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Wer die Comics von damals (und damit meine ich die Comics von "damals" also die wirklich alten Spider-Man Comics, wo es auch noch Helden wie "the almighty Thor" gab und Namor oder den Eisernen) kennt und bis in den Zeitraum von vor, sagen wir mal sieben, acht Jahren verfolgt hat (wobei ich nicht wirklich alle gelesen habe, aber ich habe mich über die Entwicklung auf dem laufenden gehalten) der kann die Handlung von allen drei Spider-Man Filmen in einem Trailer unterbringen. <img src="/ubbthreads/images/graemlins/winkwink.gif" alt="" /> <img src="/ubbthreads/images/graemlins/biggrin.gif" alt="" />
(Die ganz ganz alten Comics wo Captain America und Konsorten noch gegen die Nazis kämpfen lasse ich mal aussen vor)

Wirklich neues war ja für Comic Fans nicht dabei, aber gerade deswegen mag ich die neuen Comicverfilmungen so sehr. Ob nun die fantastichen Vier, Dämon oder Spider Man (Hellboy habe ich als Comic nie gelesen), die liegen wirklich bei dem flair der alten Comics.
Auch was die dünne Story angeht <img src="/ubbthreads/images/graemlins/winkwink.gif" alt="" /> <img src="/ubbthreads/images/graemlins/biggrin.gif" alt="" />
Die einzige Verfilmung von der ich denke das sie nicht so gut gelungen ist, ist Hulk.
Und am besten gefällt mir gerade Spider Man. Also egal wie dünn die Story des dritten ist, der Film wird geschaut. <img src="/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />
Peter Parker symbolisiert für mich die Probleme die ein Superheld mit seiner Tarnidentität haben müßte am besten. Er ist wirklich einfach ein netter Typ, aber eigentlich nicht mehr. Vielleicht ein bischen trottelig, aber nicht so gekünstelt wie Clark Kent. Und ansonsten läuft eigentlich nicht viel wie er es sich erträumt.
Toby Maguire ist da für mich schon fast idealbesetzung (was ja eigentlich kein kompliment ist <img src="/ubbthreads/images/graemlins/think.gif" alt="" /> ).
Nichtsdestotrotz haben mir die beiden ersten Teile (der zweite war ein bischen schwächer und hatte auch zuviel des "Wir New Yorker halten zusammen" Credo) viel spass gemacht und auch der dritte Teil ist Pflicht Programm.

Und ja, ich könnte euch auch die ganze Story erzählen, aber ich mache es nicht <img src="/ubbthreads/images/graemlins/winkwink.gif" alt="" /> <img src="/ubbthreads/images/graemlins/biggrin.gif" alt="" />


Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile(Aristoteles)
Aber wenn man das einzelne nicht mehr beachtet, hat das ganze keinen Sinn mehr (Stone)
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Wie Stone kenne auch ich eigentlich so ziemlich alle Marvel-Comics und so sind die Handlungsstränge für mich nichts neues.
Und auch ich finde das wirklich gut so.

Mir kann man einen Film eigentlich nicht durch "Spoiler" kaputt machen. Ganz im Gegenteil. Oftmals wecken Spoiler zum Beispiel erst das Interesse bei mir.

"Der sechste Sinn" damals zum Beispiel hatte mich nicht interessiert. Dann hat mir jemand den Schluss verraten und ich dachte mir: "Hey, das klingt ja nach einem tollen Film, den geh ich schauen."

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Wer ist denn bitte schon so saudämlich, einen Trailer zu machen, der die komplette Handlung eines Films verrät!? <img src="/ubbthreads/images/graemlins/confused.gif" alt="" />
( Ok, es ist Sony - da weiß man ja nie, s.a. Stones Posting im DVD-Thread! [Linked Image] )
Oder heißt das dann, das es vielleicht gar nicht anders ging, wegen der Art und Weise wie der Film aufgebaut ist? <img src="/ubbthreads/images/graemlins/confused.gif" alt="" />
Und was mag das dann wiederum heißen - vielleicht sogar, daß der Film ziemlich schlecht ist, oberflächlich? <img src="/ubbthreads/images/graemlins/ohh.gif" alt="" />

Ich halte es für übertrieben zu behaupten, daß der Trailer - welcher auch immer - die gesamte Story verrät. Das liegt daran, daß die Hauptmerkmale der Story nicht so überraschend sind, daß man sie geheim halten müßte. Wie das ganze dann umgesetzt wird und wie der Film im Detail aussieht, wird freilich nicht verraten. Der einzige ernsthafte Vorwurf, den man machen kann, ist, daß in einem der Trailer eine Spur zu viel über eine Person und ihre Rolle im Film verraten wird... aber das ist schon alles.
Wenn man den Rest kritisieren würde, wäre es so, als ob man z.B. einem Terminator-2-Trailer vorwerfen würde, daß darin gesagt wird, der T-800 würde aus der Zukunft kommen und nun auf der Seite der Guten gegen einen neuen T-1000 kämpfen...

Auf dieser Übertreibung basierend zu fragen, ob der Film ziemlich schlecht und/oder oberflächlich ist, halte ich persönlich für vorschnell und fast schon fahrlässig, mein lieber Ragon.


Nigel Powers: "There are only two things I can't stand in this world. People who are intolerant of other people's cultures... and the Dutch!"
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Das liegt daran, daß die Hauptmerkmale der Story nicht so überraschend sind, daß man sie geheim halten müßte. Wie das ganze dann umgesetzt wird und wie der Film im Detail aussieht, wird freilich nicht verraten. Der einzige ernsthafte Vorwurf, den man machen kann, ist, daß in einem der Trailer eine Spur zu viel über eine Person und ihre Rolle im Film verraten wird... aber das ist schon alles.
Wenn man den Rest kritisieren würde, wäre es so, als ob man z.B. einem Terminator-2-Trailer vorwerfen würde, daß darin gesagt wird, der T-800 würde aus der Zukunft kommen und nun auf der Seite der Guten gegen einen neuen T-1000 kämpfen...


Hmm, eigentlich schön gesagt <img src="/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" /> . Das Problem (wobei für mich ist es kein Problem, sondern es war im vorfeld des ersten Spider Man Filmes meine hoffnung) ist das, wer die Comics kennt weiss wie der ganze Film ablaufen wird.
Natürlich nicht alle Details, aber eigentlich alle Schlüsselszenen und den Handlungsablauf.
Immer unter der Vorraussetzung natürlich das sich die Filmemacher eng an die Comicvorlage halten.
Und genau das ist lobenswerterweise geschehen. Und deshalb wußte ich auch immer was als nächstes geschieht wenn ich nicht gleich den nächsten längeren Handlungsstrang kannte.
Was nichts daran ändert das, vor allem, Spider Man 1 ein klasse Film geworden ist.
Und ich denke auch Spider Man 3 wird ein klasse Film. Wobei man natürlich immer überraschungen erleben kann ... <img src="/ubbthreads/images/graemlins/question.gif" alt="" /> <img src="/ubbthreads/images/graemlins/down.gif" alt="" /> <img src="/ubbthreads/images/graemlins/question.gif" alt="" /> <img src="/ubbthreads/images/graemlins/up.gif" alt="" /> <img src="/ubbthreads/images/graemlins/question.gif" alt="" /> <img src="/ubbthreads/images/graemlins/think.gif" alt="" />


Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile(Aristoteles)
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Tja, bei manchen Trailer GLAUBT man ja auch nur, daß sie die gesamte Handlung verraten hätten, weil darin so viel passiert. Schaut man dann den Film trotzdem an, erkennt man freudig überrascht, daß es zwar tatsächlich die gesamte Handlung war, aber nur die gesamte Handlung der ersten Viertelstunde ... <img src="/ubbthreads/images/graemlins/biggrin.gif" alt="" />

Aber es gibt in der Tat auch Trailer, die definitiv viel zu viel verraten. Leider fällt mir gerade kein Beispiel ein. <img src="/ubbthreads/images/graemlins/winkwink.gif" alt="" />

Von den Trailern, die ich zuletzt im Kino gesehen habe, scheint mir übrigens der Thriller "Verführung einer Fremden" mit Halle Berry und Bruce Willis ziemlich viel zu verraten. Ich werde mir den Film wahrscheinlich nicht ansehen, weil mir das alles viel zu klischeehaft vorkam, aber nach Ansicht des Trailers wette ich, daß Bruce Willis NICHT der Täter ist! Ganz egal, um welches Verbrechen es sich eigentlich handelt. <img src="/ubbthreads/images/graemlins/biggrin.gif" alt="" />

Last edited by Ralf; 31/03/07 03:58 PM.
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Wenn ich an den Herrn der Ringe denke ... das ist nun wirklich ein Film wo der Inhalt des Trailers egal ist.
Zumindest der interessierte und lesefreudige Fantasy Fan kennt natürlich die Geschichte, den Verlauf und das Ende.
Alle anderen natürlich nicht, aber um die geht es mir hier auch nicht. <img src="/ubbthreads/images/graemlins/winkwink.gif" alt="" />
Dennoch ist der Herr der Ringe ein sehr schönes Beispiel für einen Film wo man alles weiss und dennoch von der spannung in der Handlung mitgerissen wird.

Von daher brauche ich Trailer eigentlich eher bei Actionfilmen um die qualität der Effekte einschätzen zu können. Wirken diese billig und interessiert mich die Story nicht, dann schaue ich mir den Film nicht an.
Bei Filmen wie "The Vilage" oder "The Mercury Puzzle" brauche ich keinen Trailer, da muss ich mich darauf verlassen das die Story (die man ja meist als Überblick ließt bevor man in den Film geht) den Film tragen kann.


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300:

Wer im Geschichtsunterricht gut aufgepaßt hat, dem wird die Schlacht bei den Thermopylen noch ein Begriff sein: Dort kämpfte im Jahr 480 v. Chr. kaum mehr als eine Handvoll Spartaner an einem Engpaß gegen das gewaltige Heer der Perser von König Xerxes.
Kult-Comic-Autor Frank Miller ("Sin City", "Batman Begins") hat diese legendäre Schlacht vor knapp zehn Jahren in eine sehr erfolgreiche Graphic Novel umgesetzt, die nun vom Regisseur Zack Snyder ("Dawn of the Dead") verfilmt wurde.
Dabei wurde - wie schon bei der "Sin City"-Verfilmung - der komplette Film vor einer Blue-Screen gedreht und die (beeindruckenden) Hintergründe anschließend digital eingefügt.
Der Film hält sich an die grundlegenden historischen Fakten, ist aber ansonsten eindeutig eher Fantasy- als Historienfilm und vor allem ein grandioses Actionspektakel.
Die 300 Spartiaten ("Vollbürger", im Grunde genommen Elitekrieger der Spartaner) unter ihrem König Leonidas (Gerard Butler) stellen sich gemeinsam mit etwas mehr griechischen Soldaten gegen den Willen des Orakels und der spartanischen Ratsversammlung dem rund zwei Millionen Soldaten umfassenden Heer des "Gottkönigs" Xerxes (Rodrigo Santoro) entgegen (in der Realität sollen es laut Wikipedia etwa 170.000 Perser gegen 7.000 Spartaner und Griechen gewesen sein).
Aufgrund der günstigen Verhältnisse am Engpaß der Thermopylen können Leonidas und seine Männer sowohl die einfachen Soldaten als auch die Elitetruppen der Perser immer wieder zurückwerfen. Gleichzeitig versucht Leonidas´ Ehefrau Gorgo (Lena Headey aus "Brothers Grimm") in Sparta die Ratsversammlung davon zu überzeugen, das gesamte Heer zur Unterstützung des Königs auszusenden. Doch auch in Sparta wird die Politik von Intrigen geprägt ...

In den Medien wird "300" überwiegend als Nonstop-Gemetzel verkauft, was aber nicht ganz der Wahrheit entspricht. In den ersten rund 45 Minuten gibt es keinen einzigen richtigen Kampf, stattdessen wird dem Publikum die aus heutiger Sicht ausgesprochen fremdartige Kultur der Spartaner erfreulicherweise recht ausführlich nähergebracht. Sobald die Perser jedoch an der griechischen Küste angelandet sind, dominieren dann wirklich ausführliche Schlachtszenen, nur hin und wieder unterbrochen durch kurze Kampfpausen und Wechsel nach Sparta zu Königin Gorgo und ihren politischen Bemühungen.
Die Schlachten sind grandios inszeniert. Zunächst gibt es zwar wieder einmal die nervige Wackelkamera zu bestaunen, aber das beschränkt sich zum Glück auf den allerersten Ansturm der Perser. Anschließend sind die Kämpfe gut zu verfolgen, was auch am exzessiven Einsatz von Zeitlupen á la "Max Payne"-Bullettime liegt. <img src="/ubbthreads/images/graemlins/winkwink.gif" alt="" />
Die Kämpfe selbst sind ausgesprochen blutig, aber typisch comicartig überzeichnet, was auch die etwas überraschende FSK16-Freigabe in Deutschland erklären dürfte. Auch gibt es keineswegs abgeschlagene Köpfe im Minutentakt, wie in Teilen der Presse behauptet (einige Köpfe rollen aber natürlich schon <img src="/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />).
Das Faszinierendste ist aber nicht mal die gelungene Kampf-Choreographie allein, sondern vor allem ihr kongeniales Zusammenwirken mit den an Ölgemälde gemahnenden imposanten Hintergründen, denen man inzwischen kaum mehr anmerkt, daß sie am Computer entstanden sind. Auch die immer wieder eingestreuten Schattenspiele überzeugen auf der ganzen Linie.
Technisch und optisch ist "300" also absolut nichts vorzuwerfen, die Musik ist genau im richtigen Ausmaß bombastisch-schwülstig und die Darsteller (darunter auch David "Faramir" Wenham als Leonidas´ bester Freund) ragen nicht heraus, sind aber großteils sehr solide. Lediglich mit Xerxes konnte ich mich nicht so richtig anfreunden. Der Typ wirkt im Film einfach so unglaublich tuntig, daß zumindest ich ihn kaum ernstnehmen konnte. <img src="/ubbthreads/images/graemlins/winkwink.gif" alt="" /> Ist aber nicht mal so sehr die Schuld des Darstellers Rodrigo Santoro, sonder eher der Sadomaso-"Kleidung", die der arme Kerl tragen mußte ... <img src="/ubbthreads/images/graemlins/biggrin.gif" alt="" />
Gibt es also ein wirkliches Problem mit "300"? Leider ja! Denn es läßt sich nicht abstreiten, auch für diese Art von Film ist die Handlung ab dem Angriff der Perser einfach zu schwach. Die Passagen in Sparta wirken wie ein schwaches Alibi, um den Zuschauern mal eine kurze Pause zwischen den Kämpfen zu gönnen, und sehen dabei wie eine ganz schwache Kopie des Politik-Subplots von "Gladiator" aus. Besonders das Ende dieser Storyline stieß mir übel auf, denn daß <span class='standouttext'>Spoiler : </span><span class='spoiler'>ein spartanischer Verräter allen Ernstes die persischen Münzen, mit denen er von Xerxes bezahlt wurde, zur Ratsversammlung mitbringt, damit man ihn auch ja überführen kann, ist schon arg dämlich ...</span>

Dieser Schwachpunkt sorgt dafür, daß "300" von mir auf keinen Fall die Höchstwertung erhalten kann, fällt bei diesem visuell beeindruckenden Action-Spektakel aber natürlich bei weitem nicht so stark ins Gewicht wie in den meisten anderen Film-Genres.

Fazit: "300" ist ein spektakuläres, bildgewaltiges und stets seine Comic-Herkunft betontendes Schlachten-Epos von technischer Perfektion und mit einem gehörigen Schuß Pathos, leidet aber ein wenig unter oberflächlichen Charakteren und Dialogen sowie einer schwachen Hintergrundhandlung. 8 Punkte.

Damit wäre meine Rezension bereits zu Ende, aber ich will doch noch auf die vor allem deutsche Presse zu "300" eingehen. Der Film feierte ja bei der Berlinale seine Weltpremiere und wurde bereits dort vom Publikum mit Standing Ovations gefeiert (seitdem hat sich "300" zum weltweiten Blockbuster gemausert). In Teilen der bekanntlich sowieso leicht elitären Berliner Medien und auch in einigen anderen Publikationen wurde er jedoch gnadenlos verrissen.

Zu den Vorwürfen zählte unter anderem ein Vergleich mit den Nazi-Propaganda-Filmen von Leni Riefenstahl.
Und ehrlich gesagt: Ja, dieser Vergleich ist gar nicht SO weit hergeholt. Allerdings ist das in diesem Fall gar nichts Schlechtes! Diese stilisierten, heroischen Bildkompositionen passen zu Sparta wie die Faust aufs Auge. Und es ist ja bekannt, daß die Nazi-Ideologen Sparta sogar als eine Art Vorbild sahen. Insofern ist es nur logisch, daß gewisse Parallelen durchaus vorhanden sind. Das wird aber dadurch wieder entschärft, daß der Film und die spartanische Ideologie immer wieder mal ironisch durchbrochen wird, wenn beispielsweise die Spartaner voller Überzeugung betonen, daß sie für Vernunft und Gerechtigkeit kämpfen - und sowas ausgerechnet von einem Volk, das schwächliche Kinder kurzerhand in den Abgrund wirft und seinen Lebensunterhalt von der Sklavenhaltung bestreitet ...
Ein weiterer beliebter Vorwurf ist vorhersehbarerweise der der Gewaltverherrlichung. Nunja, auch das kann man nicht gänzlich abstreiten. Wann immer in einem Film Gewalt stilisiert oder einfach "aufregend" oder spannend dargestellt wird, handelt es sich letztlich um Gewaltverherrlichung. Das ist bei "300" nicht anders als bei so ziemlich jedem anderen Actionfilm.

Mein Lieblingsvorwurf ist jedoch eindeutig der, daß "300" ein Propagandafilm für die Amerikaner und eine Allegorie auf die heutige Situation um die USA und Irak/Iran sei. Ganz ehrlich: So etwas schwachsinniges habe ich noch nicht oft lesen müssen ...
Demnach würden die heldenhaften Spartaner die Amis repräsentieren und die bösartigen, monströsen Perser eben Irakis bzw. Iraner. Auf den ersten Blick mag das gar nicht so unwahrscheinlich klingen, bei näherer Betrachtung entbehrt diese Sichtweise jedoch nicht einer gewissen Ironie: Denn die Spartaner werden im Film als größenwahnsinnig und arrogant gezeigt, sie sind haushoch in der Unterzahl und vor allem ... <span class='standouttext'>Spoiler : </span><span class='spoiler'>sie verlieren!</span> (der Spoiler gilt nur für diejenigen, die nicht wissen, wie die Schlacht endete)
Wenn DAS also ein pro-amerikanischer Propaganda-Film sein soll, dann ist es ein ausgesprochen kontraproduktiver!

Fairerweise soll aber nicht unerwähnt bleiben, daß es auch in Deutschland sehr wohl viele Kritiker gibt (z.B. bei der FAS), die in "300" nicht zwanghaft irgendetwas hineininterpretieren wollen, sondern ihn fair - mal mehr, mal weniger positiv - rezensieren.

Last edited by Ralf; 05/04/07 06:06 PM.
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Wer im Geschichtsunterricht gut aufgepaßt hat, dem wird die Schlacht bei den Thermopylen noch ein Begriff sein


Aber Hallo ! Dort wurden ja schliesslich auch diese prima Thermopyl-Fenster erfunden. <img src="/ubbthreads/images/graemlins/up.gif" alt="" />

Ich danke Dir für Deine aufklärende Rezension, denn angesichts des Trailers erwartete ich schon wieder schlimmstes. Aber so eine platte Splatter-Historie scheint es ja demnach doch nicht zu sein. Dann kann man ihn sich ja vielleicht doch mal ansehen.

Bleibt nur anzumerken, dass das komplette Einrendern von Hintergründen für den Zuschauer sicherlich beeindruckend ist, aber als Schauspieler stelle ich es mir immer recht frustrierend vor, nur vor einem Bluescreen zu spielen.

Und das ganz Schlaue nun wieder irgendwelche Parallelen zur gegenwärtigen politischen Situation erkennen wollen war absehbar. Hier hatte doch sogar mal eine Mitgliederin, deren Name mir soeben spontan entfallen ist, Zhang Yimous "Hero" als kommunistischen Propagandafilm bezeichnet, wenn ich mich recht entsinne...

<img src="/ubbthreads/images/graemlins/rolleyes.gif" alt="" /> <img src="/ubbthreads/images/graemlins/badsmile2.gif" alt="" />


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Dazu passt etwas von der Satire-Seite whitehouse.org - dort heißt es in einer (angeblichen) Bush-Presseerklärung zum Besuch von Nancy Pelosi in Syrien:

Didn't that San Fagcisco bitch watch the 110% historically accurate, family-friendly docudrama 300? Do you think those totally ripped, greasy he-men from Sparta would play patty-cake with them super tall, freak show drag queen Persians? Hell no! Every American should go out and see that movie 300 – it sure does validate patrio-bloodbaths in awesome, orgasmic man-on-man heavy metal style!

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Ich danke Dir für Deine aufklärende Rezension, denn angesichts des Trailers erwartete ich schon wieder schlimmstes.


Der Trailer ist der einzige Grund warum ich da reingehen werde! Der ist einfach klasse! Und der hat in meiner Klasse ganz schön Wellen geschlagen, vor allem dieser Teil mit dem Wahnsinn, dadurch ist ein ganz schön kaputter running Gag entstanden
EIne Szene die sich auf dem Schulhof wirklich so zugetragen hat:
"Du isst Salami? Das ist Wahnsinn!" "Wahnsinn? DAS! IST! SPARTAAAA!!!1"
Auf den Tritt in das Loch / den Brunnen wurde verzichtet <img src="/ubbthreads/images/graemlins/biggrin.gif" alt="" />


SPLINTER TAUGHT THEM TO BE NINJA TEENS
LEONARDO LEADS
DONATELLO DOES MACHINES
RAFAEL IS COOL BUT BRUTE
MICHELANGELO IS A PARTY DUDE
TEENAGE MUTANT NINJA TURTLES
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Ich muss sagen, der Trailer hat mich nicht sehr angesprochen. Ralfs Review allerdings schon. Ich werde dem Film eine Chance geben.

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Ich hoffe mal auf ein Computerspiel dazu.
Vielleicht ein RPG oder ne Echtzeit-hardcore-Strategie?
Ein Egoshooter in der Antike wäre auch mal was anständiges...
Alles nur kein Tycoon. <img src="/ubbthreads/images/graemlins/biggrin.gif" alt="" />.


BananeBananeBananeTonBananeTonTonKuchen

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Ddraiggy: Fairerweise muß man sagen, daß dieser "Hero"-Vergleich von den üblichen Kritikern sogar wesentlich häufiger gezogen als jetzt bei "300" ...

Im übrigen muß ich sagen, daß ich jetzt doch etwas verunsichert bin, wenn meine Rezension mit Ddraiggy und Pat ausgerechnet die beiden Forumsmitglieder hat interessiert aufhorchen lassen, bei denen ich das in diesem Fall am wenigsten erwartet hatte. <img src="/ubbthreads/images/graemlins/biggrin.gif" alt="" />

Oder liegt das bei dir, Pat, an deiner Comic-Vorliebe? Ich will dich ja nach "Blood Diamond" nicht schon wieder in einen unpassenden Film schicken! <img src="/ubbthreads/images/graemlins/winkwink.gif" alt="" /> Allerdings finde ich wirklich, daß die sicherlich brutalen, aber total überzogenen Kampf-Szenen in "300" weit weniger schockierend sind als die erschreckend realistisch inszenierten Greueltaten in "Blood Diamond". So gesehen könnte es dann doch wieder passen. <img src="/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

P.S.: Da fällt mir noch etwas ein: Im Internet wird an "300" auch des öfteren kritisiert, daß beinahe nach jedem gesprochenen Satz (teilweise sogar nach jedem Wort) ein gedachtes Ausrufezeichen stehe. Das empfand ich im Kino allerdings nicht so beziehungsweise nur selten bei Leonidas´ Motivationsansprachen. <img src="/ubbthreads/images/graemlins/winkwink.gif" alt="" /> Keine Ahnung, ob das ein positiver Nebenaspekt der Synchronisation ist, ob die Kritiker maßlos übertrieben haben oder ob mir das einfach deshalb nicht aufgefallen ist, weil es mich nicht gestört hat ...

Last edited by Ralf; 05/04/07 06:12 PM.
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Stimmt schon, Ralf, den Comic kenne ich und hatte nach dem Trailer irgendwie schon befürchtet, dass Hollywood den Stoff verwurstet habe. Auch muss ich zugeben, dass mir die Wahl des Hauptdarstellers irgendwie nicht so gefallen hat - plus die Wahl seiner Synchronstimme.

Ich denke, 300 wird vermutlich der erste Film sein, der ohne CGI in dieser Form gar nicht möglich gewesen wäre. Im Comic sind die Hintergründe und auch oft die Charaktere oftmals sehr unrealistisch und verzerrt, Charaktere oft arg überzeichnet oder "vermonstert", da das Meiste aus der sehr subjektiven Sicht der Protagonisten gezeichnet ist. Ich erinnere mich an eine Szene im Comic, indem ein Prophet oder irgendsowas (ist schon eine Weile her) das Schicksal im Mond zu lesen versucht und der Mond ist unrealistisch riesig und bedrohlich, weil der Mond in seinem Glauben so wichtig ist.

Es hätte mich gestört, wenn Hollywood diese Bilder gegen Metzelorgien (die selbstverständlich im Comic genauso überzeichnet sind).
Und ich meine mich erinnern zu können, dass im Comic tatsächlich praktisch jeder Satz ein oder mehrere Ausrufezeichen hatte...

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Es hätte mich gestört, wenn Hollywood diese Bilder gegen Metzelorgien (die selbstverständlich im Comic genauso überzeichnet sind).


Ja ? Wo bitte ist der Rest des Satzes ? <img src="/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />


When you find a big kettle of crazy, it's best not to stir it.
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Frei nach dem Motto: "Dieser Satz kein Verb". <img src="/ubbthreads/images/graemlins/winkwink.gif" alt="" />


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P.S.: Da fällt mir noch etwas ein: Im Internet wird an "300" auch des öfteren kritisiert, daß beinahe nach jedem gesprochenen Satz (teilweise sogar nach jedem Wort) ein gedachtes Ausrufezeichen stehe. Das empfand ich im Kino allerdings nicht so beziehungsweise nur selten bei Leonidas´ Motivationsansprachen. <img src="/ubbthreads/images/graemlins/winkwink.gif" alt="" /> Keine Ahnung, ob das ein positiver Nebenaspekt der Synchronisation ist, ob die Kritiker maßlos übertrieben haben oder ob mir das einfach deshalb nicht aufgefallen ist, weil es mich nicht gestört hat ...

Ich hoffe, am Dienstag werde ich mehr dazu schreiben können... denn meine Schwester(!) wird mich in die englische Originalfassung schleppen... ich weiß auch nicht, wie sie auf die Idee kommt, daß sie den Film mögen könnte (mal abgesehen von ihrem unerklärlichen Faible für Geschichte). <img src="/ubbthreads/images/graemlins/biggrin.gif" alt="" />


Nigel Powers: "There are only two things I can't stand in this world. People who are intolerant of other people's cultures... and the Dutch!"
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Ja ? Wo bitte ist der Rest des Satzes ? <img src="/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />



Klarer Fall von "als ich am Ende der Klammer angelangt war, hatte ich vergessen, dass da eigentlich noch mehr hätte kommen müssen".

Tja. Weil ihr so lieb gefragt habt, hier noch der Rest des Satzes:


ausgetauscht hätte.


War ja klar! <img src="/ubbthreads/images/graemlins/silly.gif" alt="" />

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Im übrigen muß ich sagen, daß ich jetzt doch etwas verunsichert bin, wenn meine Rezension mit Ddraiggy und Pat ausgerechnet die beiden Forumsmitglieder hat interessiert aufhorchen lassen, bei denen ich das in diesem Fall am wenigsten erwartet hatte.


Oh wie schön. Dann gönnst Du mir ja doch hin und wieder noch mal ein kleines Erfolgserlebnis. <img src="/ubbthreads/images/graemlins/biggrin.gif" alt="" />


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[...](in der Realität sollen es laut Wikipedia etwa 170.000 Perser gegen 7.000 Spartaner und Griechen gewesen sein).[...]

Spartaner waren doch auch Griechen oder? <img src="/ubbthreads/images/graemlins/think.gif" alt="" />

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Letztlich schon. Korrekt wäre wohl gewesen, "7000 Spartaner und andere Griechen" zu schreiben. <img src="/ubbthreads/images/graemlins/winkwink.gif" alt="" />

Pat: Ich kenne Millers Graphic Novel nicht, habe aber gelesen, daß Snyder sie fast eins zu eins umgesetzt haben soll - allerdings hat er wohl ein paar zusätzliche Szenen mit Königin Gorgo eingefügt, vermutlich damit das Ganze nicht komplett testosterontriefend wird (sondern nur zu 99% <img src="/ubbthreads/images/graemlins/biggrin.gif" alt="" />).

Übrigens habe ich einen hübschen Satz zu "300" in einem Kinoforum gefunden:
"Hätte man den Jungs Trikots mit den Nummern 1 - 300 verpasst, dann hätte man die ganze Geschichte auch als Stummfilm verfilmen können, ohne dass die Dramaturgie darunter wesentlich gelitten hätte ..."

Sehr treffend (zumindest ab der Landung der Perser). <img src="/ubbthreads/images/graemlins/biggrin.gif" alt="" />

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