Die Katze beißt sich doch hier in den Schwanz: Einerseits ist es allein aus ökologischer Sicht nachvollziehbar, dass jeder ein schlechtes Gewissen haben *sollte*, der ein privates Auto benutzt - da das Auto nun mal noch immer die Dreckschleuder Nr 1 ist.

Andererseits ist das Auto in *unserer* Gesellschaft inzwischen dermaßen fest integriert, dass man es sich praktisch nicht mehr wegdenken kann. Erst recht nicht der Einzelne, der an die Benutzung eines privaten PKWs gewöhnt ist. Tatsächlich mag es in Deutschland nur ganz, ganz wenige Leute geben, die wirklich auf ein Auto angewiesen sind, aber sehr, sehr viele, für die der Verzicht aufs Auto (lediglich) eine deutliche Veschlechterung der Lebensqualität bedeuten würde.

Und das ist der entscheidende Punkt: Die Lebensqualität. Würden wir allein aus ökologischer Sicht argumentieren, könnten wir neben dem Auto gleich den ganzen Rest dessen verteufeln, was unsere angebliche Zivilisation, zumindest aber den Fortschritt ausmacht: Elektrischen Strom, fließendes Wasser, Wärme, etc.

Und genaugenommen müssten wir noch weiter gehen - und kollektiven Selbstmord begehen, da die Masse Mensch so oder so die Ökologie durcheinanderbringen würde - selbst wenn der einzige Luxus, den wir uns gönnen, in einer hübschen Steinaxt und einem wärmenden Fellumhang bestehen sollte.

Es bringt also gar nichts, gegen das Auto an sich oder dessen Benutzung zu wettern, Flash, Du zäumst mMn das Pferd von hinten auf. Es geht nicht darum, das Autofahren einzudämmen, denn das wird mMn nicht möglich sein ohne einen Teil der Lebensqualität abzulegen, sondern den dadurch verursachten Schaden zu vermindern!

Technisch sollten wir dazu schon längst in der Lage sein, jedoch mit der Umsetzung hapert es gewaltig. Ein PKW mit 200 PS hat leider noch immer Priorität gegenüber einem Motor, der einen extrem hohen Wirkungsgrad erreicht, dafür aber vielleicht nicht ganz diese überragende Leistung bringt.

Anstelle also gegen das Autofahren zu wettern (und mit eingelegter Lanze gegen Windmühlen anzurennen) wäre es weitaus angebrachter, die Autofahrer davon zu überzeugen, dass es in erster Linie nicht auf die PS unter der Haube ankommt, sondern darauf, was aus dem Tank hinausläuft. DAS wäre mMn ein weitaus besserer Ansatzpunkt, denn wenn auf dem obersten Platz der Wunschliste aller Autokäufer endlich "Sparsamkeit" stehen würde und sich die große Maschine nicht verkauft, weil sie 12 Liter auf 100 km frißt, dagegen aber der kleinere Motor mit seinem Verbrauch von 4 Litern *der* Verkaufsschlager ist oder sogar auf alternative Antriebskonzepte verstärkt geachtet wird, dann wäre das ein vertretbarer, vorläufiger Kompromiss - ohne dass jemand sein Leben jetzt grundsätzlich anders gestalten müsste, weil ihm das Autofahren generell verleidet oder missgönnt wird!