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Hhhm. Ich finde es nur etwas inkonsequent, wenn man den Staat verflucht, aber dennoch seine Hilfe in Form von Arbeitslosengeldern entgegennimmt...


Eine Sache der Sichtweise. Ich sehe es so, das ich mir nur einen Teil dessen wiederhole, was mir gegen meinen Willen weggenommen wurde. Ich brauche kein Arbeitslosengeld. Aber dafür zahle ich dann zukünftig auch keine entsprechenden Steuern mehr, sondern sichere mich damit selbst für den Fall der Arbeitslosigkeit ab ( und ich bin sicher - das auch DORT bald zwangsweise privat vorgesorgt werden muss ). Wie wär's damit ?

Wir zahlen Steuern für viele Dinge, wo wir wirklich nichts von haben oder die für komplett andere Sachen vergeudet werden. Als Beispiele nur mal die "Ökosteuer" oder den "Solidaritätszuschlag"..... Für alles mögliche sollen wir uns privat versichern. Wofür zahlen wir denn dann überhaupt ? Wofür zahle ich 13% an die Krankenkasse, wenn die mir sowieso nix mehr zahlt und ich bald alles selbst tragen muss ?


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Die Frage ist, wo dazwischen Deutschland steht. Ich erinnere z.B. mal daran, dass halb Hamburg Schill gewählt hat...


Dazwischen halt. Die Amerikanisierung schreitet auch hier leider unaufhaltsam voran.....


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Denn dieser Staat hat immerhin dafür gesorgt, dass ich eine etc, etc......


Ja. Äusserst ärgerlich für die Machtmonopolisten, das sie für so einen Mist Geld ausgeben müssen, wo sich das doch viel sinnloser verpulvern liesse..... Aber alle genannten Punkte werden und wurden seit Gründung dieser Republik kontinuierlich eingeschränkt und reduziert. Dieser Staat erfüllt die Aufgaben für die er ursprünglich vorgesehen war nur noch halbherzig und widerwillig, weil er sich nur noch selbst dient, aber nicht mehr den Menschen die in ihm leben.


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Allerdings. Wir sollten uns alle Mal darüber im Klaren werden, wie gut es uns eigentlich geht


Ach ja - das Standartargument, wenn einem wirklich gar nix mehr einfällt.....

Ja ich weiss. Uns geht es im Vergleich zu vielen anderen Menschen anderer Nationen noch hervorragend. Aber woran liegt denn das ? Weil es Menschen gab, die für diesen Wohlstand und Lebensstandart gekämpft haben. Die Mißstände angeprangert haben und sie schritt für Schritt beseitigt haben. Die für Demokratie und Selbstbestimmung eingetreten sind. Die Lohnsklaverei und Elendsviertel abgeschafft haben und ein soziales Netz aufbauten. Deshalb und NUR deshalb geht es euch heute so gut, ihr lieben Selbstzufriedenen......

Ihr solltet euch also nicht darüber im klaren werden, wie gut es euch heute geht - sondern wer dafür gesorgt hat, das es euch heute so gut geht. Ihr selbst sicher nicht. Sondern Leute die dafür eingetreten sind und sich dazu vermutlich auch diese alberne Leier anhören mussten, wie gut es uns doch eigentlich geht.....

Denn wer mit dieser "Uns gehts doch gut im Vergleich zu"-Leier kommt, sobald Kritik am System geübt wird - der sorgt dafür, das alte Mißstände wiederkehren und das Erreichte in sich zusammenfällt. Das ist dumm. Sehr dumm.

Den Irakis z.B. gehts doch auch ganz hervorragend im Vergleich zu den armen Schweinen in Afghanistan. Also was jammern die eigentlich, diese undankbaren Wichte ?

Denkt einfach mal darüber nach, was das wohl für Menschen waren, die dafür gekämpft haben, das jeder lesen und schreiben lernen durfte - und nicht nur die Oberschicht. Die dafür gesorgt haben, das Kinder keine 14 Stunden täglich mehr arbeiten mussten. Die dafür gesorgt haben, das die Ärmsten der Armen ein Stück Brot täglich ausgeteilt bekamen um nicht zu verhungern. Denkt darüber nach, was das wohl für Menschen waren, die sich nicht mit einem Teller Kohlsuppe in ihrer Bretterbude zufrieden gegeben haben, weil es anderen doch noch viel schlechter ging.

DARÜBER solltet ihr nachdenken, statt euch auf den Lorbeeren anderer auszuruhen und mit dem Arsch einzureissen, was andere mit ihren Händen aufgebaut haben !

Oh Mann.... <img src="/ubbthreads/images/graemlins/rolleyes.gif" alt="" />