Pltzlich fhlt der Reisende aller Augen auf sich gerichtet, selbst der todmde Magier ist nher gekommen um die Geschichte zu hren. Ausser Alrik - der leise zu schnarchen begonnen hat - und Rashida haben sich nun alle Gefhrten um den Reisenden versammelt.

Whrend sie verstummen und ihre Blicke sich teils fragend, teils skeptisch auf den Reisenden richten, wandert dessen Blick in weite Ferne, wo er verharrt, bis er schliesslich zunchst langsam und stockend zu erzhlen beginnt........:



"Vor vielen Zeitaltern....... ja, noch vor dem Zeitalter der Dmmerung........ war dies eine ganz andere Welt. Kaum jemand weiss noch etwas ber die Zeit vor der Dmmerung.......... Und wer etwas weiss, verschliesst dieses Wissen tief in seinem Innersten.....

Damals gab es hier nur zwei Rassen, die auch auf dieser Welt entstanden waren . Man nannte sie die "Erdgeborenen" und es waren Elfen und Drachen. Eine dritte Rasse jedoch, uralt und mchtig, wanderte zwischen den Sphren umher und lies sich hier nieder. Es waren die "Sterngeborenen", die wunderschnen und edlen Etheran.

Ihre Zahl war sehr gering, doch ihre Macht und ihre Weisheit waren dafr umso grsser. Die Elfen und Drachen beugten sich ihnen und die Etheran herrschten viele Jahrtausende lang in Gte und Frieden. Diese Welt war ihr Garten, den sie hegten und pflegten. Um seine Vielfalt zu mehren, brachten sie von anderen Welten schliesslich auch Menschen und Zwerge hierher und sie sorgten dafr, das es niemals an etwas mangelte. Es war das verlorene Paradies, erfllt von Glck und Harmonie.

Am Ende jener goldenen Tage herrschte SarSareth gemeinsam mit seiner ber alles geliebten Gefhrtin AneAshin im Hohen Rat der Etheran. Ihnen zur Seite standen ein Elf und ein Drache als Botschafter und Vertreter der Erdgeborenen dieser Welt. Lange jedoch schon grte Neid und Migunst auf die Macht und Herrschaft der Etheran im Volk der Elfen. Mehrfach hatten sie versucht, die Drachen als Verbndete fr einen Krieg gegen die Etheran zu gewinnen, jedoch ohne Erfolg. Die Drachen fhlten sich den Etheran nher als den Elfen und waren zufrieden mit dem Zustand ihrer Welt. Den Elfen hingegen war bewusst, das sie allein keinen Sieg erringen konnten und so brteten sie weiter ber ihren finsteren Plnen.

Das Blatt wendete sich, als Menschen und Zwerge durch die Etheran hierher gebracht wurden. Nach Jahrhunderten der Intrigen fanden die Elfen in Ihnen schliesslich die lange erhofften Verbndeten und noch dazu in stattlicher Zahl. Gte und Friedfertigkeit der Etheran hatten sie zu dem Trugschluss kommen lassen, das diese letztlich doch nur schwache Herrscher waren - und so begann der Krieg.

Die Etheran htten diesen Kampf gewinnen knnen, doch waren sie viel zu verwirrt und erschttert ber den Sinneswandel der anderen Rassen. Auch das Kmpfen und Tten war ihnen nicht nur fremd, sondern sie empfanden es als in uerstem Mae abscheulich und verwerflich. Eine Seele durfte sich nicht mit solchen Taten besudeln. So beschrnkten sich die Etheran darauf, sich in ihrer Metropole Ethuillinum, der Lichterstadt, zu verschanzen. Und sie rtselten verzweifelt, was nur geschehen sein mochte, whrend die Armeen der Allierten gegen ihre Mauern brandeten. Die Drachen drngten die Etheran zur Gegenwehr und boten ihre Hilfe an, doch die Etheran lehnten das Angebot schockiert ab. Es durfte kein Blut fliessen.

Das Verhngnis nahm seinen Lauf, als Dherdwellhas - der Elfenbotschafter an der Seite SarSareths - schliesslich Verrat bte. Er liess die feindliche Streitmacht ber verborgene Wege ins Innere der Lichterstadt der Etheran. Doch wurde er dabei von AneAshin berrascht, SarSareths geliebter Gefhrtin. Der Botschafter der Drachen hrte die Rufe ihrer Not und kam gerade rechtzeitig, als der Heerfhrer der Menschen - ein grausamer Mann namens Hrennoc - sein grobes Schwert gegen AneAshin erhob. Brllend vor Wut warf der Drache sich auf den Menschen, doch die liebliche AneAshin war so entsetzt bei dem Gedanken, das der Drache seine Seele zu ihrem Schutz besudeln wollte, das sie mit einem panischen Schrei den Heerfhrer aus der Reichweite der tdlichen Klauen stiess. Jedoch war der Hieb des Drachen so voll unbndiger Kraft, das er ihn nicht mehr rechtzeitig zu stoppen vermochte......

Als SarSareth, alarmiert durch den Lrm, mit einigen weiteren Etheran den Saal betrat, bot sich ihm ein schreckliches Bild: Eine Horde schwerbewaffneter Menschen drngte durch einen verborgenen Gang herein, der Elfenbotschafter brllte Befehle und der Botschafter der Drachen beugte sich ber die sterbende AneAshin, deren Leib durch seine blutbesudelten Klauen in Stcke gerissen ward.

Der erste Schlag SarSareths fegte den Drachen direkt durch die Wand, wo er in einem gewaltigen Schauer aus Trmmern und Steinsplittern hinab auf das Heer der angreifenden Truppen strzte. Der zweite Schlag SarSareths liess von Dherdwellhas, Hrennoc und den anderen Eindringlingen nur einen blutigen Nebel brig. Der dritte Schlag SarSareths fllte die Armeen im Umkreis der Lichterstadt wie eine Sense, die durch das reife Getreide fuhr. Doch diesen Schlag erlebte der schwerverletzte Drache nur noch aus der Ferne, da er nach seinem Sturz sofort die Flucht ergriffen hatte. Und noch bis in die Berge hinein verfolgte ihn der entsetzliche Schrei von SarSareths unendlicher Qual.

Das darauf folgende Zeitalter der Asche berlebten nur wenige. Die Etheran, die SarSareth Einhalt gebieten wollten, wichen vor seinem entsetzlichen Zorn zurck. Die meissten Etheran verliessen diese Welt erschttert und entsetzt und kehrten niemals wieder. Einige wenige jedoch zogen sich in die usseren Sphren zurck und versuchten fr ihre Schtzlinge zu tun, was sie vermochten, ohne SarSareths Wahnsinn auf sich zu lenken. Sie wurden zu den Gttern, welche die berlebenden dieses Zeitalters heute verehren.

Als es nicht mehr viel zu vernichten gab, die meissten Erdgeborenen und Angesiedelten tot waren und diese Welt in Finsternis versank, zog SarSareth sich an einen verborgenen Ort zurck. Dort boten ihm Erschpfung, Wahnsinn und Schlaf eine gndige Zuflucht vor den Schrecken die er entfesselt hatte und dem Grauen das er durchlitt.

Er schlief lange und trumte dunkle Trume. Zu den Qualen des Rachedurstes und den Bildern von AneAshins zerfetztem Leib, die ihn bestndig heimsuchten, kamen die Qualen der Schuld ber seine Taten. Er hatte diese Welt verwstet, und er musste ihr neues Leben geben. Und so erschuf er in seinen Trumen Kreaturen, die aus den Tiefen seiner Qualen und seines Wahnsinns geboren waren. Kreaturen, die ausschwrmen sollten um diese Welt in Besitz zu nehmen. Kreaturen, die diese Welt von den berlebenden Rassen des Zeitalters der Asche reinigen sollten, welche die Etheran so furchtbar verraten hatten und ihm seine unsterbliche Liebe nahmen.

So wie es scheint, will SarSareth nun erwachen. Und mit ihm erwachen die Kreaturen, die er in seinen Alptrumen erschuf."

Der Reisende seufzt schwer und richtet den Blick zu Boden. Fr eine kleine Ewigkeit herrscht Stille in der Runde. Doch schliesslich fhrt der Reisende ganz leise, fast flsternd fort:

"Ihr seht also, das es gar einer gewaltigen Streitmacht damals nicht gelang SarSareth zu vernichten. Statt dessen fielen sie selbst der Vernichtung anheim. Ich weiss nicht, wie euch gelingen soll, wo sie scheiterten."

Eindringlich fllt sein Blick auf die Gefhrten und verweilt bei jedem fr einen kurzen Moment.

"Wenn es etwas gibt, das SarSareth ein Ende bereiten kann, dann muss es in Ethuillinum zu finden sein. Seit dem Zeitalter der Asche war niemand mehr dort. Aber die verlorene Lichterstadt ist weit entfernt. Jenseits der Brecher ber die Ebene der Sandgeister und verborgen im Ring der schneebedeckten Drachenzhne. In deren Mitte liegt ein Hochplateau, genannt Der Spiegel des Himmels. Auf diesem Plateau errichteten die Etheran ihre Lichterstadt.

Es gab dort den Saal des Hohen Rates, der viele mchtige Artefakte enthielt und in seiner Mitte einen machtvollen Stein. Durch ihn schauten die Etheran auf die gesamte Welt und durch ihn konnte der Hohe Rat verndern und eingreifen, wo er es fr ntig hielt."

Der Blick des Reisenden schweift ziellos umher und richtet sich dann auf die Leere zwischen den Sternen.

"Es gibt da nur einen Haken....... Der Hohe Rat konnte den Saal nur gemeinsam betreten. Scheinbar trauten die Etheran bei all ihrer Weisheit sich selbst nicht so recht. Dafr waren Neun Schlssel vorgesehen, wobei es sich nicht um richtige Schlssel handelte, sondern um diverse Artefakte, welche die Tore des Saales nur ffneten, wenn ihre Macht gemeinsam zum tragen kam.

Am schwierigsten hierbei wird sein, die Schlssel von SarSareth und AneAshin zu finden. Es heisst, das SarSareth sie seiner Geliebten mit ins Grab gegeben hat, bevor er das Mausoleum verschloss, das er fr sie errichtete. Wo dieses Grab sich befindet, weiss niemand.

Einen Teil der Schlssel jedoch habt ihr, wie es scheint schon gefunden, nicht wahr ? Wie viele sind es ?"