Von Rassismus ist der Weg zum Themenkreis Fanatismus ja nicht weit, inbesondere dem religiös motivierten, der uns schon seit Jahrtausenden plagt, in allerjüngster Vergangenheit aber wieder neue Relevanz gewonnen hat mit den Ereignissen um den 11. September und die nachfolgenden Kettenreaktionen.


Unter dem Aspekt war die heutige Folge Law And Order ziemlich interessant und nachdenkenswert.
Während man nämlich in der westlichen Welt seit den o.e. Vorgängen den Islam mit äußerstem Mißtrauen beäugt und teils auch dämonisiert, übersieht man - ganz passend im Bild des "Splitters im Auge der anderen, aber dem Balken im eigenen" - die "geistig-moralische" Aufrüstung im eignen Lager.

Einige mögen vielleicht vor geraumer Zeit das kurzzeitig durch die Medien gehende Thema von christlich-fanatischen Camps (vorrangig in Amerika), in denen Kinder einer aggressiv-gewaltbefürwortenden Gehirnwäsche unterzogen wurden. Dazu gab es eine beachtete Dokumentation eines weiblichen Autorenteams, die mit der Kamera die aufpeitschenden Reden der pseudo-geistlichen Leiter dieser Einrichtungen aufgezeichnet haben - erschreckend die Haßparolen und kruden Weltbilder die darin vorgeführt werden, v.a. wenn man sich vor Augen hält, daß diese geistige Brandstiftung auf fruchtbaren Boden bei leicht beeinflußbaren Heranwachsenden fällt, wenn entsprechend `präpariert´.

Im Grunde folgen sie da ganz dem Muster, welche auch der Gegenseite so zweckdienlich sind, in ihren Koranschulen und terroristischen Ausbildungslagern - auch wenn diese "Christen" selbst das natürlich weit von sich weisen würden, ja den "Blasphemiker" der ihnen solches vorwirft, heftig angehen (vielleicht gar insgeheim gern "steinigen"!? badsmile ).


Sean Astin spielte diesen "geistigen Brandstifter", der einen familiär entwurzelten Sohn zum künftigen "Propheten" und "General einer Armee Gottes gegen die Ungläubigen" aufbaut und dann mit subtiler Lenkung dazu anstiftet, sein Mutter wg. Ehebruch zu töten.
Die Behörden tun sich schwer mit dem Nachweis, weil er dabei so geschickt vorgegangen ist.
Das bemerkenswerte auch - vielleicht, vielleicht auch nicht, weil´s mal wieder dazu geeignet ist, diffuse Ängste bei einer einschlägigen Klientel heraufzubeschwören think - ist, daß es hier nicht zum "Happy End" kommt, sprich einem Sieg des Rechtsstaates in Form einer Verurteilung. Vielmehr im Gegenteil, fährt der extermistische Pastor einen glatten Freispruch in beiden Anklagepunkten (Mord, Totschlag) durch die Geschworenen ein!


Solche Personen und Organisationen mögen in der sog. "abendländischen Zivilisation" nur eine verschwindende Minderheit darstellen, und bei weitem auch nicht so wirkmächtig und mit einer latent breiten Untertützung einer breiteren Bevölkerung ausgestattet sein, wie es der islamischen Welt unterstellt wird.

Auf der anderen Seite schwimmen sie doch einigermaßen komfortabel in dem Sammelbecken mit, welches sich im Umfeld der sog. "religiösen Rechten" kondensiert und das am Ende auch substanziellen Anteil daran hatte, einen G.W. Bush an die mächtigste Position "des Westens" zu spülen - mit den bekannten weitreichenden Folgen. rolleyes
Sie sind nur die extremste Ausprägung.


Will sagen, wer ist wohl von dem einen oder anderen Vorurteil in dieser Richtung völlig frei, hat gewisse diffuse Ängste, die sich dann auch in konkreten Handlungen oder Unterlassungen manifestieren.
Solch geistiges Gift wirkt tiefer und nachhaltiger als man es sich gerne eingestehen möchte - womit wir wieder bei unseren hausgemachten üblichen Verdächtigen wären, den lieben Rechtsradikalen, und aktuellen Studien, daß deren Gedankengut in der ein oder anderen Form gesellschaftlich tiefer verankert ist, bes. auch in der sog. "bürgerlichen Mitte", als es sich unsere hehre Demokratie in ihrem Selbstbild immer so vorstellt.


Alles eine widerwärtige Melange. suspicion


Ragon