Glance blickt die anderen beiden an. Sowohl Alrik wie Bodasen sind kräftig gebaut und wenn vielleicht auch nicht viel stärker, so doch zumindest noch schwerer als er. Zweifelnd blickt er in das bodenlose Loch.

"Also gut", seufzt er, "Ich schaue es mir an".
Alrik wickelt sein Seil ab, und lässt das eine Ende über den Rand des Loches in die Tiefe fallen. Dann legt er sich das Seil über die Schulter und reicht das andere Ende Bodasen.

Glance packt das Seil und lässt sich langsam, das Seil möglichst gleichmässig belastend, über den Rand gleiten. Langsam hangelt er sich hinab, wobei die Leuchtkugel über seinem Kopf schwebend ihm in die Tiefe folgt. Die Wand des Lochs ist völlig glatt behauen. Jedoch sieht Glance jetzt, wo er die Wand direkt vor Augen hat, in regelmässigen Abständen schmale Fugen - viel zu schmal um darin einen Halt für die Füsse zu finden. Als er probeweise mit den Fingerspitzen in eine hineinfährt, trifft er sofort auf Widerstand - eine Fingerkuppe kann man gerade mal halb hineinstecken - keine Chance einen guten Halt zu finden.

Als er vor dem Eingang hängt, schaut er vorsichtig hinein. Es scheint tatsächlich ein Gang zu sein. Er schwingt sich hinein und kommt problemlos auf dem Gangboden zum Stehen. Er leuchtet in den Gang hinein. Dieser ist gerade über mannshoch und knapp anderthalb Schritte breit. Den Boden bilden Steinplatten, ausser da wo er gerade steht am Anfang des Ganges. Hier ist eine Metallplatte in den Boden eingelassen. Zu seiner Linken ist ein grosser Hebel. Glance zieht vorsichtig daran - nichts rührt sich. Glance greift den Hebel mit zwei Händen und zieht stärker - ein Knirschen, aber nach zwei/drei Fingerbreit geht es nicht mehr weiter und der Boden scheint unter ihm zu schwanken! Glance lässt den Hebel sofort los und tritt zurück. Eine Falltür? Nein, die Metallplatte unter ihm hat sich ein kleines Stück seitwärts bewegt, wie er an einem schmalen staubfreien Streifen an der Gangseite feststellt. Seltsam!

Glance tritt an das Loch heran und stellt fest, das die Metallplatte jetzt in das Loch hineinragt. Er schaut nach oben, und erkennt, dass aus den ersten Fugen, die er von hier gerade noch erkennen kann jetzt etwas hervortritt. "AHA!" denkt er sich, "das war kein Eingang, sondern nur ein Ausgang". Er geht wieder zurück an den Hebel, sieht eine kleine Schwelle, auf die er jetzt seinen Fuss setzt, stemmt seinen anderen Fuss an die Wand und zieht nun ruckartig und kräftig, bis der Hebel sich löst und legt ihn dann vollständig um. Er geht wieder zum Eingang, wo jetzt die Metallplatte wie eine Zunge in das Loch ragt. Nach oben haben sich aus den Fugen Metallbügel herausgeschoben und bilden eine einfache Leiter.

Glance lässt die Leuchtkugel nach oben schweben und ruft laut, "Ihr könnt jetzt runter kommen!"


In times of crisis it is of the utmost importance not to lose your head (Marie Antoinette)