Verblüfft muss Bigclaw feststellen, dass ihr Heilzauber offenbar wirkungslos verpufft. Sie kann keine Änderung am Zustand des gefallenen Ritters vor ihr beobachten, der noch immer das Gesicht nach unten im Sand liegt.
Der Verletzte regt sich, versucht sich hoch zu stemmen, die Finger der rechten Hand fest um das Heft seines Schwertes geklammert.
Doch seine Kraft reicht nicht aus, und erschöpft sinkt der Kämpfer wieder zu Boden.
Sein kurzes Aufbegehren hat der Elfe einen Blick auf seine Verletzung offenbart, und ihr stockt vor Entsetzten der Atem.
Wissen steigt in der Elfe auf, Wissen um Wunden, die weniger körperlich sind und nicht den Körper, sondern die Seele sterben lassen. Jemand mit einer solchen Verletzung würde stetig von einer inneren Kälte übermannt werden und schliesslich in einen Phantomzustand hinüberdämmern! Das Bewusstsein des Verletzten würde an den genesenden Körper gebunden bleiben, jedoch gleichzeitig weit entfernt in einer völlig anderen Ebene weilen. Das Ergebnis wären unvorstellbare Qualen - verdammt zur Unsterblichkeit, doch gleichzeitig gefesselt an einen langsam verwesenden Körper - ein unaufhörliches Nichtsterben, das bis zum Ende der Zeit oder sogar darüber hinaus anhalten mochte! Es war ein weitaus schlimmeres Schicksal als ein untotes Dasein, und selbst ein langsamer, qualvoller Tod mochte gnädiger sein als dies! Eine solche Verletzung überstieg die Fähigkeiten einer einfachen Heilerin bei weitem...

Bigclaw muss Gewissheit haben. Sie konnte nur einen kurzen Blick auf die Verletzung werfen, als sich der Ritter versuchte aufzurichten. Hatte sie sich auch nicht geirrt? Wenn sie sich sicher sein will, müsste sie die Wunde genauer untersuchen, um jeden Zweifel ausschliessen zu können.