Ich studiere Philosophie... das ist noch mal eine Stufe sinnloser als Biologie. <img src="/ubbthreads/images/graemlins/winkwink.gif" alt="" />

Dementsprechend möchte ich nicht den Eindruck erwecken, daß ich ein Fachmann auf dem Gebiet der Evolutionstheorien wäre... im Gegenteil, ich bin wenn überhaupt ein Laie. Auch sollte man meine Worte nicht dahingehend auffassen, daß ich das Darwinsche Modell, das mittlerweile nach einigen Änderungen und modernen Erweiterungen die Synthetische Evolutionstheorie genannt wird, als falsch bezeichnen würde.
Nur sollte man sich der Tatsache bewußt sein, daß es sich immer noch um eine Theorie handelt. Leider ist gerade die Synthetische Theorie so allgegenwärtig, daß sie nicht mehr nur eine einfache Theorie ist, sondern zu einem Paradigma wurde, gegen das zu argumentieren bisweilen als Ketzerei empfunden wird. <img src="/ubbthreads/images/graemlins/winkwink.gif" alt="" />

Aber genau diese Theoriehaftigkeit meinte ich, als ich schrieb, daß der Darwinismus nicht der Weisheit letzter Schluß sei... daß sie in vielen, mithin den meisten Fällen zutrifft, macht sie aber nicht weniger eine Theorie... eine Theorie, deren Wahrheitsgehalt wir wohl nie erfahren werden.

Bei meiner kurzen Beschäftigung mit dem Thema der Evolution hat mich am meisten eine alternative Theorie interessiert, die sich in vielen Punkten deutlichen von der Synthetischen unterscheidet und auch in der Welt der Wissenschaft nicht als pure Spinnerei abgetan wird: Die Frankfurter Theorie (u.a. zurückgehend auf Wolfgang Gutmann).

Diese fußt auf der Aussage, daß jeder Organismus in erster Linie ein energiewandelndes, hydraulisches Konstrukt ist, das den Naturgesetzen (wie etwa der Thermodynamik z.B.) gehorcht. Darauf aufbauend wird nun eine Theorie gesponnen, die systemtheoretisch-kybernetische Formen annimmt und als eine der Hauptaussagen sagt, daß die Organismen nicht das "Opfer" der Evolution sind, sondern sie selbst hervorrufen.
D.h. sie unterliegen keiner wie auch immer gearteten "äußeren" evolutionären Kraft, die mit Hilfe solcher Werkzeuge wie Selektion und Konkurrenz das Leben von seinen Anfängen bis zu welchem Ende auch immer leitet. Vielmehr setzen die Organismen die Grenzen ihrer eigenen Existenz durch ihre "Systemeigenschaften" - ihre "Konstruktionsweise" bestimmt, was sie machen und zu was sie werden können (Das Sein bestimmt das Bewußtsein <img src="/ubbthreads/images/graemlins/winkwink.gif" alt="" />). Hier spielen dann noch zahlreiche andere Faktoren eine Rolle, wie etwa der Zufall z.B. oder durchaus auch die zwischen-organischen Beziehungen. Das alles summiert sich dann am Ende zu der "aktiven Evolution", wie ich sie mal nennen möchte. Der Organismus entwickelt sich also gemäß seines Aufbaus weiter.

Aber diese (und auch die Synthetische und andere selbstverfreilich) Theorie ist sicherlich nicht mit ein paar Zeilen wie hier wiederzugeben, ganz zu schweigen davon, daß ich nur einen Bruchteil dessen verstehe, was da vor allem biologisch bzw. chemisch argumentiert wird. <img src="/ubbthreads/images/graemlins/biggrin.gif" alt="" /> Aber vom Prinzip her, hört sich diese "Systemtheoretische Evolution" sehr interessant an. <img src="/ubbthreads/images/graemlins/up.gif" alt="" />

(Internet-Tips:
Ein grundlegender Aufsatz von Gutmann zu der Frankfurter Evolutionstheorie
"Homepage" der Frankfurter Evolutionstheorie)


Nigel Powers: "There are only two things I can't stand in this world. People who are intolerant of other people's cultures... and the Dutch!"