Krisenzeiten polarisieren - das ist immer und überall so gewesen (man erinnere sich an das Erschrecken der Franzosen, als Le Pen > 30% ansteuerte, und vergesse nicht, dass auch Italien und Spanien eine faschistische Vergangenheit haben).

Und je verwaschener die politischen Alternativen in der Mitte werden, desto leichter ist es für Randgruppen sich zu "profilieren". Nicht umsonst definieren sich die Parteien in den klassischen Zwei-Parteien Staaten mehr über Personen als über Inhalte; und die Randgruppen über Populismus anstatt Konzepte.

Nicht dass ich die Extreme in irgendeiner weise gut finde - ich beobachte sie kritisch und nicht ohne Sorge; jedoch bisher auch mit einer gewissen Gelassenheit.

Ich habe in mehreren Städten und Ländern mit rechten Mitgliedern im Parlament gelebt. Bisher taten sich diese "Volksvertreter" generell durch unauffälliges Hinterbänklertum hervor, kaum dass sie ihre Pöstchen hatten (MdL ist ein gar nicht mal so schlecht bezahltes Pöstchen), was wiederum relativ schnell dazu führte, dass grosse Teile ihrer Wählerschaft sich wieder von ihnen abwandte bei der nächsten Wahl.



In times of crisis it is of the utmost importance not to lose your head (Marie Antoinette)