Quote
im kern muss ich dd recht geben:
auch ich habe in den letzten monaten sehr schlechte erfahrung mit unserem krankheitssystem machen müssen - ebenfalls wegen meiner mutter, die sehr, sehr schwer erkrankt ist....

das eigentliche problem liegt mmn. in der tatsache, dass durch die extremsparerei das gesamte personal permanent am limit arbeitet; und das verursacht fehler, frust, unfreundlichkeit etc.

ich habe gelernt, dass man NUR mit extremer penetranz und nervigkeit, z. t. auch unter androhung rechtlicher konsequenzen überhaupt etwas bewegen kann.

leute:
ich bete, dass ich, wenn die zeit gekommen ist, einfach umfalle / einschlafe. die vorstellung, mich in dieses gesundheitssystem ausliefern lassen zu müssen macht mir nackte panik.
da ist nicht mehr viel menschliches vorhanden.


Dem kann ich mich in allen Punkten anschließen.

Mein Vater war eine lange Zeit schwer chronisch krank (dialysepflichtig bzw. mit transplantierter Niere). In dieser Zeit hat ihm sein Mitdenken, sein kritisches Hinterfragen und ein nachdrückliches Vertreten seiner Interessen mehr als einmal das Leben gerettet und ihm insgesamt eine noch gute medizinische Versorgung gesichert. Dabei sind die allgemeinen Rahmenbedingungen in den letzten Jahren schon spürbar schlechter geworden.
Wehe denen, die im Falle der eigenen Hilflosigkeit nicht über engagierte Angehörige (vielleicht noch sehr gute Freunde) und ausreichend finanzielle Mittel verfügen.

Im letzten Jahr mussten wir dann feststellen, dass nur mit einem intensiven familiären Einsatz überhaupt die Grundpflege (regelmäßige Körperpflege, Nahrungsaufnahme und Medikamenteneinnahme) während eines Krankenhausaufenthaltes meines Vaters sicherzustellen war. Das alles in einer international renomierten Fachklinik, die in ihrer Eingangshalle mit Qualitätsmanagement-Auszeichnungen und Blumen zufriedener Patienten wirbt...


Sterben geht immer - mal schauen was vorher geht