Wie Rashida zurück zum Feuer gegangen war, hat sie in der Eile Nerosch angerempelt, der an der Tür Wache schob. Um den, seinem finsteren Blick nach zu urteilen, recht verstimmten Zwerg zu beruhigen, sind die Worte einer Entschuldigung nur so aus ihr herausgesprudelt: "Meine Güte, Nerosch! Entschuldigt bitte, ich habe Euch irgendwie wohl nicht gesehen! Müsst Ihr Euch denn unbedingt anschleichen? Wie, Ihr standet die ganze Zeit hier? Kann nicht sein, dann hätte ich Euch ja beim Hinausgehen auch bereits umgerannt. Oh, habe ich? Aehm, ja, also... tut mir wirklich leid. Ich werde in Zukunft darauf achten, meinen Blick zu schärfen, damit ich Euch nicht mehr umrenne." Mit hochrotem Kopf ist die Kriegerin an ihren Lagerplatz gegangen.

Sie wollte gerade ihre Wasserflasche mit dem angebotenen Wasser füllen, da fährt sie herum und sieht, wie Alrik umkippt.

"Alrik!" Sie geht zu ihm hinüber, kann aber nur erkennen, dass er bewusstlos zu sein scheint. Da sie keine Mittel oder Zauber kennt, eine Bewusstlosigkeit aufzuheben, wendet sie sich wieder ab und füllt ihre Wasserflasche endlich.

Sie hebt sie an die Lippen und trinkt den ersten Schluck, da trifft sie der eiskalte Blick des Reisenden. Rashida verschluckt sich prompt und spuckt den Schluck Wasser mit einem Husten wieder aus.

"He, was schaut Ihr Mich denn nun so böse an? Nur weil ich Kreaturen kenne, die nicht jeder kennt? Äh, Ihr meint doch nicht etwa... Nein, das kann nicht sein. Wenn ihr alle Eure Sinnen beieinander habt, dann könnt Ihr das selbst ausschliessen. Und wendet Euch gefälligst nicht ab, wenn ich mit Euch rede!"

Da schon wieder Zorn aufkommt, dreht sich Rashida lieber weg. Ihr Blick fällt auf die beiden Elfen, die sich mit ihren Kristallsplittern beschäftigen.

Der Kriegerin fällt siedend heiss ein, dass sie ja auch ihre Waffe dem Reisenden geben muss, damit offenbart wird, ob etwas enthalten ist, was offenbart werden kann. Jetzt jagen ihr wirklich eiskalte Schauer über den Rücken. "Der kriegt meine Waffe niemals nicht! Und wenn er auf Knien vor mir herum rutscht!" denkt sie sich leise. "Hoffentlich kann ich Bodasen meine Waffe anvertrauen, um ihr Geheimnis zu enthüllen."


Quem dei diligunt, adulescens moritur. Titus M. Plautus