Das geisterhaft blaue Leuchten spiegelt sich in den Augen des Priesters, als die Schrift erneut auf der Kristalltafel erscheint. Rasch werden die Zeichen langsamer und gelangen fast zum Stillstand. Ein kurzer Blick huscht vom Priester zum Reisenden hinüber, dann wagt er den letzten Schritt.

Lautlos schiesst der Schemen aus dem Pult hervor, die nebelhaften Augen auf den Priester gerichtet. Ein kurzer Aufschrei entfährt den wartenden Rittern, als der todbringende Wächter erneut seine Hand zum Schlag erhebt - doch dann hält er inne. Langsam sinkt die Hand herab und sein Blick ruht unbeweglich, gnadenlos und wartend auf dem heiligen Mann.

Der Reisende meint in der Stille der tiefen Halle beinahe den hektischen Herzschlag des Priesters hören zu können, als er sich mit sehr leiser Stimme an ihn wendet: "Bittet ihn, Euch das wahre Licht zu enthüllen. Hört genau zu und sprecht mir nach: Videre daneth es saleth Illinum"

Zunächst scheint der heilige Mann der Aufforderung nicht nachkommen zu wollen, doch dann schliesst er die Augen und wiederholt mit fester Stimme fehlerlos die Worte des Reisenden.

"Videre... daneth es... saleth Illinum"

Ein dünner, heller Ton beginnt durch die gewaltige Kuppel zu schweben, der sich schmerzhaft in den Kopf zu bohren scheint und ein leichtes Schwindelgefühl bei den Männern zurücklässt.

Dann fallen die Sterne vom Himmel.

Zu Tausenden und Abertausenden regnen die kleinen, rautenförmigen Kristalle, mit denen die Kuppel verkleidet war, herab und zerspringen in einer klirrenden Kaskade zu winzigen Splittern, die wie dünner Pulverschnee den steinernen Boden bedecken. Gleichzeitig verlischt die magische Kugel des Priesters und lässt sie in beinahe absoluter Finsternis zurück. Lediglich der leuchtende Schemen des Wächters taucht die nähere Umgebung in eisiges Licht.