Das Einhorn muss in vollem Galopp durch den Wald geeilt sein; denn die Spur ist trotz der untergehenden Sonne sehr deutlich zu erkennen. "Lauft um euer Leben?" wundert sich Lu. "So ein Unfug, hier ist doch absolut nichts los?".

Er verlangsamt seinen schnellen Flug zu einem gemütlichen Segeln und zupft links und rechts des Weges die Haarbüschel aus den Zweigen, die dem Einhorn ausgerissen worden sind. Ein Rascheln im Unterholz lässt ihn aufmerken. "Ein Kaninchen, wie praktisch. Jetzt merke ich erst, welchen Hunger ich habe", denkt er und schlägt sein Abendessen in einem raschen Sturzflug. "Wo das Einhorn nur so schnell hin wollte?". Genüsslich an einer Kaninchenkeule knabbernd watschelt er der Spur des Einhorns folgend tiefer in den Wald.

Nachdem er das Kaninchen verzehrt und sich an seinem Blut sattgetrunken hat, beschleunigt er sein Tempo wieder. Er möchte in der hereinbrechenden Dämmerung ungern alleine im Wald verloren gehen. Stones Worte fallen ihm wieder ein ...
Langsam wird es im Wald zu dunkel zum Fliegen. Lu landet, legt sich seinen nun nur noch sanft glühenden Schwanz als Lampe über die Schulter und verfolgt die Spur so rasch es geht weiter. Auf einer winzigen Lichtung sieht er das weiße Fell des Einhorns schimmern. "Endlich gefunden!", denkt er, hüpft freudig vorwärts - und erstarrt.

Dem Einhorn gegenüber steht ein monströses Wesen, dessen Züge in der Dunkelheit glücklicherweise verschwimmen. Die finstere Aura erkennt er jedoch sofort wieder. "Was treiben die beiden dort? Ein mentales Tauziehen?" Das Einhorn schwitzt und wankt, hält aber stand. "Wie kann ich dem Einhorn nur helfen???", überlegt Lu verzweifelt. Ihm wird jedoch klar, dass ein Wesen, dass sich mit einem Einhorn messen kann, ihn mit einem Gedanken vernichten könnte. Er muss Hilfe holen! Bodasen oder Glance können dem Einhorn vielleicht helfen!

Lu eilt panikerfüllt zurück in Richtung Hütte.

Last edited by LuSer; 06/04/04 07:16 AM.