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#209782 14/12/04 09:55 PM
Joined: Mar 2004
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Endlos...... Schier endlos und eintnig verlief dieser Gang.

Seit die sechs Mnner vor einigen Stunden den Brunnenraum verlassen hatten und weiter dem Gang gefolgt waren, hatte nichts diese Monotonie gestrt. Dumpfe Schritte auf hartem Fels und Schweigen, begleitet von dem unwirklichen, geisterhaften Licht des Priesters. Im Gehen hatten die Ritter ihren letzten krglichen Proviant verzehrt - doch es war zu wenig, um sie nach dem unfreiwilligen Fasten zu strken.

Einer der Ritter strauchelt und blitzschnell packt ihn der Reisende am Arm. Er kann jedoch nicht verhindern, da der Mann auf einem Bein einknickt und hart mit dem Knie auf den Boden schlgt. Schmerz verzerrt das Gesicht des Kmpen, doch ausser einem leisen Keuchen gibt er keinen Laut von sich.

Diese Mnner waren am Ende. Das einzige was sie noch auf den Beinen hielt, war vermutlich die Wirkung des vitalisierenden Brunnenwassers - doch auch die hielt nicht sehr lange vor. Sein Blick schweift zu dem Priester Undars. Der heilige Mann sieht kaum besser aus als seine Eskorte, doch er hatte von den sttigenden Keksen gegessen und wirkte zumindest nicht so vom Hunger erschpft wie die Ritter. Und zudem musste er keine Waffen und Rstzeug herumschleppen.

Der Reisende schaut wieder zu den Rittern, die wortlos ihren humpelnden Kameraden in die Mitte nehmen und den Marsch fortsetzen. Als der Priester ihnen folgen will, geht er an dessen Seite und legt ihm die Hand auf die Schulter.

"Die Mnner werden so nicht mehr weit kommen" spricht er den Priester so leise wie mglich an. "Mein Gefhl sagt mir, das wir die Sonne so bald nicht sehen werden. Und Eure Ritter knnen sich nicht von Staub und Steinen bei Krften halten. Nein - denkt nicht einmal daran, meinen Proviant unter ihnen aufzuteilen. Es ist kaum genug davon fr Euch selbst da und Ihr werdet Eure Krfte noch brauchen. Ich sehe recht gut in der Dunkelheit, aber ich kann keine fnf Mnner an die Hand nehmen, wenn Ihr so schwach seid, das Euer magisches Licht verlischt."

Der Blick des heiligen Mannes ist wtend, fragend und doch auch gleichzeitig voller Resignation.

#209784 16/12/04 08:01 AM
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Einige Augenblicke ringt der Priester um Luft. Er kann die Wahrheit in den Worten des Fremden sehen, doch er vermag nicht, sie zu akzeptieren.

"Fr Euch mag das Leben eines Menschen nicht viel bedeuten!" zischt er, und deutlich schwingt nur mhsam unterdrckter Zorn in seiner Stimme mit. "Aber ich werde meine Mnner nicht dem Tod berlassen und mich selber retten! Wenn sich unser Schicksal hier unten in der Dunkelheit erfllen soll, dann soll es so sein; ich werde mit meinen Mnnern sterben oder gemeinsam mit ihnen der Dunkelheit entkommen!"

Die Wut hat dem heiligen Mann seine Kraft zurckgegeben, und seine Augen leuchten eisig, als er den verstndnislosen Blick des Fremden erwidert.

#209787 16/12/04 09:20 AM
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Nach einiger Zeit erreicht die kleine Gruppe den Waldrand.
In der dunkelheit kann man das Tor gut erkennen. Eigentlich ist es nur eine Tr, eine recht kleine Tr, in der gelangweilt ein Wchter steht.
Aus der entfernung kann man nicht viel mehr erkennen als das der Wchter sich an die Mauer lehnt.
Links endet die Mauer an einem, eher kleinem, Felsmassiv, aber zum Glck kann man an der anderen Seite des Felsens schon das Meer erkennen, dessen dnung in dem schwachen Mondlicht gerade noch erkennbar schimmert.

Die Felsen sind zwar nicht sehr umfangreich, aber dennoch recht hoch.
In der Dunkelheit kann Stone aber die hhe nicht einschtzen.
"Lu, vielleicht brauchst Du ja gar nicht ber das Meer," sagt Stone, dem dieser Gedanke immer noch nicht recht gefllt, zu dem Drachen.
"Du kannst hoch auf den Felsen fliegen, von dort oben kannst Du die Htte vielleicht sogar schon sehen. Die letzte am Meer ist es. Zumindest bist Du dort oben zimlich sicher solange Du wartest."

Dann wendet Stone sich den anderen zu, "Wir sollten jetzt gleich hingehen."
Da er sich an das Debakel mit Feldwebel Dranner gut erinnert sagt er zu Alrik, "vielleicht solltet Ihr vorgehen und mit dem Wchter reden"


Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile(Aristoteles)
Aber wenn man das einzelne nicht mehr beachtet, hat das ganze keinen Sinn mehr (Stone)
#209789 16/12/04 10:02 AM
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Nachdem Alrik sich Stone, Lu und Bodasen angeschlossen hat und sie alle in Richtung des kleinen Tors im Norden der Stadt abgewandert sind, gehen Big Claw und Glance zum sdwestlichen Tor.

Die Wachen werden gerade abgelst und sind mit ihrer Wachbergabe-Zeremonie so beschftigt, dass sie kaum einen Blick haben fr das Paar, das ruhig und unauffllig durch das Tor schreitet. Insgeheim schttelt Glance den Kopf - wieder einmal zeigt sich, dass das sture Einhalten von Ritualen um ihrer Selbst willen Risiken birgt; aber im Moment ist er durchaus froh ber diese menschliche Eigenheit.

Da Big Claw und Glance nicht die Stadt umwandern mssen, sondern den Bogen, den die Anderen schlagen mssen, innerhalb der Stadt abschneiden knnen, beschliessen sie, gemtlich in Richtung Nordtor zu gehen und sich auf dem Weg noch weiter in der Stadt zu orientieren.




Last edited by GlanceALot; 16/12/04 10:15 AM.

In times of crisis it is of the utmost importance not to lose your head (Marie Antoinette)
#209790 16/12/04 10:23 AM
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Die Strassen sind viel leerer geworden. Die meisten Menschen sind in ihren Husern. Einige scheinen schon zu schlafen, denn die Fenster ihrer Huser sind dunkel, whrend andere noch erleuchtet sind. Big Claw und Glance knnen sich in aller Ruhe umsehen und nach Lden und Hndlern suchen, bei denen sie am nchsten Mogen einkaufen knnen. Auch ist jetzt Zeit, ffentliche Gebude auszumachen.


Genieße Dein Leben ständig, denn Du bist länger tot als lebendig.
#209792 17/12/04 08:19 AM
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"Wenn ich Glance richtig verstanden habe, so muss ich doch nur ber diese Felsenkette fliegen und die Wohnhhle finden, die am weitesten auen auf der Landzunge liegt", murmelt Lu mehr zu sich selbst leise vor sich hin.

"Ich werde ber die Spitze der Felsen fliegen und mich knapp unterhalb in einer kleinen Vertiefung oder hnlichem verstecken, so dass man meine Silhouette vor dem Berg nicht erkennen kann. Selbst wenn mich jemand beobachten sollte, wrde er vermutlich eher an eines der vielen Nachtgeschpfe - Fledermuse oder Eulen - denken als an einen Jungdrachen. Dann werde ich darauf warten, dass die Artefakte gemeinsam auf der Landspitze zur Ruhe kommen und zu euch fliegen", fgt der kleine Drache dann ein wenig lauter hinzu.

"Das klingt doch gar nicht so schwierig", versucht er sich selbst Mut zu machen und fliegt flach ber dem Boden in einem beschwingten Zigzack um die zahlreichen Bsche und Kruter herum auf die Felswand zu. Sorgfltig achtet er darauf, einen ausreichend groen Abstand zum Tor einzuhalten und nirgendwo anzustoen. Als er sich wieder zu den Gefhrten wendet, sieht er gerade noch, wie der Wchter das Tor wieder hinter ihnen schliet und sich erneut gelangweilt an die Mauer lehnt. Lu lchelt zufrieden, das wre geschafft. Es ist beruhigend, dass sich Alrik so gut mit den Sitten der Stadtmenschen auskennt.

Lu setzt seinen Weg fort und gelangt ohne Schwierigkeiten auf die uerste Spitze der Landzunge. Es scheint sogar einen kleinen Trampelpfad dorthin zu geben, der jedoch an der steilen Felswand in Mittagsrichtung der Landzunge abrupt endet. Neugierig sieht sich der kleine Drache um. Wieso sollte man einen Pfad ohne Ziel begehen? Bis die Gefhrten am Unterschlupf angekommen sind, hat er ja vermutlich sowieso noch etwas Zeit, um dieser Frage nachzugehen.

Leise und nach Mglichkeit im Schatten der Felsen und Bsche sieht er sich ein wenig um. Ein herrlich duftender Waldbeerenstrauch lenkt ihn jedoch schon nach wenigen Schritten von seiner Suche ab. Lu kann nicht widerstehen und vernascht rasch eine Pfote der in voller Reife stehenden Frchte. Die grten Frchte scheinen wie immer gerade auerhalb seiner Reichweite zu liegen und so windet er sich Stck fr Stck in den leider mit wehrhaften Stacheln besetzten Busch hinein. Nur noch die Beere dort hinten, und diese dort und -

Pltzlich scheint sich der Boden unter dem kleinen Drachen zu ffnen. Da er das Maul mit saftigen Beeren vollgestopft hat, entweicht ihm nur ein erschrecktes Blubbern als er durch die Dornen hindurch in die Tiefe strzt.

#209794 19/12/04 09:58 PM
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Geschafft ! Sie hatten die Wache hinter sich gelassen !

Es war nicht so schwierig gewesen, wie Alrik sich das gedacht hatte: Die Wache hatte ihnen ein paar Fragen gestellt, sie dann aber eher gelangweilt hindurchgewunken. Bis auf ...

"Wer seid Ihr und was wollt Ihr hier ?" hatte der Wchter, ein nicht mehr ganz schlanker, jovialer Mann gefragt. Die Stadt hatte also in der Tat schon seit lngerem keine Gefahr mehr gesehen, wenn sie es sich schon leistete, solche Leute als Wachmnner anzustellen ... Alrik hoffte, da dem auch so bleiben wrde, denn mit der Wache htten mgliche Angreifer vermutlich allzuleichtes Spiel. Und Spione auch.

"Wir sind auf der Durchreise. Wir brauchen Verpflegung und Proviant fr die lange Reise, die uns bevorsteht und neue Kleidung" hatte Alrik geantwortet. "Und wir sind fr saubere Geschfte hier."

Der Wchter hatte sich daraufhin die Gefhrten etwas genauer angesehen, sie aber dann durchgewunken. "Wenn ihr keinen rger wollt, dann lasst besser eure Waffen stecken, sofern ihr welche habt. Passt auf eure Brsen und Geldbeutel auf, und lat euch nicht von den Magiern ber den Tisch ziehen ! Einige von ihnen legen unbescholtene Brger gerne herein ... htet euch vor den Illusionisten ! Wahre Scharlatane sind das !"

Alrik machte sich in Gedanken eine Notiz.

Als sie drinnen waren, sprach sie der Wchter nochmal kurz an, bevor er sich wieder nach drauen wandte, und das kleine Tor - eher eine Tre - hinter sich schlo : "Ach, brigens, Ihr solltet euch besser waschen. Irgendetwas stinkt an euch ganz erbrmlich !"

Irritiert schaute Alrik den Wachmann an.

"Ja, riecht ihr das denn nicht ? irgendeiner von euch mu irgendwelche Scheie mit sich rumschleppen ... - Pferdepfel etwa. Ich wei zwar nicht, ob die Magier in der Akademie euch geschickt haben, um so etwas zu besorgen - obwohl, sie htten es auch viel leichter in den Stllen hier bekommen knnen" - dmit fhrt sich der Wchter gedankenvoll ber das mit Bartstoppeln verzierte Kinn - "die brauchen nmlich stndig irgendwelches obskure Zeugs - aber ihr stinkt ! Das wohl !" Damit wandte sich der Wachmann endgltig wieder dem ueren Eingang zu und schlo das kleine Tor hinter sich.

Drinnen schaut sich Alrik die Gefhrten hilfesuchend an. Jetzt merken sie es auch. "Schaut mal in Euren Rucksack rein, da kommt es her" sagt Bodasen und deutet mit dem Finger in die Richtung zum Rucksack, der sich noch aauf Alriks Rcken befindet..

Als Alrik fiebernd seinen Rucksack ffnet, bemerkt er auch den strengen Geruch. Er schnffelt etwas herum. Er kommt aus dem Kstchen mit dem Gold !

Zitternd nimmt er das Kstchen in seine Hnde. Seine Hnde zittern wie Espenlaub, als er es - von dunklen Vorahnungen erfllt - ffnet.

Pferdepfel ! Frische, schne, runde, stinkende Pferdepfel ! Diese Bastarde !

Alrik ist auer sich vor Wut. Er zeigt das geffnete Kstchen samt Inhalt an seine Gefhrten und stt zornesrot hervor : "Man ... hat ... mich ... herein ... gelegt !"

Bodasen nickt geschftigt, und fgt hinzu : "Exzellente Illusionsmagie ! Sehr gute Arbeit ! Da nicht nur Ihr, sondetn auch Glance darauf hineingefallen seid, lt auf einen langandauernden Zauber schlieen ... sehr, sehr gute Arbeit. Ich kenne nur einen, der dazu fhig wre - einen Zauber von deratiger temporalen Lnge herzustellen. Wir sollten ihm bald einen Besuch abstatten !"

Stone nickt, aber Alrik ist sich nicht sicher, ob Stone das alles verstanden hat ... zumindest ist klar, da dies in der Tat eine Illusionsmagie hervorgerufen haben mute.

"Habt ihr wenigstens einen Geruchsbindungszauber ?" fragt Alrik den Magier.

"Ja, den habe ich, aber ich kann ihn nicht hier ausfhren - zuviele Leute knnten uns dabei beobachten" antwortet Bodasen.

Schweren Herzens klappt Alrik das Kstchen wieder zu und packt es ein.

-----------------------------

Diese Schande ! Sie muten nun zu der Htte gehen, und alle wrden hinter Alrik herschauen, lachen, auf ihn deuten, Witze machend ... diese Schande !

Das war mehr, als Alrik ertragen konnte.

Und es war ihm auch egal, ob es dunkel war oder nicht, ob ihn jemand sah oder nicht. Der Gedanke alleine zhlte. Und das war mehr als genug.

"Ich werde mich an der Htte von euch trennen. Erzhlt Glance davon, gebt ihm das Kstchen samt Inhalt, und stattet Magister Johram einen Besuch ab. Wenn ihr mich mitnehmen wollt, dann gebt mir Bescheid.!"

Damit bergibt Alrik das Kstchen an Bodasen.

"Ich kann diese Schande, derartig hereingelegt worden zu sein, nicht berwinden. Ich werde auerhalb der Stadt warten, bei dem Felsen, der vor der Stadt liegt, rechts von dem Tor, wenn ihr herausgeht."

Alrik wundert sich noch, da er - ein ehemaliger Streuner - deratig tiefes Ehrgefhl empfimden kann ...

Damit gehen sie zu der Htte hin, die Glance ihnen beschrieben hatte.

Dort trennt sich Alrik von den anderen, und wandert zu der Felsenkette hin, die sich in der Nhe des Hafentores erstreckt ...

Dort will er warten, bis er von dieser Schande reingewaschen ist (falls das noch mglich ist).

-----------------------------

Der Wchter wendet sich dem Schatten zu. In der Dunkelheit ist nichts zu sehen, auch das Mondlicht leuchtet diesen schmalen Bereich neben dem Tor nicht aus und nur der Wchter wei, da im Schatten neben dem Tor tatschlich jemand steht.

"Was meint Ihr ?" fragt er den Schatten.

"Nun, nun, es sind einfache Leute ... - aber sie haben eine merkwrdige Ausstrahlung. Irgendwas geht mit ihnen vor !

Diese Leute sind so ... seltsam ! Ein Waldlufer, ein Typ, dessen Rstung mehr schlecht als recht sitzt ... ein Mann, der aussieht, ie ein Krieger ... leider konnte ichsein Wappen nicht erkennen.

Nein, Spione sehen nicht so auffllig unauffllig aus. Richtige Spione kommen in der Kleidung eines Biedermannes daher, eines Bettlers oder Marktbeschickers, aber nicht in Form solch abgerissener Gestalten !"

Damit zieht sich die Gestalt im Schatten wieder zurck. Der Wachmann nickt zufrieden. Dem Schatten konnte er in der Regel vertrauen. Es passierte hchst selten, da sich Schatten irrten.


Um so erstaunter ist er, als jener Waldlufer wieder nach drauen geht. Den erahnten fragenden Blick des Wachmannes entgegnet der Waldlufer mit einem "ich mu Shne leisten." Dann ist er auch schon in der Nacht verschwunden.

Aus dem Schatten kommt ein Gerusch, wie wenn sich jemand erstaunt und gedankenversunken das Kinn reibt ...


Last edited by AlrikFassbauer; 19/12/04 10:02 PM.

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#209798 20/12/04 09:01 AM
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Das Knacken und Reien der Dornenranken ist kaum verklungen, als Lu auch schon mit einem dumpfen Plumps auf dem Boden landet. Glcklicherweise ist dieser mit Laub und Moos gepolstert, so dass der kleine Unglcksdrache bei einer raschen Bestandsaufnahme nur einige Kratzer und Beulen registrieren muss, jedoch keine ernsthaften Verletzungen.

Noch etwas verdattert, aber neugierig schaut er sich um. Von oben schimmert das Mondlicht schwach durch den Beerenbusch und beleuchtet eine aus sten und Seilen grob zusammengeknotete Leiter, mit der ein etwas sanfterer Abstieg mglich gewesen wre.

"Verflixt, ich dachte, so etwas passiert mir nur bei Keksen und Kaninchen", grummelt der kleine Drache vor sich hin und leckt sich Blut und Beerensaft von den Pfoten. "Ich sollte Waldbeeren auch auf die Erst-denken-dann-handeln-Liste setzten."

Lu bemerkt, dass er in einer kleinen Hhle gelandet ist. Die Bereiche auerhalb des schwachen Mondlichtkegels liegen jedoch in tiefer Dunkelheit, so dass er nicht sagen kann, wie weit diese in die Felsen hinein reicht. Einen kurzen Moment lang denkt er darber nach, einfach wieder aus dem Schacht hinaus zu klettern, aber dann berwiegt die Abenteuerlust.

Mit nach vorne gestreckten Pfoten - erst die Pfoten, dann die Nase hatte er in schmerzhaften Lektionen gelernt - geht er langsam aus dem Lichtkegel hinaus, in der Hoffnung, auf eine Wand zu stoen, an der er sich entlang tasten kann. Und wirklich, schon nach wenigen Schritten erfhlt er pltzlich eine hlzerne Konstruktion. Wissbegierig tastet er ber die Balken und Platten, als seine Pfote gegen einen Gegenstand stt und ein helles Klirren ertnt.

"Ein Regal! Eine Flasche?", wundert sich Lu und zieht vorsichtig eine der oberhalb seiner Kopfhhe gelagerten Flaschen aus dem Regal heraus. Die benachtbarten Behltnisse geraten dabei ebenfalls in Bewegung und fr einen kurzen Moment befrchtet der kleine Drache, sie wrden gleich aus dem Regal rollen und sich ber ihn ergieen. Glcklicherweise stehen einem geflgelten Wesen jedoch vier Gliedmaen zum Stoppen des sich anbahnenden Chaos zur Verfgung, so dass Lu sich kurz nach einer geradezu artistischen Einlage mit zwei Flaschen zurck in den Lichtkegel begeben kann, um diese genauer zu betrachten.

Glcklich ber den Leseunterricht, den ihm Przyjaciel Stone whrend ihrer Rckreise aus den Brechern gewhrt hatte, setzt er sich gemtlich nieder.

"Rrrr - Uhhhh - Mmmm", entziffert er auf dem ersten Ettikett recht schnell.

Ruhm? Gab es den jetzt schon in Flaschen? Er hatte immer gedacht, ein Held msse schwer dafr arbeiten. Aber vielleicht war dies ja ebenso eine Flschung wie der Liebestrank, den seine Schwester sich einmal von einem Kruterdrachen teuer erkauft hatte. Etwas enttuscht stellt er die Flasche neben sich auf den Boden und wendet er sich dem zweiten, deutlich kleineren, ja geradezu winzigen Exemplar zu. Mhsam dreht und wendet er es im Mondlicht, um die Buchstaben erkennen zu knnen. Mit einer Kralle verfolgt er stockend die Zeichenfolge. So lange Wrter sind einfach zu gemein.

"Sss - Khhh - Hhh - Llll - Aaa - Nnn - Ggg - Eee" stottert der kleine Drache mehrfach ergebnislos. Nein, das ist noch zu schwierig fr ihn. Aber er beschliet die Flasche mitzunehmen und sich die Buchstaben von Przyjaciel Stone erklren zu lassen.

Die Gefhrten! Erschreckt und reumtig berlegt Lu, wie viel Zeit er wohl inzwischen vertrdelt haben mochte. Er sollte jetzt wirklich schleunigst den Unterschlupf aufsuchen, bevor sich seine Begleiter Sorgen machten!

Schnell springt er auf und stt dabei die neben ihm abgestellte Flasche mit einem lauten Poltern um. Vor berraschung wie erstarrt beobachtet Lu, wie die Flasche mit einem leisen Klirren und sich stetig beschleunigend aus dem Lichtkreis heraus rollt. Auch nachdem die Flasche seinem Blick entschwunden ist, hlt das Klirren kurze Zeit weiter an, dann folgt ein Augenblick vlliger Stille.

...

Als Lu gerade den Blick abwenden will, schlgt die Flasche mit drhnendem Geschepper auf und zerspringt in tausend kleine Teilchen.
Erschreckt zuckt der kleine Drache zusammen und starrt in die Dunkelheit - Dunkelheit? Ein schwacher Lichtschimmer scheint von dort hinten zu kommen und ein rasches Stampfen.
Noch whrend Lu berlegt, wie eine einzige zerschlagene Flasche dies verursacht haben knnte, gesellen sich neue Gerusche hinzu. Eine unangenehm tiefe Stimme drhnt wtend durch den Gang:

"Beim rattenfressenden Piratenhenker! Threepwood, wenn ich dich schon wieda anne Rumvorrten finde, dann bind ich dich mit'm fetten Stck Speck auf'm Bauch nackt inne Scheiekanle an und freu mich am jeden Quieken von dir! Verdammter Sohn vonna saufenden Hure!"

#209801 20/12/04 01:10 PM
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Als sie an einem Wirtshaus vorbeikommen bemerkt Glance, dass sie ausser dem Tee bei Earendur, den ganzen Tag noch nichts zu sich genommen haben. Auch sind ihre Vorrte von der Reise nicht gerade ppig, um nicht zu sagen praktisch aufgezehrt.

"Claw, wir wr's mit einem Abendessen in dem Wirtshaus da?" fragt er. "Und ausserdem knnten wir gleich ein paar Vorrte fr den Aufenthalt in der Htte besorgen".

Claw stimmt zu, und sie betreten das Gasthaus. Es ist nur mssig voll, sodass sie ohne Schwierigkeiten einen freien Tisch finden, an den sie sich setzen.

An der Theke hngen ein paar Fischer an Bierkrgen, an einem Ecktisch sitzen einige besser gekleidete Mnner und spielen Karten, an einem anderen Tisch wird gewrfelt. In beiden Fllen wird um Geld gespielt, wie die Hufchen Silber- und Kupfermnzen auf den Tischen zeigen. Die vielfltigen, nicht immer leise gefhrten, Gesprche fhren zu einem Geruschpegel, der fr die Elfenohren fast unangenehm laut ist.

Als der Wirt sie nach ihren Wnschen fragt, bestellt Glance zwei Abendessen und einen Krug Bier. Big Claw ergnzt die Bestellung noch mit einem Krug Wasser. Dann fragt Glance, ob er auch Vorrte kaufen knnte, was der Wirt bejaht. Also bestellt Glance noch ein halbes Dutzend Brote und gerucherte Schinken, einen Topf Schmalz, etwas Salz sowie, mit dem Gedanken an Lu Ser, ein frisch geschlachtetes Ferkel.

Als Abendessen wird ein krftiger Gemseeintopf mit Fleischeinlage serviert, ber den sich beide mit Heisshunger hermachen. Auf einmal kaut Glance deutlich langsamer, verzieht das Gesicht und sieht Claw ratlos an.

"Es schmeckt gut", meint er, "aber irgendwie...?"



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#209803 20/12/04 03:25 PM
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Gerade als Big Claw Glance antworten will, fngt ihre Nase an sich zu kruseln. Sie blickt Glance wortlos an. Die Elfe atmet einmal krftig durch und Trnen steigen in ihre Augen.

Glance, entschuldigt, aber es fngt an zu stinken.

Sie sieht sich um, kann aber keinen Grund fr den sich verstrkenden Geruch entdecken. Die Fischer an der Theke knnen es nicht sein. Auch die anderen Gste machen nicht den Eindruck, dass sie den Geruch ausstrmen.

Es riecht wie, wie Pferdepfel. Frische Pferdepfel. Dieses Wirtshaus hat doch keinen Stall. Was zum Henker. Oh, Entschuldigung, aber es wird ja immer schlimmer."

An sich hinunterblickend kann sie nichts entdecken, da fllt ihr Blick auf ihren Rucksack. Sie beugt sich etwas tiefer:

"Ich glaube fast, das kommt aus meinem Rucksack.

Sie nimmt ihren Rucksack ffnet ihn und fllt fast vom Stuhl. Gerade kann die Elfe sich noch abfangen und schnell den Rucksack wieder verschlieen. Dass sie rot angelaufen ist, bemerkt sie erst durch die Hitze die sie in ihrem Gesicht sprt. Um Fassung ringend und so gut es geht, Haltung zu bewahren, blickt sie sich vorsichtig um und presst mhsam zwischen ihren Lippen hervor:

Glance, ich habe keine Mnzen mehr. Ich habe frische Pferdepfel im Rucksack. Was machen wir jetzt? Wie und von was sollen wir bezahlen? Ich glaube nicht, dass der Wirt Pferdepfel akzeptiert. Was ist mit euren Mnzen? Eine Frage, wo bewahrt ihr sie eigentlich auf?

Vor lauter Aufregung kommt ihr nicht in den Sinn, ber die Verwandlung der Mnzen nachzudenken.

Last edited by bigclaw6; 20/12/04 03:39 PM.

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#209806 20/12/04 04:12 PM
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Eine kleine Felsplatte auf dem Felsenkamm. Wenn man zu einer anderen Zeit vom Land her kommt, sieht man den goldrunden Mond, wie er ber dem weit in die Unendlichkeit hinein glitzernden Meer steht, und die ganze Platte in goldenes Licht eintaucht. Dann wrde sich auch schwarz gegen den runden Mond die Silhouette eines Mannes abheben , der geschftigt herumfuhrwerkt. Und sich dann in den Schneidersitz hinsetzt.

Alrik hat sich auf die Felsplatte gesetzt, und richtet sich ein.

Die Felsplatte ist nicht besonders gro, und fllt an einer Seite steil ab, aber es ist der beste Ort, an dem man sich auf dieser Felsenkette zur Ruhe setzen kann.

Er hat zuvor einige ste und Zweige zusammengetragen, und zndet nun auf der Felsplatte ein kleines Feuerchen an. Er achtet darauf, da es nicht zu gro wird, denn er wei, da sich hier ein Hafen befindet - vermutlich verwenden sie Lichtzeichen.

Er breitet seinen Schlafsack aus.

Pferdepfel ! Er war einem Illusionisten auf den Leim gegangen ! Kein Wunder, da der Torwchter sie als "Scharlatane" bezeichnet hatte ... hatte er auch solche Erfahrungen machen mssen ?
Alrik nimmt sich vor, morgen mit den Wchtern ber die Illusionisten zu sprechen ... vielleicht konnte er damit herausbekommen, wieviele es davon gab, und vielleicht sogar, welcher ihm diesen "Scherz" angetan hatte.

In der Nhe der Felsplatte wachsen mehrere Bsche. Mit Beeren ? fragt sich Alrik, und geht, um sie sich einmal nher anzusehen.

Mit einer Handvoll kehrt er zum Feuerchen zurck, und untersucht sie. Sie sehen ebar aus, eine Abart einer Sorte, die er bereits kennt. Die Bltter der Bsche hier haben die gleiche Form und Farbe, sind aber ein bichen grer. Einer der Bsche war komischerweise schon leer.

Immerhin etwas ! freut sich Alrik, und it die Beeren langsam auf.

Dann - einer spontanen Eingebung folgend, setzt er sich in den Schneidersitz, macht es sich bequem, und fngt an, zu meditieren ...


Last edited by AlrikFassbauer; 21/12/04 08:11 PM.

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#209808 20/12/04 04:33 PM
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Der Wirt, der inzwischen die bestellten Sachen in eine Kiste getan hat, nhert sich dem Tisch der beiden Elfen, um ihnen die Sachen zu bringen.
Als er die Kiste auf dem Tisch abstellt, verzieht er angewidert das Gesicht und blickt dann die beiden Gste mitleidig an. "Ihr verstrmt einen eigenartigen Geruch! Ihr habt nicht zuflligerweise in der Stadt mit einem der Magier einen Handel abgeschlossen? Die Magier erlauben sich in letzter Zeit gelegentlich Scherze mit Fremden und kaufen ihnen Dinge ab, gegen Illusionsmnzen. Bei Einheimischen trauen sie sich das nicht mehr. Wir wissen, dass der Zauber nach sptestens 24 Stunden nachlt und verkaufen nur noch etwas, wenn uns die Akademie fr das Geld brgt. Geht am besten mit Euren Sachen durch die Gaststube nach hinten, dort ist der Stall, neben dem Stall ist ein Misthaufen und eine Pumpe zum Waschen. Wenn ihr Glck habt und dem Magier gndig war, ist nicht alles Geld falsch und ihr findet im Unrat einige echte Mnzen. Die Waren in der Kiste nehme ich erst mal wieder mit, ich hoffe ihr knnt mir wenigstes das Essen bezahlen!"


Alixdragon -==(UDIC)==-
Der einzige Mensch, der Dir im Weg steht, bist Du.
#209809 20/12/04 06:40 PM
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Glance sieht von Claw zum Wirt und wieder zu Claw. Er sieht Claw unwillkrlich lachen, also macht er wohl gerade nicht den intelligentesten Eindruck.

Kopfschttelnd untersucht er den Beutel in dem er die Mnzen verwahrt hatte. In der Tat ist er voller frischer Ropfel, aber als er ihn etwas schttelt sieht er doch etwas Gold und Silber durchschimmern.

"Die Silbermnzen scheinen nicht betroffen zu sein", meint er, und schliesst den Beutel wieder angewidert. "Also mssten eure auch noch in dem - HaHmm - liegen. Und es sind wohl auch ein paar von meinen Goldmnzen nicht betroffen - wir werden die Zeche also bezahlen knnen. Ich habe wohl weniger zu reinigen, ich gehe zuerst nach hinten - wartet bitte hier".

Er erhebt sich und folgt den Weisungen des Wirts. An der Pumpe angelangt, stlpt er den Beutel um, und wscht ihn sorgfltig. Dann klaupt er mit spitzen Fingern die Mnzen aus den Pferdepfeln, und reinigt sie. Er findet noch alle sechs Silberlinge und vier der zehn Goldmnzen, die er einstecken hatte. Dann geht er zurck zum Wirt und fragt ihn nach ihrer Zeche.

"Die zwei Abendessen, zwei Silberlinge", sagt dieser, "der Krug Bier einen Silberling, und die Vorrte, die ihr bestellt habt vier Goldtaler".

Glance erscheint das zwar etwas teuer, aber nach dem Erlebten, hat er keine rechte Lust zu feilschen. Er legt sein ganzes Geld auf die Theke und meint ohne die Miene zu verziehen, "Legt noch drei Krge Bier dazu!"

Dann wuchtet er die Kiste auf die Schulter und stapft zu Big Claw, der offensichtlich der Apettit auf weiteres Essen vergangen war.

"Kommt, wir gehen", sagt er leise zu ihr, "Es hat gerade so gereicht. Draussen knnt ihr euren Rucksack reinigen, und dann sollten wir zu der Htte gehen und sehen, wie gross der Verlust insgesamt ist. Ich muss mit Alrik reden, wer genau ihm das angetan hat - und dann werden er und ich morgen mal nachverhandeln gehen, denke ich". Er brummelt noch etwas kaum Verstndliches ber ehrloses Stadtgesindel, stillose Magierlumpen, halsabschneiderische Wirte in seinen dnnen Bart...


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#209813 20/12/04 08:43 PM
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Missmutig holt Stone den Kcher, in dem er seine Bolzen verwahrt, von der Schulter.
Da er keine richtige Goldbrse hat, und der kleine Halsbeutel den er trgt fr die grossen Goldmnzen zu klein ist, hat er die Mnzen von Glance darin verwahrt.
Der Gedanke das soviel Gold ihm gehren soll ist ihm immer noch fremd.
Wie erwartet kommt ihm der ble Geruch schon entgegen.

Da er sich in Hafenvierteln auskennt, gengt ihm ein Blick um die kleine Treppe die ans Wasser fhrt zu finden.
Er wendet sich an Bodasen, "Alrik scheint alleine sein zu wollen, und ich will diesen Mist loswerden. Dort ist eine Treppe die ans Wasser fhrt. Die kleineren Fischerboote benutzen diese Stellen zum Anlegen. Wenn Ihr wollt begleitet mich und reinigt eure Sachen ebenfalls"
Dann geht er vorsichtig die unebene Treppe hinunter, schon recht verwittert sind die Steinstufen und angegriffen durch das Salzwasser.
Aber hier in dieser entlegenen ecke des Hafens wird nicht viel in Instandsetzung gesetzt.
Kurz nachdem er angefangen hat Bolzen fr Bolzen zu reinigen, und erfreut ist wenigsten noch drei Goldmnzen und die sechs Silbermnzen zu finden, kommt Bodasen.
"Wir sollten diesem Johram einen Besuch abstatten." sagt der Krieger grimmig zu Bodasen.
"Alrik hat ein ehrliches Geschft abgeschlossen, es ist nicht recht das er so betrogen wurde."
Als er alles gereinigt hat nimmt er seine Feldflasche, und wscht, mithilfe eines Lappens den er immer im Kcher hat, das Salz von seiner Ausrstung.
Die Mnzen verwahrt er wieder im Kcher, da er immer noch keinen anderen Platz weis wo er es verwahren soll.
Als er zusammen mit Bodasen, der inzwichen seinen Goldbeutel gereinigt hat, wieder die Treppe hochgeht, packt er Bodasen am Arm.
In der Dunkelheit kann man gerade noch die Schatten von zwei Gestalten ausmachen die auf die Htte zugehen.

Und dabei sollte die Htte doch unbeachtet sein.
Seinen Stiefeldolch ziehend geht er fast lautlos hinter den Gestalten her.



Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile(Aristoteles)
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#209816 20/12/04 09:44 PM
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"Aha, also die Magier! Die werden wir dann mal befragen mssen. Allen voran Magister Johram. Nun gut Glance, ich denke, ihr solltet die Kiste nochmal absetzen. Es wird etwas dauern bis ich die Pferdepfel auf Mnzen untersucht habe."

Big Claw geht zu der, vom Wirt angewiesenen Stelle. Sie schttet den Inhalt ihres Rucksackes auf den Boden und klaubt mit steifen Fingern ihre Habseligkeiten auf und hlt sie unter die Pumpe. Sauber werden ihre Sachen schon, nur der Geruch bleibt irgendwie haften. Den Rucksack splt sie komplett durch. Zwischen den vergehenden Pferdepfeln sammelt sie die realen Mnzen auf. Nachdem sie alles gut ausgeschttelt hat, rumt sie ihre Sachen wieder in den Rucksack ein. Umhngen mag sie den Rucksack nicht, da wrde ja ihre Kleidung auch noch den Gestank annehmen. Sie hlt ihn weit von sich gestreckt. Glance, der ungeduldig gewartet hat, atmet erleichert auf als die Elfe endlich kommt.

"So, das Grbste ist erledigt. Wir knnen uns auf den Weg zur Htte machen. Wundert euch aber nicht, wenn die Leute einen Bogen um uns machen. Den Gestank konnte auch das Wasser nicht beseitigen. Das dauert Tage, bis der weg ist. Ich werde wohl mit dem Magister Johram ein ernstes Wort reden mssen. Eventuell sollten wir nochmal mit Kapitn Earendur sprechen."

Big Claw gibt Glance noch ein Zeichen und beide machen sich auf den Weg zur Htte.


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#209818 21/12/04 07:13 AM
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Als Stone den Geruch der von den beiden Gestalten ausgeht bemerkt steckt er den Stiefeldolch wieder ein.
"Habt ihr zwei auch schon den Pferdemist gefunden." mehr feststellend als fragend spricht die zwei an.
"Dann sollten wir uns die Htte mal nher anschauen, und auf Lu warten. Alrik scheint sich die ganze sache sache sehr zu Herzen zu nehmen. Er will wohl allein sein und ist weggegangen. Ich glaube er denkt das wir es ihm anlasten das er bertlpelt wurde. Dabei mte er doch wissen das kein normalsterblicher die Tricks eines Magiers durchschauen kann."


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#209821 21/12/04 07:45 AM
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"Trotzdem ist mir das nicht ganz klar!" wirft Bodasen ein "Ich traue das Johram nicht zu! Er ist kein Betrger! Es gbe aber die Mglichkeit, dass einer seiner Schler seine Gestalt angenommen hat und sich als Joram ausgab. Es hat etwas faszinierendes in der Gestalt eines anderen Schaden anzurichten. Bei den lteren Magiern ist das verpnt, aber die jngeren machen das sehr gern, vor allem wenn es unbekannte Reisende betrifft. Der Reiz ist einfach zu gro! Leider bin ich nicht so gut mit Illusionsmagie, jeder Magier der Akademie wrde mir den Zauber anmerken, sollte ich versuchen, mich als ein anderer auszugeben. Einen Nichtmagier zu tuschen ist aber nicht schwierig! Aber gehen wir in die Htte und reden dann weiter."


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#209823 21/12/04 12:59 PM
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Die Vier betreten die Htte, in der sich seit Big Claws und Glances letztem Besuch nichts verndert hat. Glance stellt die Kiste mit den Vorrten ab, macht Licht und dann rumen sie erst mal etwas auf und schaffen sich Platz zum Niederlassen.

"Ich habe Brot, Rucherschinken und Bier sowie ein Ferkel fr Lu Ser eingekauft", erzhlt Glance, "aber es hat meine ganze verbliebene Barschaft gekostet. Lasst doch mal sehen, was uns geblieben ist". Er nimmt das Kstchen von Bodasen entgegen, ffnet es - und schliet es gleich wieder, nasermpfend.

"Alrik meinte, ich solle euch das Kstchen samt Inhalt bergeben", sagt Bodasen etwas verlegen.

"Vieleicht sollten wir diesem ominsen Johram tatschlich das Kstchen so prsentieren", antwortet Glance grimmig. "Was ist nun mit Alrik? Ich hoffe doch er kommt mit und zeigt uns diesen Scherzbold. Und Lu sollte eigentlich auch schon da sein, oder?"


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#209826 21/12/04 01:56 PM
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Lu ist vor Angst zusammengesunken und sitzt immer noch wie erstarrt zitternd auf dem Boden. Mit weit aufgerissenen Augen blickt er dem nherkommenden Lichtschein entgegen. Er will wegrennen, die Leiter hinauf flchten, doch diese unheilsverkndende Stimme, die groe, dunkle Silhouette, die sich stetig nhert und der unglaubliche Gestank, den diese vor sich her schiebt, lassen seine Muskeln wie aufgeweichte Kekse erscheinen.

"Was ist denn nun schon wieder, Edward? Haben dir die Luse deinen schwarzen Bart zu heftig gekrault?", ertnt pltzlich eine weitere Stimme in einiger Entfernung. "Ich sitze schon die ganze Nacht hier Wache mit meiner Laterne und warte darauf, dass Klaus endlich kommt. Aber das strt den Beker ja nicht, dass ich mich hier zu Tode langweile ..."

"Jetz lass'n Beker mal in Ruhe, ey. Der hat uns noch nie enttuscht und wird auch heute wieder zuverlssig Kruter gegen Rum tauschen", brllt die erste Stimme zurck in den Gang und lsst den Worten ein unmelodisches Grhlen folgen, das wohl Gelchter darstellen soll.

"Ob Godeke ihn wohl noch begleitet?"

Die Silhoutte entfernt sich wieder einige Schritte.

Als Lu gerade aufatmen will, kehrt der Lichtschein jedoch zurck.

"Aber ich lass mich nich verarschen, ich habb doch wat gehrt", brllt die Stimme erneut. Lu berlegt, ob diese Person - ein Mensch wie er inzwischen erkannt hat - berhaupt normal reden kann.

An der Einmndung des Ganges in die Hhle tritt der Pirat knirschend in die Glasscherben der zerschellten Flasche. Ein derber Fluch erklingt, zumindest entnimmt Lu das dem Tonfall, und der Ankmmling beginnt wtend gegen die Wand zu trommeln. Ein langer, verwegen zerzauster Bart umweht sein zorngertetes Gesicht und seine Augen blitzen im flackernden Fackellicht hasserfllt.

"WER WAR DAS!!!! ZEIG DICH, DU ...DU!"

Gemessen an dieser Lautstrke war alles bisher nur ein Flstern, registriert Lu abwesend. Gleich wrde er entdeckt und von dem dunklen Scheusal in der Luft zerrissen werden.

Suchend blickt sich der Pirat in der Hhle um, scheint jedoch nichts entdecken zu knnen. Trappelnde Schritte hinter ihm zeigen, dass der Aufruhr nicht unbemerkt geblieben ist. Zwei weitere Gestalten eilen in den Raum und befestigen mitgebrachte Fackeln in dafr vorgesehenen Wandhalterungen. Erleuchtet wirkt die Hhle viel kleiner als zuvor.

"Hier issst doch berhaupt nichtsss, Edward", bemerkt einer von ihnen, ein langer Schlaks mit blonden, strhnigen Haaren vorsichtig, nachdem er den Raum rasch berblickt und sogar im Regal nachgesehen hat.

Edward wirft ihm seinen Dolch direkt vor die Fe.

"Nix!? NIX!? Nix hat also die Flasche aus'm Regal geholt, durch'n Raum getragen und dann die Treppe runta geworfen? Bisse eigentlich total hohl inne Nuss, William? Kein Kind wrde das glauben knnen!"

William und der zweite Neuankmmling werfen sich einen langen, vielsagenden Blick zu. Jetzt blo den Boss nicht weiter reizen ...

"Wir werden uns mal umsehen, Kptn", antwortet der Rotschopf besnftigend. "Vielleicht war es ja wieder dieses Katzenmistvieh, das hier herum streunt. Wir werden sie fangen, langsam rupfen und dann lebendig grillen. Ok, Kptn?"

Die Vorfreude auf diese Grausamkeiten lsst ein schwaches Lcheln ber das Gesicht des Anfhrers huschen.

"Gut", gurgelt er hervor. "Und wenn sowas nochma passiert oder die Katze bei Sonnenaufgang imma noch hier rumrennt, werd ich mir einen Ersatz suchen", antwortet er mit einem falschen Schnurren und blickt seine Begleiter einen nach dem anderen bedeutungsvoll an. "Und nun ..."

"Sie kommen! Sie kommen!" unterbricht ihn in diesem Moment der Ausguck. Jetzt kann alles andere warten und die Mnner rennen geschlossen aus der Hhle hinaus, um beim Anlegen und Lschen des Bootes zu helfen. Was mag die Prise wohl heute hergeben? Nur William bleibt noch einen kurzen Moment und zieht die Leiter aus dem schmalen Schacht, der an die Oberflche zurck fhrt.
Mit einem selbstgeflligen Schniefen flstert er: "Hier kommt keina raus, wenn ich nich will!", bevor auch er die kleine Hhle verlsst.

Lu zittert immer noch vor Angst. Zum allerersten mal in seinem Leben ist er heilfroh ein Glasdrache zu sein. Gut, dass niemand auf ihn getreten ist. Aber wie nun weiter?

#209828 21/12/04 03:38 PM
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"Stimmt, wo bleibt Lu Ser eigentlich? Hoffentlich hat er sich nicht verflogen oder es ist ihm etwas zugestoen. Wir mssen auch nach Alrik suchen. Ich befrchte, er hat sich die Sache zu sehr zu Herzen genommen. Er kann doch nichts dafr. Aber er muss uns zu dem Magister Johram fhren, denn er ist der Einzigste der ihn kennt. Und das Kstchen, samt Inhalt nehmen wir mit. Die Magier sollen doch auch etwas davon haben. Fr die Nacht sollten wir es aber ins Freie stellen. Denkt ihr, wir knnen Feuer machen?"

Big Claw sieht sich in der Htte um, kann aber kein Feuerholz entdecken.


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