Rashida hat gut geschlafen. Nach der ganzen Aufregung, das Ritual hat sie auch mitgenommen, war sie einfach in das Reich des Schlafes versunken und hatte nichts mehr mitbekommen.

Benommen reibt sie sich die Augen. Der Schlaf weicht wie immer sehr langsam aus ihren Gliedern. Ihre Augen weigern sich vehement, die Grausamkeit des Alltags an ihre Netzhaut zu lassen. "Tageslicht", murmelt sie leise. Dann hört sie Lu Ser und seine fröhliche Reaktion auf die ihm dargebotenen Kekse. "Igitt, gute Laune gleich nach dem Wachwerden." Die Streiterin ist ein ausgesprochener Morgenmuffel, braucht mindestens zwei Stunden, um klar denken zu können.

Sie richtet sich auf und wendet ihre Aufmerksamkeit den anderen zu. Wieso geben die anderen dem Reisenden ohne zu zögern ihre magischen Gegenstände? Sie überlegt kurz. Wenn er von allen den Gegenstand will, dann muss sie ihm ja ihr Schwert in die Hand geben! Ein leises Grummeln rollt ihre Kehle hinauf. Ha! Das soll er erstmal versuchen. Ohne einen triftigen Grund gibt sie ihre Waffe nicht aus der Hand.

Stone nähert sich und gibt ihr zu verstehen, dass er sie wohl alleine sprechen will. Ob er sie wirklich nur sprechen will? Auf eine Gardinenpredigt hat sie nun gar keine Lust, aber sie muss sich mit ihm treffen, wenn sie es herausfunden will.
Also nutzt sie ihre Telepathie und übermittelt schnell einen Gedanken: "Lasst uns die Nachhut sein! Wenn wir etwas zurück fallen, merkt es keiner! Natürlich nur, falls wir heute noch aufbrechen sollten..."

Die Kriegerin ist sehr erstaunt, dass der Reisende doch so mächtig ist und zumindest weiss, was er mit den Gegenständen anfangen kann. Das macht sie gleich noch mehr misstrauisch. Vielleicht will er sie alle nur in Sicherheit wiegen? Sie beschliesst, den Burschen genauestens im Auge zu behalten.

Aber erst, wenn sie richtig wach ist.


Quem dei diligunt, adulescens moritur. Titus M. Plautus