Bereits Stones erster Hieb durchdringt die nicht vorhandene Abwehr des Skeletts und trennt den Schädel vom Rumpf.

Im gleichen Augenblick, als das Skelett in sich zusammenbricht, sieht sich Stone selbst, als wäre er nur ein unbeteiligter Zuschauer des kurzen Kampfes: sein eigenes Schwert dringt in seinen Hals und setzt dem Leben des jungen Kriegers ein Ende!
In Stone steigt Grauen auf, als er sich selbst sterben sieht, seinen eigenen, kopflosen Leichnam und die dunkle Blutfontäne, die aus seinem Hals herausschießt.

Dann explodieren die flammenden Runen, die die Szene noch immer umgeben, und tauchen die grausame Szene in gnädiges Licht...

Als Stone wieder zu sich kommt, findet er sich stehend inmitten der flammenden Buchstaben wieder. Doch diesmal scheinen sie sich dem Auge nicht entziehen zu wollen. Obwohl Stone die fremden Zeichen nicht lesen kann, so kennt er doch die Worte, die sie bilden. Es sind nur Bruchstücke von Sätzen, mitunter nur einzelne Worte, die in keinem Zusammenhang zu stehen scheinen, doch sie kehren immer wieder.

Vertrauen kann Stone entziffern, und
erst in der Hüterklinge wird sich der Hüter offenbaren und
die Klinge des Hüters kann nicht das Blut eines Hüters trinken.

Er kennt diese Worte! Sie sind Teil des uralten Hüterkodex!
Ferrwar hatte immer darauf hingewiesen, dass der alte Kodex mehr als nur niedergeschriebene Worte waren! Vielmehr war der Magier überzeugt davon, dass die Worte eine innere Macht repräsentierten, eine Macht, die einen Hüter zu einem heiligen Streiter, einem Paladin machte. Deswegen hatte sich der alte Mann auch so große Mühe gegeben, den jungen Hütern nicht nur die Worte nahezubringen, sondern den Alten Kodex zu einem Teil des Selbst eines jeden Hüters werden zu lassen. Bedauerlicherweise war unter den meisten anderen Lehrmeistern des Prälaten der Alte Kodex immer mehr in den Hintergrund gedrängt worden, und die jüngeren Hüter hatten nicht mehr getan, als die Worte stur und gedankenlos auswendig zu lernen und sie wie eine bedeutungslose Litanei herunterzuleiern.

Die brennenden Runen wirbeln um Stone herum, formen immer und immer wieder die gleichen Fragmente, bis sie sich schliesslich wieder zurückziehen. Mitten aus den flammenden Zeichen tritt erneut die Gestalt. Es ist noch immer das Skelett, doch diesmal ist seine Rüstung in einem wesentlich besseren Zustand. Auf dem Brustpanzer des Untoten prangt ein Symbol, und als Stone genauer hinschaut, erkennt er darin das gleiche Symbol, dass erst seit wenigen Tagen seine eigene Brustplatte ziert!

Kann das sein? Kann dieser Untote tatsächlich einer der alten Hüter sein? Obwohl es eigentlich unmöglich ist, scheint das Grinsen des Totenschädels breiter zu werden, und das blaue Glimmen in den toten Augenhöhlen nimmt an Intensität zu. Obwohl kein Laut zu hören ist, kann Stone deutlich eine herausfordernde, zwingende Stimme hören, in der der Klang von Äonen nachschwingt und die dierekt auf seine eigenen Gedanken zu antworten scheint: "Stelle nicht die Frage, wer ich bin! Frage dich, was du selbst bist, Stone, Ferrwars Sohn!"