Es wird schwarz um die Kriegerin.

Langsam erscheint eine andere Situation, ein anderer Ort.

Ein grosser Raum mit Säulen an beiden Seiten. Ein Gang, der mit einem karmesinroten Teppich ausgelegt ist.
Am Ende des Teppichs ein Altar, der erhöht steht und somit zwei Stufen die Gelegenheit gibt, sich nützlich zu machen.
An den Wänden Gemälde, die meistens den Mond und Kampfszenen darstellen. Bis auf eins. Dort ist ein Schwert zu sehen, das aus reiner arkaner Magie zu bestehen scheint. Wenn man das Bild betrachtet glaubt man, das Schwert fühlen zu können. Dieses Bild hängt im Moment über dem Altar, man merkt, dass es nicht der übliche Platz dieses Gemälde ist.

"Der Tag meiner Auserwählung!", freut sich Rashida überrascht. Dann bekommt sie Zweifel: "Was wohl diesmal passiert?"

Langsam füllt sich der Raum mit weiss gekleideten Adepten. Auch ist unsere Kriegerin darunter. Jetzt sind beide Versionen von Rashida aufgeregt und zappeln herum.
Eine leise Melodie erhebt sich und füllt den Raum. Alle beginnen rhythmisch zu singen.
Nach einer Zeit kommt aus einer bis dahin verborgenen Seitentür der Hohepriester. Die Zeremonie beginnt.
Die Traum-Rashida ist an der Reihe und begibt sich nach vorne. Sie kniet sich hin, um die Weihe als Priesterin zu erhalten. Dann passiert es: Undar erscheint über ihren Köpfen!
Er erhebt seine Stimme: "Haltet ein! Dieses Mädchen ist nicht zum Priester bestimmt. Ich habe beschlossen, dass sie unwürdig ist. Solch ein Wesen darf mich nicht verehren!"
Sein freundliches Gesicht verzieht sich zu einer Fratze, Flammen scheinen aus seinen Augen zu schlagen. Ein höhnisches Lachen erfüllt den Raum.
Dann setzt ein vielstimmiges Whispern und Zischen ein: "Schickt sie weg! In die Wüste mir ihr! Verstosst sie!"
Mit eingezogenem Kopf rennt die Traum-Rashida aus der Halle.

Rashida schüttelt den Kopf. Sie rennt zu dem Hohepriester und schreit: "Das ist nicht wahr! Das ist nicht wahr!"

Abrupt verschwindet die Szenerie. Die heilige Kriegerin schluchzt ein paar Mal, fängt sich dann wieder. Und wartet auf das nächste Erlebnis.


Quem dei diligunt, adulescens moritur. Titus M. Plautus