Larian Banner: Baldur's Gate Patch 9
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Seit wann ist unsere Kriegslocke eigentlich ein Grner ? War das schon immer so und ich habs bislang bersehen ?

Alterssehschwche, wrde ich sagen. Das Grn steht fr Moderator und es befindet sich da schon seeehr lange.


Wenn sie so berlegen sind, warum sind sie dann so tot?
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Ph. Dann will ich meinen Namen aber in Silber...... <img src="/ubbthreads/images/graemlins/rolleyes.gif" alt="" />


#26096 06/08/03 06:00 PM
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Also wenns nicht so ernsthaft traurig wr und man immer mehr befrchten mte, da einen so was mal selbst treffen knnte, dann mte man sich eigentlich vor Lachen schtteln und Grimassen ziehen - so abgrundtief lcherlich und geistlos ist diese "krftig auf die Kacke hauen"-Haltung die dahinter zum Ausdruck kommt:

"Erwerbsfhigen ist jede Arbeit zumutbar"

Ach kommt, lat uns doch gleich richtige "Presskommandos" durch die Straen schicken, wie weiland die Kniglich Britische Kriegsmarine, als sie gegen Napoleon wieder mobilmachen muten! Dann klappts auch mit den Arbeitslosenzahlen - nich?!
<img src="/ubbthreads/images/graemlins/rolleyes.gif" alt="" /> <img src="/ubbthreads/images/graemlins/rolleyes.gif" alt="" /> <img src="/ubbthreads/images/graemlins/rolleyes.gif" alt="" />
<img src="/ubbthreads/images/graemlins/ouch.gif" alt="" />


Ragon, bar jeder Magie

#26097 07/08/03 01:55 AM
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Ich wollte mich darber eigentlich berhaupt nicht mehr aufregen, Ragon......

Das Ganze ist ein so offensichtliches Eingestndnis der totalen Inkompetenz und eine so offenkundige Suche nach einem Sndenbock fr die eigene Misswirtschaft, das es eigentlich auch der Dmmste merken msste - dachte ich.......

Wie aber die aktuellen Umfrageergebnisse gezeigt haben, ist die Verbldung in unserem Volke schon fast so weit fortgeschritten wie bei den Amis. "Jawoll," heisst es da nmlich - "ab ins Arbeitslager mit dem ganzen faulen Gesindel !".

Da spielt es eigentlich auch schon fast keine Rolle mehr, das sich das leuchtende Rot der ehemals sozialen Demokraten inzwischen zu einem Kackbraun verfrbt hat, das selbst von der Union oder dem bekennenden rechten Lager kaum noch zu toppen ist ( obwohl sich ein etwas weiter oben genannter Herr Mifelder da ja alle Mhe gibt ). Die Grnen haben sich schon viel frher disqualifiziert, weil sie von einer ehemals engagierten Partei zu einem Hufchen machtgeiler Speichellecker verkommen sind, das es teilweise schlimmer treibt als die einst so verachteten Etablierten.

Da es nun schon soweit ist, das selbst qualifizierte Spezialisten, die zigtausende von Euros privat in Fort- und Weiterbildung investiert haben, zuknftig an jede Autobahnbaustelle geschickt werden knnen um fr 5,- EUR die Stunde Kies zu schippen ( und man sie bei Verweigerung nun ganz bequem unter die Brcke oder auf die Parkbank schicken kann ), habe ich langsam damit begonnen meine Koffer zu packen. Ich will nicht so lange warten, bis die Herren Schrder, Stoiber und Co. ( oder Nachfolgende ) sich noch ein albernes Brtchen wachsen lassen oder mit "Mein Fhrer" angesprochen werden mchten.

Wirklich Sorgen machen muss man sich als Arbeitsloser im Grunde trotz allem aber eigentlich nicht. Denn nicht mal die angedrohten unqualifizierten Billig-Jobs gibt es.

Jeder der noch Arbeit hat, darf sich auf die angekndigte Steuer-Reform "freuen", bei der jetzt schon fest steht, das alles was ihm in die eine Tasche gesteckt wird, doppelt und dreifach durch die Gesundheitsreform und andere Nettigkeiten aus der anderen Tasche wieder herausgeholt wird.

Die Arbeitslosen werden sich mit Schwarzarbeit ber Wasser halten oder der Kriminalitt zuwandern um nicht in der Gosse zu landen. Und das kann man ihnen nicht mal verbeln. Mir persnlich ist es schon lange scheissegal ob mein Lohn noch beim Finanzamt landet oder nicht. Ebenso, wie meinen Arbeitgebern. Und da ich mit Rente in 30 Jahren sowieso nicht mehr zu rechnen brauche, zahle ich mein Schwarzgeld lieber in meine private Vorsorge ein.

Gegen die seit geraumer Zeit antretenden Politspitzen der etablierten Parteien war selbst ein Herr Schnhuber noch ein liberaler und kompetenter Demokrat. Aber wie heisst es so schn ? "Jedes Volk bekommt die Regierung die es verdient hat"............


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Ich weiss gar nicht was Du hast. Das ist doch ein genialer Schachzug! Zuerst werden Renten- und Krankenversicherung privatisiert und dann muss man die dafr zurckgelegten Gelder im Falle der Arbeitslosigkeit erstmal verbrauchen - was ja nichts anderes ist, als die Privatisierung der Arbeitslosenversicherung.

Und die Masse brllt "jawoll!" und "richtig so!". Das hat der Gerd wieder mal ganz geschickt eingefdelt ... <img src="/ubbthreads/images/graemlins/memad.gif" alt="" />


... und im brigen bin ich der Meinung, das Benjamin Lauth in die deutsche Start-Elf gehrt.
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Es geht diesem Lande wirtschaftlich mies und immer mieser, die Zahl der Arbeitslosen steigt im selben Mae wie die Abgaben, die Konjunkturkurve schrumpft im selben Mae wie der Inhalt des persnlichen Geldbeutels. Und die Regierenden nutzen die Angst der Masse vor der eigenen Zukunft, nutzen ihre Panik und Sorge um das eigene Hab und Gut. Sie haben die Schuldigen schnell ausgemacht: Arbeitslose, Kranke und alte Menschen sind die Sozialschmarotzer die allen unntz auf der Tasche liegen. Haben wir die erstmal entsorgt, wird's uns wieder besser gehen.

Im Grunde vllig logisch, das nun mit dieser Art "Politik" versucht wird, Stimmung zu machen und den eigenen Machterhalt zu zementieren. Schliesslich hat das so hnlich ja schon einmal ganz hervorragend funktioniert ( vergl. deutsche Geschichte 1933 - 45 ).


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Hamburg:

In der SPD bahnt sich eine neue Programmdebatte an. SPD-Generalsekretr Olaf Scholz verlangte im Hamburger Magazin "Stern" von seiner Partei eine Abkehr von ihrem bisherigen Gerechtigkeits-Begriff. "Die soziale Verteilungsgerechtigkeit ist weit vorangekommen. Im 21. Jahrhundert mssen wir die Blickrichtung wechseln", sagte Scholz dem "Stern". Als "Partei der bloen Zuwachsverteilung" habe die SPD "keine Chance".

"Besser schlecht bezahlte Arbeit, als keine"

Scholz sprach sich dafr aus, die SPD solle ihr bisheriges Ziel des "demokratischen Sozialismus" aufgeben: "Ich glaube, dass der Begriff fr die Zukunft nur eine geringe Aussagequalitt hat."(sa/dpa/AFP)

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Ist der Ruf erst ruiniert, dann treibt man's vllig ungeniert - was, Herr Scholz ?


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Also ich htts ja nicht fr mglich gehalten. <img src="/ubbthreads/images/graemlins/eek.gif" alt="" /> Aber Ddraigfyre, ich stimme dir voll und ganz zu. <img src="/ubbthreads/images/graemlins/up.gif" alt="" /> (zumindest was dieses Thema anbelangt)

*das ich das noch erleben darf.....* <img src="/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

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Tja, der Trend geht bei allen groen Parteien zu mehr "Eigenverantwortung".
Die Entwicklung zur 2-Klassen-Gesellschaft ist damit in vollem Gange. Wenn in naher Zukunft bestenfalls noch die Gerippe unserer Sozial-, Renten- und Gesundheitssysteme existieren, die Staatsfinanzen entgltig ruiniert sind und das Kapital in einer globalisierten Welt nur noch in Indien und China qualifizierte Arbeitspltze schafft, dann wird die groe Mehrheit der Bundesbrger tglich und ganz eigenverantwortlich um ihre Existenz kmpfen mssen. Es gibt halt per se keinen Anspruch auf Wohlstand und Demokratie. Der Niedergang von Gesellschaften und Kulturen ist in der Menschheitsgeschichte ja ein wiederholt zu beobachtendes Phnomen - nur irgendwie ungemtlich und wenig erheiternd, wenn das persnliche Schicksal davon berhrt zu sein scheint.

Diese Betonung von Eigenverantwortung erzeugt z.B. in jedem Arbeitslosen das Gefhl als Person versagt zu haben, nicht gut genug zu sein etc., dies wirkt u.a. sehr erfolgreich einer Solidarisierung der Arbeitslosen entgegen. Auf diesem Wege verkraftet unsere Gesellschaft noch viel mehr von ihnen, ohne wirklich in Frage gestellt zu werden. Ebenso interessant ist der grzgige Umgang mit dem "Humankapital" unserer Gesellschaft: Akademiker im Ernteeinsatz (oder sollte es dann eher Ackerdemiker heien? <img src="/ubbthreads/images/graemlins/badsmile2.gif" alt="" />)...


Sterben geht immer - mal schauen was vorher geht
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Ich vermute zudem, das da irgendwas grndlich missverstanden wurde, mit der "multikulturellen Gesellschaft".

Wenn diese "multikulturelle Gesellschaft" bedeutet, das 20.000 IT-Spezialisten aus Indien ins Land geholt werden, whrend anschliessend eigenes Potential nicht ausgebildet wird oder zum Ernteeinsatz auf den Acker muss, dann luft da doch wohl einiges absolut daneben.

Im brigen wird sich das mit dem Ernteeinsatz auf dem Acker auch bald von selbst erledigt haben, da bei prognostiziertem Klimawechsel und der damit verbundenen Dauer-Drre die Ernten sowieso gnzlich wegfallen.

<img src="/ubbthreads/images/graemlins/suspicion.gif" alt="" />

So. Verpissen wir uns also alle nach Indien und machen dort Karriere. Da scheint sowas ja noch mglich zu sein......


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Genau und dann kann man ja mit ner Greencard zurck kommen und hier nen tollen Posten beziehen. <img src="/ubbthreads/images/graemlins/suspicion.gif" alt="" /> Aber nur wenn man dann Inder ist. Alles andere gild nicht.

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Ich vermute zudem, das da irgendwas grndlich missverstanden wurde, mit der "multikulturellen Gesellschaft".

Wenn diese "multikulturelle Gesellschaft" bedeutet, das 20.000 IT-Spezialisten aus Indien ins Land geholt werden, whrend anschliessend eigenes Potential nicht ausgebildet wird oder zum Ernteeinsatz auf den Acker muss, dann luft da doch wohl einiges absolut daneben.


http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/erfolggeld/artikel/41/14027/

Nach schleppendem Start kamen aber doch viele Antrge. Das Ziel war es, 20.000 Computerexperten anzulocken. Es sind immerhin fast 15.000 geworden, rund ein Viertel aus Indien, die anderen aus den osteuropischen Staaten und vom Balkan.

Eine Studie des Instituts fr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, das zur Bundesanstalt fr Arbeit gehrt, wies darauf hin, dass viele der angelockten Fachleute lngst arbeitslos seien. Im Raum Mnchen hat nach den Zahlen der Studie jeder siebte Greencard-Besitzer seinen Job verloren, dies sei aber nur die Untergrenze. Wie hoch die Quote bundesweit ist, erfasst keine Statistik.

etc...

Und dann noch ein Wort zum "Ernteeinsatz": Wre ich arbeitsloser Akademiker, wrde ich die Arbeit auf dem Feld der Arbeitslosigkeit und der - oft vergeblichen - Hoffnung auf einen tollen Arbeitsplatz vorziehen. Aber das ist meine persnliche Meinung und soll keineswegs alle Arbeitslose diskreditieren. Aber persnlich kann ich es nicht nachvollziehen, warum sich ein ausreichend gesunder Arbeitsloser weigern wrde, eine Arbeit zu machen, die ihm angeboten wird. Oder gibt es neuerdings ein Grundrecht auf Arbeit nach Wunsch und durch den Staat organisiert?


Nigel Powers: "There are only two things I can't stand in this world. People who are intolerant of other people's cultures... and the Dutch!"
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ELGI:

Mir ging es dabei auch nicht darum, wie erfolgreich dieser "Aufruf" nach Spezialisten aus dem Ausland war, oder wie erfolgreich die hier in Berufe eingestiegen sind, sondern lediglich um die Absurditt der ganzen Aktion angesichts der Arbeitslosenzahlen.


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Aber persnlich kann ich es nicht nachvollziehen, warum sich ein ausreichend gesunder Arbeitsloser weigern wrde, eine Arbeit zu machen, die ihm angeboten wird. Oder gibt es neuerdings ein Grundrecht auf Arbeit nach Wunsch und durch den Staat organisiert?


Da musst Du mal etwas weiter denken:

Jemand erlernt einen gutbezahlten Beruf. Er erwirbt jahrelange Berufserfahrung und investiert auch viel seiner persnlichen Mittel um in diesem Beruf erfolgreich zu bleiben. Sprich: Er wendet sehr viel Zeit und Geld fr Fortbildungen, Seminare, Schulungen etc. auf.

Nun wird dieser Mensch aufgrund einer wirtschaftlichen Flaute fr eine gewisse Zeit arbeitslos. Nach den neuesten Plnen kann er selbst mit seiner hohen Qualifikation irgendwo auf die Strasse gestellt werden um den Mll wegzufegen. Frher war dies aus guten Grnden nicht mglich:

Nehmen wir mal an, die wirtschaftliche Lage bessert sich dann wieder und dieser Mensch versucht in seinen alten Beruf zurckzukehren. Beim Vorstellungsgesprch heisst es dann:

"Hmmm. Was haben sie denn so das letzte Jahr gemacht ? Ach, sie waren bei der Mllabfuhr ? Wie interessant, ich wrde sagen wir melden uns mal falls wir was fr sie haben......"

Ich denke, Du verstehst....

Bisher galt, das man keine Jobs weit unter seiner Qualifikation oder seinem bisherigen Gehalt annehmen musste. Denn man baut sich ja auch einen gewissen Lebensstandart entsprechend seiner Ttigkeit auf, grndet eine Familie, etc. Die alte Regelung sollte einen extremen sozialen Absturz mit der Folge hoher Verschuldungen etc. vermeiden.

Ein Hilfsarbeiter mit 900,- EUR netto im Monat wird nicht auf die Idee kommen ein Haus zu bauen und monatliche Hypotheken von 600,- EUR abzutragen oder seine beiden Kinder auf eine Privatschule zu schicken, die weitere 400,- EUR im Monat kostet, oder ihnen ein Studium zu finanzieren. Ein Aussendienst-Sachbearbeiter, der bislang sagen wir mal 2500,- EUR netto im Monat verdiente, hat aber genau das getan. Wenn der nun pltzlich gezwungen werden kann einen Billiglohn-Job anzunehmen, sind die Konsequenzen wohl absehbar........


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Selbstverstndlich, ich verstehe das auch vollkommen. Aber Fakt ist nun einmal, da kein Geld fr nix da ist. Man mu demnchst wohl auch zahlen, wenn man sterben will. Und in dieser Situation frage ich mich, was ist besser: Arbeitslos bleiben oder arbeiten? Ich fr meinen Teil wrde die Arbeit vorziehen - selbst wenn es Mllmann wre, denn, auch wenn es ungemein klischeehaft klingt, auch der Job mu getan werden, und wenn die mir den Job anbieten, weil es keinen anderen gibt, der ihn macht, dann mach ich ihn halt, und zwar solange, bis ich einen besseren Job finde - das Argument mit dem Vorstellungsgesprch halte ich indes fr berbewertet. Wenn in Deiner Vita "5 Jahre Arbeitslos" steht, wird sich das kaum unterscheiden von "1 Jahr Arbeitslos, 4 Jahre Mllmann auf Initiative des Arbeitsamtes" (skizziert, selbstverstndlich). So denke ich zumindest. Und beim besten Willen: Wenn jemand arbeitslos wird und immer noch an die Privatschule der Kinder denkt, so tut mir das leid, aber wenn es an anderer Stelle kein Geld gibt, sehe ich als Teil der Solidargemeinschaft nicht ein, da DAS finanziert wird. Ich war auch nicht auf einer Privatschule und finanziere mein Studium selbst. Will heien: Es gibt immer einen Ausweg - selbst wenn er bisweilen untertrglich hart sein mag. Aber allemal besser als sich auf den Arsch zu setzen und dem Staat vorwerfen, da er nix macht (selbst wenn das stimmen sollte).

Zu der Greencard-Geschichte: Das interessante und oft vergessene daran: Als die Greencard eingefhrt wurde gab es nun einmal einen Mangel an IT-Fachkrften. Abgesehen davon gibt es auch Studien, die besagen, da jede Greencard-Stelle 1-2 neue Arbeitspltze geschaffen htte. Obwohl der Wahrheitsgehalt dessen zu bezweifeln ist...


Nigel Powers: "There are only two things I can't stand in this world. People who are intolerant of other people's cultures... and the Dutch!"
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Nichts gegen Erntearbeit (da kann man meistens genau bemessen, was man so am Tag geleistet hat <img src="/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />). Ich will auch nicht den Dnkel mancher Akademiker rechtfertigen.
Momentan besteht allerdings ein eindeutiger Trend zur Abwrtsmobilitt und dem Risiko "Einmal Erntehelfer - immer Erntehelfer", also nicht "drei Monate Arbeitsurlaub auf dem Bauernhof" <img src="/ubbthreads/images/graemlins/badsmile2.gif" alt="" />.
Fr die Lage symptomatisch: Eine Privatdozentin, die jetzt als Vertreterin fr ein Softwareprodukt arbeitet. Persnlich, wie auch gesellschaftlich ein Fiasko. Gut, in Russland mssen die Professoren auch zustzlich noch Taxi fahren, um ber die Runden zu kommen. Allerdings ist das auch keine hoffnungsvolle Perspektive, die man fr die Bundesrepublik bernehmen mchte - oder <img src="/ubbthreads/images/graemlins/suspicion.gif" alt="" />.


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Wichtig ist in diesem Zusammehang der zeitliche Rahmen. Die Regelung "jeder muss alles annehmen" gilt ja erst fr das sog. Arbeitslosengeld II (ehemals Arbeitslosenhilfe). D.h. solange der Arbeitnehmer unter Arbeitslosengeld I fllt (12 Monate) erhlt er, soweit ich wei, nach wie vor 63 % vom letzten Netto. Er hat also 1 Jahr Zeit, eine adquate Arbeitsstelle zu finden.

Und was den sozialen Absturz angeht, so steht nirgendwo geschrieben, dass der Staat verpflichtet ist, jedem Brger einen einmal erreichten Gesellschafts-/Finanz-Status bis in alle Ewigkeit zu finanzieren. Irgendwann muss jeder die Verantwortung fr sein Leben in die eigenen Hnde nehmen und dann halt die Arbeit annehmen, die angeboten wird.

Fr grundfalsch halte ich dagegen, dass bereits gezahlte Gelder fr die Altersvorsorge (z.B. Lebensversicherungen) und ein selbstbewohntes Eigenheim mit dem Alg II verrechnet werden sollen. Dabei wird den Leuten, fr einen eher unwesentlichen Zahlungsaufschub fr den Staat, der Boden unter den Fen weggezogen. Ich finde es hchst befremdlich, dass auf der einen Seite Selbstverantwortung bei Alters- und Krankenvorsorge gefordert wird, diese jedoch im Fall der Arbeitslosigkeit umso hrter bestraft wird.

Ich bin wirklich gespannt, mit welchen, sich gegenseitig widersprechenden Regelungen und Refrmchen uns die derzeit regierende groe Koalition noch beglcken wird ...


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nun:
seit heute nachmittag fllt meine beste ehefrau von allen wohl auch endgltig in dieses thema:

nach 25 jhriger betriebszugehrigkeit wurde ihr wegen struktureller nderungen die kndigung ausgesprochen.

wir werden sehen, wo das hinfhrt - ich halte euch auf dem laufenden <img src="/ubbthreads/images/graemlins/suspicion.gif" alt="" />


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Fakt ist, das besagter Sachbearbeiter innerhalb kurzer Zeit vor einer totalen sozialen und finanziellen Katastrophe steht und letztlich zigmal schlechter enden kann als besagter Hilfsarbeiter. Hrt sich leicht an zu sagen "Na, dann werden eben all die berflssigen Kosten gecancelt...". Nur so einfach ist das eben nicht. Wenn pltzlich Hypotheken nicht mehr gezahlt werden knnen oder Beitrge fr Lebensversicherungen, Krankenzusatzversicherungen, etc. - dann wird man fr die verlangte private Vorsorge eben tatschlich bel bestraft und in den Ruin getrieben.

Abgesehen davon sind viele der verlauteten Drohungen regelrecht absurd. Aus eigenen Erfahrungen der Vergangenheit weiss ich, das dies schon an den Arbeitsmtern scheitern wird.

Umschulungen oder Weiterbildungen ablehnen ? Sehr drollig, wirklich. Die Realitt sieht so aus, das Leute die unbedingt eine Weiterbildung wollen, diese nicht bekommen und 1 oder 2 Jahre lang dem A-Amt die Bude einrennen und darum betteln mssen - whrend andere, vllig Branchenfremde Leute innerhalb krzester Zeit in eben diese Weiterbildung hineingepresst werden, mit der sie berhaupt nichts anfangen knnen und somit nach ein paar Wochen das Handtuch werfen. Hauptsache sie sind erst mal kurz raus aus der Statistik. Nun aber hat man zustzlich praktischweise noch einen Grund ihnen die ohnehin schon lcherlichen Bezge zu krzen.

PS: Es ist kein Geld fr nix da, Elgi ? Du kannst ja mal den Bund der Steuerzahler fragen fr welchen Schwachsinn jhrlich Milliarden verplempert werden..... Und wozu zahlt ein gut Verdienender denn vielleicht Jahrzehntelang horrende Summen in die "Arbeitslosenversicherung" ein, wenn er im Falle des Falles schon nach krzester Zeit mit einer lcherlichen Summe abgespeist wird oder auch noch seine private Vorsorge aufzehren muss ?


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Viel Glck fr Deine Frau! <img src="/ubbthreads/images/graemlins/up.gif" alt="" />


Nigel Powers: "There are only two things I can't stand in this world. People who are intolerant of other people's cultures... and the Dutch!"
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Fakt ist, das besagter Sachbearbeiter innerhalb kurzer Zeit vor einer totalen sozialen und finanziellen Katastrophe steht und letztlich zigmal schlechter enden kann als besagter Hilfsarbeiter. Hrt sich leicht an zu sagen "Na, dann werden eben all die berflssigen Kosten gecancelt...". Nur so einfach ist das eben nicht. Wenn pltzlich Hypotheken nicht mehr gezahlt werden knnen oder Beitrge fr Lebensversicherungen, Krankenzusatzversicherungen, etc. - dann wird man fr die verlangte private Vorsorge eben tatschlich bel bestraft und in den Ruin getrieben.

Und das ist also der Grund dafr, da sich besagter Sachbearbeiter weigert, Arbeit anzunehmen, die ihm angeboten wird, und stattdessen mit staatlichem Geld bezahlt wird, das nicht da ist? All diese ganzen Diskussionen gibt es doch nur, weil kein Geld da ist, u.a - meiner persnlichen Meinung nach - weil der soziale Wohlfahrtsstaat zu lange als viel zu selbstverstndlich betrachtet wurde und man nicht daran gedacht hat, da dieses System - wie jedes System - auch Schwchen hat. Und die grte Schwche eines sozialen Systems, dem das monetre Solidarittsprinzip zugrundeliegt, ist das Geld. Ist keins da, kann sich der besagte Sachbearbeiter noch so sehr weigern und auf sein Arbeitslosengeld pochen - er wird nicht so viel bekommen, wie er fr die Weiterfhrung seines bisherigen Lebensstandards braucht.


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"Jeder muss eine ihm angebotene Arbeit annehmen..."

Vermutlich wird jeder die Lcherlichkeit des folgenden, fiktiven Dialogs einsehen:

Arbeitsamt: "Sie suchen also einen neuen Job..."
Suchender: "Ja, ich habe bisher als Hilfsarbeiter mal hier, mal da gearbeitet... auf dem Bau, als Straenkehrer, im Ernteeinsatz, als Hausmeister..."
Arbeitsamt: "Hren Sie, junger Mann, wir sind nicht hier, um uns ihren bisherigen Berufsgang anzuhren, sondern um eine Arbeit fr Sie zu finden! Also wir htten da gerade diese unbesetzte Chirurgenstelle auf dem Land - die rzte wandern ja alle in die Stadt ab, schrecklich..."
Suchender: "Chirurg? Das ist doch so'ne Art Arzt, der die Leute aufschnippelt und so, nicht? Ich habe Ihnen doch gesagt, dass ich bisher nur Hilfsarbeiter war: 8. Klasse. keine Lehre..."
Arbeitsamt: "Und zuhren knnen Sie offenbar auch nicht! Ich sagte bereits, dass uns Ihre Qualifikationen vllig egal sind! Wenn Sie sich weigern, die Chirurgenstelle anzunehmen, werden wir Ihnen kurzerhand die Untersttzung entziehen - so einfach ist das! Also unterschreiben Sie bitte hier... und hier... und hier... herzlichen Dank und unsere besten Wnsche fr Ihren neuen Job! Der Nchste bitte..."
Suchender 2: "Guten Tag. Ich war bisher als Chirurg im Kreiskrankenhaus ttig, das ja aufgrund der neuen Gesundheitsreform ersatzlos aufgelst wurde... Ich wollte fragen, ob..."
Arbeitsamt: "Wir htten da diese Stelle als Hausmeister..."


Elgi, wenns in die eine Richtung lcherlich und eigentlich *unmglich* ist - warum sollte die andere Richtung grundstzlich anders bewertet werden? Und dieses Gesetz ffnet den Vermittlern jeden Raum fr Willkr und - was viel wichtger ist - Korruption! Denn wer unter der Hand einige Scheine rberschiebt, der bekommt auch nicht den "mll" angeboten sondern entweder ncihts, falls nicchts da ist, oder der Vermittler gibt sich tatschlich etwas Mhe und recherchiert nach einer zumutbaren, angemessenen Ttigkeit.

So wie es werden soll, braucht sich der Vermittler jedoch keine Gedanken mehr machen und kann seinen drftigen Stapel mit freien Stellen der Reihe nach abarbeiten, ohne auf Qualifikation oder Eignung achten zu mssen. Denn das er vielelicht ahgehalten sein wird, eine Auswahl zu treffen, ist das eine. Ob sich ein festangestellter, unkndbarer Beamter das jedoch antut... vermutlich wre das eine "unzumutbare" Arbeit...

Ergo: Das Gesetzt wird recht schnell zu einem ungeheuren Missbrauch fhren und das Leben vieler Menschen grndlich zerstren. Qualifikationen und Fhigkeiten werden mit Fen getreten, und ob die vermittelten Arbeiten dann effektiv durchgefhrt werden, darf wirklich ernsthaft angezweifelt werden.
Eine solche Regelung wre sinnvoll, wenn es 10 Millionen unbesetzter Stellen gbe, und das ganze Land hnderingend nach Arbeitskrften sucht, um diese Arbeiten endlich zu bewltigen.
So ist es aber nicht. Es gibt Millionen Arbeitslose, und nur fr einen Bruchteil ist berhaupt Arbeit da! Warum also sollte ein arbeitloser Akademiker (was ihr alle mit den Akademikern habt! Nichtakademische Berufe sind davon genauso betroffen!) - weg mit den Akademikerbeispielen. Warum also sollte ein arbeitsloser Frisr eine Stelle als hausmeister annehmen, wenn anderswo ein arbeitsloser hausmeister beim Amt herumhngt?
Die angestrebte Regelung wird einfach nicht bentigt - weil es gengend Anwrter fr jede freie Stelle gibt! So dient sie in erster Linie allein dazu, lngerfristig Arbeitlose als arbeitsfaule Schmarotzer hinzustellen (es gibt gengend Beispiele dafr, das Leute verzweifelt und bemht lnger als ein Jahr nach einem Job suchen, und dabei sogar eine ganze Reihe von Kompromissen einzugehen bereit sind!) und somit Front gegen sie zu machen, damit die eigene Unfhigkeit, etwas prinzipiell an der Situation zu ndern, kaschiert wird.
Es ist ein erbrmlicher wirderlicher und ablehnenswerter Versuche, die "Schuld" den Arbeitlsoen selbst zuzuschieben und von den eigenen Fhelern abzulenken.
Es gibt nicht zu viele Jobs, sondern zu viele Arbeitslose. Durch diese Regelung wird aber unterschwellig genau das Gegenteil erklrt.

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