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#208951 21/10/04 09:42 AM
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Lu schreitet langsam auf das sanft pulsierende Licht zu. Obwohl der Schlauch immer noch zu wanken und zu tanzen scheint, setzt er sicher Pfote vor Pfote. Mit jedem Schritt wird es ihm etwas freier zumute, eine jubilierende Glückseligkeit bemächtigt sich seiner, fast so wie damals, als er als Nestling von den rotleuchtenden Pilzen seines Onkels genascht hatte.

Ein dunkler, verwaschener Fleck trübt plötzlich die warme Helligkeit. Aus dem Fleck wird ein Umriss, dann eine Gestalt. Lu hält erstaunt inne.

#208953 21/10/04 02:17 PM
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Stone schlägt die Augen auf, welche Augen?
Er hat keine, auch keinen Körper, und dennoch sieht er.
Alles um ihn herum ist in einen roten schleier gehüllt, ein Nebel, aber ohne jede bewegung, oder auch nur Konturen.
Eine Stimme, leise und schwach, Stone muss sich anstrengen sie zu hören.
Stone, du mußt ihn zurückholen
"Wen muss ich zurückholen, und wo bin ich?" will der Krieger fragen, aber er hat keine Stimme, und so formuliert er die Frage nur in Gedanken.
Deinen Freund, den Drachen. Es war alles zuviel für ihn und er ist müde.
"Lu? Was ist mit ihm? Und wie kann ich ihn holen? ich weiss ja nochnicht einmal wo ichbin"
Du liegst noch immer an dem See, und Du stirbst weil ich deine Energie aufbrauche. Aber der Tempel ist zu weit, ich komme nicht an die dortige Energie
Langsam steigt entsetzen in Stone auf, passiert dasselbe wie in diesem seltsamen Raum?
"Was..."
Aber die Stimme unterbricht ihn.
Stone wenn Du nicht willst das der Drache diese Welt verlässt, dann mußt Du den bereich deines Körpers verlassen.
Keine Angst, ich werde deinen Körper am leben halten und dafür sorge tragen das sich kein freier Geist darin einnisten kann.
"Aber Du hast gesagt ich sterbe..."
Nur wenn Du zulange brauchst, ist Dir dein Freund das Opfer wert? Oder willst Du jetzt gleich zurück? Dann stirbt der Drache.
"Wie ...?"
Die Antwort kommt in Form eines drängens, er wird zurückgestossen, und dann ist das rot verschwunden.
Er sieht sich selbst, und die besorgten Gefährten die um Lu herum stehen. Er sieht das rote leuchten in seiner Hand und weiss wo er war.
Aber das ist zweitrangig, Lu, nur Lu zählt.
Aber wie soll er dem Drachen helfen? Langsam schwebt er auf den Drachen zu.
Ein seltsamer sog erfasst ihn, zieht in zu dem Drachen hin, weil da niemand ist.
Er könnte den leeren Platz übernehmen.
Aber dann würde Lu sterben.
Dieser Gedanke gibt ihm die Kraft dem Sog zu wiederstehen, dann sieht er es.
Eine leuchtende spur, ganz schwach und ausgefranst.
Stone begreift, das ist Lus Lebensfaden und wenn er reißt...
Stone schwebt auf den Faden zu, und daran entlang.
Erst langsam, dann schneller, schneller immer schneller.
Die Welt verschwimmt, und dann ist alles anders.
Als hätte man einen Schalter umgelegt, kein Gefühl der beschleunigung mehr, keine bewegung gar nichts mehr.
Nur ein helles Licht, und als Stone sich umdreht sieht er ein schwaches rotes leuchten, das ist er selbst.
Aber wo war Lu, hektisch sieht er sich um.
Dann sieht er eine kleine Gestalt aus dem Dunkel heraus treten. Lu



Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile(Aristoteles)
Aber wenn man das einzelne nicht mehr beachtet, hat das ganze keinen Sinn mehr (Stone)
#208956 21/10/04 05:02 PM
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Big Claw schreckt hoch. Irgendetwas stimmt nicht mit Lu Ser. Er ist nicht einfach erschöpft und kraftlos. Nein, es viel schlimmer. Er befindet sich auf dem Weg in ein Reich, aus dem er nie mehr zurückkommen wird.

Sie stöhnt auf. *Nein, nein, das darf nicht passieren*, ihre Gedanken überschlagen sich. *Ich muss ihm helfen. Was hatte Mutter in meiner Prüfung gesagt: 'fühle die lebendige Kraft der Natur in dir und übertrage sie jenen, in denen das Feuer zu erlöschen droht' und 'der Atem des Lebens ist besonders stark in uns Heilern'*.

Ja, sie musste auf Lu Ser diesen Atem übertragen.

Sie nimmt Lu Ser in ihre Arme und schließt die Augen. All ihre Kraft lässt sie in ihn fliessen. Leise flüstert sie: "Lu Ser, du darfst nicht gehen. Du bist noch nicht soweit. Wir alle hier brauchen dich. Lu Ser, kehre um."


Genieße Dein Leben ständig, denn Du bist länger tot als lebendig.
#208958 21/10/04 05:37 PM
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"Stone? Warum bist du hier? Ich muss zu jenem Licht dort, aber dies ist nicht dein Weg", begrüßt der kleine Drache den Krieger.
Er fühlt deutlich, dass Stone ihm etwas wegnehmen will, was ganz allein ihm gehört. Aber warum sollte ein Freund so etwas tun wollen? Er nimmt seine Wanderung zum Licht wieder auf.

Die sanfte Stimme, die ihm beständig etwas zuraunt, wird lauter, eindringlicher. Wenn er sich doch nur erinnern könnte, wer mit ihm sprechen will. Vielleicht könnte er sie dann besser verstehen!

#208959 21/10/04 07:02 PM
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Noch während der Reisende sich angewidert blutige Hautfetzen aus dem Gesicht wischte, überschlugen sich plötzlich die Ereignisse:

Das Siegel! Fast schlagartig änderte sich die Atmosphäre in der Torhalle des Tempels. Er hatte das Gefühl, das es heller wurde in dem riesigen Raum. Es fühlte sich wärmer an, gesünder, freier - als wäre ein großer Druck von ihm genommen worden. Die Gefährten. Sie mussten es vollbracht haben das Siegel zu erneuern!

Der entäuschte Wutschrei des uralten Dämons lässt ihn seine ganze Aufmerksamkeit wieder auf die abscheuliche Kreatur richten, dann umhüllt ihn der magische Schild des Priesters. Gut, sehr gut. Das würde ihm noch ein wenig mehr Zeit schenken, den Schlag gegen den Dämon vorzubereiten.

Er will dem Priester Undars gerade mitteilen, das der den Zauber aufheben soll, damit er selbst die Macht freisetzen konnte, als der Boden unter seinen Füßen zu beben beginnt. Der Dämon verschwimmt vor seinen Augen und im nächsten Moment kann er dessen kalte Aura nicht mehr spüren. Er ist fort. Geflohen? Knirschend öffnen sich Risse im Gestein und kleinere Splitter fallen von der Decke auf ihn herab.

Irgendetwas lief plötzlich wieder schrecklich falsch.

#208961 22/10/04 05:38 AM
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"Lu, bitte warte nur einen moment"
Stone weis nicht was er sagen soll, der kleine Drache will gehen.
"Ich bin wegen Dir hier, weil Du stirbst und weil ich das nicht will."
Stone schaut in richtung des roten Lichts, das langsam schwächer wird, die Zeit verrinnt.
Aber hat er denn überhaupt das recht den Drachen aufzuhalten, könnte er es denn?
Stone wird klar das er den Drachen davon überzeugen muss von selbst umzukehren.
Er macht einen Schritt zurück, "Warum willst Du gehen?"


Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile(Aristoteles)
Aber wenn man das einzelne nicht mehr beachtet, hat das ganze keinen Sinn mehr (Stone)
#208964 22/10/04 06:02 AM
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Der Dämon kommt im Weltenraum an, nur um zu sehen wie das letzte Wasser verschwindet.
Ungläubig starrt er der Flüssigkeit hinterher.
Der Dämon steht eine weile da und überlegt was zu tun sei, als er etwas bemerkt.
Irgendetwas geschieht ...
Als er erkennt was, ist es zu spät.
Der Dämon will noch wegteleportieren, aber es geschieht zu schnell.
Jetzt wo das verstärkende Wasser verschwunden ist, jetzt wo die Kraftfäden dieser Welt geheilt sind, zogen Sie sich wieder in ihre ürsprungliche Form zurück.
Eine veränderung die sich über dreitausen jahre hinweg langsam aufgebaut hatte, wird jetzt auf einen Schlag rückgängig gemacht.
Das Gefüge selbst erbebt als die Fäden an ihren angestammten Platz zurückschnellen.
Eine Druckwelle ungeheuren Ausmaßes rast durch den Raum, erfasst den Dämon und wirft ihn wie ein stück Laub an die Wand.
Sein Körper bricht entzwei wie ein trockener Ast unter den Füssen eines Wanderers.
Die Druckwelle rast weiter, als Welle in der realen Welt und als Sturm in der Welt der Kraftfäden.
Das schon geschädigte Gefüge des Tempels verliert endgültig an stabilität, Gesteinsbrocken lösen sich von der Decke, erst kleinere dann immer grössere.
Ein Sturm ungeheurer Energien brandet durch das Gefüge, fühlbar nur für jene die in der Macht befähigt sind.

Die Welle verlässt den Berg, innerhalb eines Lidschlags überwindet Sie entfernungen die schier unglaublich sind.
Aber die Welle, die von der wiederherstellung des Universums kündet hinterlässt keinen weiteren Schaden, ausser bei jenen die nicht in dieses Universum gehören.
Überall in dem Gebirge greifen sich seltsame Kreaturen an den Kopf und brechen bewußtlos zusammen.
Als hätte die Welle die verbindung zu einem unsichtbaren Antrieb durchbrochen.


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#208966 22/10/04 06:10 AM
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"Sterben? Natürlich will ich nicht sterben, Stone! Aber das hier kann doch nicht Sterben sein! Nichts tut mir mehr weh, keine Schmerzen, keine Verzweiflung! Ich war so müde, so leer. Und nun schau nur wie faszinierend das Licht dort hinten ist. Ein mächtiger Zauber! Ich bin neugierig, was es damit auf sich hat. Es klingt wie ein geheimnisvolles Versprechen, findest du nicht auch?"

Lu ringt einige Augenblicke mit sich selbst. Stone - vielleicht der einzige Freund, den er jemals gehabt hat ... Ob er das Licht mit ihm teilen soll?

"Wenn du willst, können wir das Licht gemeinsam erforschen!", fügt der kleine Drache dann schnell hinzu, bevor er es sich anders überlegen kann. Gesagt ist gesagt.

#208969 22/10/04 06:21 AM
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"Lu, siehst Du dort hinten das rote Licht? Das ist mein Leben. Wenn es aufhört zu leuchten dann muss ich in das Licht gehen. Aber ich will noch nicht."
Stone geht in die Hocke um dem Drachen direkt in die Augen zu sehen.
"Wenn Du da lang gehst gehe ich mit. Einen besseren Freund als Dich habe ich nie gehabt. Aber das Licht ist der Tod. Und ich werde niemals den Ritt auf einem Drachen erleben dürfen. Nie werde ich Dir zeigen können was man mit einer Lupe bei Sonnenschein machen kann."
Stone steht auf, "hier gibt es keinen Schmerz weil es kein Leben gibt. Leben ist schmerz, aber auch Erfahrung. Was wirst Du dem großen Drachen sagen wenn er dich fragt was Du erlebt hast? Hier endet alles, die müdigkeit, die verzweiflung und der Schmerz. Aber auch die freude, hoffnung, und Glück."
Der Krieger geht auf den Drachen zu und nimmt ihn an der Hand, "Dort warten unsere Freunde auf uns. Aber entscheide Du den Weg. Ich gehe ihn mit."


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#208970 22/10/04 07:10 AM
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Bei den ersten Worten des stolzen Kriegers hat Lu sich rasch umgedreht. Wirklich! Dort ist ein schwaches, rotes Schimmern zu erkennen.

Bei den nachfolgenden Sätzen ist Lu sehr nachdenklich geworden. Als sähe er sie zum ersten Mal in seinem Leben starrt er staunend auf seine schmale Pfote, die in der riesigen Hand des Menschen versinkt. So weit geht Freundschaft?

Das Licht dort hinten ist der Tod?! Leben bedeutet immer auch Müdigkeit und Schmerz? Er erkennt die tiefe Wahrheit, die hinter Stones Worten steckt, auch wenn sie ihm sehr unangenehm erscheint. Sollten nicht alle Wesen glücklich leben können? Er ist zutiefst empört über diese Ungerechtigkeit. Die Realität scheint von einem Sadisten konstruiert worden zu sein!

Dann hält er erschreckt inne. Was hat Stone gesagt? Sein Versprechen, den Krieger »in mehr als eine Richtung« fliegen zu lassen, fällt ihm siedendheiß wieder ein. Peinlich berührt wendet er den Blick von Stones Augen gen Boden. Wie konnte er nur sein Versprechen vergessen!

Die Lupe! Der Wagen! All die lebenswerten Kleinigkeiten fallen Lu wieder ein. Glance, der ihm das Leben in allen Dingen zeigt, Big Claws Liebenswürdigkeit und ihre leckeren Kekse, die ernste Würde Bodasens die so stark mit der ungestümen Lebenslust Rashidas kontrastiert, Alrik und sein Einhorn, der Silberdrache, ein wilder Flug durch den Wald, die scherzhaften Gespräche mit seinen Gefährten, Sonne, Bücher ... Träume! Ob man wohl noch träumen kann, wenn man im Licht ist?

Sein Versprechen, Stones unbedingtes Vertrauen in seine Entscheidung, ihre Freundschaft ... und seine Träume - Lu ringt immer noch mit sich, obwohl er weiß, dass eine Entscheidung schon längst gefallen ist. Sehnsüchtig wirft er dem Licht einen Blick zu. Sein Geist formt leise Abschiedsworte.

"Warum, Stone, warum ist das Leben so, wie es ist, so ... hart und unfair?", fragt er dann, ohne wirklich eine Antwort zu erwarten. Er ist sehr dankbar, dass der Krieger zu ihm gekommen ist. So viel durfte er gerade eben lernen.

"Danke, Stone, danke ...", fügt er hinzu, bevor er sich vom Licht abwendet und einen ersten, zögerlichen Schritt in Richtung des roten Schimmerns geht.

Die Stimme! Nun ist sie deutlicher zu hören und Lu kann sie endlich erkennen: Big Claw ruft nach ihm! Er wirft Stone einen langen Blick zu, in dem Traurigkeit und Glück ganz eng ineinander verwoben sind, und beschleunigt dann seine Schritte. Es gibt noch so viel zu erleben!

#208973 22/10/04 07:49 AM
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Vor lauter Sorge um Lu Ser, hat die Elfin beinahe die Worte von Glance überhört. Sie wendet den Kopf zu ihm und nickt ihm zu, aber aus dieser Geste ist auch zu erkennen, dass es sehr schlecht um den kleinen Drachen steht. Dann konzentriert sie sich wieder auf Lu.
Etwas geschieht mit ihm. Es scheint Big Claw, als ob Lu Ser ihre Kräfte annimmt. "Lu Ser, ich bin es Big Claw. Komm zurück, ich helfe dir auch dabei. Du musst dich nur umdrehen. Ich warte, wir alle warten auf dich."


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#208974 22/10/04 08:15 AM
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Ungläubig starrt der Priester auf die Stelle, wo soeben noch der Dämon gestanden hatte. Eine so mächtige Kreatur - und er war einfach geflohen?
Die Erschütterungen im Tempel reißen ihn fast von den Beinen, er taumelt und ist für Augenblicke abgelenkt. Als er wieder festeren Stand hat, spürt auch er die Veränderungen, die vor sich gegangen sind.
Deshalb also die Flucht! Die Abenteurer hatten es also tatsächlich geschafft! Mit dem erneuten Verschliessen des Siegels wurde der Dämon seiner Kraft beraubt, und die Schatten vor dem Tempel würden wieder an Kraft verlieren. Sie hatten gewonnen...

Eine Welle aus mentaler Macht rollt durch das uralte Gemäuer, lautlos und doch ohrenbetäubend. Der heilige Mann schnappt unwillkürlich nach Luft, und unter dem Ansturm der Energie taumelt er erneut. Was war das? Ein letzter Schlag des Dämons? - Nein, er konnte keine bösartige Aura erkennen. Dies musste etwas anderes sein...

Der Priester, noch immer um Luft ringend, bemerkt nicht das einsetzende Knirschen in den Mauern. Erst als ihn einer seiner Ritter unsanft am Arm ergreift und herumreißt, hört er das Getöse, das sich um ihn herum aufgetan hat.

"Der Tempel stürzt ein!" brüllt der Ritter, das Gesicht dicht am Ohr des Priesters, um den Lärm zu übertönen. "Wir müssen schleunigst hier raus!"
Tatsächlich rieselt Staub von der Decke, und aus einem der Gänge sind die Geräusche berstender Wände und niederstürzender, tonnenschwerer Steinblöcke zu vernehmen. Bestürzt betrachtet der Priester einen schmalen Riss zwischen seinen Füßen, der schnell in die Länge wächst. Was geschah hier? Das sollte nicht passieren! Das hier war falsch...

Angesichts der Regungslosigkeit und der offensichtlichen Verwirrung seines Anführers zögert der Ritter nicht lange und zieht den sich nicht widersetzenden Mann in dem einsetzenden Chaos mit sich in Richtung der abwärts führenden Treppe, wo bereits die anderen Ritter hinunterstürmen. Schon nach wenigen Augenblicken scheint der Priester wieder Herr seiner Sinne zu sein und läuft aus eigenem Willen.

Der Ritter prallt bei der Flucht gegen den Fremden, dessen Blick unstet und suchend in dem langsam zusammenbrechenden Raum umherwandert.
"Zögert nicht lange!" schreit er dem mysteriösen Hünen zu und weicht einem faustgroßen Gesteinsbrocken aus, der von der Decke herabsaust, nur um kurz darauf in einen aufstiebenden Schauer winziger Mauersplitter getaucht zu werden. "Flieht! Die Treppe hinunter!"

#208977 22/10/04 11:16 AM
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Stone geht mit dem Drachen, dennnoch schaut er sich das Licht noch einmal an.
Er kann Lu verstehen, verspricht es doch vergessen und ruhe.
Sich nie wieder daran erinnern zu müssen wie es war als die fremde Energie in ihn strömte, sich nie wieder an an den Verlust seines Vaters erinnern zu müssen.
Stone würde gerne auf das Licht zugehen, es ist so anziehend.
Was schuldet er der Welt was er noch nicht gegeben hätte?
Dann bleibt er kurz stehen. Es fällt ihm ein.
Sein Leben, nicht mehr und nicht weniger. Und es liegt nicht an ihm zu entscheiden wann sein Leben gelebt ist.
Stone blickt sich nicht mehr um, sondern läuft mit Lu auf das rote Licht zu, auf den Schmerz und die Erinnerung ...
Es ist schon sehr schwach, und er kann es kaum noch sehen.
Schneller, schneller und immer schneller, bis das rote Licht anwächst, von einem punkt, zu einem Stern.
Dann wird Lu von seiner hand gerissen
Das Licht ist jetzt eine riesige Kugel,auf einmal ist das rote Licht überall. Er wird weitergestossen, ganz schwach hört er eine Stimme.
Das war im letzten moment...
Dann ist er wieder in seinem Körper, krampfhaft ringt er nach Luft.
Die Augen weit aufgerissen, "Lu ...?" entring sich noch seinen Lippen, dann fällt er bewußtlos zurück.


Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile(Aristoteles)
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#208978 22/10/04 12:47 PM
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Bodasen, der inzwischen fast eingeschlafen war, spürt plötzlich eine schwache Erschütterung im Boden auf dem er sitzt. Schlagartig ist er wieder munter und schaut sich um. "Was war das? Ein Erdbeben? Bin ich eingeschlafen?"
Aber ringum sieht er keine Veränderung. Claw sitzt immer noch bei Lu und Glance kniet besorgt daneben. Stone schläft wohl. Die anderen kämpfen ebenso wie er mit den Auswirkungen der Kälte. "Lange kann ich nicht geschlafen haben, aber vielleicht sollte ich mehr Holz suchen das Feuer reicht nicht für die Nacht. Ausserdem wird mir vom sitzen auch nicht wärmer."
Stöhnend steht er auf und läuft los.


Alixdragon -==(UDIC)==-
Der einzige Mensch, der Dir im Weg steht, bist Du.
#208980 22/10/04 12:57 PM
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Urplötzlich ist Stone von seiner Pfote gerissen und in einen roten Wirbel hineingesaugt worden. "Das ist mein Leben", hatte er gesagt. Lu ist beruhigt. Nicht auszudenken die Schmach, wäre der mächtige Krieger wegen eines so winzigen Wesens wie ihm gestorben!

Der kleine Schlauch, in dem er weiterschreitet, wird immer enger, schmaler. Er sieht an seinem Ende ein kleines, metallisches Gefäß schweben, das etwas auszuschütten scheint. Die Verzierungen in Form von tanzenden Flammen auf dem Kelch wirken fast lebendig. Lu nähert sich dem eigenartigen Aufbau und stellt fest, dass das Gefäß völlig leer ist. Nein, ein einziger Tropfen schimmert noch an seiner Kante.

Schnell richtet Lu den Kelch wieder auf. Als seine Pfoten den Rand berühren, vernebelt sich sein Sinn. Er bemerkt nicht mehr, wie scheinbar aus dem Nichts weitere Tropfen fallen und Gefäß auffüllen.

Lu öffnet die Augen und lächelt Big Claw dankbar an. Dann versinkt er in einen tiefen, heilsamen Schlaf.

#208982 22/10/04 02:12 PM
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"Lu, du bist zurück", Big Claw erwidert das Lächeln des kleinen Drachen und atmet erleichtert, wenn auch müde, auf.

Sie schaut zu Glance: "Er hat es geschafft, er ist zurückgekehrt. Jetzt sollten wir ihm, wenn es irgendwie möglich ist, etwas Schlaf gönnen."



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#208984 22/10/04 02:22 PM
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Eine Erschütterung geht durch den Boden auf dem Glance kniet, an sein Ohr dringt ein fernes Rumpeln aus Richtung des Berges hinter dem Tempel - und Lu Ser schlägt die Augen auf; Claws verzweifelte Bemühungen haben gewirkt. Er legt ihr die Hand auf die Schulter und sagt anerkennend, "Danke, ihr habt Wunderbares geleistet - aber ihr solltet euch selbst nicht vergessen und euch nun erholen".

Erleichtert steht Glance auf und sieht sich nach den Anderen um. Claw, Alrik, Bodasen und Rashida erscheinen zwar erschöpft und nass, aber ansonsten unversehrt zu sein. Nur Stone liegt da wie tot.

Schnell geht er zu ihm und untersucht ihn - Stone nimmt ihn nicht wahr, selbst als Glance nach seinem Herzschlag fühlt; enteder er ist bewußtlos oder sehr fest eingeschlafen. Jedenfalls ist er sehr blass und kalt.

Glance nimmt seinen lädierten Umhang ab, und wringt die noch nicht abgetropfte Nässe weitestgehend aus. Er überlegt, ob er den Krieger damit zudecken soll, entscheidet sich aber dagegen, den die in der Nachmittagssonne verdunstende Feuchte würde ihn noch weiter abkühlen. Also rollt er den Umhang zusammen, und legt ihn unter Stones Kopf.


In times of crisis it is of the utmost importance not to lose your head (Marie Antoinette)
#208986 22/10/04 02:46 PM
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Rashida hat erschöpft am Feuer sitzend Big Claw bei ihren Bemühungen, Lu Ser zu helfen, zugesehen. Und sich inständig gewünscht, dass der kleine Drache wieder zu Bewusstsein kommt. Sie selbst kann leider nichts für ihn tun.

Um so erfreuter ist sie, als Lu Ser mit einem Lächeln zu sich kommt, um sofort in einen tiefen Schlaf zu versinken.

Plötzliche Erderschütterungen beunruhigen sie jedoch so sehr, dass sie aufspringt und sich umsieht. Sie kann jedoch nichts entdecken.

Die Kriegerin hört ein lautes Geräusch ihres Magens und jetzt erst fällt ihr auf, wie hungrig sie ist. *Nun, die anderen müssten eigentlich auch einen leeren Magen haben*, mit diesem Gedanken macht sie sich auf die Suche nach etwas Essbarem.

"Ich glaube, wir brauchen alle etwas zu essen. Da waren doch vorhin einige Kaninchen. Ich will mal sehen, ob ich ein paar davon erlegen kann. Das könnte uns bestimmt nicht schaden."


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#208987 22/10/04 03:16 PM
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Big Claw blickt Glance hinterher, als dieser zu Stone geht. Etwas scheint mit Stone nicht in Ordnung zu sein. Steif vor Kälte und Nässe steht sie auf und geht zu ihm hinüber.
Rashida kommt an ihr vorbei und Big Claw ruft ihr nach: "Ja Rashida, das ist eine gute Idee. Eine warme Mahlzeit würde uns allen sicher gut tun."

Auf dem Weg zu Stone, denkt die Elfin über diese Erschütterungen nach. Sie hat keine Erklärung dafür. Oder doch? Wenn sie sich um Stone gekümmert hat, muss sie unbedingt mit Glance darüber sprechen.

"Glance, lasst mich nach ihm sehen."
Der Krieger fühlt sich sehr kalt an und eine tiefe Blässe zeichnet sein Gesicht. Big Claw tastet nach seinem Puls und ihre Müdigkeit ist wie weggewischt. Stone ist in einer tiefen Ohnmacht.

"Glance, könnt ihr Stone´s Brustpanzer abnehmen? Ich muss auch seinen Herzschlag fühlen."





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#208989 22/10/04 06:55 PM
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Was geschah hier nur ? Die Gefährten, wo waren sie ? Der Reisende kann keine Spur ihrer Anwesenheit ausmachen, so sehr er auch seine Sinne ins Innere des Tempels zu senden versucht. Sie konnten nicht in der Nähe sein.

Die Ritter hasten mit dem Priester an ihm vorbei, einer von ihnen rennt ihn sogar fast um, sie alle fliehen zu der Treppe. Aber die Gefährten, wo bleiben sie nur? Wenn sie nicht schleunigst hier erscheinen würden, dann würde der Tempel ihr Grab werden. Schmerzhaft trifft ein Steinsplitter seine Schulter. Es blieb keine Zeit mehr!

Plötzlich dröhnt ein lautes Krachen aus dem Gang, in dem die Gefährten zuletzt verschwunden waren. Trümmer schiessen daraus hervor und eine dichte Wolke sandigen Staubs. Der Gang war eingestürzt. Der Reisende beisst sich auf die Unterlippe, wendet sich ab und folgt den Rittern die Treppe hinab.

Doch noch bevor er die unterste Stufe erreicht hat, spürt er, wie ein großes Stück der Decke hinter ihm in die Öffnung der Treppe geschlagen sein musste. Unzählige Steinsplitter bohren sich in seinen Rücken, Staub und Dreck schiessen an ihm vorbei und reissen ihn von den Füßen.

Während er benommen über den Boden des engen Gangs schlittert, sieht er schemenhaft den letzten Ritter vor sich im Dunkel verschwinden.

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