Endlich, endlich ist es soweit.
Der Dämon steht vor dem Tempel, seinem Tempel.
Aber auch wenn er seit seiner damaligen Flucht nie wieder hier war, so ist ihm bewusst das die Rückkehr nicht einfach werden wird.
Die Priester hatten damals sicherlich jeden einzelnen Daumenbreit mit Bannzaubern und magischen Barrieren versehen.
Das seine kunstvollen Folterszenen die einst die Portale zierten zerstört waren, bestätigte ihn nur darin das er Vorsicht walten lassen musste.
Aber eines hatten die Priester damals sicherlich nicht geahnt.
Dies ganze Anlage selbst war wie ein magischer Filter, der aus allen Strömungen die schwarze, und dunkle Energie herausfischte und dann sammelte und Speicherte.
Er wusste das die Anlage schon bald aufgegeben worden war, aus wirtschaftlichen Gründen.
Er wusste es besser, kein menschliches Wesen konnte auf dauer hier Leben.
Jeder Mensch würde sich hier irgendwann unwohl fühlen und den Wunsch verspüren von hier wegzugehen.
Und da hier das Gewebe viel stärker angegriffen gewesen war als in dem anderen Tempel, der darüber hinaus auch nur als Sicherheit und Reserve gebaut worden war, sickerte auch viel mehr schlechte Energie in dies Welt als sonst an irgend einer anderen Stelle.
Und die Elfen waren auch besser gegen solche Einflüsse gefeit als die Menschen.

Aber hier, wo es niemanden gegeben hatte um die Bannsprüche zu erneuern mussten sie irgendwann an Wirkung verloren haben.
Der Dämon spürt zwar eine alte Präsenz, ein Wesen war anscheinend solange hier gewesen das es ein dauerhaftes Abbild hinterlassen hatte, aber diese Präsenz ist nicht mehr da.
Entweder war dieses Wesen doch noch gestorben, oder es hatte den Tempel verlassen.

Was der Dämon hingegen spürt ist eine Gruppe Menschen, schwach und verzweifelt, das ist gut.
Und direkt dabei, eine mächtige Ausstrahlung, aber dennoch nicht klar erkennbar.
Als würde sich eine Macht maskieren, ihr wahres Potenzial verbergen.
Und schwach, fast verborgen eine andere Aura, schwach aber doch vorhanden.
Diese art von Ausstrahlung kennt der Dämon nur zu gut, ein Priester.

Wahrscheinlich hatte die armselige Gruppe um diesen jungen Hüter es geschafft den Tempel zu erreichen und jetzt sind sie in der Vorhalle gefangen und verzweifelten.
Nur diese beiden anderen hatten die Gruppe wohl überhaupt erst zum Tempel gebracht.

Und jetzt sind diese Hunde am ende ihrer Kräfte und warten nur darauf von ihm abgeschlachtet zu werden. Nur diese eine Macht, läßt ihn mit Vorsicht reagieren.
Er hat seine Lektion in geduld gelernt.

Seine Sinne aussendend erkennt der Dämon recht schnell das der Tempel verschlossen ist.
Aber er will auch nicht das sich die Eindringlinge noch in die hinteren Teile des Tempels retten. Und er sie erst noch suchen muss bis er sie töten kann.
So zapft er die angesammelten Energien an, welch mächtiger Strom ihn versorgt.
Ein lautes triumphales Brüllen bricht aus ihm heraus, so laut das die armseligen Geschöpfe im innern es hören müssten. Es hören und wissen das sie verloren sind

Dann schlägt er zu.
An den Ausgängen der großen Halle bilden sich schimmernde Gewebe die niemanden durch lassen werden.
Und dann, nur des Grauens wegen, richtet er seine Energien auf etwas das ihm schon vorher aufgefallen war.
Eine Leiche, sicherlich ein Mitglied der Gruppe.
Es bereitet ihm vergnügen sich die entsetzten Gesichter vorzustellen als er seinen Zauber abschliesst und dann wirkt.

In der großen Halle beginnt die Leiche zu zucken, und zu stöhnen.
Dann richtet sie sich auf und schlurft auf seine ehemaligen Kameraden zu.
Den steinernen Arm wie eine Keule schwingend.



Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile(Aristoteles)
Aber wenn man das einzelne nicht mehr beachtet, hat das ganze keinen Sinn mehr (Stone)