreht sich Bodasen herum, um sein Heil in der Flucht zu suchen – seine einzige Chance. Wenige Schritte von ihm entfernt ragt eine Felswand in den düsteren Himmel empor. Am Fuße der Felswand befindet sich eine kleine Grotte, nicht mehr als eine kleine Vertiefung im Fels, und in dieser Grotte steht ein höchst merkwürdig anmutendes Gefäß auf einem marmornen Podest. Das Gefäß, kaum größer als ein Nachttopf, hat eigentlich keine richtige Form – es gibt Bereiche, wo es eher bauchig, aber auch solche, wo es länglich und schlank wirkt. Auffällig sind die zahlreichen kleinen Löcher, die offenbar bewusst in die Gefäßwände hineingearbeitet wurden. Sie alle entsprechen geometrischen Figuren: Kreise, Dreiecke, Vierecke, Vielecke. Nur an der Oberseite, die leicht gerundet ist, fehlen diese Löcher. Dafür leuchten Buchstaben auf dem glatten Material. Bodasen spürt, dass dieses Gefäß mit seiner Rettung vor den Phantomen aus entarteter Magie verbunden ist, also tritt er rasch an das Podest heran und versucht, die Schriftzeichen zu entziffern. Sie sind in einer alten Magiersprache geschrieben:

Aufbewahrt
hinter undurchdringlichen Wänden
verborgen vor der Jäger Sicht,
von dannen sie ziehen!


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