Bei den ersten Worten des stolzen Kriegers hat Lu sich rasch umgedreht. Wirklich! Dort ist ein schwaches, rotes Schimmern zu erkennen.

Bei den nachfolgenden Sätzen ist Lu sehr nachdenklich geworden. Als sähe er sie zum ersten Mal in seinem Leben starrt er staunend auf seine schmale Pfote, die in der riesigen Hand des Menschen versinkt. So weit geht Freundschaft?

Das Licht dort hinten ist der Tod?! Leben bedeutet immer auch Müdigkeit und Schmerz? Er erkennt die tiefe Wahrheit, die hinter Stones Worten steckt, auch wenn sie ihm sehr unangenehm erscheint. Sollten nicht alle Wesen glücklich leben können? Er ist zutiefst empört über diese Ungerechtigkeit. Die Realität scheint von einem Sadisten konstruiert worden zu sein!

Dann hält er erschreckt inne. Was hat Stone gesagt? Sein Versprechen, den Krieger »in mehr als eine Richtung« fliegen zu lassen, fällt ihm siedendheiß wieder ein. Peinlich berührt wendet er den Blick von Stones Augen gen Boden. Wie konnte er nur sein Versprechen vergessen!

Die Lupe! Der Wagen! All die lebenswerten Kleinigkeiten fallen Lu wieder ein. Glance, der ihm das Leben in allen Dingen zeigt, Big Claws Liebenswürdigkeit und ihre leckeren Kekse, die ernste Würde Bodasens die so stark mit der ungestümen Lebenslust Rashidas kontrastiert, Alrik und sein Einhorn, der Silberdrache, ein wilder Flug durch den Wald, die scherzhaften Gespräche mit seinen Gefährten, Sonne, Bücher ... Träume! Ob man wohl noch träumen kann, wenn man im Licht ist?

Sein Versprechen, Stones unbedingtes Vertrauen in seine Entscheidung, ihre Freundschaft ... und seine Träume - Lu ringt immer noch mit sich, obwohl er weiß, dass eine Entscheidung schon längst gefallen ist. Sehnsüchtig wirft er dem Licht einen Blick zu. Sein Geist formt leise Abschiedsworte.

"Warum, Stone, warum ist das Leben so, wie es ist, so ... hart und unfair?", fragt er dann, ohne wirklich eine Antwort zu erwarten. Er ist sehr dankbar, dass der Krieger zu ihm gekommen ist. So viel durfte er gerade eben lernen.

"Danke, Stone, danke ...", fügt er hinzu, bevor er sich vom Licht abwendet und einen ersten, zögerlichen Schritt in Richtung des roten Schimmerns geht.

Die Stimme! Nun ist sie deutlicher zu hören und Lu kann sie endlich erkennen: Big Claw ruft nach ihm! Er wirft Stone einen langen Blick zu, in dem Traurigkeit und Glück ganz eng ineinander verwoben sind, und beschleunigt dann seine Schritte. Es gibt noch so viel zu erleben!