Ach, Ddraiggy, du beginnst mich zwar endlich mal wieder furchtbar zu nerven, aber keine Sorge - auch ich habe gelernt und kann mich mittlerweile relativ problemlos beherrschen.

Flash hat einiges ja schon angedeutet, aber zu meinem Polemik-Vorwurf: Es ist NICHTS ANDERES als Polemik, wenn man die Entscheidungen über Geld an den Gehältern derjenigen mißt, die die Entscheidungen treffen.
Es wird jetzt wirklich mal Zeit für ein Grundsatz-Statement meinerseits. Das hat nichts mit aktuellen Ereignissen zu tun, sondern ist einfach meine grundsätzliche Meinung zu dieser Thematik (und das nicht erst seit gestern):

Gerade du, Ddraiggy, aber auch sonst sehr viele in Deutschland, tun immer so (ob bewußt oder unbewußt, sei mal dahingestellt), als ob alle, die viel Geld verdienen, schlimmer seien als Sauron und Darth Vader zusammen.
Dabei wird sehr gerne vergessen, daß die allermeisten davon auch sehr, sehr hart für dieses Geld arbeiten. Und vor allem dafür gearbeitet haben, überhaupt die Chance zu bekommen. Das beginnt ja bereits mit der Schule. Wie viele Schüler verschwenden ihre berufliche Zukunft, weil sie zu faul oder zu stur sind, um in der Schule etwas zu lernen?
Wieviele sind nicht bereit, sich ein Studium selbst zu finanzieren, indem man nebenbei arbeitet? Wieviele sind nicht bereit, 12 Stunden am Tag zu arbeiten und dabei u.U. auch noch das gesamte Privatleben zu opfern?
Zudem haben wir in Deutschland bekanntlich ein progressives Steuersystem. Wer auch nur einigermaßen wohlhabend ist, muß insgesamt deutlich über 50% seines Einkommens an den Staat zahlen! Es ist doch kein Wunder, daß die meisten Superreichen in sogenannte "Steuerparadiese" fliehen - gerade in Deutschland ist die Steuerbelastung der Wohlhabenden unglaublich hoch.
Um das ganz klar zu sagen: ES IST KEIN VERBRECHEN, VIEL GELD ZU VERDIENEN!

Neinnein, mein Freund, wer es in Deutschland zu etwas bringen will, der muß wirklich verdammt hart dafür arbeiten (Ausnahmen gibt es immer). Dazu ist nunmal nicht jeder bereit. Was ja auch nicht schlimm ist. Aber mit den Konsequenzen muß man dann halt einfach rechnen und leben.

Mir ist klar, daß das jetzt ziemlich arrogant klingen mag (wobei ich selbst keineswegs alles dem Beruf opfern werde, das kann ich garantieren ...). Und natürlich gibt es viel zu viele, die ihren Job verlieren, obwohl sie wirklich alles getan haben, was in ihrer Macht steht. Das betrifft vor allem ältere Arbeitslose, die meist alleine aufgrund des Alters vor die Tür gesetzt werden und dann trotz sehr guter Qualifikation keine neue Stelle mehr finden.
Aber es ist nunmal auch Fakt, daß mindestens genauso viele (vor allem Junge) selbst daran schuld sind, daß sie keinen (guten) Job bekommen! Deren Allgemeinbildung ist ja oft genau so schlecht wie ihre Manieren und ihre Motivation. Und es ist ja nichts Neues, daß es immer mehr junge Menschen gibt, die nichtmal mehr richtig Lesen und Schreiben können. Und denen das vollkommen egal ist ... Einen Job muß man sich nunmal auch erarbeiten.

Die Arbeitslosen sind sicher nicht die Täter, zu denen sie von Medien und Politikern unverschämterweise manchmal gemacht werden. Aber sie sind garantiert auch nicht die reinen Opfer, zu denen sie von anderen Medien und Personen gerne gemacht werden.

Noch extremer ist es doch beim Gesundheitswesen: Es gibt UNZÄHLIGE FÄLLE von Bürgern, die sich unnötige (und teure) Therapien oder Kuren einfach erschleichen. Dadurch steigen dann natürlich die Kosten. Sicher sind auch andere daran beteiligt (korrupte Ärzte beispielsweise, die sich von Pharma-Unternehmen bestechen lassen), aber gerade in diesem Bereich können die Politiker eigentlich am wenigsten für die Krise. Wäre nicht die gesamte Gesellschaft so unsozial, hätten wir nicht diese Probleme. Jeder schreit "alles sozial ungerecht", aber wenn es an seinen eigenen Geldbeutel geht, sperrt er sich gegen alle Reformvorschläge - das betrifft die Reichen nicht mehr als den Mittelstand oder die Armen.

Man kann nicht immer nur alle Schuld auf den Staat oder die Politiker schieben. Das ist einfach Blödsinn!
Außerdem: Bekanntlich kann JEDER selbst Politiker werden ... aber wieviele engagieren sich denn heute noch in Parteien? Natürlich ist das schwierig und zeitaufwendig, oft sicher auch extrem frustrierend - aber die Möglichkeit ist jederzeit da!

Und eines noch, Ddraiggy: Wenn du die Argumentation "Uns geht es doch immer noch gut" schon schwachsinnig findest - was sollen wir dann von deinem tollen Argument "Euch ging es noch nie schlecht und außerdem seid ihr viel zu jung, um das zu beurteilen" halten, hm? <img src="/ubbthreads/images/graemlins/down.gif" alt="" />

So, ich warte gespannt auf die Konterattacken auf meinen sicher eher unpopulären Beitrag. <img src="/ubbthreads/images/graemlins/devil.gif" alt="" />

Last edited by Ralf; 22/10/03 10:32 AM.